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    Home»Körper & Geist»Die Rolle von Epithelzellen bei Atemwegs-Allergien auf dem Prüfstand
    Nahaufnahme einer Frau, die sich die Nase putzt. (c) Pixabay.com

    Die Rolle von Epithelzellen bei Atemwegs-Allergien auf dem Prüfstand

    26. Juli 20214 Mins Lesezeit

    Aktuelle Studien zeigen, dass ungefähr 30 Prozent der europäischen Bevölkerung von Allergien gegen Pollen, Hausstaubmilben, Tierepithelien oder Schimmelpilzsporen betroffen sind. Trotz der Häufigkeit dieser Allergien sind die ihnen zugrundeliegenden Vorgänge auf der Zellebene [Epithelzellen] noch sehr unzureichend erforscht. Forscher•innen des Kompetenzzentrums für Molecular Biotechnology der FH Campus Wien untersuchten nun gemeinsam mit drei Wiener Krankenhäusern in einem von der Stadt Wien – MA23 geförderten Projekt jene Atemwegszellen, die mit Allergenen in Kontakt kommen. Dabei identifizierten sie Gene in diesen Epithelzellen, die eine Schlüsselfunktion bei allergischen Reaktionen aufweisen können.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Allergie auslösende Mechanismen besser nachvollziehen
    Gene für Schlüsselfunktionen in allergischen Reaktionen identifiziert
    Transportwege von Allergenzellen durch das Epithel erforschen
    Besseres Verständnis ermöglicht neue Behandlungsansätze
    Allergieforscherin Ines Swoboda


    Allergie auslösende Mechanismen besser nachvollziehen

    Respiratorische Allergien, also Allergien der Atemwege, die Symptome wie Schnupfen, Bindehautentzündung oder Asthma bronchiale hervorrufen, nehmen schon aufgrund ihrer Häufigkeit eine zentrale Rolle unter den Allergien ein. „Wir haben deshalb die ersten mit Allergenen in Kontakt tretenden nasalen und bronchialen Zellen der Atemwege, die sogenannten Epithelzellen, genauer untersucht, um die zu einer Allergie führenden Mechanismen besser nachvollziehen zu können“, erläutert Ines Swoboda, Leiterin der Forscher•innengruppe im Kompetenzzentrum für Molecular Biotechnology.

    Gene für Schlüsselfunktionen in allergischen Reaktionen identifiziert

    Epithelzellen erfüllen nicht nur eine strukturgebende Funktion, sondern sind auch als „Effektorzellen“ aktiv an den allergischen Entzündungsprozessen der Atemwege beteiligt, indem sie Reaktionen des Körpers auf Reize ausführen. „Im Projekt ist es uns gelungen, Gene in respiratorischen Epithelzellen von Allergikerinnen und Allergikern zu identifizieren, deren Aktivität durch Allergenkontakt verändert wird und die daher Schlüsselfunktionen in allergischen Reaktionen erfüllen können“, freut sich Swoboda. Und weiter: „Besonders interessant erwiesen sich dabei Gene, von denen bekannt ist, dass sie eine Rolle bei Transportprozessen spielen.“

    Ines Swoboda erforscht in einem Labor die Rolle von Epithelzellen im Zusammenhang mit Allergien.(c) Pixabay.com
    Ines Swoboda forscht nach den möglichen Ursachen von Allergien.

    Transportwege von Allergenzellen durch das Epithel erforschen

    In ersten Genfunktionsstudien begannen die Forscher•innen, die Bedeutung dieser identifizierten Gene für die allergische, respiratorische Immunantwort näher zu untersuchen. Allergieforscherin Ines Swoboda: „Wir haben auch eine Methode entwickelt, um die Transportwege von Allergenen durch das Epithel zu erforschen. Es ist nämlich derzeit nach wie vor ungeklärt, wie Allergene die Epithelzellschicht überwinden und in tiefere Gewebsschichten eindringen können.“

    Erste Analysen ergaben: die Allergene werden nicht nur von den Epithelzellen aufgenommen, sondern auch intakt durch die Epithelzellschicht hindurch transportiert und können dann von Immunzellen aufgenommen werden.

    Besseres Verständnis ermöglicht neue Behandlungsansätze

    Die Ergebnisse des von der Stadt Wien – MA 23 geförderten Projekts „Respiratorische Allergien: Pathomechanismen von respiratorischen Allergien – Reaktionen von Epithelzellen auf Allergenkontakt“ legen einen Grundstein für ein besseres Verständnis der Vorgänge und Abläufe bei respiratorischen Allergien und für die Entwicklung neuer Ansätze zur spezifischeren Behandlung. Ermuntert durch die vielversprechenden Erkenntnisse, intensivieren die Forscher•innen ihre Arbeiten an den Transportmechanismen von Allergenen und planen ein weiteres Projekt dazu.

    Allergieforscherin Ines Swoboda

    Die Forscherin ist seit 2011 hauptberuflich an der FH Campus Wien tätig. Sie lehrte und forschte vier Jahre lang an der University of Melbourne, Australien und danach mehr als zehn Jahre am Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der Medizinischen Universität Wien, wo sie sich 2004 im Fach Allergologie habilitierte. Am Standort Vienna BioCenter leitet Swoboda das Kompetenzzentrum für Molecular Biotechnology, dessen Forschungsschwerpunkte in der Analyse von Allergien, Entzündungsprozessen und anderen Signalling Pathways liegen.

    Die Biotechnologin lehrt zudem im Bachelorstudiengang Molekulare Biotechnologie bzw. im englischsprachigen Masterstudium Molecular Biotechnology, ebenfalls am Vienna BioCenter angesiedelt.

    Standort Helmut-Qualtinger-Gasse Vienna Biocenter.(c) APA-Fotoservice/ Schedl
    Ines Swoboda forscht und lehrt am Vienna BioCenter in der Helmut-Qualtinger-Gasse.

    FH Campus Wien – Hochschule für Zukunftsthemen

    Mit rund 7.000 Studierenden an fünf Standorten und fünf Kooperationsstandorten ist die FH Campus Wien die größte Fachhochschule Österreichs. In den Departments Angewandte Pflegewissenschaft, Applied Life Sciences, Bauen und Gestalten, Gesundheitswissenschaften, Soziales, Technik sowie Verwaltung, Wirtschaft, Sicherheit, Politik steht ein Angebot von mehr als 60 Studien- und Lehrgängen in berufsbegleitender und Vollzeit-Form zur Auswahl. Anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung wird in derzeit neun fachspezifischen Kompetenzzentren gebündelt. Fort- und Weiterbildung in Form von Seminaren, Modulen und Zertifikatsprogrammen deckt die Fachhochschule über die Campus Wien Academy ab.

    (Bilder: Pixabay.com, FH Campus Wien, APA-Fotoservice/ Schedl)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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