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    Home»Körper & Geist»Diabetes»#WissenSchützt: Diabetes-Früherkennung verhindert Spätfolgen
    Äpfel, eine Waage, ein Maßband, ein Blutzuckermessgerät und ein Schild mit "Diabetes". (c) AdobeStock

    #WissenSchützt: Diabetes-Früherkennung verhindert Spätfolgen

    15. Nov. 20215 Mins Lesezeit

    Anlässlich des internationalen Weltdiabetestages betont die Österreichische Diabetes Gesellschaft [ÖDG] gemeinsam mit der Österreichischen Gesundheitskasse [ÖGK] und der Österreichischen Ärztekammer [ÖÄK] den Nutzen und die Bedeutung der Früherkennung bei Diabetes mellitus Typ 2, der häufigsten Form der Diabeteserkrankung. Unter dem Titel „#WissenSchützt“ informiert eine Videoreihe über die Gefahren der Erkrankung und zeigt auf, was jede und jeder persönlich tun kann, um ihr oder sein Diabetesrisiko zu senken. Die flächendeckende Refundierung der HbA1c Bestimmung durch die ÖGK ermöglicht eine frühzeitige Diagnose und Reduktion der hohen Diabetes Dunkelziffer in Österreich. Für die ÖDG sind die nächsten Schritte in der Optimierung der Diabetesversorgung in Österreich ein elektronischer Diabetespass, die Weiterentwicklung und der Ausbau des bestehenden Disease Management Programms „Therapie aktiv„ und ein nationales Diabetesregister.

    Univ. Prof.in Dr.in Susanne Kaser, Direktorin-Stv. der Universitätsklinik für Innere Medizin I der Medizinischen Universität Innsbruck und Präsidentin der ÖDG, erklärt: „In Österreich leben 800.000 Menschen mit Diabetes, also jede•r Zehnte ist von Diabetes betroffen. Die häufigste Form des Diabetes mit über 90 Prozent aller Diabeteserkrankungen ist der oft fälschlich als Alterszucker bezeichnete Diabetes mellitus Typ 2. Dazu kommen noch 350.000 mit der Vorstufe, dem Prädiabetes. Insgesamt leiden mehr als 1,1 Millionen Menschen an einer Zuckerstoffwechselstörung.“

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Chronisch, aber gut behandelbar
    Drei Forderungen zur Verbesserung der Versorgung
    Harmonisierte Abklärung von Zuckerstoffwechselstörungen
    Erfolg: Mehr Patientinnen und Patienten im „Therapie aktiv“ Programm
    Schlüsselrolle Hausärztin/ Hausarzt
    #WissenSchützt


    Chronisch, aber gut behandelbar

    Die Präsidentin der ÖDG sieht mehr Wissen in der Bevölkerung rund um Diabetes als Schlüssel sowohl für Prävention als auch für eine erfolgreiche Behandlung: „Diabetes ist eine chronische, aber gut behandelbare Krankheit. Entscheidend ist eine frühe Erkennung und Therapie. Deswegen ist es wichtig, über das individuelle Diabetesrisiko Bescheid zu wissen und Warnzeichen zu erkennen. Schon im Vorstadium, dem sogenannten Prädiabetes, können irreversible Schäden an verschiedenen Organen auftreten. Zudem müssen wir davon ausgehen, dass die Dunkelziffer beim Typ 2 Diabetes bei mehr als 25 Prozent liegt.“

    Univ. Prof. Dr. Harald Sourij, Abteilungsleiter-Stv. der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie an der Medizinischen Universität Graz und Erster Sekretär der ÖDG, ergänzt: „Symptome, wie vermehrter Harndrang, starkes Durstgefühl oder Müdigkeit treten bei Typ 2 Diabetes erst bei deutlich erhöhten Blutzuckerwerten auf. Zu diesem Zeitpunkt können aber bereits Schäden entstanden sein. Komplikationen müssen aber nicht sein, wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt und auch behandelt wird. Nachdem die Erkrankung aber 24 Stunden am Tag die jeweilige Person betrifft, ist das Wissen um die Erkrankung als Basis für das Selbstmanagement bei den Betroffenen besonders wichtig.“

    Dr.in Susanne Kaser am Podium bei einer PK, Stichwort WissenSchützt.(c) fotodienst/ Anna Rauchenberger
    Die Präsidentin der ÖDG, Univ. Prof.in Dr.in Susanne Kaser, sieht mehr Wissen in der Bevölkerung rund um Diabetes als Schlüssel für Prävention und erfolgreicher Behandlung.

    Drei Forderungen zur Verbesserung der Versorgung

    Ein langjähriges Anliegen der ÖDG wurde heuer durch die österreichweite Kostenübernahme der HbA1c Bestimmung bei Risikopatient•innen durch die ÖGK umgesetzt. Um die Diabetesversorgung in Österreich weiter zu verbessern, zählt neben Ausbau und Adaptierung des Disease Management Programms „Therapie aktiv“ die Einführung eines elektronischen Diabetespasses. „Durch Zusammenfassung der wesentlichen Befunde und Auflistung anstehender Untersuchungen und Behandlungen soll die fachübergreifende Betreuung von Menschen mit Typ 2 Diabetes optimiert werden“, erklärt Kaser. Eine weitere langjährige Forderung der ÖDG betrifft die Einführung eines nationalen Diabetesregisters. „Gerade die Covid-19 Pandemie hat vor Augen geführt, wie wichtig es ist, valide Daten zu Menschen mit Diabetes mellitus zu haben“, betont Kaser.

    „Die ÖDG hat sowohl mit dem Covid-19 bei Diabetes Register und der Initiierung der Kohortenstudie zur Versorgung von Menschen mit Diabetes im niedergelassenen Bereich in den letzten Monaten aktiv mitgeholfen, die Datenlage in Österreich zu verbessern„, ergänzt Sourij.

    Harmonisierte Abklärung von Zuckerstoffwechselstörungen

    Mag. Martin Schaffenrath, Verwaltungsrat der ÖGK, erklärt: „Die Behandlung der Volkskrankheit Diabetes ist ein wesentliches Thema und es ist für die Österreichische Gesundheitskasse ein großes Anliegen, das Bewusstsein für Diabetes in der Bevölkerung zu stärken. Durch eine kontinuierliche Umsetzung der 2018 begonnen Leistungsharmonisierung ist es gelungen, flächendeckend in allen neun Bundesländern eine gleichwertige Versorgung von Diabetes voranzutreiben. Zudem gilt es Überlegungen anzustellen, wie man betroffene Bevölkerungsgruppen besser erreichen könne, um sie für Fragen des Lebensstils zu sensibilisieren.“

    Erfolg: Mehr Patientinnen und Patienten im „Therapie aktiv“ Programm

    Dr. Andreas Krauter, Leiter des Fachbereichs Medizinischer Dienst der ÖGK, kann von Erfolgen im Disease Management Programm berichten: „Die Sozialversicherung bietet seit 2007 österreichweit das Programm ‚Therapie Aktiv – Diabetes im Griff‘ zur strukturierten Versorgung von Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 an. Mehr als 100.000 Patientinnen und Patienten werden bereits in dem Programm betreut. Ziel des Programms ist es, unter Einbeziehung der Patientinnen und Patienten eine individuelle Behandlung als Langzeitbetreuung anzubieten und durch engmaschige Kontrollen mögliche Folge- und Begleiterkrankungen zu vermeiden bzw. schon im Frühstadium zu erkennen und zu behandeln.“

    Schlüsselrolle Hausärztin/ Hausarzt

    A.o. Univ. Prof. Dr. Thomas Szekeres, Präsident der ÖÄK und Oberarzt am Klinischen Institut für Medizinische und Chemische Labordiagnostik der Medizinischen Fakultät der Universität Wien/ Zentrallabor des AKH der Stadt Wien, erklärt: „Bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes ist die kontinuierliche und flächendeckende Versorgung genauso wichtig wie die rechtzeitige Diagnose. Hier kommt den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und speziell den Hausärztinnen und Hausärzten eine besonders wichtige Rolle zu. Sie kennen die Krankengeschichte und die Lebensumstände ihrer Patientinnen und Patienten am besten und können wohnortnah und rechtzeitig eine Diagnose und die entsprechende Therapieempfehlung sicherstellen. Eine Verbesserung der Datenlage ist dabei natürlich auch im Sinne einer bedarfsorientierten Ressourcenplanung besonders wichtig und zu begrüßen.“

    Mag. Martin Schaffenrath, MBA, MBA, MPA, Univ. Prof.in Dr.in Susanne Kaser, A.o. Univ. Prof. Dr. Thomas Szekeres, Univ. Prof. Priv.-Doz. Dr. Harald Sourij, Dr. Andreas Krauter.(c) fotodienst/ Anna Rauchenberger
    [v.l.n.r.] Mag. Martin Schaffenrath, MBA, MBA, MPA, Univ. Prof.in Dr.in Susanne Kaser, A.o. Univ. Prof. Dr. Thomas Szekeres, Univ. Prof. Priv.-Doz. Dr. Harald Sourij, Dr. Andreas Krauter.

    #WissenSchützt

    Weil Wissen um die Erkrankung der erste Schritt ist, sich selbst zu schützen, präsentiert die Österreichische Diabetes Gesellschaft anlässlich des Weltdiabetestages auf ihrer Website einige kurze Video-Clips, in denen ÖDG-Expert•innen anschaulich Risikofaktoren, Lebensstilmaßnahmen, Diagnose und Behandlung des Diabetes erklären.

    (Bilder: AdobeStock, fotodienst/ Anna Rauchenberger (2x))

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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