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    Home»Freizeit & Reise»Gewitter am Berg: Tipps zur Risikominimierung
    Herannahendes Gewitter in den Dolomiten. (c) AdobeStock

    Gewitter am Berg: Tipps zur Risikominimierung

    26. Juni 20254 Mins Lesezeit

    Heftige Gewitterstürme zählen in der Alpenregion während der Sommersaison zu den größten Risiken für Bergwanderer. Aufgrund der Klimakrise treten Wetterextreme immer häufiger auf. Neben den Gefahren durch Kälte und Feuchtigkeit, die eine Unterkühlung und erhöhte Sturzgefahr verursachen, besteht bei Gewittern zusätzlich die unmittelbare Gefahr von Blitzeinschlägen. Plötzliche Wetterumschwünge sind in den Bergen keine Seltenheit und tragische Vorfälle unterstreichen, wie wichtig die richtige Vorbereitung und das richtige Verhalten bei Gewittern am Berg sind.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Oberste Priorität: gewissenhafte Tourenplanung
    Wetterbeobachtung und Warnsignale erkennen
    Was tun, wenn das Gewitter am Berg kommt?
    Gewitter am Berg – richtiges Verhalten kann Leben retten


    Oberste Priorität: gewissenhafte Tourenplanung

    Der Österreichische Alpenverein rät als wichtigste Vorbereitung zu einer gewissenhaften Tourenplanung und aufmerksame Wolkenbeobachtung am Tag der Tour. Dadurch lässt sich das Risiko, von einem Gewitter überrascht zu werden, minimieren. Vor allem in der Sommersaison bringt ein zeitiger Start deutliche Vorteile mit sich.

    Jörg Randl, Leiter der Abteilung Bergsport beim Alpenverein, rät dazu, sich vor jeder Bergtour über aktuelle Gewitterprognosen durch zuverlässige Wetterdienste wie zum Beispiel das Alpenvereinswetter zu informieren. Bei entsprechenden Warnungen sollte die geplante Route angepasst werden, um rechtzeitig – im Idealfall bis Mittag – bereits den Rückweg angetreten zu haben oder bestenfalls bereits in einer Berghütte Unterschlupf gefunden zu haben. „An stark wetterlabilen Tagen verzichten wir auf ausgedehnte Touren sowie auf Routen mit Drahtseilsicherungen an exponierten Graten und freistehenden Gipfeln“, erklärt Alpenvereinsexperte Jörg Randl.

    Ambosswolken in den Alpen.(c) Alpenverein/ Melcher
    Unmittelbare und deutliche Warnsignale für ein herannahendes Gewitter sind turmhoch aufragende und ambossförmige Gewitterwolken, böig auffrischender Wind und elektrische Entladungen [hörbares Surren] in der Atmosphäre.

    Wetterbeobachtung und Warnsignale erkennen

    Eine durchdachte und situationsgerechte Tourenplanung [zum Beispiel mit der Plattform alpenvereinaktiv.com] sowie die kontinuierliche Beobachtung der Wolkenentwicklung am Tourentag sind entscheidend. Wichtig dabei: „Wetterprognosen zeigen stets nur Wahrscheinlichkeiten auf, Gewitter können auch früher als prognostiziert entstehen. Daher ist es ratsam, die Wetterentwicklung der vergangenen Tage und insbesondere die aktuellen Verhältnisse während der Tour aufmerksam zu verfolgen. Falls sich Quellwolken jeden Tag früher entwickeln und bereits vormittags Kumuluswolken [gemeinsprachlich Haufenwolken] sichtbar sind, ist schon am frühen Nachmittag mit Gewittern zu rechnen“, erläutert Randl.

    Unmittelbare und deutliche Warnsignale für ein herannahendes Gewitter sind turmhoch aufragende und ambossförmige Gewitterwolken, böig auffrischender Wind und elektrische Entladungen [hörbares Surren] in der Atmosphäre. Als Orientierungshilfe dient folgende Regel: Die ungefähre Distanz zu einem Gewitter in Kilometern errechnet sich, indem die Sekunden zwischen Blitz und Donnergrollen durch „drei“ geteilt werden. Beispiel: Bei einer Zeitspanne von zehn Sekunden zwischen Blitz und Donner liegt das Gewitterzentrum nur noch etwa drei Kilometer entfernt. Höchste Zeit für entsprechende Schutzmaßnahmen!

    Was tun, wenn das Gewitter am Berg kommt?

    Umsichtige Touren- und Zeitplanung sowie rechtzeitiges Umkehren sind grundlegend, um Gewittersituationen zu vermeiden. Sollten wir dennoch von einem Gewitter am Berg erfasst werden, können wir unsere Lage durch einfache, aber wirkungsvolle Verhaltensweisen verbessern:

    1. Wir verlassen so schnell wie möglich ausgesetzte Grate und alleinstehende Erhebungen wie Gipfelkreuze und Felstürme.
    2. Wir suchen – falls möglich – größere Felshöhlen zum Schutz auf, bleiben der Felswand aber so gut es geht fern, mindestens 1,5 m.
    3. In Kauerstellung auf zum Beispiel Rucksack oder Seil hockend, mit geschlossenen Beinen auf dieser isolierenden Unterlage, warten wir darauf, dass das Gewitter vorübergeht.
    4. Auf Klettersteigen sowie im absturzgefährdeten Gelände bleiben wir mittels Klettersteigset am Steilseil gesichert! Das Absturzrisiko ist größer als das Blitzschlagrisiko.
    5. Gegen Nässe und Auskühlung können wir uns mit Biwaksack und Funktionsbekleidung schützen.

    „Gewitter gehen häufig mit starken Regenfällen einher. Innerhalb kurzer Zeit können in Felswänden gefährliche Sturzfluten entstehen und Steinschlag verursachen“, warnt Jörg Randl. Zusätzlich: „Bei Starkregen droht die Gefahr, dass wir rasch völlig durchnässt werden und stark unterkühlen. Die Hauptgefahr bei Starkregen liegt in der kompletten Durchnässung und der damit verbundenen Unterkühlung [Hypothermie].“

    In alpinen Kletterrouten und auf Klettersteigen sind schnelle Ausweichmanöver nicht möglich, was die Situation zusätzlich erschwert. Findet man einen geschützten Platz, ist es meist sinnvoller, das Gewitter dort abzuwarten, anstatt hastig Richtung Ausstieg weiterzuklettern und dann schutzlos zu sein.

    Gewitter am Berg – richtiges Verhalten kann Leben retten

    Zusammen mit dem Land Tirol hat der Österreichische Alpenverein im Juni 2025 ein Video zum richtigen Verhalten bei Gewitter gedreht:

    (Bilder: AdobeStock, Alpenverein/ Melcher; Video: Youtube.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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