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    Home»Körper & Geist»Digitaler Einfluss – Wie Bildschirme der Augengesundheit schaden
    Hand eines Mannes, der vor einem Laptopbildschirm ein Smartphone hält. (c) Pixabay.com

    Digitaler Einfluss – Wie Bildschirme der Augengesundheit schaden

    18. Dez. 20194 Mins Lesezeit

    Wie viele europäische Länder ist auch Österreich natürlich schon längst im digitalen Zeitalter angekommen. Während 2003 lediglich 34% aller Haushalte Zugang zum Internet besaßen, waren es 2018 bereits ganze 89%. Ob als Informationsquelle, zum Shoppen oder um sich die Zeit in den sozialen Netzwerken zu vertreiben – das Internet ist allgegenwärtig.

    Jedoch birgt die häufige Nutzung von Computern und Smartphones auch eine schleichende Gefahr für die Augengesundheit in sich, deren Folgen sich immer früher zeigen: Kurzsichtigkeit [Myopie]. Wie genau sich die Digitalisierung auf unsere Augengesundheit auswirkt und wer besonders von einer Kurzsichtigkeit betroffen ist, klärt der folgende Beitrag.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Augengesundheit – wie entsteht eine Myopie?
    Der digitale Erstkontakt erfolgt immer früher
    Nicht nur die jüngere Bevölkerung betroffen
    Wie können sie sich schützen?


    Augengesundheit – wie entsteht eine Myopie?

    Ist eine Person von einer Myopie betroffen, dann sieht sie weit entfernte Dinge eher unscharf [abhängig von der Stärke der Kurzsichtigkeit] und Objekte in der Nähe scharf. Es wird zwischen zwei Ursachen bei einer Kurzsichtigkeit unterschieden, die dafür sorgen, dass auf der Netzhaut kein scharfes Bild entstehen kann:

    1. ein zu langer Augapfel und
    2. zu starke Brechkraft von Linse, Kammerwasser und Hornhaut.

    Dabei werden vor allem drei Hauptgründe für die Entstehung einer Kurzsichtigkeit verantwortlich gemacht:

    • Genetische Veranlagung
      Die Hälfte aller Myopien sind auf die Genetik zurückzuführen. Kurzsichtigkeit kann durchaus vererbt werden, jedoch muss sie nicht eintreten, nur weil beispielsweise die Eltern schlecht sehen.

    • Häufige Naharbeit
      Nicht nur häufige Arbeit vor Bildschirmen strengt die Augen an, auch wer viel liest, ist anfälliger für eine Myopie. Der Grund dafür ist die schnelle Anpassungsfähigkeit der Augen. Wenn Sie häufig Naharbeit verrichten, wächst der Augapfel stärker als gewöhnlich.

    • Mangelndes Tageslicht
      Wenig Zeit im Freien und häufige [Nah-]Arbeit bei künstlichem Licht belasten die Augen besonders. Daher sind vor allem Büromitarbeiter und -mitarbeiterinnen gefährdet, frühzeitig eine stärkere Kurzsichtigkeit zu entwickeln.

    Der digitale Erstkontakt erfolgt immer früher

    Bereits die Jüngsten unter uns surfen täglich im Internet. Alle 14 bis 29-Jährigen haben mittlerweile Zugang zum Internet. Und auch bei den 30 bis 39-Jährigen sind es 97% bzw. bei den 40 bis 49-Jährigen 96%.

    Säulendiagramm: Anteil Internetnutzer nach Alter in Ö in Prozent. (c) Pixabay.com

    Bedenklich dabei ist, dass eine Kurzsichtigkeit bereits ab dem sechsten Lebensjahr entstehen kann. Da auch Schulen immer mehr auf technische Hilfsmittel statt Tafeln und Lehrbücher zurückgreifen, werden die Augen bereits früh dauerhaft belastet. Die Folge zeigt sich bereits heute: Inzwischen sind drei von vier Österreichern und Österreicherinnen auf eine Sehhilfe angewiesen.

    Aufgrund des anhaltenden Trends sprechen Experten mittlerweile gar von einer „Myopie-Welle„. Bei der aktuellen Entwicklung wird im Jahr 2050 voraussichtlich jeder zweite Mensch an einer Kurzsichtigkeit leiden, was in etwa fünf Milliarden Menschen entsprechen würde.

    Nicht nur die jüngere Bevölkerung betroffen

    Dass die Augen mit steigendem Alter häufig schlechter werden, ist allgemein bekannt. Doch nicht nur die natürliche Alterskurzsichtigkeit ist mittlerweile Grund für schlechtere Augen der älteren Generationen. Denn auch Senioren und Seniorinnen werden immer technikaffiner – Computer und Smartphone sind schon lange nicht mehr nur Hilfsmittel und Unterhaltungsmedium der Jugend.

    Tatsächlich sind mittlerweile 66% der 55 bis 64-jährigen und mit 54% noch immer mehr als die Hälfte der 65 bis 74-jährigen Österreicher und Österreicherinnen im Internet aktiv [siehe Grafik oben].

    Wie können sie sich schützen?

    Es gibt viele Möglichkeit, wie sie ihrer Augengesundheit – auch bei regelmäßiger Belastung durch künstliches Licht – wieder auf die Sprünge helfen können. Auf jeden Fall sollten sie ihre Augen regelmäßig [empfohlen wird mindestens alle zwei Jahre] untersuchen lassen. Dies wird in Zukunft auch durch schnelle Online-Sehtests möglich sein.

    Eine Brille auf einem Laptop, daneben eine kabellose Computermaus auf einem Tisch, Stichwort Augengesundheit. (c) Pixabay.com
    In 30 Jahren braucht Schätzungen zufolge jede/ r Zweite eine Brille wegen Kurzsichtigkeit. Die zunehmende Digitalisierung quer durch alle Altersgruppen tut das ihre dazu.

    Wenn sie – wie mehr als die Hälfte aller Österreicher und Österreicherinnen zwischen 25 und 64 Jahren – auch regelmäßig beruflich mit Bildschirmen zu tun haben sollten, wird das Durchführen verschiedener Übungen zum Ablenken und Entspannen der Augen empfohlen:

    • Blinzeln sie bewusst regelmäßig, um den Tränenfilm wieder zu schließen [verwenden sie ggf. medizinische Augentropfen].

    • Schließen sie die Augen mindestens einmal pro Stunde für 15 bis 30 Sekunden.

    • Achten sie auf gute und wenn möglich natürliche Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz.

    • Setzen sie ihre Augen nicht zu lang trockener Klimaanlagen- oder Heizungsluft aus.

    • Schalten sie den Nachtmodus bzw. Blaulichtfilter an ihrem Computer ein.

    • Wenden sie regelmäßig den Blick vom Bildschirm ab und fixieren sie Punkte in der Ferne.

    • Achten sie auf eine gesunde Ernährung. Grünkohl, Spinat und Brokkoli enthalten die Nährstoffe Lutein und Zeaxanthin und sind besonders gut für die Augen.

    Mehr zum Thema Augengesundheit erfahren sie auch in der aktuellen Informationskampagne von Mister Spex.

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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