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    Home»Studien»Greenpeace-Studie zeigt: Produkte länger nutzen schützt das Klima
    Hände von zwei Männern, die ein Smartphone reparieren. (c) Greenpeace Österreich/ Jannis Grosse

    Greenpeace-Studie zeigt: Produkte länger nutzen schützt das Klima

    28. Nov. 20224 Mins Lesezeit

    Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat aktuell untersuchen lassen, inwiefern sich eine längere Nutzungszeit von Produkten auf den Treibhausgas-Fußabdruck in Österreich auswirkt. Das beauftragte Forschungsunternehmen INFRAS untersuchte dafür Produkte in den fünf Kategorien Waschmaschinen, Laptops, Smartphones, Bekleidung und Möbel. Es zeigt sich dabei eines sehr deutlich: eine längere Nutzungsdauer der Geräte ist aus Sicht des Umweltschutzes immer sinnvoll.

    Würden, so die Studienergebnisse, in Österreich alle fünf untersuchten Konsumprodukte 50 Prozent länger genutzt, würde das 1,95 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr einsparen. Das entspricht in etwa der Menge an Emissionen, die das letzte österreichische Kohlekraftwerk Mellach in drei Jahren emittiert hat. Greenpeace Österreich fordert daher mehr Anreize und bessere Möglichkeiten für Reparatur in allen Produktbereichen sowie ein Vernichtungsverbot für neuwertige Waren.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Ressourcenverbrauch für drei Erden
    Unter den Top 25 Ländern mit dem höchsten Treibhausgas-Fußabdruck
    Energieeffizienz neuer Geräte versus Fußabdruck der Neuproduktion
    Service | Hintergrund | Quellen


    Ressourcenverbrauch für drei Erden

    “Würde der Rest der Welt so konsumieren wie wir in Österreich, bräuchten wir drei Erden. Unser Ressourcenverbrauch ist absurd hoch. Es ist an der Zeit, die Produktionsweise und das Konsumverhalten grundsätzlich zu hinterfragen und das Reparieren, Teilen und Wiederverwenden massiv auszubauen. Die Bundesregierung muss sich jetzt in Österreich und auf EU-Ebene für strenge Kreislaufwirtschaft-Vorgaben einsetzen und ein Recht auf Reparatur, strenge Umweltvorschriften beim Produktdesign und ein Vernichtungsverbot sicherstellen”, sagt Lisa Panhuber, Konsum-Expertin bei Greenpeace Österreich.

    Junge Menschen beim Nähen mit Nähmaschinen.(c) Greenpeace Österreich/ Bente Stachowske
    Wir müssen weg von einer „Wegwerfgesellschaft“ hin zu einer Gesellschaft, in der Produkte länger benutzt bzw. Kleidung länger getragen und/ oder zu neuen Stücken verarbeitet wird.

    Unter den Top 25 Ländern mit dem höchsten Treibhausgas-Fußabdruck

    Insgesamt belaufen sich die konsumbasierten Treibhausgasemissionen in Österreich pro Jahr auf mindestens 120 Millionen Tonnen. Im Pro-Kopf-Vergleich liegt Österreich damit unter den Top 25 Ländern mit dem höchsten Treibhausgas-Fußabdruck weltweit [Anmerkung: die Top Drei dieses Rankings sind China, USA und Indien]. Etwa neun Prozent davon entfallen dabei auf die Produktion von Konsumgütern, das sind etwa elf Millionen Tonnen CO2. Alleine 2,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ließen sich jedes Jahr allein dadurch einsparen, wenn zum Beispiel alle Kleidungsstücke in Österreich doppelt so lange getragen anstatt jede Saison neu gekauft werden würden. Oder anders gesagt: 2,1 Millionen Tonnen CO2 entsprechen den Emissionen von rund 100.000 durchschnittlichen österreichischen Haushalten.

    Würden sämtliche Smartphones in Österreich um 1,5 Jahre länger genutzt, könnten 55.800 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Zum Vergleich: Das PET-Recycling schafft jährliche Einsparungen von nur etwa 33.700 Tonnen CO2-Äquivalenten.

    Energieeffizienz neuer Geräte versus Fußabdruck der Neuproduktion

    “Oft wird argumentiert, dass die Energieeffizienz von neuen Produkten besser ist, aber die Sprünge sind heute gering, so dass der Fußabdruck der Neuproduktion überwiegt. Es ist deshalb bei modernen Produkten quasi immer besser, sie länger zu nutzen, statt nach kurzer Zeit auf ein neues Gerät zu wechseln”, unterstreicht Quirin Oberpriller, Studienleiter bei INFRAS. Neben den Treibhausgaseinsparungen birgt eine längere Nutzungsdauer von Produkten eine Reihe weiterer positiver Umweltwirkungen, zum Beispiel einen geringeren Energieverbrauch, geringere Landnutzung oder nicht zuletzt weniger Abfälle.

    Um die Nutzungsdauer von Konsumprodukten zu verlängern, ist es essentiell, dass Produkte geteilt, wiederverwendet und repariert werden. Verbrennung, Deponierung aber auch Recycling dürfen in einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft nur letzte Auswege sein, da dabei immense Mengen an Energie und Rohstoffe verloren gehen. Greenpeace fordert deshalb ein Maßnahmenbündel, das sowohl in Österreich als auch auf EU-Ebene umgesetzt werden muss: der Ausbau von Reparatur-Förderung für alle Produktbereiche sowie verpflichtende Umweltvorgaben, die Langlebigkeit und Reparierbarkeit von Produkten sicherstellen. Zudem muss ein Verbot für die Vernichtung von Neuwaren schnellstmöglich verabschiedet werden.

    Eine Gruppe von Grenpeace MitarbeiterInnen um einen Tisch.(c) Greenpeace Österreich/ Sonja Och
    „Reparieren statt wegwerfen“ – wenn jede und jeder von uns diesen Slogan auch lebt, freut sich nicht nur die Umwelt, sondern letztlich auch unser Geldbeutel.

    Service | Hintergrund | Quellen

    Die Studie “Produkte länger nutzen schützt das Klima” können sie HIER übersichtlich aufbereitet als Pdf-Dokument nachlesen bzw. natürlich auch downloaden.

    Zum Vergleich finden sie HIER eine Studie von Greenpeace Schweiz, die die“ ökologische Auswirkung einer längeren Nutzungsdauer von Konsumprodukten in der Schweiz“ durchleuchtet hat.

    (Bilder: Greenpeace Österreich/ Jannis Grosse, Greenpeace Österreich/ Bente Stachowske, Greenpeace Österreich/ Sonja Och)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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