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    Home»Freizeit & Reise»Internet & Technik»Betrugsmaschen immer raffinierter: Noch nie war es so einfach, Opfer eines Kryptowährungsbetrugs zu werden
    Die Hände eines Hackers auf einer Computertastatur. (c) AdobeStock

    Betrugsmaschen immer raffinierter: Noch nie war es so einfach, Opfer eines Kryptowährungsbetrugs zu werden

    12. März 20245 Mins Lesezeit

    Eine Untersuchung von Sophos, einem Anbieter von Cybersecurity-Lösungen, hinsichtlich Betrugsmaschen mit Kryptowährungen zeigt: Was mit Fake-Accounts auf Dating-Seiten und mühselig gefälschten Romantik-Chats mit großem Aufwand für Betrüger begann, klappt heute unter dem Deckmantel vertrauenswürdiger Marken und mit gewiefter Technologie beinahe wie von selbst. In diesem Zusammenhang veröffentlicht Sophos eine Untersuchung, die beschreibt, wie im Verlauf von zwei Jahren der so genannte »Pig-Butchering-Kryptowährungsbetrug« für Gauner immer einfacher, professioneller und lukrativer wurde.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    „Cybercrime-as-a-Service“
    Betrugsmaschen professionalisieren sich ähnlich wie andere Angriffsarten
    Pig Butchering hat eine steile Karriere genommen
    Der Höhepunkt: Die Zeiten des aufwendigen Opfer-Umschmeichelns sind passé
    Pig-Butchering-Betrug verhindern


    „Cybercrime-as-a-Service“

    So nutzen beispielsweise die Sha-Zhu-Pan-Betrüger für ihre vermeintlich auf Romantik zielenden so genannten Pig-Butchering-Betrügereien inzwischen auch ein Geschäftsmodell, das dem „Cybercrime-as-a-Service“ ähnelt.

    Dabei verkaufen die Betrüger Sha-Zhu-Pan-Kits im Dark Web auf der ganzen Welt und expandieren so in neue Märkte. Sophos beschreibt diese Operationen [auch bekannt als Pig-Buchtering] in dem Artikel „Cryptocurrency Scams Metastasize into New Forms“. Die neuen Sets stammen von Banden des organisierten Verbrechens in China und stellen die technischen Komponenten bereit, die für die Umsetzung eines speziellen Pig-Butchering-Programms namens „DeFi savings“ benötigt werden.

    Die Kriminellen stellen DeFi-savings als passive Anlagemöglichkeiten dar, die Geldmarktkonten ähneln. Die Opfer müssen lediglich ihre Krypto-Wallets mit einem Maklerkonto verbinden, in der Erwartung, dass sie mit ihrer Investition beträchtliche Zinsen verdienen werden. In Wirklichkeit fügen die Opfer ihren Krypto-Wallets einen betrügerischen Handelspool für Kryptowährung hinzu, wo sie dann von Kriminellen geleert werden.

    Grafik: Typische Struktur einer Pig-Butchering-Bande, Stichwort Betrugsmaschen.(c) Sophos GmbH

    Betrugsmaschen professionalisieren sich ähnlich wie andere Angriffsarten

    „Als das Pig Butchering zum ersten Mal während der Covid-Pandemie auftrat, waren die technischen Aspekte der Betrügereien noch relativ primitiv und es erforderte großen Aufwand, um die Opfer erfolgreich zu täuschen“, erläutert Sean Gallagher, Principal Threat Researcher bei Sophos. „Doch die Gauner haben ihre Techniken verfeinert und wir sehen eine ähnliche Entwicklung wie bei Ransomware und anderen Arten von Cyberkriminalität in der Vergangenheit: die Entwicklung eines As-a-Service-Modells.

    Pig-Butchering-Banden erstellen fertige DeFi-App-Kits, die andere Cyberkriminelle im Dark Web kaufen können. Infolgedessen tauchen in Gebieten wie Thailand, Westafrika und sogar in den USA neue Verbrecherringe auf, die nicht mit chinesischen Gruppen in Verbindung stehen. Wie bei anderen Arten von kommerzieller Cyberkriminalität senken diese Kits die Einstiegshürden für Cyberkriminelle und vergrößern den potentiellen Opferpool erheblich. Im vergangenen Jahr stellte diese Methode bereits ein milliardenschweres Betrugsphänomen dar und wird voraussichtlich in diesem Jahr exponentiell wachsen.“

    Pig Butchering hat eine steile Karriere genommen

    Sophos X-Ops verfolgt seit zwei Jahren die Entwicklung des Pig-Butcherings. Bei den ersten Varianten – von Sophos als „CryptoRom“ bezeichnet – wurden potenzielle Opfer über Dating-Apps kontaktiert und anschließend dazu gebracht, betrügerische Krypto-Handelsanwendungen von Drittanbietern herunterzuladen.

    Im Jahr 2022 fanden die Betrüger Wege, die App-Store-Prüfverfahren zu umgehen, um ihre betrügerischen Apps in den legitimen App Store und Google Play Store zu schleusen. Im selben Jahr tauchte auch ein neues Betrugsmuster auf: gefälschte Kryptowährungshandelspools [Liquidity Mining].

    Zwei riesige Pig-Butchering-Ringe mit Sitz in Hongkong und in Kambodscha deckte Sophos X-Ops im Jahr 2023 auf. Diese Banden nutzten legitime Krypto-Handels-Apps und erstellten Fake-Personen, um Opfer anzulocken. Weitere Untersuchungen ergaben, dass die Gauner ihr Arsenal mittlerweile auch um KI [künstliche Intelligenz] erweiterten.

    Ende 2023 spürten Sophos X-Ops eine umfangreiche Liquiditätssuche auf, an der drei verschiedene chinesische organisierte Verbrecherringe beteiligt waren, die es auf fast 100 Opfer abgesehen hatten. Hierbei konnten Sophos X-Ops auch zum ersten Mal die Verfügbarkeit von Betrugskits für das Pig-Butchering nachweisen.

    Der Höhepunkt: Die Zeiten des aufwendigen Opfer-Umschmeichelns sind passé

    Bei den jüngsten von Sophos X-Ops untersuchten Pig-Butchering-Fällen haben die Betrüger alle früheren technologischen Hindernisse beseitigt und den Aufwand für Social Engineering deutlich verringert. Bei dem DeFi-saving-Betrug beteiligen sich die Opfer nun am betrügerischen Krypto-Handel über legitime, bekannte Kryptowährungs-Apps und gewähren den Betrügern [wenn auch unwissentlich] direkten Zugriff auf ihre Geldbörsen. Darüber hinaus können die Betrüger das Wallet-Netzwerk verbergen, das die gestohlenen Kryptowährungen wäscht, was es den Strafverfolgungsbehörden erschwert, den Betrug zu verfolgen.

    „Der DeFi-saving-Betrug ist der Höhepunkt der vergangenen zwei Jahre, in denen die Pig-Butchering-Betrüger ihr Vorgehen verfeinert haben. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Betrüger ihre Opfer überzeugen mussten, eine App herunterzuladen oder die Kryptowährung selbst in eine gestohlene digitale Geldbörse zu transferieren“, so Gallagher.

    „Die Gangster haben auch gelernt, wie sie ihre Machenschaften besser vermarkten können. Sie nutzen die Funktionsweise von Liquiditäts-Mining-Pools, um Gelder zu stehlen, indem sie den Opfern erzählen, es handele sich um ein einfaches Anlagekonto. Die Opfer sind so einfacher zur Investition zu bewegen, da die meisten den Handel mit Kryptowährungen nicht verstehen und obendrein alles unter dem Deckmantel vertrauenswürdiger Marken geschieht. Mit anderen Worten: Noch nie war es so einfach, Opfer eines Pig-Butchering-Betrugs zu werden, und noch nie war es so wichtig, sich der Existenz dieser Betrügereien bewusst zu sein und zu wissen, worauf man achten muss.“

    Die Hand eines Mannes vor einer Laptoptastatur.(c) AdobeStock
    Nicht zuletzt Dank KI werden die Betrugsmaschen der Cyberkriminellen immer professioneller.

    Pig-Butchering-Betrug verhindern

    Um zu verhindern, Opfer eines Pig-Butchering-Betrugs zu werden, empfiehlt Sophos folgende Maßnahmen:

    • Skeptisch gegenüber Fremden sein, die sich über soziale Netzwerke wie Facebook oder per SMS melden. Vor allem dann, wenn sie das Gespräch schnell in einen privaten Messenger wie WhatsApp verlegen wollen.

    • Dies gilt auch für neue Matches auf Dating-Apps und insbesondere dann, wenn der Fremde beginnt, über den Handel mit Kryptowährungen zu sprechen.

    • Misstrauisch sein gegenüber allen „Schnell-reich-werden“-Angeboten oder Kryptowährungs-Investitionsmöglichkeiten, die große Gewinne in kurzer Zeit versprechen.

    • Sich mit den Verlockungen und Taktiken von Romantik– und Anlagebetrügereien vertraut machen. Non-Profit-Organisationen wie das Cybercrime Support Network bieten hierfür viele Informationen.

    • Mögliche Pig-Butchering-Opfer sollten sofort alle Gelder aus den betroffenen Geldbörsen abheben und die Strafverfolgungsbehörden kontaktieren.

    Mehr über die aktuellen DeFi-Sparpläne und die Entwicklung des Pig-Butchering in „Cryptocurrency Scams Metastasize into New Forms“ finden sie auf sophos.com.


    Über Sophos

    Sophos ist ein weltweit führender und innovativer Anbieter von fortschrittlichen Cybersecurity-Lösungen, darunter Managed Detection and Response [MDR]- und Incident-Response-Dienste. Das Unternehmen bietet ein breites Portfolio an Endpoint-, Netzwerk-, eMail- und Cloud-Sicherheitstechnologien, das bei der Abwehr von Cyberangriffen unterstützt. Als einer der größten auf Cybersecurity spezialisierten Anbieter schützt Sophos mehr als 500.000 Unternehmen und mehr als 100 Millionen Anwender•innen weltweit vor aktiven Angriffen, Ransomware, Phishing, Malware und vielem mehr.

    Weitere Informationen unter: www.sophos.de

    (Bilder: AdobeStock; Grafik: Sophos GmbH)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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