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    Home»Körper & Geist»Pollensaison – es ist [viel] mehr als bloß „ein Kitzeln in der Nase“
    Eine Frau, die sich die Nase putzt. Dahinter ein blühendes Raps-Feld. (c) Pixabay.com

    Pollensaison – es ist [viel] mehr als bloß „ein Kitzeln in der Nase“

    1. März 20214 Mins Lesezeit

    Ständiges Niesen, rinnende und kitzelnde Nase, tränende Augen – mit diesen Symptomen wenden sich viele Menschen in Österreich hilfesuchend an ihren Arzt/ Ärztin oder Apotheke. Gerade wenn es draußen wärmer wird und die Natur erwacht, kann eine Pollen-Allergie als Ursache dafür verantwortlich sein.

    Um sicher zu gehen, was genau der Auslöser dieser allergischen Reaktion ist, sollte das aber auf jeden Fall diagnostisch abgeklärt werden. Bestätigt sich der Verdacht, gibt es mittlerweile eine Fülle von Therapieoptionen.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Pollen sind Langstreckenflieger
    Der Pollenflug hält sich nicht an den Kalender
    Allergien werden häufiger
    Unterschiedliche Behandlungsstrategien


    Pollen sind Langstreckenflieger

    Normaler Weise freut sich jede und jeder nach den langen, oft trüben und kalten Wintertagen auf das Frühlingserwachen. Aber mit dem Start der damit verbundenen Pollensaison beginnt auch für viele eine mitunter sehr mühsame und beschwerliche Zeit, Stichwort Pollenallergie. Und obwohl die meisten Betroffenen darüber recht gut Bescheid wissen, kann der Pollenflug auch schon mal „alte“ Allergikerinnen und Allergiker überraschen.

    Denn während die Erde noch pickelhart gefroren ist und sich alle Pflanzen noch tief im Winterschlaf befinden, können bereits Pollen von Hasel und Erle die Schleimhäute in der Nase und in den Augen reizen. Das ist deshalb möglich, da Pollen zu den Langstreckenfliegern gehören – eine Fähigkeit, die den Pflanzen grundsätzlich das Überleben sichert. So können Pollen mehrere hundert Kilometer in der Luft zurücklegen, bevor sie zu Boden sinken – sehr zum Leidwesen von AllergikerInnen. Denn Heuschnupfen-Symptome können somit auch dann schon auftreten, wenn die betreffende Pflanze in der Heimatregion der Allergikerin bzw. des Allergikers eigentlich noch gar nicht blüht.

    Eine wichtige Orientierungsilfe für PollenallergikerInnen ist daher der Pollenflugkalender: dieser zeigt an, wann im Jahresverlauf mit etwaigen Beschwerden zu rechnen ist. Für eine allergische Reaktion reichen oft schon sehr wenige Pollen. Je höher allerdings ihre Konzentration, desto heftiger die Beschwerden. Den stärksten Pollenflug zeigt eine Pflanze natürlich während ihrer Hauptblütezeit.

    Erlenblüten.(c) Pixabay.com
    Die Erle ist zumeist die erste, die mit ihrem Pollenflug AllergikerInnen Probleme bereitet.

    Der Pollenflug hält sich nicht an den Kalender

    Aufgrund der unterschiedlichen Witterungsverläufe kann der Pollenflug einer Pflanze von Jahr zu Jahr um mehrere Wochen variieren. So beginnt bei warmer und frühlingshafter Wetterlage die Pollensaison oft schon im Dezember oder Januar [Hasel und Erle]. Spätestens im März hat der Pollenflug allerdings allerorts voll eingesetzt, und die Beschwerden wie verstopfte oder laufende Nase, tränende Augen und Niesreiz beginnen.

    Im Allgemeinen dauert die Pollensaison ungefähr von Januar bis September – noch. Denn durch den Klimawandel verändert sich auch der Pollenflug. Besonders betroffen davon sind die Pollen von Hasel, Erle und Birke: aufgrund des Klimawandels treten diese immer früher und darüber hinaus auch noch in höheren Konzentrationen in der Luft auf. Irgendwann könnte der Pollenflug – in unterschiedlicher Stärke und Zusammensetzung – das ganze Jahr über andauern. Denn nicht nur, dass die Pollensaison früher beginnt und intensiver ist, dauert sie auch noch länger als noch vor 25, 30 Jahren.

    Allergien werden häufiger

    Immer mehr Menschen entwickeln eine allergische Erkrankung. „Die Ursachen sind multifaktoriell. Dazu gehören vor allem unser industrialisierter Lebensstil, aber auch stark verarbeitete Lebensmittel und die Umweltverschmutzung,“ erklärt Univ.-Prof. Dr. Erika Jensen-Jarolim vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung an der MedUni Wien.

    HINWEIS
    Auch wenn sich der Verdacht hinsichtlich einer Pollen-Allergie erhärtet, hat die Selbstmedikation klare Grenzen. So gehörten zum Beispiel Personen mit schweren chronischen Erkrankungen oder Menschen mit Symptomen, die bereits länger als zwei Wochen andauern, auf jeden Fall zum Arzt oder zur Ärztin. Ganz besonders solche, die bereits Asthma entwickelt haben. In all diesen Fällen ist eine diagnostische Abklärung dringend erforderlich.

    Birkenpollen.(c) Pixabay.com
    Birken-Pollen gehören auch mit zu den ersten „Problemkindern“, was Pollen betrifft.

    Unterschiedliche Behandlungsstrategien

    Für Patientinnen und Patienten mit definitiver Allergiediagnose bieten sich unterschiedliche Therapie an, die aus drei Hauptsäulen besteht: Allergenvermeidung, Therapie der Ursache und Behandlung der Symptome. Verschiedene Medikamente kommen bei der Behandlung einer Pollenallergie zum Einsatz – von den klassischen Antihistamin-Medikamenten bis hin zu Kortison.

    Bei der Hyposensibilisierung [Allergie-Immuntherapien in Spritzen- und Tropfen- oder Tablettenform] wird der Körper sozusagen in Toleranz geschult, damit er im Prinzip ungefährliche Allergieverursacher nicht mehr übermäßig [mit Allergie-Reaktionen] bekämpft. Liegt nur eine leichte Form der Pollenallergie vor, reicht oft eine lokale Behandlung der Symptome aus, zum Beispiel die Verabreichung von Nasentropfen. Es ist allerdings wichtig, den Verlauf der Erkrankung zu beobachten, um eine etwaige Verschlechterung rechtzeitig zu bemerken. 

    Trotz vieler Therapieoptionen werden viele Personen mit Allergien derzeit dennoch nicht oder ungenügend behandelt. Zur Behandlung von Allergien wie der Pollenallergie gibt es aber mittlerweile auch zahlreiche spezielle Einrichtungen wie zum Beispiel Ambulatorien. Aber auch im niedergelassenen Bereich wird die Pollenallergie behandelt – etwa von der Fachärztin/ dem Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde oder von der Fachärztin/ dem Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde.

    Wie die aktuelle Situation der Pollenbelastung ist, erfahren sie u.a. tagesaktuell beim Pollenwarndienst der MedUni Wien oder auf Gesundheit.gv.at, dem öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs.

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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