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    Home»Körper & Geist»Diabetes»Ö-weite Schulungsinitiativen: Wissen als „Diabetesmedizin“
    (c) Pixabay.com

    Ö-weite Schulungsinitiativen: Wissen als „Diabetesmedizin“

    25. Juli 20184 Mins Lesezeit

    Für die Selbsthilfeorganisationen ist die Umsetzung der österreichischen Diabetes Strategie von größter Wichtigkeit. Mit österreichweiten Schulungsinitiativen widmen sie sich insbesondere der Steigerung der diabetesbezogenen Gesundheitskompetenz unter den Betroffenen. In Kooperation mit der Österreichischen Diabetes Gesellschaft ÖDG und der Unterstützung der Industrie wird ein erstes Zeichen für eine konsequente Umsetzung der Ziele der Diabetes Strategie gesetzt.

     

    Schulungsinitiativen: Wissen erwerben und direkt zu den Betroffenen tragen
    Ein Gruppenbild von Kursteilnehmer*innen, Stichwort Schulungsinitiativen. (c) Aktive Diabetiker Austria (ADA)
    Die Gruppenleiter von ADA geben ihr Wissen direkt an die Betroffenen weiter.

    In Österreich sind rund 600.000 Menschen von Diabetes betroffen und die Zukunftsprognosen sind noch alarmierender. Um dieser Herausforderung strukturiert zu begegnen, wurde die Österreichische Diabetes Strategie beschlossen. Mit der Gruppenleiterschulung der Aktiven Diabetiker Austria setzt die Selbsthilfe in Kooperation mit der ÖDG nun auch ein erstes Zeichen für eine konsequente Umsetzung der Ziele. I

    nsgesamt 30 Gruppenleiter, -stellvertreter und Funktionäre aus 5 Bundesländern nahmen an der ersten Schulung in Schladming teil. „Top-Experten der ÖDG geben ihr Wissen an unsere Gruppenleiter weiter. Durch die Gruppenleiter wird das Wissen in die Gruppen und damit zu den Betroffenen getragen. Das macht die Zusammenarbeit mit der ÖDG für uns so wertvoll“, erklärt Dr. Adalbert Strasser, Präsident der Patientenorganisation Aktive Diabetiker Austria, kurz ADA, und fährt fort:

    „Die dreitägige Veranstaltung ist auch nur durch die Unterstützung der Pharmaindustrie und der Österreichischen Kompetenz- und Servicestelle für Selbsthilfe ÖKUSS möglich geworden. Dort hat die Selbsthilfe ein offenes Ohr für die Idee der Schulung gefunden und eine Finanzierung ohne Gegenleistungen erhalten“. Die einzige Bedingung: es soll ab nächstem Jahr weitere Gruppenleiterschulungen geben – diesmal mit allen Selbsthilfegruppen aus dem Themenfeld Diabetes.

    Sensibilisierung der Bevölkerung nur gemeinsam möglich

    Aus Sicht der Selbsthilfe ist der wichtigste Punkt im Rahmen der Diabetes Strategie die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Themen gesunde Ernährung und Bewegung bzw. die Folgen von Adipositas, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mit Prof. Hermann Toplak, Past-President der ÖDG holte man einen der führenden Experten Österreichs zu diesem Themenkomplex als einen der Vortragenden.

    Für Toplak war die erste Gruppenleiterschulung nicht nur inhaltlich eine gelungene Veranstaltung, bei der es darum ging, die Selbsthilfe auf den neuesten Stand zu bringen: „Starke Selbsthilfeorganisationen mit hoher Kompetenz sind auch für uns Mediziner sehr wichtig. Wir können nicht alles abdecken. In Österreich haben wir leider keine flächendeckende Versorgung mit Diabetologen. Bei den Vorträgen wurde stark auf die Bedürfnisse der Selbsthilfe eingegangen. Was diese Veranstaltung zu einem besonderen Erlebnis gemacht hat, ist die spürbare Begeisterung. Die Menschen aus den Selbsthilfeorganisationen gehen richtig mit, es ist schön zu sehen, was hier für ein frischer Wind durch die Szene geht.“

    Der Faktor Zeit
    (c) privat
    Helmut Brath weiß auf Grund seiner Arbeit in einer Diabetesambulanz, wovon er spricht.

    Die Behandlung des Diabetes wird immer spezialisierter und sie ist meist zeit- und gesprächsintensiv. Die besten Erfolge erzielt eine Therapie, wenn sie auf den einzelnen Patienten zugeschnitten ist, aber oft mangelt es an der dafür notwendigen Zeit.

    Helmut Brath, Vorstandsmitglied der ÖDG und ebenfalls Vortragender bei der Gruppenleiterschulung sieht die Zusammenarbeit von Health Care Professionals und Selbsthilfe als absolut wünschenswert und notwendig: „Nur gemeinsam sind wir in der Lage die weltweite Diabetes-Pandemie in den Griff zu bekommen. Wir als Ärzte schaffen es nicht alleine, Diabetiker ausreichend zu informieren, es gibt schlichtweg zu wenig Ressourcen. Es geht um ein profundes Verständnis der Patienten für ihre Erkrankung. Im normalen Behandlungsalltag steht uns Ärzten zu wenig Zeit zur Verfügung. Im Sinn der neuen Diabetes-Strategie wurde hier eine neue Form der Zusammenarbeit gefunden, die hoffentlich fortgeführt und weiter ausgebaut wird.“

    Prophylaxe ist meist Aufgabe von NGOs

    Ein Beispiel für gut funktionierende niedergelassene Versorgung sieht Wolfgang Frick, Vorstandsmitglied der ADA, in den Diabetes-Zentren in Deutschland: „Hier sind an einem Ort alle Spezialisten versammelt – vom Diabetologen über den Nephrologen bis zu Diabetes-, Ernährungs- und Bewegungsberatern“. Und er wirft auch einen kritischen Blick auf den Stand der Umsetzung der Diabetes Strategie in Österreich: „Leider gibt es hier noch wenig Konkretes, vor allem keine nennenswerte Prophylaxe-Maßnahmen für Schulen. Turn- und Kochunterricht wurden dort sukzessive zurückgefahren. Es gibt zwar positive Initiativen, die bleiben aber Einzelaktionen. Oft bleibt diese Aufgabe den NGOs. Die Tatsache, dass die Selbsthilfe gemeinsam mit der medizinischen Fachgesellschaft ÖDG als erstes mit der Umsetzung der Diabetes Strategie beginnen, sollte ein Zeichen für alle Verantwortlichen der Diabetes Strategie sein.“

    Strasser fasst abschließend zusammen: „Das wichtigste und erste Ziel bei der Umsetzung der Diabetes Strategie sollte die Sensibilisierung der breiten Bevölkerung über Diabetes sein. Frau Bundesministerin Hartinger-Klein hat sich auch bereits zur Diabetes Strategie bekannt. Die Selbsthilfe ist bereit einen Beitrag zu leisten. Wir freuen uns auf die gemeinsame Umsetzung.“

    (Bilder: Pixabay.com, Aktive Diabetiker Austria (ADA), privat)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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