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    Home»Körper & Geist»Diabetes»Milchprodukte als heimliche Zuckerfallen – 1200 Produkte im Test
    (c) Pixabay.com

    Milchprodukte als heimliche Zuckerfallen – 1200 Produkte im Test

    2. Juni 20174 Mins Lesezeit

    Die aktuelle SIPCAN-Milchliste bietet Orientierung beim großen Angebot der Milchprodukte in Österreich. Für die neue Studie wurden 1.229 Milchprodukte in ganz Österreich auf ihren Zuckergehalt untersucht. Über 70 Prozent der im Handel erhältlichen Milchprodukte zum Trinken und zum Löffeln enthalten zu viel Zucker. Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) und das vorsorgemedizinische Institut SIPCAN wollen daher bei Konsumenten das Bewusstsein schaffen, dass der gesundheitsfördernde Effekt von Milch nicht bei allen Milchprodukten gleich ist.

    Milch und Milchprodukte sind wertvolle Lebensmittel

    Milch und Milchprodukte bilden als wichtige Nährstofflieferanten (Eiweiß, Calcium, B-Vitamine etc.) einen wesentlichen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Die Konsumempfehlungen des Gesundheitsministeriums lauten, neben einer Portion Käse täglich 2 Portionen Milchgetränke/ Joghurt, bevorzugt als fettarme Varianten, zu konsumieren. Eine Portion Milchgetränk/ Joghurt entspricht dabei ca. 200 ml (=1 Glas bzw. 1 Becher). Laut österreichischem Ernährungsbericht werden die Empfehlungen für die Milchaufnahme nicht erreicht.

    Milch und Zucker
    (c) Pixabay.com
    Ein großer Becher Joghurt beinhaltet über 17 Zuckerwürfel im Durchschnitt.

    Trotz der wertvollen Inhaltsstoffe gibt es bei Milchprodukten einen großen Kritikpunkt: den Zuckergehalt. Der durchschnittliche Zuckergehalt bei Milchprodukten zum Löffeln, wie Joghurt, Topfencremen, Milchdesserts, liegt laut aktuellen Studienergebnissen von SIPCAN bei 13,38 g pro 100 g. Dies entspricht 3,5 Zuckerwürfeln. Der durchschnittliche Zuckergehalt bei Milchprodukten zum Trinken, wie Molke oder Milchmischgetränke liegt bei 10,96 g pro 100 g bzw. ml. Dies entspricht 2,9 Zuckerwürfeln. Ein halber Liter davon getrunken bedeutet somit durchschnittlich über 14 Zuckerwürfel in kurzer Zeit. Wer einen großen Becher Joghurt löffelt, nimmt durchschnittlich sogar über 17 Zuckerwürfel zu sich.

    Die Orientierungskriterien

    Die Experten von SIPCAN haben einen alltagstauglichen Orientierungswert für den Zuckergehalt in Milchprodukten festgelegt und diesen mit dem Gesundheitsministerium und weiteren Institutionen wie der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit und der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung abgestimmt. Dieser Orientierungswert liegt bei 12 g Zucker pro 100 g bzw. pro 100 ml Milchprodukt. Dieser Wert setzt sich aus dem natürlichen Zuckergehalt der Milch (durchschnittlich 4,6 g pro 100 ml) und der nach einer WHO-Empfehlung abgeleiteten Höchstmenge für zugesetzten Zucker von 7,4 g pro 100 g/ml zusammen.

    Schritte in die richtige Richtung: Ein Kilo Zucker weniger pro Person im Jahr

    Die Industrie und der Handel haben in den letzten Jahren bereits begonnen, auf die transparente Darstellung und die formulierte Zuckergrenze zu reagieren. Seit 2012 konnte eine Reduktion des Zuckergehaltes in Milchprodukten zum Trinken um 8,5 % (von 11,93 auf 10,96 g/ 100 g) bewirkt werden. Bei Milchprodukten zum Löffeln waren es 9,0 % (von 14,81 auf 13,38 g/ 100 g). Bezogen auf den Gesamtkonsum bedeutet das, dass jeder Österreicher pro Jahr um rund ein Kilogramm weniger Zucker aus Trinkmilcherzeugnissen inkl. Joghurt konsumiert.

    Über 70 Prozent der Produkte entsprechen noch nicht
    Ein Glas Milch neben einer Milchkanne, Stichwort Milchprodukte. (c) Pixabay.com
    Knapp ein Drittel der angebotenen Milchprodukte entspricht den SIPCAN-Kriterien.

    Der Anteil an Produkten, die den SIPCAN-Kriterien entsprechen, ist seit 2012 von 16,0 % auf 29,2 % gestiegen. Dies ist zwar positiv, bedeutet aber gleichzeitig, dass 70,8 % der angebotenen Milchprodukte nach wie vor über den vorgegebenen Orientierungskriterien liegen. Besonders im Fokus stehen hierbei Milchprodukte zum Löffeln, bei denen aktuell 8 von 10 Produkten (82,7 %) mehr als 12 g Zucker pro 100 ml/ g enthalten. In vielen Milchprodukten versteckt sich so viel Zucker, dass mit jedem Esslöffel ein Stück Würfelzucker aufgenommen wird. Milchprodukte schneiden somit deutlich schlechter ab als zum Beispiel Getränke, bei denen aktuell bereits 56,4 % den SIPCAN-Kriterien entsprechen.

    Rat an Konsumenten: Maximal 12 g pro 100 ml/ g

    Achten Sie auf den Zuckergehalt am Etikett! Ein Milchprodukt sollte maximal 12 g Zucker pro 100 ml bzw. g enthalten. Mit dieser einfachen Regel können Sie Zucker einsparen ohne auf Genuss zu verzichten.

    Die genauen Studienergebnisse können sie übrigens HIER kostenlos anschauen und studieren. Die Ergebnisse stehen als online-Suche, als Download und als APP zur Verfügung.

    Über SIPCAN

    SIPCAN (Special Institute for Preventive Cardiology And Nutrition) wurde im Jahr 2005 als Initiative für ein gesundes Leben gegründet. Als unabhängiges, wissenschaftliches Vorsorgeinstitut wird SIPCAN von einem nationalen, wissenschaftlichen Expertengremium aus medizinischen und angrenzenden Fachbereichen (Internisten, Kardiologen, Ernährungswissenschaftler, Sozialmediziner, etc.) unterstützt. Die Schwerpunkte von SIPCAN liegen in den Bereichen Gesundheitsförderung, Prävention, Forschung und Wissenschaft.

    Weitere Informationen zu SIPCAN finden sie unter: www.sipcan.at.

    Über die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG)

    Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) ist die ärztlich-wissenschaftliche Fachgesellschaft der österreichischen Diabetes-Experten. Ordentliche Mitglieder der Gesellschaft sind Ärzte und wissenschaftlich einschlägig orientierte Akademiker. Assoziierte Mitglieder sind Diabetesberater und Diätologen. Die Österreichische Diabetes Gesellschaft sieht es als ihre Aufgabe, die Gesundheit und Lebensqualität von Menschen mit Diabetes mellitus zu verbessern. Sie setzt sich daher für die Anliegen der Betroffenen ein. Sie fordert und fördert die stetige Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Diabetes mellitus. Sie unterstützt die Forschung und verbreitet wissenschaftliche Erkenntnisse aller den Diabetes berührenden Fachgebiete sowohl zur Verbesserung der medizinischen Betreuung als auch zur bestmöglichen Vorbeugung von Neuerkrankungen.

    Weitere Informationen zur ÖDG finden Sie unter: www.oedg.at.

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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