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    Home»Körper & Geist»Diabetes»Gesunde pflanzliche Ernährung reduziert Diabetesrisiko um 24 Prozent
    Die Hände eines Mannes in einer Küche, der sich gerade einen Salat macht. (c) AdobeStock

    Gesunde pflanzliche Ernährung reduziert Diabetesrisiko um 24 Prozent

    18. Jan. 20244 Mins Lesezeit

    Mindestens 75 Prozent der Typ-2-Diabetes-Fälle könnten durch eine gesunde Lebensweise mit einer gesunden Ernährung vermieden werden. Pflanzenbasierter Ernährung kommt dabei nachweislich eine ganz zentrale Bedeutung zu. Allerdings mit etwas Vorbehalt – wie im Rahmen einer Studie unter Leitung von Tilman Kühn vom Zentrum für Public Health der MedUni Wien erwiesen wurde: Eine überwiegend pflanzliche Ernährungsweise entfaltet ihre schützenden Effekte nämlich nur dann, wenn nicht nur der Verzehr tierischer, sondern auch industriell verarbeiteter und stark zuckerhaltiger Lebensmittel reduziert wird.

    Als Hintergründe für die positiven Wirkungen gesunder pflanzlicher Kost identifizierten die Wissenschafterinnen und Wissenschafter neben der damit verbundenen geringeren Wahrscheinlichkeit für Übergewicht erstmals auch die Verbesserungen des Stoffwechsels und der Funktion von Leber und Niere. Die Studienergebnisse wurden aktuell im Fachjournal „Diabetes & Metabolism“ publiziert.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Verringerung des Diabetesrisikos auch bei genetischer Vorbelastung und anderer Diabetes-Risikofaktoren
    Wesentliche Biomarker identifiziert
    Gesunde pflanzliche Ernährung: Weiterer Nutzen einer entdeckt
    Typ-2-Diabetes
    Risikofaktoren
    Quellenangabe


    Verringerung des Diabetesrisikos auch bei genetischer Vorbelastung und anderer Diabetes-Risikofaktoren

    Dass eine gesunde pflanzenbasiserte Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukten das Diabetesrisiko um 24 Prozent senkt, trifft laut Analysen des Forschungsteams um Tilman Kühn sogar bei genetischer Vorbelastung und bei Vorliegen anderer Diabetes-Risikofaktoren wie zum Beispiel Übergewicht, höheres Alter oder mangelnde körperlicher Aktivität zu. Ungesunde pflanzenbasierte Ernährungsweise mit einem hohen Anteil an Süßigkeiten, raffiniertem Getreide und zuckerhaltigen Getränken hingegen wird mit einem erhöhten Risiko für Typ2-Diabetes in Verbindung gebracht.

    Die Hände einer Frau, die sich ihren Blutzucker misst, Stichwort gesunde pflanzliche Ernährung.(c) AdobeStock
    Eine gesunde pflanzliche Ernährung kann das Diabetesrisiko um 24 Prozent reduzierte.

    Wesentliche Biomarker identifiziert

    Die Forschungsarbeit wurde mit 113.097 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der großangelegten britischen Kohortenstudie [UK-Biobank] über einen Beobachtungszeitraum von zwölf Jahren durchgeführt. Ihren Ergebnissen zufolge gehen die Hintergründe der antidiabetischen Wirkung von gesunder pflanzlicher Kost weit über den bekannten geringeren Körperfettanteil und Taillenumfang hinaus.

    „Unsere Studie ist die erste, in der Biomarker von zentralen Stoffwecheslvorgängen und Organfunktionen als Mediatoren der gesundheitlichen Auswirkungen einer pflanzlichen Ernährung identifiziert wurden“, sagt Tilman Kühn, Professor für Public Health Nutrition an MedUni Wien und Universität Wien, der die Studie in enger Zusammenarbeit mit Forscherinnen und Forschern der Queen’s University Belfast geleitet hat. So bestätigten die Untersuchungen, dass Normalwerte etwa bei Blutfetten [Triglyceriden], Blutzucker [HbA1c], Entzündungsprametern [CRP] und dem insulinähnlichen Wachstumsfaktor [IGF1] mit einem niedrigen Diabetesrisiko einhergehen.

    Gesunde pflanzliche Ernährung: Weiterer Nutzen einer entdeckt

    Daneben konnte gezeigt werden, wie wichtig die uneingeschränkte Funktion von Leber und Niere in der Diabetes-Prävention ist. Beide Organe spielen eine große Rolle bei Menschen, die bereits an Diabetes erkrankt sind. „Unsere Forschungen haben nun aber ergeben, dass gesunde pflanzliche Ernährung die Funktion von Leber und Niere verbessert und so das Diabetesrisiko senken kann“, umreißt Kühn einen bisher unterschätzten Nutzen der bewussten pflanzenbasierten Ernährungsweise.

    Typ-2-Diabetes

    Typ-2-Diabetes ist eine Erkrankung des Stoffwechsels, die dazu führt, dass der Blutzuckerspiegel ansteigt. Dabei kann eine Erkrankung kann ganz unterschiedlich ausgeprägt sein: Manche Menschen bekommen die Erkrankung gut in den Griff, bei anderen führt sie mit den Jahren zu Folgeschäden.

    Beim Typ-2-Diabetes wird das Insulin von den Körperzellen immer schlechter aufgenommen und verwertet. Es wird auch „Altersdiabetes“ genannt, weil es sich oft erst im höheren Lebensalter bemerkbar macht. Typ-2-Diabetes ist wesentlich häufiger als Typ-1-Diabetes. Etwa 90 Prozent der Menschen mit Diabetes haben Typ-2-Diabetes.

    Bei einem unbehandelten Typ-2-Diabetes sind die Blutzuckerwerte dauerhaft erhöht. Ein Typ-2-Diabetes kann sich über Jahre entwickeln, ohne dass Symptome auftreten, weshalb die Diagnose oft unerwartet kommt. Ein über Monate oder Jahre erhöhter Blutzuckerspiegel führt aber irgendwann zu folgenden Beschwerden:

    • starkes Durstgefühl
    • häufiges Wasserlassen
    • Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Antriebsschwäche
    • Konzentrationsstörungen
    • Übelkeit
    • Schwindel
    • erektile Dysfunktion

    Risikofaktoren

    Verschiedene Faktoren können das Risiko erhöhen, dass ein Typ-2-Diabetes entsteht:

    • Übergewicht und zu wenig körperliche Bewegung
    • Rauchen
    • ballaststoffarme, fett- und zuckerreiche Ernährung
    • bestimmte Medikamente, die den Zucker-Stoffwechsel verschlechtern
    • ein genetisch erhöhtes Risiko

    Bei Diabetes ist es wichtig, seinen Körper und die Erkrankung gut zu verstehen und zu wissen, was man selbst für seine Gesundheit tun kann. Es gibt dazu Unterstützung, zum Beispiel durch Ärztinnen und Ärzte und andere Fachleute, zum Beispiel aus der Pflege, der Diabetes- und Ernährungsberatung.

    Ein älterer Mann beim Laufen.(c) AdobeStock
    Sport und Bewegung ist gesund – auch hinsichtlich der Vorbeugung einer Diabetes-Erkrankung.

    Quellenangabe

    Publikation: Diabetes & Metabolism
    A healthful plant-based diet is associated with lower type 2 diabetes risk via improved metabolic state and organ function: A prospective cohort study
    Alysha S. Thompson, Catharina J. Candussi, Anna Tresserra-Rimbau, Amy Jennings, Nicola P. Bondonno, Claire Hill, Solomon A. Sowah, Aedín Cassidy, Tilman Kühn
    https://doi.org/10.1016/j.diabet.2023.101499

    (Bilder: AdobeStock)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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