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    Home»Körper & Geist»gesunde Ernährung»Essen und Psyche – ein blinder Fleck im Gesundheitssystem
    Ein älteres Paar in einer Küche beim Zubereiten eines frischen Salates. (c) AdobeStock

    Essen und Psyche – ein blinder Fleck im Gesundheitssystem

    11. März 20254 Mins Lesezeit

    Essen und Psyche – unsere Ernährung hat nicht nur einen starken Einfluss auf unser körperliches Wohlbefinden, sondern bestimmt auch maßgeblich über unsere psychische Verfassung mit – und ist im schlimmsten Fall mitverantwortlich für psychische Erkrankungen. Umgekehrt können Stress und Gefühle wie Trauer oder Freude auch unser Essverhalten beeinflussen.

    Maria Fanninger, Gründerin von Land schafft Leben, sagt dazu: „Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Laut Expertenschätzungen sind über 80 Prozent der Patientinnen und Patienten auf psychiatrischen Krankenstationen übergewichtig. Auch wenn psychische Erkrankungen natürlich nie nur darauf zurückgeführt werden können, kann eine falsche Ernährung hier wirklich dramatische Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben.“

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Wenig Bewusstsein zu den Wechselwirkungen
    Neuer Land schafft Leben-Report „Essen und Psyche“
    Mehr Fokus auf einen gesunden Zugang zu Essen bei Kindern
    Wie Essen unsere Psyche beeinflusst – und umgekehrt


    Wenig Bewusstsein zu den Wechselwirkungen

    Maria Fanninger weist auf den großen Mangel an Bewusstsein über diese Zusammenhänge hin: „Die Forschung zu den Wechselwirkungen zwischen Essen und Psyche steckt noch in den Kinderschuhen. Dementsprechend wenig Bewusstsein gibt es dafür in der Bevölkerung. Dabei kann jede und jeder einzelne von uns hier wirklich viel für das eigene Wohlbefinden tun, indem sie beziehungsweise er darauf achtet, ausgewogen und bewusst zu essen.“

    Auch in der Ausbildung der entsprechenden Berufsgruppen wird das Thema kaum berücksichtigt. Fanninger: „Laut einer Studie weiß nicht einmal ein Prozent der befragten Psychiaterinnen und Psychologinnen sehr gut über die Zusammenhänge zwischen Ernährung und psychischen Erkrankungen Bescheid. Hier haben wir einen großen blinden Fleck in unserem Gesundheitssystem – und einen akuten Handlungsbedarf.“

    Eine ältere Frau in einem Supermarkt in der Gemüseabteilung beim Inspizieren einer Verkaufseinheit Tomaten.(c) AdobeStock
    Gesunde Ernährung beginnt schon beim Einkauf im Supermarkt.

    Neuer Land schafft Leben-Report „Essen und Psyche“

    In seinem neuen Report „Essen und Psyche“ hat sich der Verein Land schafft Leben diesem spannenden Themenkomplex gewidmet. Auf Basis einer umfassenden Literaturrecherche und zahlreichen Gesprächen mit Expertinnen und Experten wird auf rund 50 Seiten auf Fragen wie „Warum kann uns Essen glücklich machen?“, „Wie hängen Darm und Hirn zusammen?“ und „Wie wirkt sich Stress auf die Ernährung aus?“ eingegangen.

    Zu den Ergebnissen sagt Hannes Royer, Gründer des Vereins Land schafft Leben: „Unsere Recherche zum Thema Essen und Psyche verdeutlicht einmal mehr, dass Lebensmittel nicht nur zur Nahrungsaufnahme dienen, sondern wirklich ‚Mittel zum Leben‘ sind. Man muss sich einmal vorstellen: Rund 90 Prozent des Glückshormons Serotonin werden im Darm gebildet. Unser Essen bestimmt also sogar mit, wie es uns geht – da kann es einem doch nicht mehr egal sein, was man tagtäglich zu sich nimmt.“

    Mehr Fokus auf einen gesunden Zugang zu Essen bei Kindern

    Was wir essen, wirkt sich also darauf aus, wie wir uns fühlen. Umgekehrt wirken sich unsere Gefühle aber auch darauf aus, was wir essen. Erlernte Muster spielen dabei eine große Rolle. Bekommt man beispielsweise als Kind regelmäßig etwas Süßes als Belohnung für erwünschtes Verhalten, dann wird man sich auch im Erwachsenenalter mit einer Süßigkeit belohnen, wenn man etwas geschafft hat.

    Teilweise wird Essen aber auch dazu genutzt, negative Emotionen zu regulieren. Gefühle wie Ärger oder Trauer können durch Essen in mildere Empfindungen umgewandelt werden. Essen dient hier als Bewältigungsmechanismus, der zwar kurzfristig eine emotionale Erleichterung bringen kann, langfristig jedoch einen fehlgeleiteten Umgang mit Emotionen und Stress fördert. Das bringt häufig auch eine einseitige Ernährung mit sich und kann im Extremfall zur Entwicklung einer Essstörung beitragen.

    Maria Fanninger sieht hier einen großen Handlungsbedarf in der Bildung: „Wir wissen heute oft gar nicht mehr, warum wir eigentlich essen: Ist es, weil wir wirklich Hunger haben, oder doch nur aus Gusto, aus Langeweile, aus Stress oder weil ein Lebensmittel gerade besonders ‚in‘ ist? Vor allem Kinder und Jugendliche haben oft keinen gesunden Zugang zum Thema Essen. Sie sagen, dass ihnen viele Lebensmittel nicht schmecken und ernähren sich sehr einseitig. Dabei haben sie nur nie die Möglichkeit bekommen, die Vielfalt an Geschmäckern kennenzulernen. Vielfalt ist aber so wichtig für ein gut funktionierendes Mikrobiom – und das wiederum für unser psychisches Wohlbefinden.“

    Hier gibt es großes Potenzial für die Gesundheit unserer Gesellschaft, der Bedarf an Aufklärung ist aber noch enorm. Fanninger: „Ernährungsbildung darf kein Luxusgut sein. Jedes Kind und jeder Jugendliche sollte nach der Schule mit dem Wissen darüber ausgestattet sein, wie man sich mit der richtigen Ernährung um seinen Körper und seine Psyche kümmern kann. Damit geben wir ihnen ein extrem wirkungsvolles Werkzeug, mit dem sie jederzeit selbst etwas für ihre Gesundheit und ihre Lebensqualität tun können. Bei Land schafft Leben stellen wir dafür in Kürze methodisch-didaktisch aufbereitetes Unterrichtsmaterial zu diesem wichtigen Thema kostenlos zur Verfügung.“

    Eine Frau mit einem Teller gesunder Nudeln, Stichwort Essen und Psyche.(c) Land schafft Leben
    Gesundes Essen schmeckt. Jung und Alt ;)

    Wie Essen unsere Psyche beeinflusst – und umgekehrt

    Der neue Report von Land schafft Leben können sie HIER als Pdf kostenlos downloaden.

    (Bilder: AdobeStock (2x), Land schafft Leben)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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