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    Home»Körper & Geist»Über 50-Jährige fühlen sich jünger – und übersehen damit potenziell Krankheitsrisiken
    Ein älteres Paar, das in die Kamera lacht. (c) AdobeStock

    Über 50-Jährige fühlen sich jünger – und übersehen damit potenziell Krankheitsrisiken

    25. Feb. 20255 Mins Read

    Laut einer aktuellen, weltweit durchgeführten Umfrage* fühlen sich 52 Prozent der Menschen zwischen 50 und 60 Jahren deutlich jünger als sie tatsächlich sind. Ein Fünftel [nämlich 19 Prozent] empfindet sich sogar um zehn Jahre jünger. Dieser positive Effekt des gesunden Alterns hat jedoch eine negative Kehrseite: Gerade diese Personen zeigen ein mangelndes Bewusstsein für altersbedingte Gesundheitsrisiken. Dabei steigt das Risiko für gewisse Erkrankungen mit dem Alter, da das Immunsystem altersbedingt schwächer wird. So können im Körper befindliche Viren wie das Varizella-Zoster-Virus dann reaktivieren und die sehr schmerzhafte Nervenentzündung Gürtelrose auslösen. Im Schnitt erkrankt jede bzw. jeder Dritte im Lauf des Lebens an Herpes Zoster.

    Dazu kommt, dass mehr als zwei Drittel der Befragten [68 Prozent] angeben, unter „erheblichem Stress zu stehen“. 16 Prozent sagen von sich, “an den meisten Tagen kaum damit zurechtzukommen“. Faktoren wie Stress, laufende medizinische Behandlungen sowie negative Gefühle wie Einsamkeit können das Immunsystem weiter drücken und somit das Krankheitsrisiko – auch für Gürtelrose – erhöhen. Die International Federation on Ageing [IFA] appelliert deshalb im Rahmen der diesjährigen „Gesundheitswoche Gürtelrose“ an die über 50-Jährigen, auf Faktoren zu achten, die ihr altersbedingt geschwächtes Immunsystem und damit ihre Gesundheit und Wohlbefinden weiter beeinträchtigen könnten.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Auch Bewusstsein für Auswirkungen von Vorerkrankungen gering ausgeprägt
    Impfung kann Schutz vor Gürtelrose bieten
    Lebensqualität durch die „Nervensache“ deutlich beeinträchtigt
    Gravierende Komplikationen gar nicht selten
    Über Gürtelrose
    *Shingles Awareness Week 2025: Globale Umfrage


    Auch Bewusstsein für Auswirkungen von Vorerkrankungen gering ausgeprägt

    Interessant ist auch ein weiterer Aspekt der Umfrage: Mehr als die Hälfte der Befragten [55 Prozent] ist sich nicht bewusst, dass Vorerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen [COPD] und chronische Nierenerkrankungen die Immunantwort herabsetzen können. Selbst ein Drittel der Betroffenen mit chronischen Krankheiten macht sich keinerlei Sorgen über die Entwicklung einer Gürtelrose – obwohl sie nachweislich zu den Risikogruppen zählen.

    Eine Frau von hinten, die sich am Hals kratzt, Stichwort 50.(c) AdobeStock
    Praktisch jede•r von uns trägt das Herpes Zoster-Virus in sich. Bei zirka einem Drittel kommt es im Laufe des Lebens dadurch zu einer Gürtelrose-Erkrankung.

    Impfung kann Schutz vor Gürtelrose bieten

    Die Initiative Gürtelrose klärt aus diesem Grund seit einigen Jahren über Gürtelrose und die möglichen Folgen auf. Mehr dazu unter www.guertelrose-info.at. Schutz vor einer Gürtelrose-Erkrankung und möglichen Komplikationen kann eine Impfung gegen Gürtelrose bieten. Personen mit erhöhtem Gürtelrose-Risiko können sich bereits ab 18 Jahren impfen lassen. Fragen sie ihre Ärztin oder ihren Arzt und informieren sie sich in ihrer Apotheke, ob eine Impfung zum Schutz vor Gürtelrose für sie empfohlen ist.

    Lebensqualität durch die „Nervensache“ deutlich beeinträchtigt

    Gürtelrose hat nachweislich negative Effekte auf die Lebensqualität: Eine 2017 veröffentlichte Studie zeigt bei 63 Prozent der Patient•innen Auswirkungen auf den Schlaf. 57 Prozent klagen über weniger Lebensfreude. Bei 45 Prozent ist die Leistungsfähigkeit in der Arbeit eingeschränkt, und 32 Prozent nehmen Beeinträchtigungen im Sozialleben wahr. Umso schlimmer ist es, dass in den letzten Jahrzehnten eine Zunahme der Gürtelrose-Fälle verzeichnet werden musste.

    Gravierende Komplikationen gar nicht selten

    Das alles gilt bereits für eine klassische Herpes Zoster-Erkrankung. Noch weitaus stärkere Auswirkungen können Komplikationen haben. Die bekannteste und häufigste ist die Post Zoster Neuralgie, die bei bis zu 30 Prozent der Patient•innen auftritt. Die Nervenschmerzen dauern hier mindestens für drei Monate an, können in selteneren Fällen aber auch Jahre anhalten. Auch hier ist das Risiko altersabhängig – bei über 70-jährigen Zoster-Patient•innen ist bereits jede•r Zweite davon betroffen.

    In zehn bis 25 Prozent der Erkrankungen wird das Auge in Mitleidenschaft gezogen. Man spricht dann von einem Zoster ophthalmicus [HZO], der mit Entzündungen von Bindehaut, Hornhaut, der mittleren Augenhaut oder des Sehnervs einhergeht. Im schlimmsten Fall kann das zu einem dauerhaften Sehverlust führen.

    Ähnlich unangenehm zeigt sich auch der Zoster oticus, der diagnostiziert wird, wenn der äußere Gehörgang und die Ohrmuschel befallen sind. Ist zudem der siebente Hirnnerv betroffen, kann es zu einer Gesichtslähmung kommen. Ist der achte Hirnnerv involviert, führt dies zur Beeinträchtigung des Gleichgewichts [Schwindel, Übelkeit, Augenzittern] sowie der Hörfunktion [Tinnitus, Hörverlust].

    Eine seltene, aber nicht minder dramatische Komplikation der Gürtelrose ist die Zosterenzephalitis, die sich als klassische virale Enzephalitis [Gehirnentzündung] mit Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit, Fieber, Kopfschmerzen, und epileptischen Anfällen sowie Symptomen einer Meningitis manifestiert und vor allem bei immun­supprimierten Patient•innen schwerwiegende Verläufe zeigt.

    Eine ältere Frau, die eine Spritze in den Oberarm bekommt.(c) AdobeStock
    Die Impfung gegen Gürtelrose ist im Österreichischen Impfplan für alle Erwachsenen ab 50 Jahren und für Personen mit besonders hohem Risiko für Gürtelrose bereits ab 18 Jahren empfohlen.

    Über Gürtelrose

    Die Gürtelrose entsteht durch die Reaktivierung des im Körper schlummernden Varizella-Zoster-Virus [VZV] – teilweise durch das altersbedingte Nachlassen der Abwehrkräfte. Gürtelrose wird vom Varizella Zoster Virus verursacht, das fast alle Erwachsenen über 50 Jahren [>99%] in Folge einer Windpocken-Erkrankung [auch Feuchtblattern oder Schafblattern] in sich tragen. Nach dem Abheilen der Windpocken verbleibt das Virus im Körper und wird bei jeder•jedem Dritten im Lauf des Lebens – teilweise durch das altersbedingte Nachlassen der Abwehrkräfte – in Form einer Gürtelrose wieder aktiv – mit oft großen Schmerzen und teils schweren Komplikationen.

    Angesichts der alternden Weltbevölkerung wird erwartet, dass die Inzidenz der Gürtelrose mit dem weltweit steigenden Durchschnittsalter zunimmt. In Österreich geht man von etwa 40.000 Fällen jährlich aus.

    *Shingles Awareness Week 2025: Globale Umfrage

    Die weltweite Umfrage im Rahmen der Shingles Awareness Week 2025 [Gesundheitswoche Gürtelrose] wurde von IPSOS im Auftrag von GSK im Oktober 2024 durchgeführt. An der anonymen Online-Umfrage nahmen 8.400 Erwachsene im Alter von 50-60 Jahren in neun Ländern [Brasilien, China, Deutschland, Indien, Irland, Italien, Japan, Portugal und den USA] teil. Daten wurden aus 10 Fragen gesammelt, die das Bewusstsein für Gürtelrose, den altersbedingten Rückgang der Immunantwort, chronische Erkrankungen und gesundes Altern abdeckten.

    (Bilder: AdobeStock)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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