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    Home»Körper & Geist»Wird man kurzsichtig, wenn man „immer“ auf´s Handy schaut?
    (c) Pixabay.com

    Wird man kurzsichtig, wenn man „immer“ auf´s Handy schaut?

    11. Jan. 20183 Mins Lesezeit

    Sie sind überall und machen es ständig – zumindest hat es den Anschein: Menschen, die auf ihr Handy schauen. Stundenlang. Egal, ob auf dem Weg zur Straßenbahn oder im Bus oder Supermarkt oder Wartezimmer – die gesenkten Blicke auf´s Smartphone sind nicht mehr weg zu denken. Gleichzeitig steigt aber die Zahl der Menschen, die kurzsichtig sind. Daher drängt sich die Frage auf: gibt es einen  Zusammenhang zwischen ständigem auf´s Handy Schauen und Kurzsichtigkeit?

    Bis 2050 jeder 2. von uns kurzsichtig

    Studien gehen davon aus, das innerhalb der nächsten 30 Jahre ca. die Hälfte der Weltbevölkerung kurzsichtig sein wird. Dabei ist Kurzsichtigkeit kein „Altersphänomen“, sonder beginnt oft schon im Volksschulalter. Aber auch bei Erwachsenen kann der Augapfel weiter wachsen, was einen Verlust an Sehschärfe im Fernbereich auslöst. Gerade in der Altersgruppe der sogenannten „digital natives“, also der unter 30-jährigen sind schon jetzt fast 50% zumindest leicht kurzsichtig. Da drängt sich die Frage auf, ob nicht doch vielleicht intensive Computer- und v.a. Smartphone-Nutzung mit ein Grund dafür sein könnte?

    Je höher die Bildung, desto schlechter die Augen
    Eine Frau beim Lesen in einem Buch, Stichwort kurzsichtig. (c) Pixabay.com
    Auch beim Lesen eines Buches sollte man – vielleicht immer gleich beim Umblättern – kurz in die Ferne schauen.

    Grundsätzlich hat jeder ein höheres Risiko für Kurzsichtigkeit, der viel und lange in der Nähe – 30 Zentimeter oder weniger – schaut. Aber das gilt auch für das Lesen von Büchern. Studien, die zeigen, dass das Schauen aufs Smartphone kurzsichtig macht, gibt es nicht. Allerdings ist bewiesen, dass ein höherer Ausbildungsgrad das Risiko für Kurzsichtigkeit steigen lässt. Oder anders gesagt: Im Nahbereich ist das gute alte Buch womöglich sogar „problematischer“ für das Auge als ein Smartphone.

    Denn der Leseabstand bleibt bei einem Buch lange mehr oder weniger gleich. Dagegen schaut man vom Smartphone oder Computer aus öfter mal kurz in die Ferne – was günstig ist.

    Es werde Licht

    Die große Gefahr beim zunehmenden Gebrauch von Smartphone und Computer sehen Augenärzte in einem anderen Bereich: wir verbringen einfach zu viel Zeit drinnen. Tageslicht ist ein wichtiger schützender Faktor gegen Kurzsichtigkeit, weil es das weitere Wachstum des Augapfels hemmt. An hellen Sonnentagen beträgt die Lichtstärke im Freien in etwa 100.000 Lux, drinnen allerdings nur zwischen 300 bis 500 Lux. Untersuchungen in skandinavischen Ländern haben gezeigt, dass Kurzsichtigkeit in der dunklen Jahreszeit zunimmt während sie in der hellen Jahreszeit stagniert. Daher die Empfehlung: Bei längeren Bildschirmsitzungen alle zehn Minuten in die Ferne schauen. Und v.a. Kinder und Jugendliche sollten mehr Zeit draußen verbringen, am besten täglich zwei Stunden.

    Präventiv in die Ferne schauen

    Um das Risiko für Kurzsichtigkeit zu minimieren, sollten wir also zum einen so viel Zeit wie möglich im Freien verbringen. Und zum anderen häufig zwischen nahem Sehen und dem Blick in die Ferne wechseln. Auch beim Bücherlesen sollte es regelmäßig Unterbrechungen geben, um den Augen zwischendurch die nötige „Abwechslung“ zu geben. Intensiver Gebrauch von Smartphone und Tablet kann darüber hinaus weitere Probleme bescheren: Das lange, starre Schauen begünstigt  trockene Augen was es wiederum anstrengend(er) macht, scharf zu fokussieren.

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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