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    Home»Studien»Masern, Corona & Co.: So stehen wir zur aktuellen Impf-Debatte
    Der Arm eines Mannes, der gerade eine Impfung bekommt; im Hintergrund ein Coronavirus. (c) Pixabay.com

    Masern, Corona & Co.: So stehen wir zur aktuellen Impf-Debatte

    20. Aug. 20206 Mins Read

    Die Impf-Debatte ist hierzulande omnipräsent. Dies bewiesen zuletzt die Diskussionen rund um eine Impfpflicht gegen Masern sowie die aktuellen Fortschritte in der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes in Russland. Dabei spaltet die Thematik die Gemüter und ist durchaus emotional behaftet, das zeigt eine aktuelle Umfrage des digitalen Markt- und Meinungsforschungsinstitutes Marketagent.

    501 Österreicherinnen und Österreicher standen darin Rede und Antwort zu verschiedensten Fragen rund um das Thema Impfen. Insgesamt ist den meisten Befragten die Relevanz von Impfungen bewusst, Sorgen vor möglichen negativen Folgen des Impfens bergen jedoch Potenzial für Verunsicherung. Einer generellen Impfpflicht steht die heimische Bevölkerung insgesamt sehr gespalten gegenüber.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    «Impfplicht» polarisiert
    Impfen – ja bitte!
    Sorgen rund ums Impfen
    Corona ade: Die Suche nach dem Covid-19-Impfstoff
    Bedenken gegen die Impfung gegen Covid-19
    Stichwort Impf-Debatte: Sollte die Impfung gegen Corona verpflichtend sein?
    Service

    «Impfplicht» polarisiert

    Aufgrund steigender Fallzahlen von Maserninfektionen und der Einführung der Masern-Impfpflicht in Deutschland im Frühjahr 2020 wurde auch hierzulande die Impf-Debatte aufs Neue angeheizt. „Insbesondere das Schlagwort «Impfpflicht» ruft polarisierende Reaktionen hervor. Knapp ein Viertel befürwortet diese ohne Kompromisse, mehr als jeder Zweite plädiert jedoch für eine verhältnismäßige Regelung“, resümiert Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.

    Eine Impfpflicht sei also sinnvoll, aber nur für gefährliche Krankheiten wie Masern oder Diphterie. Allerdings kann immerhin gut ein Fünftel dieser gar nichts abgewinnen.

    Eine Spritze und drei Ampullen Impfstoff, Stichwort Impf-Debatte.(c) Pixabay.com
    Gut 20 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher halten nichts von einer Impfpflicht.

    Impfen – ja bitte!

    Insgesamt sind die Impfbefürworter in Österreich aber klar in der Überzahl. Knapp drei Viertel der Befragten würden sich dieser Gruppe zuordnen [74 Prozent]. Dem gegenüber steht jedoch ein Viertel der heimischen Bevölkerung, das sich tendenziell als Impfgegner positioniert [26 Prozent]. Interessanterweise herrscht dabei unter den Österreicherinnen etwas mehr Skepsis [71 Prozent], während sich die Männer vermehrt für das Impfen aussprechen [76 Prozent].

    Die Entwicklung von Impfstoffen führte bekanntermaßen zu einem Durchbruch in der Bekämpfung bis hin zur Ausrottung diverser gefährlicher Krankheiten. Dem stimmt der überwiegende Teil der Befragten zu [78 Prozent]. Folglich teilen gut 7 von 10 ÖsterreicherInnen die Sorge, dass eine zu geringe Durchimpfungsrate zu einem erneuten bzw. verstärkten Auftreten dieser Erkrankungen führen könnte [72 Prozent].

    Impfungen seien außerdem wichtig, um Risikogruppen vor einer möglichen Ansteckung schützen zu können [70 Prozent]. Dabei haben vor allem die Sicherheit und Gesundheit unserer jüngsten Gesellschaftsmitglieder höchste Priorität. Um diese zu gewährleisten, sprechen sich jeweils mehr als 7 von 10 Befragten für bestimmte verpflichtende Impfungen für den Kindergarten- [73 Prozent] und Schulbesuch [72 Prozent] aus. Mehr als 9 von 10 haben bzw. würden ihre Kinder aber ohnehin zumindest gegen das Wichtigste impfen lassen [94 Prozent].

    Insgesamt zielen Impfungen sowie eine hohe Durchimpfungsrate speziell auf den Schutz schwächerer oder gefährdeter Personen ab. Wenig überraschend ist daher, dass das Thema durchaus mit starken Emotionen behaftet ist, wie mehr als 4 von 10 Befragten angeben [44 Prozent]. Dies betrifft vor allem die weibliche Bevölkerung. Unter den Frauen ist jede zweite emotional in die Impf-Debatte involviert [50 Prozent], während Männer dies tendenziell etwas rationaler sehen [38 Prozent].

    Sorgen rund ums Impfen

    Das Impfen ruft allerdings nicht ausschließlich wohlwollende Reaktionen hervor. So zweifelt jede/ r dritte Befragte grundsätzlich an dessen Sinnhaftigkeit. Viele Erkrankungen seien so selten, dass es nicht nötig sei, sich dagegen zu impfen [33 Prozent]. Ein Fünftel der ÖsterreicherInnen ist außerdem der Meinung, dass ungeimpfte Kinder ohnehin gesünder seien und ein stärkeres Immunsystem hätten [20 Prozent].

    Gleichzeitig triggert das Thema so manche Ängste und Sorgen innerhalb der Bevölkerung. Gut jeder Vierte befürchtet gefährlichere Nebenwirkungen durch den Impfstoff als durch die Krankheit selbst [27 Prozent] oder eine mögliche krebserregende Wirkung der Inhaltsstoffe [26 Prozent]. Auch der Mythos, dass Impfungen zu Autismus führen könnten, hält sich wacker in den Köpfen von mehr als einem Zehntel der heimischen Bevölkerung [14 Prozent].

    Corona ade: Die Suche nach dem Covid-19-Impfstoff

    Brandaktuell ist das Impf-Thema auch in Bezug auf die Corona-Pandemie. Vor etwa einer Woche [Anmerkung: Mitte August 2020] wurde in Russland der erste Impfstoff gegen Covid-19 zugelassen – wider Erwarten der Österreicherinnen und Österreicher. Nur gut 1 von 100 Personen hätte hierzulande so früh mit einer Impfung gerechnet. Knapp zwei Drittel der Befragten hätten die Einführung eines ersten Impfstoffes erst im Laufe des Jahres 2021 erwartet [65 Prozent], am wahrscheinlichsten erschien einem Viertel dabei das zweite Quartal 2021 [24 Prozent].

    Illustration: eine DNA, Coronaviren und im Hintergrund ein medizinisches Labor.(c) Pixabay.com
    Den Wettlauf um einen Impfstoff gegen das Corona-Virus scheint Russland gewonnen zu haben.

    Doch planen die Österreicherinnen und Österreicher, die Impfung mit dem Impfstoff der 1. Generation auch sofort in Anspruch nehmen? Diese Frage spaltet die Bevölkerung. Knapp die Hälfte vertraut auf dessen Sicherheit und würde sich vermutlich impfen lassen [49 Prozent]. 17 Prozent sind völlig überzeugt, unter den ersten Geimpften zu sein, sobald dies in Österreich möglich ist.

    Dabei treten klare Geschlechter- und Altersunterschiede zutage: Während sich unter den Männern und Personen ab 40 Jahren ein deutlich höherer Anteil impfen lassen würde, überlassen Frauen sowie Jugendliche und junge Erwachsene lieber anderen den Vortritt. Für die Impfung spricht für die Befragten einerseits der eigene Schutz vor einer Infektion [65 Prozent], andererseits aber auch der Beitrag zum Aufbau einer Herdenimmunität [52 Prozent]. 45 Prozent sehen es als gesellschaftliche Verpflichtung an, sich impfen zu lassen und 43 Prozent wollen Personen der Risikogruppen nicht anstecken.

    Bedenken gegen die Impfung gegen Covid-19

    Dem gegenüber steht die andere Hälfte der heimischen Bevölkerung, die der Impfung zögerlicher sowie mit größerer Skepsis gegenübersteht und davon eher Abstand nehmen würde [51 Prozent]. Der klare Hauptgrund ist dabei für knapp zwei Drittel das fehlende Vertrauen in einen Impfstoff, der derartig schnell entwickelt wurde [64 Prozent]. Mögliche Nebenwirkungen werden befürchtet [32 Prozent], besonders Frauen äußern hier Bedenken [37 Prozent]. Darüber hinaus ordnen sich 3 von 10 Befragten nicht als Teil der Risikogruppe ein und sehen demnach keinen Bedarf für eine Impfung [30 Prozent]. Eine Ansteckung wird als nicht so tragisch [26 Prozent] oder gar unwahrscheinlich [21 Prozent] eingestuft.

    Stichwort Impf-Debatte: Sollte die Impfung gegen Corona verpflichtend sein?

    Ein wirksamer Impfstoff gilt jedoch DER Hoffnungsträger im Kampf gegen Covid-19. Mehr als ein Drittel der heimischen Bevölkerung befürwortet dies [36 Prozent], darunter vor allem Männer [40 Prozent] und die Risikogruppe der 60- bis 75-Jährigen [46 Prozent]. Ein Fünftel ist zwiegespalten [21 Prozent]. Bei mehr als 4 von 10 Österreichern würde ein Impfzwang jedoch auf starken Widerstand stoßen [44 Prozent].

    Insgesamt ist die Impffreudigkeit in Bezug auf den Corona-Virus aber höher als gegen den „echten“ Grippevirus. Nur knapp 3 von 10 Befragten planen nämlich, sich 2020 gegen Influenza impfen zu lassen [29 Prozent].

    Service

    Die Präsentation der Ergebnisse der Studie können sie HIER als Pdf downloaden.

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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