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    Home»Körper & Geist»Chronisch entzündliche Darmerkrankungen [noch] früher erkennen
    Illustration: eine Frau, die sich den entzündeten Bauch vor Schmerzen hält. (c) AdobeStock

    Chronisch entzündliche Darmerkrankungen [noch] früher erkennen

    8. Nov. 20214 Mins Lesezeit

    Chronische Bauchschmerzen und Durchfälle? Darmblutungen, Blutarmut, Leistungsabfall, erhöhte Temperatur, Übelkeit, Gewichtsverlust, Gelenkschmerzen – etwa 80.000 Menschen in Österreich leiden unter chronisch entzündlichen Darmerkrankungen [CED], wie zum Beispiel an Morbus Crohn oder an Colitis ulcerosa. Derzeit beträgt der Zeitraum vom Auftreten der ersten Symptome bis zur Diagnosestellung und zum Beginn einer effizienten Therapie oft mehrere Jahre. „Eindeutig zu lange“, sind sich Patientenvertreterinnen -vertreter sowie Expertinnen und Experten einig.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Frühe Diagnose und effiziente Behandlung bei chronische entzündlichen Darmerkrankungen sehr wichtig
    Krankheitsbild – psychische, soziale und sozialökonomische Konsequenzen
    Späte Diagnosen verhindern frühzeitige Therapien und verschlechtern die Prognose
    Weitere Informationen


    Frühe Diagnose und effiziente Behandlung bei chronische entzündlichen Darmerkrankungen sehr wichtig

    „Bis zur eindeutigen Diagnose wurde ich als Hypochonder abgestempelt„; „Mein Chef hat kein Verständnis für meine Krankenstände, ich rechne jeden Tag mit meiner Kündigung“; „Jeder Gang auf die Toilette wurde zur Hürde, meine Kollegen glaubten, ich wollte mich vor der Arbeit drücken„; „Mein Freundeskreis hat sich seit Beginn der Erkrankung deutlich eingeschränkt, viele haben sich zurückgezogen“ – um diesen Aussagen der Patientinnen und Patienten vorzubeugen und Defizite gar nicht erst entstehen zu lassen, sind eine frühe Diagnose und effiziente Behandlung wichtig.

    „Wir wollen diese Szenarien durch eine gute Aufklärungsarbeit in Zukunft verhindern“, so Evelyn Groß, Präsidentin der Selbsthilfeorganisation Österreichische Morbus Crohn/ Colitis ulcerosa Vereinigung [ÖMCCV]. Als Vertreterin der Betroffenen ist gerade zum „Tag des Darms“ ihr erklärtes Ziel: „Das Tabu zu brechen, über CED zu informieren und die Angst zu nehmen. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind chronische – nicht ansteckende – Erkrankungen, für die es viele Therapiemöglichkeiten gibt!“

    Illustration des menschlichen Darms.(c) AdobeStock
    Mittlerweile gibt es viele Therapiemöglichkeiten gegen chronisch entzündliche Darmerkrankungen.

    Krankheitsbild – psychische, soziale und sozialökonomische Konsequenzen

    Gastroenterologe Univ. Prof. Dr. Walter Reinisch von der CED-Ambulanz der MedUni/ AKH Wien hat die wichtigsten Zahlen und Fakten über diese in der Öffentlichkeit noch immer zu wenig bekannten Krankheiten zusammengefasst:

    • Etwa 90 Prozent der CED-Patientinnen und Patienten leiden phasenweise bis lebenslang an häufigen Durchfällen bis hin zur Inkontinenz, 85 Prozent an Bauchschmerzen.

    • Häufig sind Blutbeimengungen im Stuhl bei der Colitis ulcerosa und Fistelbildungen beim Morbus Crohn. Fisteln sind eitrige Verbindungsgänge vom Darm zur Haut, Scheide, Blase, Muskulatur, etc.

    • Eine CED beginnt meistens im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, kann aber jede Altersgruppe betreffen.

    • Das Risiko für Dickdarmkrebs ist bei CED auf das bis zu 10-fache erhöht.

    • 15 Jahre nach der Diagnosestellung müssen sich 34 Prozent der Patientinnen und Patienten einer Operation, 14 Prozent zwei Operationen, und 22 Prozent drei oder mehreren Operationen am Darm unterziehen – bis hin zur Dickdarm-Entfernung und dem Einsetzen eines künstlichen Darmausganges.

    • Häufig müssen CED-Patientinnen und Patienten sich in ihrem Aktionsradius nach der unmittelbaren Verfügbarkeit einer Toilette orientieren bzw. Windeln tragen.

    • Abhängig von der Krankheitsaktivität kommt es in bis zu 70 Prozent der Fälle zu sozialem Rückzug, Angststörungen und Depressionen.

    • 30 bis 40 Prozent der Patientinnen und Patienten verlieren aufgrund der Erkrankung ihre Beschäftigung.

    • Im zwischenmenschlichen Bereich kommt es durch eine CED häufig zu Problemen und Konflikten: Das Sexualleben der Patientinnen und Patienten ist beeinträchtigt, Freundschaften und Beziehungen können in die Brüche gehen.

    Späte Diagnosen verhindern frühzeitige Therapien und verschlechtern die Prognose

    „Angesichts dieser Faktenlage ist die Tatsache dramatisch, dass viele Betroffene erst sehr spät in den Genuss einer adäquaten medikamentösen Therapie kommen. Die fehlende bis zögerliche Überweisung der Patientinnen und Patienten an Spezialisten bewirkt eine Verzögerung der Diagnosestellung um Jahre„, so Darmexperte Walter Reinisch, der noch eine weitere Gefahr für CED-Patient•innen sieht, nämlich: „Deren Betreuung durch Kolleginnen und Kollegen, die den Patient•innen mit nicht fundierten Praktiken die selbstheilende Kraft des Darmes suggerieren; dies meist assoziiert mit teuren und inhaltslosen Untersuchungen. Zunehmend werden Betroffene von dubiosen alternativmedizinischen Praktiken angelockt, um nach Jahren im schlechten Zustand bei qualifizierten Gastroenterologen zu erscheinen. Es ist durchaus schändlich, dass das österreichische Gesundheitssystem dies zulässt„.

    Sein Credo: „Besonders wichtig sind Maßnahmen zur Aufklärung der Bevölkerung und eine optimale Kooperation zwischen Gastroenterologen, Allgemeinmedizinern und Selbsthilfegruppen.“

    Ein älterer Mann, der sich vor Schmerzen seinen Bauch hält, Stichwort chronisch entzündliche Darmerkrankung.(c) AdobeStock
    Chronisch entzündliche Darmerkrankungen sollten so früh wie möglich diagnostiziert werden.

    Weitere Informationen

    Wenn sie unter chronischen Bauchschmerzen leiden, finden sie auf folgenden Seite umfangreiche und weiterführende Information. Diese Informationen ersetzen aber nicht[!] ein Gespräch mit ihrer Hausärztin bzw. mit ihrem Hausarzt.

    www.ced-trotzdem-ich.at

    www.ced-kompass.at

    www.darmplus.at

    Über Takeda in Österreich

    In Österreich arbeitet Takeda entlang der gesamten pharmazeutischen Wertschöpfungskette: Forschung & Entwicklung, Plasmaaufbringung, Produktion und Vertrieb. Takeda ist der größte Pharmaarbeitgeber Österreichs. Rund 4.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen täglich dazu bei, dass Medikamente aus Österreich in die ganze Welt gelangen und Patientinnen und Patienten in Österreich Zugang zu innovativen Arzneimitteln von Takeda erhalten. Die Entwicklungs- und Produktionsstandorte von Takeda befinden sich in drei Bundesländern, in Wien, Linz und Orth an der Donau.

    Das österreichische Produktportfolio von Takeda hilft Patientinnen und Patienten unter anderem in den Bereichen Onkologie, Hämophilie und Genetische Erkrankungen, Gastroenterologie und Immunologie.

    (Bilder: AdobeStock)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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