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    Home»Freizeit & Reise»Altschneefelder: 5 überlebenswichtige Tipps für Ihren sicheren Wanderstart in den Bergen
    Ein blühendes Alpenwiesenfeld mit lila Lupinen und rosa Blumen im Vordergrund. Im Hintergrund ragt ein hoher, schneebedeckter Berg unter einem klaren blauen Himmel empor. Dazwischen liegt ein dunkler Nadelwald. (c) AdobeStock

    Altschneefelder: 5 überlebenswichtige Tipps für Ihren sicheren Wanderstart in den Bergen

    27. Apr. 20265 Mins Lesezeit

    Die Vögel zwitschern, die Krokusse sprießen und das Herz hüpft – doch Vorsicht: Wer jetzt im alpinen Gelände den Kopf verliert, verliert vielleicht auch bald den Boden unter den Füßen. Der Alpenverein warnt vor tückischen Altschneefeldern. Wir verraten Ihnen, warum Ihre Turnschuhe am Berg gerade jetzt ein Todesurteil sein können und wie Sie überleben, ohne unfreiwillig zum menschlichen Schlitten zu werden.

    Es ist jedes Jahr das gleiche Schauspiel: Im Tal wird bereits der Aperol Spritz in der Sonne genossen, während oben am Berg noch die kalte Realität des Winters lauert. Viele Wanderbegeisterte lassen sich von den milden Temperaturen im Tal täuschen und vergessen, dass die Natur kein Mitleid mit schlecht vorbereiteten Ausflüglern hat. Ein tragischer Vorfall am Schartschrofen in Tirol, bei dem eine Frau Mitte April tödlich verunglückte, erinnert uns schmerzlich daran: Altschneefelder sind keine harmlosen Fotomotive, sondern rutschige Fallen.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Der Morgen macht die Härte – und die Gefahr
    Equipment: Wenn Profil über Leben entscheidet
    Die tückische Metamorphose: Von „hart“ zu „hohl“
    Strategien für das Überleben trotz Altschneefelder
    Planung ist alles (außerhalb der eigenen Hybris)


    Der Morgen macht die Härte – und die Gefahr

    Wenn sie morgens losziehen und denken, der weiche Schnee vom Vorabend sei noch da, haben sie sich geschnitten. Jörg Randl vom Österreichischen Alpenverein bringt es auf den Punkt: In schattigen Rinnen und Nordhängen sind diese Felder morgens oft glatt und pickelhart. Wer hier ausrutscht, beschleunigt in Sekundenbruchteilen. Ein kleiner Fehler führt dann nicht zum lustigen „Popo-Rutschen“, sondern zu schwerwiegenden Verletzungen oder Schlimmerem.

    Die goldene Regel lautet: Eine Querung ist eigentlich nur vertretbar, wenn die obersten zehn Zentimeter des Schnees bereits aufgeweicht sind. Ist der Boden hart wie Beton, sollten sie schleunigst umkehren – es sei denn, sie haben eine besondere Vorliebe für Helikopterflüge der Bergrettung.

    Nahaufnahme eines schwarzen Bergschuhs, an dem Spikes-Ketten (Grödel) befestigt sind. Der Schuh steht auf einer verschneiten Fläche. Die Ketten und Zacken sind gut sichtbar, Stichwort Altschneefelder.
(c) AdobeStock
    Ein wichtiges Sicherheitsplus: Snow Spikes (Grödel) verleihen Bergschuhen auf eisigen Altschneefeldern den nötigen Halt und können gefährliche Ausrutscher verhindern.

    Equipment: Wenn Profil über Leben entscheidet

    Vergessen sie ihre modischen Sneaker. Wenn sie im Frühjahr in höhere Lagen wollen, brauchen sie feste Bergschuhe mit einer tiefen Profilsohle. Warum? Weil sie damit im sogenannten „Sichelschlag“ Trittkerben in den harten Schnee hämmern können. Das sieht vielleicht nicht elegant aus, hält sie aber aufrecht.

    Zusätzlich sind Snow Spikes – quasi die Schneeketten für die Füße – eine lohnende Investition. Wer meint, Wanderstöcke würden einen Sturz im steilen Schneefeld halten, glaubt vermutlich auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten. Stöcke helfen beim Gleichgewicht, aber wenn sie erst einmal rutschen, sind sie nur noch schmückendes Beiwerk beim Absturz.

    Interne Empfehlung für Ihre Sicherheit: Schauen sie sich unbedingt das Video des Alpenvereins an – hier wird Ihnen die richtige Technik (und die bittere Wahrheit) visuell serviert.

    Die tückische Metamorphose: Von „hart“ zu „hohl“

    Lassen sie sich nicht täuschen: Wenn die Sonne das Schneefeld im Tagesverlauf aufweicht, wird es nicht unbedingt sicherer. Der Schnee verliert seine Tragfähigkeit. Besonders an den Übergängen zu Felsen oder dort, wo Schmelzwasser den Schnee unterspült hat, können sie plötzlich einbrechen. Wer schon einmal bis zur Hüfte im nassen Matsch feststeckte, weiß, dass das den Glamour-Faktor jeder Wanderung massiv senkt. Zudem steigt an warmen Tagen die Gefahr von Nassschneelawinen. Beachten sie also immer das Einzugsgebiet über ihnen, bevor sie gemütlich pausieren.

    Strategien für das Überleben trotz Altschneefelder

    Damit sie auch im nächsten Jahr noch bei uns lesen können, empfiehlt der Alpenverein eine defensive Tourenplanung:

    1. Exposition checken: Südhänge sind meist früher schneefrei. Wenn sie die Wahl haben, meiden sie die winterlichen Nordseiten.
    2. Ehrlichkeit siegt: Wenn das Schneefeld vor ihnen steiler aussieht als ihre Komfortzone, kehren sie um. Umkehren ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Intelligenz.
    3. Orientierung bewahren: Markierungen liegen oft noch unter dem Schnee. Wenn sie den Weg nicht mehr sehen, ist das ein dezenter Hinweis der Natur, dass sie dort gerade nichts zu suchen haben.
    4. Die Notfall-Technik: Sollten sie trotz aller Vorsicht den Halt verlieren, zählt jede Sekunde. Sofort in die Bauchlage drehen und mit Armen und Beinen bremsen (die „Liegestütz-Position“). Wer wartet, bis er Fahrt aufnimmt, hat schon verloren.
    5. Die ehrliche Selbsteinschätzung: Geben sie nicht vor der Wandergruppe den Helden, wenn die Knie zittern.

    Planung ist alles (außerhalb der eigenen Hybris)

    Nutzen sie moderne Tools wie https://www.alpenvereinaktiv.com, um sich vorab über die Verhältnisse zu informieren. Webcams lügen nicht – im Gegensatz zu Ihrem inneren Schweinehund, der Ihnen einredet, dass „das bisschen Weiß“ schon gehen wird.

    Wer sein Wissen vertiefen will, findet geballte Kompetenz unter https://www.alpenverein.at/sicheramberg. Dort erfahren sie alles, was sie wissen müssen, um nicht als Statistik in der nächsten Presseaussendung zu landen.

    Ein letzter Tipp: Wenn sie mit Kindern unterwegs sind, sind Schneefelder tolle Spielplätze – aber nur, wenn sie flach auslaufen und keine Steine im Weg liegen. Ein Kind ist kein Bremsklotz.

    Die Draufsicht auf zwei Personen, die gemeinsam eine ausgebreitete topografische Wanderkarte aus Papier studieren. Die Hände halten die Karte fest, im Hintergrund ist vage alpine Ausrüstung und felsiger Untergrund zu erkennen.
(c) Alpennverein/ Sissi Richter
    Vorfreude mit Verstand: Eine detaillierte Tourenplanung unter Berücksichtigung von Höhenlage und Exposition ist die beste Lebensversicherung für Ihre Frühjahrswanderung.

    Bleiben sie kritisch, bleiben sie defensiv und vor allem: Bleiben sie auf den Beinen. Der Berg läuft ihnen nicht weg, aber das Schneefeld unter ihnen tut es vielleicht.

    Genießen sie den Frühling – aber mit dem nötigen Respekt vor den Resten des Winters.

    (Bilder: AdobeStock (2x), Alpenverein/ Sissi Richter; Video: Youtube.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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