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    Home»Studien»Waldaufenthalt reduziert Stress – und das in nur 20 Minuten
    Baumkronen im Wald, durch die die Sonne scheint. (c) AdobeStock

    Waldaufenthalt reduziert Stress – und das in nur 20 Minuten

    16. Juni 20254 Mins Lesezeit

    Der Kontakt mit naturnahen Waldlandschaften wirkt sich nachweislich positiv auf die psychische Gesundheit und das Stressniveau aus – und das bereits nach kurzer Zeit. Denn schon 20 Minuten genügen, um mess- und spürbare Entspannungseffekte zu erzielen. Das zeigt eine aktuelle, im Fachjournal „Forests“ veröffentlichte experimentelle Feldstudie der Medizinischen Universität Wien in Kooperation mit Partnerinstitutionen, die im Wienerwald durchgeführt wurde.

    Die Ergebnisse liefern wichtige neue Erkenntnisse zur gesundheitsfördernden Wirkung von Aufenthalten in der Natur und unterstreichen die Relevanz naturbasierter Interventionen für eine nachhaltige Förderung der Gesundheit.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Eine Gruppe in einem Waldgebiet, die andere Gruppe in städtischer Umgebung
    Impulse sowohl für das Gesundheitswesen als auch für künftige Stadtentwicklungen
    Weitere Studien geplant
    Weitere Informationen


    Eine Gruppe in einem Waldgebiet, die andere Gruppe in städtischer Umgebung

    In der Wiener Studie wurden 66 gesunde Erwachsene zufällig in zwei Gruppen eingeteilt: Die eine Gruppe verbrachte 20 Minuten in einem Waldgebiet mit variierender Baumartenvielfalt im Wienerwald, während die andere in einer städtischen Umgebung ohne Begrünung verbringen mussen. Vor und nach dem Aufenthalt wurden Speichelproben zur Bestimmung des physiologischen Stressmarkers Cortisol entnommen. Parallel dazu erfolgte eine psychologische Erhebung mittels standardisierter, validierter psychometrischer Instrumente, darunter unter anderem die Skala zur Erfassung von positivem und negativem Affekt.

    Die statistische Auswertung der erhobenen Daten zeigte, dass die Gruppe, die sich im Wald aufgehalten hat, eine signifikante Reduktion des Cortisolspiegels – ein Marker für Stress – von etwa 4 auf 2 ng/ mL aufwies, während die Stadtgruppe keinen solchen Effekt zeigte. In der Waldgruppe blieb zudem die positive Stimmung stabil, während sie in der Stadtgruppe um etwa 25 Prozent abnahm. Gleichzeitig sank der negative Affekt im Wald um etwa 12 Prozent, was auf eine spürbare Entlastung von belastenden Emotionen hinweist. In der städtischen Gruppe blieb die Stimmung dagegen im Großen und Ganzen unverändert.

    „Die Ergebnisse zeigen ganz eindeutig, dass bereits ein relativ kurzer Aufenthalt von nur 20 Minuten im Wald die Stimmung und die persönliche Gefühlswelt signifikant verbessert“, erklärt Daniela Haluza von der Abteilung für Umwelthygiene und Umweltmedizin am Zentrum für Public Health der MedUni Wien. „Unser Studie im Wienerwald bestätigt eindeutig, dass der Aufenthalt in naturnahen Waldlandschaften auf jeden Fall einen messbaren Beitrag zur Stressreduktion und zum psychischen Wohlbefinden leisten kann.“

    Eine Frau, die im Wald auf einem großen Baumstumpf sitzt.(c) AdobeStock
    Schon ein Aufenthalt von lediglich 20 Minuten im Wald wirkt sich bereits positiv auf unsere Psyche aus.

    Impulse sowohl für das Gesundheitswesen als auch für künftige Stadtentwicklungen

    Angesichts zunehmender psychischer Belastungen, insbesondere in städtischen Räumen, könnten diese Erkenntnisse neue Impulse für Prävention und Gesundheitsvorsorge liefern – etwa durch die stärkere Integration naturbasierter Elemente in der Stadtplanung oder mittels gezielter Empfehlungen für stressbelastete Bevölkerungsgruppen.

    „Wir plädieren dafür, das präventive Potenzial von Naturkontakten viel stärker in die öffentliche Gesundheitsversorgung einzubinden – sei es durch therapeutisch begleiteten Aufenthalten im Wald oder durch gesundheitsbezogene Aufklärung“, so Umweltmedizinerin Daniela Haluza.

    Zudem betonen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Bedeutung von wohnortnahen, frei zugänglichen Erholungsräumen als Baustein für soziale Chancengerechtigkeit. Nicht alle Menschen haben die Möglichkeit zu regelmäßigen Ausflügen in die Berge oder zu aufwendigen Urlaubsreisen – aber ein kurzer Spaziergang im Wald ist für viele ohne großem Aufwand machbar. „Dass bereits ein Kurzaufenthalt entspannt, ist eine wichtige Botschaft für Prävention und Gesundheitsförderung„, so das Forschungsteam.

    Weitere Studien geplant

    In weiteren Studien soll nun untersucht werden, welche Effekte längere Aufenthalte, unterschiedliche Waldtypen und saisonale Veränderungen der Wälder auf das psychische Wohlbefinden haben. Auch multisensorische Naturerfahrungen – etwa Walddüfte oder Vogelstimmen – rücken dabei zunehmend in den Fokus der Forscherinnen und Forscher.

    Eine Frau mit Nordic Walking Stöcken, die durch den herbstlichen Wald spaziert.(c) AdobeStock
    Weitere Studien beschäftigen sich nun unter anderem mit der Frage, ob es einen Unterschied macht, ob man sich im Frühling oder beispielsweise im Herbst im Wald aufhält.

    Weitere Informationen

    Publikation: Forests
    Unlocking the Power of Nature: Insights from a 20-Minute Forest Visit on Well-Being.
    Haluza D, Kersten P, Lazic T, Steinparzer M, Godbold D.
    HIER können sie die Studie [in englischer Sprache] nachlesen bzw. auch als Pdf jederzeit downloaden.

    Anmerkung
    Die Studie wurde vom Österreichischen Klima- und Energiefonds sowie vom FWF – Wissenschaftsfonds Österreich unterstützt.

    (Bilder: AdobeStock)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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