Close Menu
    Facebook X (Twitter)
    Donnerstag, 25. Juni 2026
    AlterNEUdenkenAlterNEUdenken
    Bluesky WhatsApp LinkedIn Facebook RSS X (Twitter)
    • Home
    • Freizeit & Reise
      1. Internet & Technik
      2. Reisemagazin
      3. Wohnen
      Featured
      23. Juni 2026

      Der „Alters-Algorithmus“ beim Online-Shopping: Wie schamlos uns Konzerne vermessen

      Aus der Rubrik
      23. Juni 2026

      Der „Alters-Algorithmus“ beim Online-Shopping: Wie schamlos uns Konzerne vermessen

      22. Juni 2026

      Quishing Betrugsmasche: Wie Sie die Kontrolle bei „Pixelsalat mit Nebenwirkungen“ behalten

      19. Juni 2026

      Die fitte Rebellion: Warum gesund bleiben im Alter die beste Antwort auf den Klima- und App-Wahn ist

    • Körper & Geist
      1. Corona | Covid 19
      2. Diabetes
      3. Erwachsenenbildung
      4. gesunde Ernährung
      5. Hörgesundheit
      6. SENaktiv – Sicher im Alter bewegen
      Featured
      12. Juni 2026

      VO2max im Alter: Die einzige Kennzahl, die über Ihre biologische Rendite entscheidet

      Aus der Rubrik
      12. Juni 2026

      VO2max im Alter: Die einzige Kennzahl, die über Ihre biologische Rendite entscheidet

      11. Juni 2026

      Insulinresistenz im Alter: Der unbemerkte Weg in den Typ-2-Diabetes

      10. Juni 2026

      Männergesundheit ab 50: Das kontrollierte Versagen einer unkaputtbaren Generation

    • Pflege & Betreuung
      1. Demenz
      2. Inklusion
      Featured
      17. Juni 2026

      Gehirn fit halten im Alter: Smartphone schlägt Sudoku

      Aus der Rubrik
      17. Juni 2026

      Gehirn fit halten im Alter: Smartphone schlägt Sudoku

      12. Mai 2026

      Tag der Pflege Kritik: Die groteske Bankrotterklärung eines Systems, das Menschlichkeit als Rechenfehler betrachtet

      21. Apr. 2026

      Wenn die Kraft versiegt: Wo pflegende Angehörige Hilfe und echte Anerkennung finden

    • Kunterbunt
    • Studien
    AlterNEUdenkenAlterNEUdenken
    Home»Körper & Geist»gesunde Ernährung»Mangelernährung erkennen & vermeiden. Plus Tipps für Angehörige
    Die Hand einer Frau, die mit einer Gabel eine einzelne Erbse auf einem Teller essen möchte. (c) AdobeStock

    Mangelernährung erkennen & vermeiden. Plus Tipps für Angehörige

    18. Aug. 202213 Mins Lesezeit

    Das Angebot an Nahrungsmitteln ist reichhaltig und abwechslungsreich. Hierzulande braucht keiner mehr zu hungern. Umso erschreckender sind die Ergebnisse verschiedener Studien, nach denen bis zu zwei Drittel der älteren Heimbewohner•innen und Klinikpatient•innen unter Mangelernährung leiden.

    Obwohl der Zusammenhang zwischen Ernährung, Gesundheit und Wohlbefinden allgemein bekannt und auch unbestritten ist, findet eine ausgewogene und angemessene Ernährung alter Menschen kaum Beachtung. Probleme bei der Nahrungsaufnahme, Appetitlosigkeit oder ein erhöhter Nahrungsbedarf werden häufig gar nicht oder erst viel zu spät wahrgenommen – mit gravierenden Folgen: Neben zunehmender körperlicher Schwäche, einem verstärkten Abbau geistiger Fähigkeiten, Depressionen und Teilnahmslosigkeit kann es zu einer Vielzahl von Folgeerkrankungen und Störungen kommen. Die Pflegebedürftigkeit steigt.

    Angesichts der bestehenden Defizite bei der Nahrungsversorgung älterer Menschen sind Angehörige, Betreuende und Pflegekräfte gefordert, Hinweise auf Mangel- und Unterernährung ernst zu nehmen und Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungsversorgung zu ergreifen. Wir möchten ihnen hier gemeinsam mit der Deutsche Seniorenliga e.V. einen kleinen Leitfaden an die Hand geben, damit sie erste Anzeichen einer drohenden Mangelernährung erkennen und angemessen darauf reagieren können.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Wann spricht man von Mangelernährung?
    Ursachen der Mangelernährung
    Appetitlosigkeit, nachlassendes Durstempfinden
    Krankheiten, Schmerzen, Depressionen
    Folgen der Mangelernährung
    Hinweise auf eine Mangelernährung
    Maßnahmen bei Mangelernährung
    Ernährungsmaßnahmen
    Ratschläge für Angehörige


    Wann spricht man von Mangelernährung?

    Der Begriff »Lebens«mittel kommt nicht von ungefähr: Ohne ein Mindestmaß an Energie und Nährstoffen, die wir über unsere Nahrung aufnehmen, kann unser Organismus seine körperlichen und geistigen Funktionen nicht aufrechterhalten. Führen wir dem Körper nicht ausreichend Nährstoffe zu, drohen Schwächezustände sowie Störungen im Stoffwechsel mit ernsthaften Folgeerkrankungen. Zudem steigt das Risiko für Infekte.

    Liegt das Defizit an Nährstoffen darin begründet, dass insgesamt zu wenig gegessen wird, spricht man von einer quantitativen Mangelernährung. Der Mangelzustand kann jedoch auch durch die fehlende Qualität der Nahrung verursacht werden. Das bedeutet, dass auf Grund einer unausgewogenen Nahrungszusammensetzung der Bedarf an bestimmten Nährstoffen nicht gedeckt wird.

    Sowohl die quantitative als auch die qualitative Mangelernährung beziehungsweise die Gefahr ihrer Entstehung betrifft viele Betagte und Hochbetagte sowie kranke und pflegebedürftige alte Menschen. Während sich eine anhaltende quantitative Unterversorgung in Form einer Gewichtsabnahme deutlich bemerkbar macht, ist der Mangel an speziellen Nährstoffen wie Eiweiß, Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen auf den ersten Blick sehr viel weniger offensichtlich.

    Die Hand eines alten Mannes an einem Glas Orangensaft, daneben ein Teller mit einem belegten Toastbrot, Stichwort Mangelernährung.(c) AdobeStock
    Mangelernährung kann aufgrund zu wenig Nahrung auftreten, oder aufgrund qualitativ schlechter Lebensmittel.

    Ursachen der Mangelernährung

    Mangelernährung im höheren Lebensalter tritt nicht von einer Sekunde auf die andere auf. Vielmehr handelt es sich zumeist um eine Verkettung mehrerer Ursachen, die in Summe dazu führen, dass Seniorinnen und Senioren über Monate oder sogar Jahre hinweg zu wenig Nährstoffe zu sich nehmen.

    Es gibt verschiedene Gründe, die dazu beitragen, dass der Speiseplan vieler alter Menschen einseitig und nährstoffarm ist. Ein verändertes Geschmacksempfinden beispielsweise kann die Ursache dafür sein, dass viele Senior•innen überwiegend „süß“ essen. Da sie diese Geschmacksrichtung besonders gut wahrnehmen, geben sie einem Marmeladenbrot und dem süßen Pudding gegenüber einem frischen Salat und dem belegten Vollkornbrot den Vorzug. Hinzu kommt, dass einige ältere Menschen, die alleine leben, weniger regelmäßig essen, keinen großen Aufwand mit der Zubereitung ihrer Speisen betreiben wollen oder es als deprimierend empfinden, alleine am Tisch zu sitzen. Andere, die mit Essen versorgt werden, lehnen Gerichte ab, die sie nicht kennen oder die anders als gewohnt zubereitet sind.

    Appetitlosigkeit, nachlassendes Durstempfinden

    Das veränderte Geschmacksempfinden beeinflusst selbstverständlich auch den Appetit. Die Lust und der Genuss am Essen gehen verloren. Außerdem können akute Erkrankungen, Schmerzen, aber auch soziale Faktoren wie Trauer und Einsamkeit – zumindest vorübergehend – für einen Appetitverlust verantwortlich sein. Ein Mangel an Bewegung und frischer Luft trägt zusätzlich dazu bei, dass Appetit und Hungergefühle schwinden. Darüber hinaus ist im fortgeschrittenen Alter meist das normale Durstempfinden gestört. Deshalb droht neben einer Mangel- und Unterernährung auch die Gefahr der Austrocknung.

    Werden kauintensive Lebensmittel wie Fleisch, Frischobst oder Vollkornprodukte gemieden, stecken eventuell Kau- und Schluckprobleme dahinter. Schmerzende Zähne oder schlecht angepasste Zahnprothesen erschweren das Zerkleinern der Nahrung. Aber auch organische und motorische Störungen wie beispielsweise eine Schwächung der Kaumuskeln oder ein Nachlassen des Schluckreflexes, Folgeerscheinungen eines Schlaganfalls oder einer Parkinsonerkrankung sowie ein Mangel an Speichel können zu erheblichen Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken führen.

    Für Menschen mit Kau- und Schluckbeschwerden bedeutet das Essen eine große Anstrengung. Viele verspüren dabei einen starken Husten- und Würgereiz, so dass sie sich wiederholt verschlucken oder die Speisen wieder ausspucken. Doch nicht allein diese körperlichen Probleme erschweren die regelmäßige, kontrollierte Nahrungsaufnahme. Die Patient•innen empfinden es sehr beschämend, wenn ihre Gebrechen in der Gesellschaft offenkundig werden, weil sie sehr langsam essen müssen oder ihnen Nahrung aus dem Mund fällt. Um dies zu vermeiden, schränken sie das Essen und Trinken ein.

    Krankheiten, Schmerzen, Depressionen

    Der normale Alterungsprozess bringt eine kontinuierliche Abnahme der Leistungsfähigkeit mit sich. Zudem wächst die Wahrscheinlichkeit für akute wie chronische Krankheiten. Das bedeutet, dass vermehrt Funktionsbeeinträchtigungen bei Organen und beim Bewegungsapparat auftreten können. Dies kann sich wiederum zum einen direkt auf den Appetit auswirken, und zum anderen die Aufnahme von Nährstoffen aus dem Darm beeinträchtigen und den Bedarf an bestimmten Nährstoffen erhöhen.

    Schmerzen und psychische Probleme, Depressionen und Einsamkeit können mitunter dazu führen, dass zu wenig gegessen oder Nahrung abgelehnt wird. Altersverwirrte oder vergessliche Menschen, die kein normales Hungergefühl oder keinen richtigen Appetit verspüren, wissen oft nicht, wann sie zuletzt gegessen haben. Auch in diesen Fällen ist eine ausreichende Nährstoffaufnahme fraglich.

    Schließlich beeinträchtigen einige Medikamente den Appetit und das Geschmacksempfinden. Als Nebenwirkungen treten nicht selten Übelkeit und Störungen des Magen-Darm-Traktes auf. Dies alles kann dazu beitragen, dass der Körper nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist.

    Eine ältere Frau in Sportkleidung sitzt neben einer Yogamatte und isst einen Apfel.(c) AdobeStock
    Viel Sport und Bewegung – idealer Weise – an der frischen Luft regt den Appetit an.

    Folgen der Mangelernährung

    Die Folgen einer unbehandelten Unter- oder Mangelernährung sind sehr weit reichend. Umfang und Schwere hängen letztlich von Ausmaß und Dauer des Nährstoffmangels ab. Unspezifische Symptome wie Schwäche, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Antriebsarmut treten bereits bei einer leichten Mangelernährung auf. Ein anhaltendes Nährstoffdefizit hat starke körperliche Beeinträchtigungen und Störungen wichtiger Organfunktionen zur Folge. Bei mangelernährten Menschen steigt die Anfälligkeit für Krankheiten. Sie sind zunehmend auf Pflege angewiesen und büßen einen erheblichen Teil an Lebensqualität ein.

    Der Körper benötigt kontinuierlich Energie, um all seine lebenswichtigen Funktionen wie Atmung, Stoffwechsel, Kreislauf und Temperaturregulierung aufrechtzuerhalten. Durch geringere Stoffwechselaktivität, aber auch verringerte körperliche Aktivitäten sinkt mit dem Alter der Energiebedarf. Er steigt allerdings in Folge von Erkrankungen und Infektionen erheblich an, so dass, bedingt durch eine unzureichende Nahrungsmenge und veränderte Essgewohnheiten, die ausreichende Energieversorgung häufig nicht gewährleistet ist.

    Kohlenhydrate sind die am leichtesten zugängliche Energiequelle. Sie werden bei der Verdauung in Zucker umgewandelt und gelangen in den Blutkreislauf. Ein starker Abfall des Blutzuckers führt zu Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen, Schwächegefühl, sinkender Konzentrationsfähigkeit sowie Sehstörungen.

    Fette spielen sowohl als Energielieferanten als auch als Träger von fettlöslichen Vitaminen eine wichtige Rolle bei der Ernährung. Sie können als so genanntes Depotfett gespeichert und bei fehlender Energieaufnahme wieder abgebaut werden.

    Eiweiße werden als Grundbausteine von Zellen und Geweben dringend benötigt und sind an verschiedenen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Die unzureichende Eiweißzufuhr wirkt sich deshalb auf viele Funktionsbereiche des Körpers aus: Das Immunsystem wird geschwächt, Wundheilungsvorgänge und Genesung verzögern sich. Langfristig baut sich Muskelmasse ab, so dass neben einer allgemeinen körperlichen Schwäche auch Bewegungsabläufe gestört sind und hierdurch die Gefahr von Stürzen und Knochenbrüchen steigt.

    Im Zusammenhang mit einer eiweißarmen Ernährung, beispielsweise durch fleischarme Kost, wird häufig auch der Bedarf an einigen wichtigen Spurenelementen nicht gedeckt. Dies gilt insbesondere für Zink und Eisen. Eisen ist Bestandteil des roten Blutfarbstoffs und kommt unter anderem im Muskeleiweiß und in zahlreichen Enzymen vor. Ein anhaltender Eisenmangel führt dazu, dass der Sauerstofftransport über die roten Blutkörperchen gestört ist. Typische Anzeichen sind neben der Hautblässe Müdigkeit und Erschöpfungszustände.

    Zink ist an einer Vielzahl von Stoffwechselreaktionen beteiligt und nimmt eine wichtige Funktion bei der Immunabwehr ein. Ein Zinkmangel wirkt sich deshalb in Form einer erhöhten Infektanfälligkeit und verzögerten Wundheilung aus. Außerdem führt er häufig zu Müdigkeit, Appetitverlust sowie Geruchs- und Geschmacksstörungen.

    Frisches Obst und Gemüse leisten einen wichtigen Beitrag zur Vitaminversorgung. Viele alte Menschen nehmen jedoch nur unzureichende Mengen dieser Lebensmittel zu sich und sind demzufolge mit einigen Vitaminen wie zum Beispiel Folsäure unterversorgt. Außerdem kann der Bedarf an Vitaminen durch Krankheiten und Medikamente erhöht sein.

    Vitamine sind notwendig, da ohne diese Substanzen eine große Zahl lebenswichtiger Reaktionen im Organismus nicht stattfinden kann. Entsprechend folgenschwer sind die Mangelerscheinungen. Sie reichen von Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Schlaflosigkeit über organische Schäden, Muskelschwäche, Osteoporose und Zellschäden bis hin zu neurologischen Störungen und Depressionen. Ein Vitaminmangel bleibt im Anfangsstadium allzu oft unbemerkt, da die Symptome zunächst unauffällig sind. Allerdings kann durch eine permanent unzureichende Vitaminversorgung der Grundstein für chronische Krankheiten und ein erhöhtes Infektionsrisiko gelegt werden. Umgekehrt ist eine bedarfsgerechte Vitaminversorgung eine gute Vorbeugung gegen viele Krankheiten.

    Hinweise auf eine Mangelernährung

    Die durch Mangelernährung entstehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen und die nach und nach schwindende Lebensqualität und Lebensfreude der Betroffenen lassen sich verhindern. Wird der schlechte Ernährungszustand frühzeitig erkannt und mit gezielter Ernährungstherapie korrigiert, ist es möglich, den Kreislauf der Mangelernährung zu durchbrechen. Deshalb ist es so wichtig, erste Hinweise ernst zu nehmen.

    Ein deutliches Zeichen einer anhaltenden Mangel- oder Unterernährung ist die unbeabsichtigte Gewichtsabnahme in den letzten Wochen und Monaten. Allzu häufig wird das Körpergewicht alter Menschen jedoch nicht regelmäßig kontrolliert und dokumentiert, so dass Gewichtsverluste mitunter erst auffallen, wenn die Kleidung schlottert, das Gesicht eingefallen oder die Hände knochig wirken. Achten sie deshalb auf mögliche Alarmsignale eines beginnenden Nährstoffmangels. Appetitlosigkeit, sehr einseitige Ernährung, das Auslassen und Ablehnen von Mahlzeiten, körperliche Schwäche, Schluckstörungen, Hautveränderungen, Teilnahmslosigkeit und Depressionen sollten nicht einfach als allgemeine Alterserscheinungen abgetan werden. Sie haben eine Ursache.

    Außerdem sollten sie Hinweisen auf mögliche Austrocknungserscheinungen nachgehen. Wenn bei älteren Menschen das Durstempfinden nachlässt und sie mit ihren Ernährungsgewohnheiten auch das Trinkverhalten verändern, erhält der Körper nicht mehr ausreichend Flüssigkeit. Deutliche Anzeichen hierfür sind Mundtrockenheit, Mund- und Zungenbrennen, Verstopfung, dunkler Urin, Blutdruckabfall, Schwäche und Verwirrtheitszustände.

    Das Gesicht eines alten Mannes.(c) AdobeStock
    Mangelernährung bringt gesundheitlichen Beeinträchtigungen und eine nach und nach schwindende Lebensqualität und Lebensfreude mit sich und sollte so rasch wie möglich behandelt werden.

    Maßnahmen bei Mangelernährung

    Es bedarf sehr viel Sorgsamkeit und Unterstützung von verschiedenen Seiten, um ein bestehendes Nährstoffdefizit auszugleichen. Mangelernährte Patient•innen, die allein zu Hause leben und sich selbst versorgen, sind auf Hilfe angewiesen. Sie brauchen eine•n Ansprechpartner•in und Betreuer•in, die•der ihnen Rückhalt während der Therapie und bei der Therapiekontrolle bieten kann. In Pflegeeinrichtungen ist es die Aufgabe des Personals, die Nährstoffversorgung sicherzustellen. Sollten sie den Verdacht haben, dass keine beziehungsweise nur unzureichende Maßnahmen gegen eine drohende oder bereits bestehende Mangelernährung getroffen werden, sollten sie unbedingt den behandelnden Arzt/ Ärztin und das Pflegepersonal darauf ansprechen.

    Oberstes Ziel bei der Behandlung einer Mangelernährung ist es, die bedarfsgerechte Nährstoffaufnahme wiederherzustellen. Gehen sie deshalb den Ursachen für die unzureichende Nahrungsaufnahme auf den Grund und versuchen sie, die störenden Faktoren auszuschalten. So können das Anpassen einer Zahnprothese, intensive Mundpflege und eine Schlucktherapie dazu beitragen, dass die Nahrungsaufnahme erleichtert wird. Krankengymnastik, Ergotherapie und Esstraining helfen bei körperlichen Beeinträchtigungen, die Bewegungsabläufe einzuüben. Darüber hinaus sind technische Hilfsmittel wie spezielles Besteck, Teller und Tassen eine gute Möglichkeit, um das selbstständige Essen und Trinken zu vereinfachen. Grunderkrankungen und Medikamente, die Einfluss auf den Ernährungsstatus und den Appetit haben, müssen vom Arzt/ Ärztin kontrolliert werden.

    Ernährungsmaßnahmen

    Als wichtigste Maßnahmen gegen eine Mangelernährung muss zum einen für ein ausreichendes Nährstoffangebot gesorgt werden, zum anderen sollten sie alles dafür tun, um den Appetit der Patientin•des Patienten anzuregen. Stellen sie einen Speiseplan auf, der energiereiche Kost mit hoher Nährstoffdichte enthält. Das bedeutet beispielsweise eine abwechslungsreiche Zusammenstellung mit Nahrungsmitteln wie fettreicher Milch und Milchprodukten, Gemüse, Obst und Vollkornprodukten sowie Fleisch und Fisch.

    Sorgen sie dafür, dass die Gerichte appetitlich und geschmackvoll zubereitet sind. Um den Geschmack zu intensivieren, sparen sie nicht mit Kräutern und Gewürzen. Gehen sie auf Essenswünsche und -vorlieben ein – Lieblingsspeisen bleiben selten unangerührt.

    Beachten sie bei Kau- und Schluckbeschwerden die Konsistenz der angebotenen Speisen. Oft hilft es, schlecht zu zerkleinernde oder trockene Bestandteile der Nahrung, wie beispielsweise harte Brotrinde, zu entfernen oder festes Obst zu zerkleinern. Komplett pürierte, breiartige Kost ist in vielen Fällen nicht nötig und fördert nicht den Appetit.

    Patient•innen mit starken Schluckstörungen haben oft Probleme mit sehr dünnflüssiger Nahrung oder Getränken. Diese sind im Mund nur schwer kontrollierbar. Zudem kann es, bedingt durch die schnellere Fließgeschwindigkeit bei gleichzeitig verzögertem Schluckreflex, leicht zum Verschlucken kommen. In diesen Fällen hat sich das Andicken der Speisen mit Instant-Dickungsmitteln bewährt. Das geschmacksneutrale Pulver kann in jede Form von kalten oder warmen Getränken, Suppen, Soßen oder pürierten Gerichten eingerührt werden, so dass diese die gewünschte Konsistenz erhalten, die am leichtesten zu schlucken ist.

    Da große Essensportionen, insbesondere bei Appetitlosigkeit, meist auf Ablehnung stoßen, ist es sinnvoll, mehrere kleinere Zwischenmahlzeiten anzubieten. Wichtig für viele alte Menschen ist, dass – auch für diese Zwischenmahlzeiten – festgelegte Essenszeiten eingehalten werden. Zu jeder dieser Mahlzeiten sollten sie ein Glas Wasser oder Tee reichen, damit nicht nur die gewünschte Nahrungs-, sondern auch die erforderliche Trinkmenge von 1,5 bis 2 Litern pro Tag erreicht wird.

    Schaffen sie außerdem eine ruhige und behagliche Atmosphäre während der Mahlzeiten und vermeiden sie Störungen oder Ablenkungen. Ihr•e Angehörige•r braucht möglicherweise viel Zeit zum Essen und ist über ihre Gesellschaft dabei dankbar.

    Ein älteres Paar beim Frühstücken.(c) AdobeStock
    Ein leerer Magen isst nicht gerne allein – nach Möglichkeit sollten sie ihren Angehörigen Gesellschaft leisten beim Essen.

    Ratschläge für Angehörige

    Ernährungsmaßnahmen

    • erstellen sie in Absprache mit der Ärztin/ dem Arzt einen Ernährungsplan

    • achten sie auf nährstoff- und energiereiche Kost: fettreiche Milch und Milchprodukte, Obst, Gemüse, Salate, Kartoffeln, Vollkornprodukte, Fleisch, Fisch, Eier

    • sorgen sie für eine appetitliche und geschmacksintensive Zubereitung der Speisen

    • gehen sie auf Essenswünsche der Angehörigen ein

    • wenn möglich, sorgen sie für mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt

    • Fingerfood erleichtert das selbstständige Essen

    • passen sie bei Kau- und Schluckstörungen die Konsistenz der Nahrung den Beschwerden an, zum Beispiel Brot ohne Rinde oder weich gedünsteter Fisch und Gemüse; ausschließlich breiartige Speisen sind dem Appetit meist nicht förderlich und werden häufig abgelehnt

    • sollte ihr•e Angehörige•r Essen auf Rädern bekommen, ergänzen sie, wenn nötig, die Nahrung durch frische, nährstoffreiche Lebensmittel

    • wird ihr•e Angehörige•r in einem Pflegeheim versorgt, versuchen sie, das Pflegepersonal zu unterstützen; bringen sie zum Beispiel, in Absprache mit der Pflegeeinrichtung, Lieblingsspeisen mit
    • kann eine ausreichende Nährstoffversorgung nicht sichergestellt werden, sorgen sie für Zusatznahrungen zum Beispiel in Form von Trinknahrung

    • achten sie auf reichlich Flüssigkeit: Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees, Frucht- und Gemüsesäfte sind geeignete Getränke; auch gegen Kaffee, schwarzen Tee und Alkohol in Maßen ist nichts einzuwenden

    • ein Glas Wasser oder Tee zu den Mahlzeiten sollte zur Gewohnheit werden

    • ein Trinkplan für den Tag und das Bereitstellen der Getränke, die über den Tag getrunken werden müssen, hilft dabei, die gewünschte Flüssigkeitsmenge zu erreichen

    Appetitanregung

    • ermuntern sie ihre•n Angehörige•n zu körperlichen Aktivitäten und Bewegung

    • versuchen sie es möglich zu machen, dass ihr•e Angehörige•r ein Mal am Tag an die frische Luft kommt

    • mitunter können ein Aperitif oder ein Schluck Wein zur Entspannung beitragen und den Appetit anregen

    Pflege und Betreuung

    • nehmen sie sich die Zeit, der•dem Angehörigen während des Essens Gesellschaft zu leisten

    • vermeiden sie Störungen und Ablenkungen während der Mahlzeiten

    • schaffen sie eine angenehme Atmosphäre während des Essens

    • achten sie auf eine aufrechte Körperhaltung beim Essen; wenn möglich, sollte ihr•e Angehörige•r sein Essen auf einem Sessel sitzend am Tisch einnehmen

    • überprüfen sie, ob die Zahnprothese richtig angepasst ist

    • achten sie darauf, dass die Nahrung heruntergeschluckt wird

    • stellen sie bei Bedarf spezielles Besteck, Teller, Tassen, die das Essen und Trinken erleichtern, zur Verfügung

    • halten sie regelmäßig Rücksprache mit dem behandelnden Arzt•Ärztin und weisen sie ihn•sie auf Auffälligkeiten hin

    • die Ursachen für Schluckstörungen sollten auf jeden Fall medizinisch abgeklärt werden

    • nehmen sie, wenn nötig, professionelle Pflegehilfe in Anspruch [Einkaufsdienste, Essen auf Rädern]

    • besprechen sie rechtzeitig die Vor- und Nachteile einer künstlichen Ernährung, damit sie später nach dem Willen ihrer Angehörigen entscheiden können

    (Bilder: AdobeStock)

    Beitrag teilen
    voriger BeitragHappy Food statt Burnout – wie Essen unsere Stimmung beeinflusst
    nächster Beitrag WWF Souvenirratgeber gibt Orientierung, was man mitnehmen darf
    Thomas Kumhofer
    • Website
    • LinkedIn

    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

    Weitere interessante Beiträge

    Totaler Zuckerverzicht: Die gnadenlose Wahrheit über Ihre Regeneration

    1.200 Euro für die Mülltonne – Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte 100 Euro im Monat

    Die bittere Wahrheit über Muskelabbau: Warum Proteine im Alter über Ihre Unabhängigkeit entscheiden

    Vitaminmangel Symptome: Warum Sie trotz Schlaf ständig müde sind

    Hülsenfrüchte: 5 entscheidende Gründe, die Wissenslücke jetzt zu schließen

    Brain-Food & Kaffee: Die 5 besten Kombinationen gegen Entzündungen

    Gesund und günstig essen – 5 Tipps zum nachhaltigen Genuss

    Lebensmittel mit Immun-Wirkung? Achtung vor irreführenden Produkten

    Tipps gegen Lebensmittelverschwendung – gut für die Umwelt, gut für die Geldbörse!

    Gut altern mit starken Muskeln – Proteine und Krafttraining als Schlüssel

    Essen und Psyche – ein blinder Fleck im Gesundheitssystem

    Lebensmittelverschwendung kommt teuer – Einfrieren, Einkochen und Co. sparen bares Geld

    Hochverarbeitete Lebensmittel – Überblick zur aktuellen wissenschaftlichen Datenlage

    Ernährungsempfehlungen: mehr Hülsenfrüchte, weniger Fleisch, Fisch und Milchprodukte

    Frisches regionales Obst und Gemüse sind gut für das Mikrobiom und die Darmgesundheit

    Snacks zur Fußball-EM – 46 Knabbereien im VKI-Nährwertvergleich

    Abnehmen: Die Bedeutung „bunter Ernährung“ für den Gewichtsverlust

    Das Slim-XR Konzept: Der Weg zu einem gesünderen Leben

    Proteinmangel auf der Spur – Nährstoffversorgung im Alter

    Gibt es so etwas wie Lebensmittel-Sucht? Oder ist das nur ein Mythos?

    Alle Jahre wieder: gesunde Ernährung & abnehmen in Top 5 Vorsätzen

    Festessen & Co. – so kommen sie gesund über die Weihnachtsfeiertage

    Salztest: 7 von 10 Speisesalz-Produkte mit Mikroplastik verunreinigt

    #PortionSizeMatters – Essen als »Lebenskunst« statt XXL-Portionen

    7 Zuckerfallen im Alltag – Genuss mit [gravierenden] Schattenseiten

    Die »10 Gebote der gesunden Ernährung« mit Fokus auf Nachhaltigkeit

    Pestizid-Test bei Obst und Gemüse: Gift-Importe durch die Hintertür

    Fastenzeit: Detox nicht nötig, aber als »potenzieller Neustart« geeignet

    Hülsenfrüchte – vom „Arme-Leute-Essen“ zum modernen „Superfood“

    Innovative Lebensmittel für SeniorInnen: neue Plattform als Hilfestellung

    »Käse schließt den Magen« – aus unserer Reihe ‚Alltagsfragen‘

    Weniger Fleisch ist gut für uns, gut für die Tiere und gut für das Klima

    Schon gehört? „Passiv Kochen“ – die nachhaltige Art, Pasta zu kochen

    Wissen über das Mindesthaltbarkeitsdatum reduziert Food Waste

    Happy Food statt Burnout – wie Essen unsere Stimmung beeinflusst

    Adipositas ist kein[!] Life-Style-Problem, an dem man selbst schuld ist

    Cholesterin – der Feind in unserem Körper, oder doch ganz nützlich?

    Alle seit Jahresbeginn produzierten Lebensmittel verschwendet

    »Gesund« grillen – so wird die nächste Grillparty ein voller Erfolg

    “Oft Länger Gut” soll bis zu 10 % der Lebensmittelabfälle vermeiden

    Sojaproduktion für Europas Futtertröge zerstört Natur in Südamerika

    Das Mikrobiom Komplott: Lebensmittelindustrie zerstört Gesundheit

    Jede und jeder von uns isst und trinkt eine Tonne. Und zwar pro Jahr.

    Lachs: 6 Mythen über den beliebten Speisefisch im Faktencheck

    So können wir 40% der ernährungsbedingten Emissionen einsparen

    Unsere Ernährungsgewohnheiten machen uns krank und depressiv

    Planung ist das halbe Leben: Lebensmittelverschwendung vermeiden

    Famvital – gesunde Ernährung als ein ‘Schlüssel‘ für gesundes Altern

    Was kosten Lebensmittel „wirklich“ und warum billiges Essen schadet

    Scharf macht glücklich – Ernährungsmythos auf dem Prüfstand

    Ein älteres Paar lustig auf ihren Fahrrädern. (c) AdobeStock
    Alle Rubriken im Überblick
    • Allgemein
    • Freizeit & Reise
      • Internet & Technik
      • Reisemagazin
      • Wohnen
    • Körper & Geist
      • Corona | Covid 19
      • Diabetes
      • Erwachsenenbildung
      • gesunde Ernährung
      • Hörgesundheit
      • SENaktiv – Sicher im Alter bewegen
    • Kunterbunt
    • Pflege & Betreuung
      • Demenz
      • Inklusion
    • Studien
    Letzte Beiträge
    25. Juni 2026

    Überleben im Omega-Hoch: Welche Sommer-Hitze-Tipps physikalisch wirklich funktionieren

    23. Juni 2026

    Der „Alters-Algorithmus“ beim Online-Shopping: Wie schamlos uns Konzerne vermessen

    22. Juni 2026

    Quishing Betrugsmasche: Wie Sie die Kontrolle bei „Pixelsalat mit Nebenwirkungen“ behalten

    19. Juni 2026

    Die fitte Rebellion: Warum gesund bleiben im Alter die beste Antwort auf den Klima- und App-Wahn ist

    18. Juni 2026

    Radikale Selbsterkenntnis: Warum Sie alleine reisen im Alter als Ego-Stresstest nutzen sollten

    17. Juni 2026

    Gehirn fit halten im Alter: Smartphone schlägt Sudoku

    16. Juni 2026

    Evidenz auf Augenhöhe: Wie die Generation 50+ medizinische Studien liest

    15. Juni 2026

    Medikamente entsorgen: So misten Sie Ihre Hausapotheke sicher aus

    12. Juni 2026

    VO2max im Alter: Die einzige Kennzahl, die über Ihre biologische Rendite entscheidet

    11. Juni 2026

    Insulinresistenz im Alter: Der unbemerkte Weg in den Typ-2-Diabetes

    10. Juni 2026

    Männergesundheit ab 50: Das kontrollierte Versagen einer unkaputtbaren Generation

    9. Juni 2026

    Digitaler Nachlass: Passwörter und Online-Konten richtig regeln

    8. Juni 2026

    Wearables – Alter, Herzwerte und Fitness im Ü50-Check

    5. Juni 2026

    Vorsorgeuntersuchung in Österreich: Reine Verfalls-Verwaltung statt echter Prävention

    3. Juni 2026

    Am Verstand vorbei: Wie die Marketing-Blase die reale Zielgruppe 50+ verfehlt

    2. Juni 2026

    Sonnenschutz ab 50: Warum zwei Drittel im roten Bereich landen

    1. Juni 2026

    Almurlaub in Österreich: Die ultimative Auszeit im Gesundheitsraum der Berge

    29. Mai 2026

    Kundenbindung: Das E-Rezept als Fundament der modernen Apothekenführung

    28. Mai 2026

    Adipositas-Therapie im Realitätscheck: Warum GLP-1 alleine uns nicht rettet

    27. Mai 2026

    Welche Intelligenz braucht das Gesundheitswesen? Strategien für die Zukunft

    26. Mai 2026

    Wahlarzt in Österreich: Wenn Gesundheit zum unbezahlbaren Luxusgut wird

    21. Mai 2026

    Cyberangriffe auf ältere Menschen: Die neue Dimension der digitalen Jagd

    20. Mai 2026

    Anti-Gebrechlichkeits-Training: Ein minimalistisches Manifest gegen den körperlichen Verfall

    19. Mai 2026

    Körperliche Souveränität: Warum Fitness nicht aus der Apotheke kommt

    18. Mai 2026

    Neuronale Souveränität: Warum nicht Social Media unglücklich macht, sondern die eigene Ineffizienz

    13. Mai 2026

    Aktives Altern: Die unaufhaltbare Renaissance unserer Freiheit

    12. Mai 2026

    Tag der Pflege Kritik: Die groteske Bankrotterklärung eines Systems, das Menschlichkeit als Rechenfehler betrachtet

    11. Mai 2026

    Schluss mit der Lüge vom aktiven Altern: Das radikale Plädoyer für echte Freiheit

    8. Mai 2026

    Bitcoin als Altersvorsorge: Digitales Gold oder riskantes Luftschloss für Späteinsteiger?

    7. Mai 2026

    Algorithmische Ruhigstellung: 3 Wege, wie Netflix & Co. Ihr Denken ausschalten




    Impressum |
    Koops |
    Partner |
    Herausgeber |
    Sitemap |
    Datenschutz


    trusted blogs – Blog-Marketing

    AlterNEUdenken im Blogverzeichnis Bloggerei.de

    Suchbegriff eingeben und Enter drücken. Mit Esc die Suche beenden.