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    Home»Freizeit & Reise»Internet & Technik»Digitales Monitoring gegen Mangelernährung von Spitals-Patienten
    (c) Pixabay.com

    Digitales Monitoring gegen Mangelernährung von Spitals-Patienten

    19. Apr. 20183 Mins Read

    Trotz ausreichendem Angebot essen rund 50 Prozent der PatientInnen weltweit während eines stationären Aufenthalts in einem Spital zu wenig. Die Folgen: Mangelerscheinungen, die die Genesung gefährden. Allerdings ist ein genaues digitales Monitoring des Essverhaltens und eine Bewertung der Speisen mit Hilfe eines digitalen, fotografischen Monitoring-Tools möglich. Das konnten die Ernährungswissenschafterinnen Eva Winzer vom Zentrum für Public Health an der Abteilung für Sozial- und Präventivmedizin der MedUni Wien, und Karin Schindler, Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien und des AKH Wien, zeigen. Die Ergebnisse könnten in einem, auf die PatientInnen abgestimmten Therapieplan miteinbezogen werden.

     

    Ist man krank, isst man weniger
    Ein Krankenhausbett, Stichwort digitales Monitoring. (c) Pixabay.com
    Appetitanregend sieht anders aus, noch dazu, wenn man krank oder frisch operiert ist.

    Kranke und frisch operierte Menschen essen aus mehreren Gründen im Spital zu wenig: „Es kann der Appetit situationsbedingt gering sein. Oder man hat zum Zeitpunkt der oft ungewohnt frühen Ausgabe der Mahlzeiten noch keinen Hunger. Anders als bei gesunden Menschen, kann eine Nahrungsreduktion aber zu klinisch relevanten Problemen führen und Prognose und Heilung negativ beeinflussen“, erklärt Schindler.

    Die quantitative und qualitative Nahrungsaufnahme der PatientInnen, zB wenn nur die Beilagen gegessen werden,  sollte aus ernährungsmedizinischer Sicht kontrolliert werden.  Auch eine direkte Rückmeldung über die Qualität der angebotenen Speisen durch die PatientInnen an die Küche wäre im Zuge eines Monitorings möglich. Im Krankenhausalltag werden derzeit als Monitoring-Tool „Tellerprotokolle“ verfasst, wobei auf einem Blatt Papier mit grafischen Tellersymbolen eingetragen werden kann, ob ein halber Teller oder zB ein Viertel verzehrt wurde.

    Pilotstudie mit Hilfe digitaler Fotografie

    Die Ernährungswissenschafterin Eva Winzer vom Zentrum für Public Health an der Abteilung für Sozial- und Präventivmedizin der MedUni Wien führte auf einer Station des AKH Wien zur Erprobung eines neuen Tools eine Pilotstudie mit Hilfe digitaler Fotografie durch. Dabei beobachtete sie über sieben Wochen lang die Speisenteller von 20 PatientInnen vor und nach dem Essen. Sie fotografierte vor der Essensvergabe die Tabletts und wog sie, ebenso nach dem Essen. Zusätzlich protokollierten die PatientInnen mittels „Tellerprotokoll“ ihre Essensmengen. Anhand des Vorher-Nachher-Vergleichs ließ sich genau quantifizieren, wieviel die PatientInnen von welcher Speise zu sich genommen hatten.

    Digitales Monitoring – die Schlussfolgerung

    Dieses digitale Monitoring-Tool ist valide, genau und praktisch anwendbar. Die Menge der aufgenommenen Nahrung stationärer PatientInnen lässt sich damit quantitativ und qualitativ anhand des Nährwertes der Speisen erfassen. In der Folge könnten therapeutische Ernährungsmaßnahmen, wie etwa die zusätzliche Gabe von Trinknahrung, früher eingeleitet werden, betonen die ExpertInnen. Diese Methode könnte auch für die quantitative und qualitative Bewertung von Speiseresten von Vorteil sein.

    Entwickler vor ;)

    Eva Winzer: „Es ist klar, dass ein Monitoring-Tool den Arbeitsaufwand des Personals nicht zusätzlich erhöhen darf. Dieses fotografische Monitoring ließe sich nach Einschulung auch ohne Abwiegen durchführen und wäre immer noch valide. In Zukunft wäre die Entwicklung eines automatisierten Ablaufs sinnvoll, zum Beispiel mit einem Gerät, in das man die Tabletts hineinschiebt, wo diese dann fotografiert werden und die Infos danach an die DiätologInnen zur Beurteilung weitergeleitet würden“.

    Service

    Die Studie wurde im European Journal of Clinical Nutrition publiziert.
    E. Winzer, M. Luger, K. Schindler. Using digital photography in a clinical setting: a valid, accurate, and applicable method to assess food intake. European Journal of Clinical Nutrition. March 2018. doi: 10.1038/s41430-018-0126-x.

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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