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    Home»Körper & Geist»Diabetes»Telemedizin in der Diabetesbetreuung bringt nachhaltigen Nutzen
    Telemedizin in der Diabetesbetreuung bringt nachhaltigen Nutzen 1 Telemedizin in der Diabetesbetreuung bringt nachhaltigen Nutzen

    Telemedizin in der Diabetesbetreuung bringt nachhaltigen Nutzen

    4. Nov. 20224 Mins Lesezeit

    Telemedizin ist [auch] in der Diabetologie praktikabel und gut einsetzbar. Jedoch bestehen noch diverse Hürden, um sie flächendeckend anbieten zu können. Gemeinsam mit der Österreichischen Diabetes Gesellschaft [ÖDG] informieren wir sie über die Vorteile und Voraussetzungen – an den Umsetzungsempfehlungen wird bereits seit geraumer Zeit intensiv gearbeitet.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Keine Anfahrtswege, keine Wartezeiten, weniger Aufwand
    Ein guter Teil der Besuche virtuell
    Geeignete Patientinnen- und Patientengruppen
    Vertrauen und gutes Verhältnis
    Gut vorbereitet ins Telefonat
    Fehlende Strukturen


    Keine Anfahrtswege, keine Wartezeiten, weniger Aufwand

    „Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, was via Telefon und Datentransfer umgesetzt werden kann – auch im Gesundheitswesen. Diesen technologischen Fortschritt wollen wir nutzen und nun auch gezielt weiterentwickeln, da Patientinnen und Patienten deutlich davon profitieren,“ erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Martin Clodi, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin im Konventhospital Barmherzige Brüder Linz und Präsident der ÖDG, und führt aus: „Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes sollten für ein optimales Management der Erkrankung regelmäßig ihre behandelnde Ärztin beziehungsweise ihren behandelnden Arzt konsultieren. Dies bedeutet in der heute gelebten Praxis gleichzeitig Anfahrtswege, Wartezeiten und weiteren Aufwand, der sich auf deren Erwerbstätigkeit und den gesamten Alltag auswirkt. Die technischen Voraussetzungen sind vorhanden, um unseren Patientinnen und Patienten diesen Aufwand teilweise zu ersparen.“

    Portrait: Prim. Univ.-Prof. Dr. Martin Clodi zum Thema Telemedizin.(c) privat
    Martin Clodi möchte den technologischen Fortschritt nutzen und gezielt zum Wohle der Patientinnen und Patienten weiterentwickeln.

    Ein guter Teil der Besuche virtuell

    „Wir gehen davon aus, dass je nach Diabetestyp und medizintechnischer Ausstattung der Patientinnen und Patienten ein guter Teil der Ambulanzbesuche durch einen telemedizinischen Termin ersetzt werden könnte. Dies bedeutet keine Wartezeit für die telemedizinisch betreute Person und für alle anderen Patientinnen und Patienten kürzere Wartezeiten. Gleichzeitig fallen Anfahrtswege weg, was wiederum CO2 und Parkplätze spart. So profitiert am Ende des Tages auch die Umwelt von einer Ausweitung der telemedizinischen Versorgung. Und gerade Menschen aus ländlichen Regionen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität ersparen sich viel Reisezeit,“ sagt OA Dr. Michael Resl, ebenfalls aus dem Konventhospital Barmherzige Brüder Linz und Erster Sekretär der ÖDG.

    Geeignete Patientinnen- und Patientengruppen

    Sowohl für Patientinnen und Patienten mit Typ-1- als auch Typ-2-Diabetes kann diese Form der Patientinnen- und Patientenbetreuung gewählt werden. Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 sind immer häufiger mit Pumpen und Sensoren ausgestattet. Die Daten, die für das Gespräch notwendig sind, sind somit bereits in elektronischer Form vorhanden und können mit der Zustimmung der Patientinnen und Patienten beziehungsweise durch Zusendung durch die betroffenen Personen auf ärztlicher Seite eingesehen werden. Bei der großen Gruppe von Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 könnten all jene, die gut eingestellt sind, ihre Aufzeichnungen über die regelmäßige Blutzuckermessung zur Verfügung stellen oder in hausärztlicher und somit wohnortnaher Versorgung den HbA1c-Wert und weitere Blutwerte bestimmen lassen.

    Vertrauen und gutes Verhältnis

    Für die telemedizinische Betreuung kommen ausschließlich Folgekontakte in Betracht. „Zuerst muss ich die Patientinnen und Patienten persönlich kennengelernt haben. Das Vertrauen muss durch mehrere Kontakte etabliert werden, dann kann die weitere Betreuung in vielen Fällen mit Datentransfer und einer telefonischen Konsultation erfolgen“, betont Resl.

    Gut vorbereitet ins Telefonat

    Die telemedizinische Visite ist auf ärztlicher Seite gleich aufwendig wie ein persönliches Gespräch vor Ort. Die Daten müssen vorab empfangen und eingesehen werden. Die notwendigen Zustimmungserklärungen sind einzuholen. Im Gespräch selbst besteht dann aber die Möglichkeit sich stärker auf die gemeinsame Analyse der erhobenen Daten zu konzentrieren.

    Portrait Dr. Michael Resl. (c) Strobl
    Michael Resl sieht viele Vorteile in der Telemedizin, allerdings müsse man zuerst die Patientinnen und Patienten persönlich kennenlernen und eine Vertrauensbasis aufbauen.

    Fehlende Strukturen

    Heute wird telemedizinische Versorgung, wenn sie von den Patientinnen und Patienten eingefordert wird, vorwiegend „informell“ angeboten. Gleichzeitig stellen sich beim Thema Telemedizin auch viele rechtliche Fragen, die einer Klärung bedürfen. Beispiele sind hier die Datenschutzthematik aber auch Haftungsfragen. „Die ÖDG will alles dazu beitragen, dass die Voraussetzungen geschaffen werden, um Patientinnen und Patienten ein effizientes telemedizinisches Versorgungsangebot, ohne Einschränkungen bei der Qualität der Betreuung, bieten zu können,“ betont ÖDG Präsident Clodi abschließend.

    Über die Österreichische Diabetes Gesellschaft [ÖDG]

    Die Österreichische Diabetes Gesellschaft [ÖDG] ist die ärztlich-wissenschaftliche Fachgesellschaft der österreichischen Diabetes-Experteninnen und Experten. Ordentliche Mitglieder der Gesellschaft sind Ärzt•innen und wissenschaftlich einschlägig orientierte Akademiker•innen. Assoziierte Mitglieder sind Diabetesberater•innen und Diätolog•innen.

    Die Österreichische Diabetes Gesellschaft sieht es als ihre Aufgabe, die Gesundheit und Lebensqualität von Menschen mit Diabetes mellitus zu verbessern. Sie setzt sich daher für die Anliegen der Betroffenen ein. Sie fordert und fördert die stetige Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Diabetes mellitus. Sie unterstützt die Forschung und verbreitet wissenschaftliche Erkenntnisse aller den Diabetes berührenden Fachgebiete sowohl zur Verbesserung der medizinischen Betreuung als auch zur bestmöglichen Vorbeugung von Neuerkrankungen.

    Informationen über die Aktivitäten der ÖDG finden sie HIER.

    (Bilder: AdobeStock, privat, Strobl)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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