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    Home»Körper & Geist»Das Gesundheits- und Sozialwesen im Spannungsfeld von Corona
    Eine Weltkarte, darüber ein "Covid-19-Stempel". (c) Pixabay.com

    Das Gesundheits- und Sozialwesen im Spannungsfeld von Corona

    12. Feb. 20214 Mins Lesezeit

    Die Corona-Pandemie fordert die Gesellschaft in allen Bereichen. Im Zentrum der Bekämpfung des Virus befindet sich unser Gesundheits- und Sozialwesen. In den letzten Monaten führten die Vinzenz Gruppe, die Elisabethinen Linz-Wien und ACADEMIA SUPERIOR – Gesellschaft für Zukunftsforschung Gespräche mit Expertinnen und Experten zu den Erfahrungen seit Beginn der Corona-Krise. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt vom Institut für Nonprofit-Management an der WU Wien.

    Im Fokus von vier Online-Workshops lagen die Kooperation von Organisationen in der Krise und Aspekte der Eigenverantwortung der Menschen. Welche Maßnahmen und Rahmenbedingungen haben sich bisher bewährt und welche waren hinderlich? Diese Fragen wurden nun im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung diskutiert und erste Ergebnisse präsentiert.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Diskussion mit unterschiedlichen Perspektiven
    Kooperation im Gesundheits- und Sozialwesen fördern
    Eigenverantwortung des Einzelnen stärken
    Chancen der Digitalisierung im Gesundheitssystem stärker nützen
    Vertrauen in das Gesundheitssystem benötigt Transparenz


    Diskussion mit unterschiedlichen Perspektiven

    „Wir haben in dem Projekt bewusst nicht die Perspektive des täglichen Krisenmanagements eingenommen, sondern nach Dingen gesucht, die unser Gesundheits- und Sozialwesen langfristig krisensicherer machen können,“ legt Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag. Christine Haberlander, Obfrau von ACADEMIA SUPERIOR, die Motivation für das Projekt dar. Auch Dr. Michael Heinisch, Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe, erläutert als wichtigen Beweggrund für die Kooperation: „Aktuell wird manchmal zu eindimensional diskutiert. Dies wird der Komplexität der Pandemie nicht gerecht. Deshalb haben wir bewusst Expertinnen und Experten mit unterschiedlichen Perspektiven eingebunden.“ Mag. Oliver Rendel, Geschäftsführer der Elisabethinen Linz-Wien, fügt dem noch hinzu: „Wir lernen jeden Tag dazu. Weil das Gesundheits- und Sozialwesen im Auge des Orkans steht, ist es besonders wichtig, frühzeitig Antworten für die Zukunft zu finden.“

    Dr. Michael Heinisch, Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe, im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung.(c) Academia Superior/ Wakolbinger
    Für Michael Heinisch, Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe, wird oftmals zu einseitig diskutiert.

    Kooperation im Gesundheits- und Sozialwesen fördern

    „In der Pandemie zeigte sich: die Trägervielfalt im Gesundheitsbereich ist wichtig, um die Krisenbewältigung auf mehrere Schultern zu verteilen,“ betont Michael Heinisch und führt weiter aus: „Essentiell für die erfolgreiche Bewältigung von Krisen sind die Einbindung der Akteure und einheitliche Spielregeln. Nur durch eine klare Rollenverteilung und abgestimmte Standards kann das Zusammenspiel der unterschiedlichen Organisationen in einer Pandemie schnell und unbürokratisch funktionieren. Aber es braucht auch Spielräume, damit die Akteure vor Ort möglichst schnell und problemnah agieren können. All das sollte auch in Nicht-Krisenzeiten regelmäßig miteinander geübt werden.“

    Eigenverantwortung des Einzelnen stärken

    „In einer Pandemie sind alle betroffen und es kommt auf den Beitrag von allen an,“ ist Christine Haberlander überzeugt. Gesundheitskompetenzen sind hier ein wesentlicher Schlüssel, „denn nur, wer gesundheitliche Befunde oder Entwicklungen einordnen kann, wird eigenverantwortlich die eigene Gesundheit und die Gesundheit anderer stärken. Der Aufbau von Gesundheitskompetenzen zieht sich durch das ganze Leben. Gleichzeitig ist es wichtig, kritisch zu reflektieren, woher man Informationen bezieht.“

    Chancen der Digitalisierung im Gesundheitssystem stärker nützen

    „Medizinische Versorgung und menschliche Zuwendung müssen auch in einer Krise dort ankommen, wo sie gebraucht werden,“ betont Oliver Rendel. „Die Pandemie hat aber gezeigt, dass viele Menschen zeitweise von der Versorgung abgeschnitten waren oder zögerten, Gesundheitseinrichtungen aufzusuchen. Wenn bereits zu Beginn der Pandemie mehr digitale Angebote im Gesundheitsbereich zur Verfügung gestanden hätten, wären die Versorgungsmöglichkeiten deutlich besser gewesen. Die Krise hat die Digitalisierung beschleunigt. Jetzt gilt es, diese auch in normalen Zeiten weiter auszubauen,“ zeigt sich Rendel überzeugt: „Die Digitalisierung kann viel Nutzen stiften, ohne die menschliche Zuwendung außer Acht zu lassen.“

    Christine Haberlander fügt dem noch hinzu, „dass die Digitalisierung die Behandlungsqualität nicht verringert. Das haben die vergangenen Monate gezeigt: Die Offenheit für digitale Lösungen hat enorm zugenommen. Klar ist, dass die Patientinnen und Patienten mit ihren Bedürfnissen immer im Mittelpunkt stehen müssen. Zusätzliche digitale Angebote, wie dem elektronischen Befund, dem elektronischen Impfpass, der e-Medikation, Telekonsultationen von Ärzten oder Videogesprächen von Selbsthilfegruppen können in Krisen und in normalen Zeiten eine enorme Bereicherung sein.“

    Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag. Christine Haberlander im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung.(c) Academia Superior/ Wakolbinger
    Christine Haberlander weiß, dass die Digitalisierung im Gesundheits- und Sozialwesen die Behandlungsqualität nicht verringert.

    Vertrauen in das Gesundheitssystem benötigt Transparenz

    Univ.-Prof. Dr. Michael Meyer, Leiter des Instituts für Nonprofit-Management an der WU Wien verweist auf einen anderen Aspekt: „Die Länge und Komplexität einer Pandemie macht die Compliance der Menschen für die notwendigen Maßnahmen zu einer besonderen Herausforderung. Sie basiert vor allem auf dem Vertrauen, das die Menschen in Entscheidungsprozesse und die Politik haben“. Durch einen offeneren Umgang mit der Datenlage und der Definition eines standardisierten Vorgehens, wie etwa beim Bergsteigen, könnte diese gestärkt werden. „Es müsste klarer definiert sein, was alle zu tun haben, wenn eine bestimmte Situation eintritt. Und auch, wann diese Situation wieder vorbei und das Ziel erreicht ist.“

    Aber wie heißt es so treffend: „[Bewegte] Bilder sagen mehr als 1.000 Worte“. – Sehen sie hier eine kurze Zusammenfassung der Veranstaltung „Das Gesundheits- und Sozialwesen im Spannungsfeld von Corona“.

    Eine vollständige Aufzeichnung der Veranstaltung finden sie HIER.

    (Bilder: Pixabay.com, Academia Superior/ Wakolbinger (2x); Video: Youtube.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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