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    Home»Körper & Geist»Diabetes»Diabetesrisiko steigt mit Covid-Erkrankung – darauf sollten sie achten
    Grafik: Schriftzug Diabetes, darum herum Tabletten, Spritzen, Messgeräte, etc. (c) AdobeStock

    Diabetesrisiko steigt mit Covid-Erkrankung – darauf sollten sie achten

    20. Apr. 20224 Mins Read

    Eine wachsende Zahl von internationalen Studien[1] zeigt, dass Covid-19 das Diabetesrisiko noch Monate nach der Infektion erhöhen kann. Die Österreichische Diabetes Gesellschaft [ÖDG] setzt die kursierenden Risikozahlen in einen verständlichen Zusammenhang und gibt klare Handlungsempfehlungen für Betroffene: Jede und jeder sollte Diabetessymptome kennen und beachten und das persönliche Diabetesrisiko ärztlich abklären lassen!

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Was man selber tun kann, um möglichst auf der sicheren Seite zu sein
    Vorsorge statt Spätfolgen
    Wie können 40 Prozent 13 zusätzliche Diagnosen bei 1.000 Menschen sein?
    Bestehendes Risiko erhöht sich
    Diabetessymptome erkennen
    Das persönliche Diabetesrisiko kennen
    Über die Österreichische Diabetes Gesellschaft [ÖDG]


    Was man selber tun kann, um möglichst auf der sicheren Seite zu sein

    Eine besonders große US-Studie[2] bietet umfassendes Zahlenmaterial aus großen Bevölkerungsgruppen und einzelne Zahlen daraus wurden auch schon in den österreichischen Medien kommuniziert. „Aussagen wie ‚das Diabetes-Risiko steigt durch Corona um 40 Prozent‘ machen Angst, wenn man gerade ein positives Testergebnis bekommen hat. Expertinnen und Experten verstehen diese Aussage ganz anders und können sie anders einordnen,“ betont Prim. Univ.-Prof. Dr. Martin Clodi, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin im Konventhospital Barmherzige Brüder Linz und Präsident der ÖDG, und führt aus: „Uns ist es wichtig, dass die Menschen in Österreich sich realistisch vorstellen können, was dieses erhöhte relative Risiko für sie wirklich bedeutet und was sie selbst tun können, um möglichst auf der sicheren Seite zu sein.“

    Portrait: Prim. Univ.-Prof. Dr. Martin Clodi. (c) privat
    Dr. Clodiist es wichtig, das erhöhte relative Diabetesrisiko nach einer Covid-Infektion richtig einzuordnen.

    Vorsorge statt Spätfolgen

    „Seit Beginn der Pandemie war es wichtig, dass sich gerade Menschen mit Diabetes vor einer Infektion schützen. Jetzt ist es wichtig, dass sich ehemals Infizierte vor Diabetes schützen, indem sie ihn rechtzeitig erkennen um Spätfolgen zu vermeiden,“ sagt OA Dr. Michael Resl, ebenfalls aus dem Konventhospital Barmherzige Brüder Linz und Erster Sekretär der ÖDG.

    Wie können 40 Prozent 13 zusätzliche Diagnosen bei 1.000 Menschen sein?

    Die Studie besagt: „Eine Covid-19-Infektion erhöht das Risiko einen Typ-2-Diabetes zu bekommen um 40 Prozent innerhalb eines Jahres.“ Dabei handelt es sich um ein relatives Risiko. Es erhöht sich also nur eine Wahrscheinlichkeit. In absoluten Zahlen klingt das ganz anders: Wenn es bei 1.000 Menschen ohne Covid 32 Diabetesfälle in dem Jahr geben wird, kommt es bei 1.000 Menschen mit einer Covid-19 Infektion zu 45 Fällen. Das sind also 13 zusätzliche neue Diagnosen [die diese 40-prozentige Steigerung darstellen].

    Bestehendes Risiko erhöht sich

    Wichtige Aussagen der Studie, die beachtet werden sollten, sind: Die Chance, Diabetes im Jahr nach der Covid-Infektion zu entwickeln, steigt mit der Schwere der Covid-Infektion. Aber auch bei milden Verlaufsformen konnten mehr Diabetesdiagnosen beobachtet werden. Auffällig ist vor allem, dass Menschen, die bereits andere Diabetes-Risikofaktoren, wie Übergewicht aufwiesen, ihr persönliches Risiko durch die Infektion verdoppelten.

    Diabetessymptome erkennen

    Bei welchen Warnsignalen des Körpers ist Obacht geboten?

    • Häufiger und gesteigerter Harndrang
    • Gesteigertes Durstgefühl
    • Gewichtsverlust, ohne abnehmen zu wollen
    • Müdigkeit und Antriebslosigkeit

    Das persönliche Diabetesrisiko kennen

    Abschließend erklärt Clodi: „Das persönliche Diabetesrisiko ergibt sich aus einer ganzen Reihe von Faktoren, die genauso mit Vererbung als auch mit dem Lebensstil zusammen hängen. Die klarste Aussage über ein individuelles Risiko bietet die Vorsorgeuntersuchung. Hier kann bei vorliegen einzelner Riskofaktoren ohne Kosten für die Patientinnen und Patienten auch der Langzeitzuckerwert [HbA1c] bestimmt werden und dadurch bereits ein Prädiabetes – eine Vorstufe des Diabetes – sichtbar gemacht werden.

    Die Hände einer Ärztin, die einer alten Frau den Blutzuckerwert misst, Stichwort Diabetesrisiko.(c) AdobeStock
    Egal, ob Pandemie oder nicht. Es ist grundsätzlich wichtig, sein persönliches Diabetesrisiko zu kennen, um im Fall des Falles so früh wie möglich gegensteuern zu können.

    Über die Österreichische Diabetes Gesellschaft [ÖDG]

    Die Österreichische Diabetes Gesellschaft [ÖDG] ist die ärztlich-wissenschaftliche Fachgesellschaft der österreichischen Diabetes-Experteninnen und -Experten. Ordentliche Mitglieder der Gesellschaft sind Ärztinnen und Ärzte und wissenschaftlich einschlägig orientierte Akademikerinnen und Akademiker. Assoziierte Mitglieder sind Diabetesberater•innen und Diätolog•innen.

    Die Österreichische Diabetes Gesellschaft sieht es als ihre Aufgabe, die Gesundheit und Lebensqualität von Menschen mit Diabetes mellitus zu verbessern. Sie setzt sich daher für die Anliegen der Betroffenen ein. Sie fordert und fördert die stetige Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Diabetes mellitus. Sie unterstützt die Forschung und verbreitet wissenschaftliche Erkenntnisse aller den Diabetes berührenden Fachgebiete sowohl zur Verbesserung der medizinischen Betreuung als auch zur bestmöglichen Vorbeugung von Neuerkrankungen.

    Informationen über die Aktivitäten der ÖDG finden sie unter www.oedg.at.


    [1] Wander, P. L. et al. Diabetes Care 45, 782–788 (2022).

    [2] Xie, Y. & Al-Aly, Z. Lancet Diabetes Endocrinol. https://doi.org/10.1016/S2213-8587(22)00044-4 (2022).

    (Bilder: AdobeStock (2x), privat)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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