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    Home»Körper & Geist»Diabetes»Der Zuckergehalt in Getränken ist auf dem richtigen Weg: runter
    Getränke in einem Supermarktregal. (c) Pixabay.com

    Der Zuckergehalt in Getränken ist auf dem richtigen Weg: runter

    12. Apr. 20195 Mins Lesezeit

    Wie viel Zucker ist in unseren Getränken? Tendenziell zu viel. Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) und das vorsorgemedizinische Institut SIPCAN setzen sich daher seit langem für eine Zuckerreduktion in Lebensmitteln ein. Die neu erschienene SIPCAN-Getränkeliste zeigt, dass der durchschnittliche Zuckergehalt in Getränken 2019 im Vergleich zu 2010 um 18,3 Prozent gesunken ist. Das bedeutet, dass bereits zwei Drittel der untersuchten Getränke den Kriterien entsprechen – und es geht noch weiter: Neue Orientierungswerte werden ab September 2019 Industrie, Gastronomie und Handel zusätzlich fordern und für eine weitere Reduktion des Zuckergehalts in Getränken sorgen.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    „Generell wird zu viel Zucker konsumiert und dies gilt auch für Getränke.“
    Die SIPCAN-Getränkeliste
    SIPCAN-Getränkelisten-Logo: Orientierung bereits am Etikett
    Neue Orientierungswerte für den Zuckergehalt in Getränken ab 09|2019
    Süßstoffe auch weiterhin kein guter Ersatz
    Service


    „Generell wird zu viel Zucker konsumiert und dies gilt auch für Getränke.“

    „Speziell für die Volkskrankheit Diabetes spielt die Wahl des richtigen Getränks eine ganz entscheidende Rolle, um den Ausbruch der Krankheit zu verhindern oder Folgeschäden zu vermeiden. Mit Zucker gesüßte Getränke tragen durch den raschen Anstieg des Blutzuckers und ihrem gleichzeitig geringen Sättigungspotenzial zu Übergewicht und Insulinresistenz (einer Vorstufe des Typ 2 Diabetes) bei. Das wurde in den letzten Jahren eingehend untersucht. Weltweite Vergleichsstudien beweisen den starken Zusammenhang zwischen dem Konsum von sogenannten Softdrinks und der Entstehung von Übergewicht, Adipositas, Fettleber und Diabetes„, erklärt die Präsidentin der Österreichischen Diabetes Gesellschaft, Univ. Prof.in Dr.in Alexandra Kautzky-Willer.

    „Ideale Durstlöscher sind vorrangig Wasser und ungesüßte Tees. Vom Handel und der Gastronomie wird aber ständig eine Fülle von gesüßten Getränken angeboten. Konsumentinnen und Konsumenten brauchen Orientierung, um zu wissen, welches Getränk für sie gesund bzw. zumindest vertretbar verträglich ist.“

    Der Zuckergehalt in Fruchtsäften sollte nicht unterschätzt werden. (c) Pixabay.com
    Ein genereller Rückgang des Zuckergehalts bei Getränken ist erfreulich, aber der Gehalt ist immer noch viel zu hoch.

    Die SIPCAN-Getränkeliste

    In einer jährlichen wissenschaftlichen Untersuchung wird von SIPCAN bundesweit das Getränkeangebot in PET-Flaschen sowie Kartonverpackungen von 0,20 bis 0,75 Liter analysiert. Die klaren Orientierungskriterien für diese Langzeitstudie lauten: Getränke sollen maximal 7,4 g Zucker pro 100 ml sowie keine Süßstoffe enthalten. Die aktuelle Erhebung umfasst 696 Produkte und zeigt, dass der Anteil an Getränken, die den Orientierungskriterien entsprechen, im Vergleich zu den Vorjahren weiter zugenommen hat. Aktuell liegt dieser bei 64,5 Prozent. Im Vergleich zur ersten Untersuchung aus dem Jahr 2010 entspricht dies einer Reduktion von 18,3 Prozent Zucker.

    „Das bedeutet, dass derzeit in einem Supermarkt mit einem repräsentativen Getränkeangebot zwei Drittel der angebotenen Produkte den Orientierungskriterien entspricht“, erklärt Univ.-Prof. Prim. Dr. Friedrich Hoppichler, Vorstand von SIPCAN und Präsident der Österreichischen Adipositas Gesellschaft, „Pro 100 ml Getränk sind derzeit 6,15 g Zucker im Durchschnitt enthalten. 2010 waren es noch 7,53 g. Dies zeigt, dass die Orientierungskriterien der SIPCAN-Getränkeliste Einfluss auf den Markt haben.“

    SIPCAN-Getränkelisten-Logo: Orientierung bereits am Etikett

    Um die Einhaltung der Orientierungskriterien für die Wirtschaft attraktiver zu machen, wurde vor einem Jahr den Getränkeproduzenten die Nutzung des SIPCAN-Getränkelisten-Logos zugänglich gemacht. Immer mehr Unternehmen nutzen diese Möglichkeit. Auch auf immer mehr Getränkeetiketten findet sich das Logo der SIPCAN-Getränkeliste als sichtbares Zeichen des Engagements.

    (c) Sipcan

    Hoppichler betont: „Je mehr Menschen sich an den vorgeschlagenen Kriterien orientieren und diese für ihre Kaufentscheidung heranziehen, desto stärker wird die Industrie reagieren. Der Genuss muss selbstverständlich auch weiterhin stimmen. Dass dies funktionieren kann, zeigt die steigende Anzahl an Getränken mit moderatem Zuckergehalt“.

    Neue Orientierungswerte für den Zuckergehalt in Getränken ab 09|2019

    Um den Druck auf die Industrie weiter aufrecht zu halten und eine kontinuierliche Zuckerreduktion weiter zu forcieren, gilt ab September 2019 – also mit dem Start des neuen Schuljahres – ein neuer Orientierungswert für den Zuckergehalt, den sich jeder merken sollte. Dieser lautet dann 6,7 g statt 7,4 g Zucker pro 100 ml.

    Der Wert ergibt sich daraus, dass der vormalige Toleranzbereich von 25 Prozent auf 12,5 Prozent halbiert wird. Hoppichler betont: „Gerade der Toleranzbereich ist für den Erfolg der Getränkeliste entscheidend, denn zu idealistische Ziele können für die Gesundheitsförderung wie Gift wirken und gute Ideen schnell in der Schublade verschwinden lassen, weil sie in der Praxis nicht umsetzbar sind. Mit dem Orientierungswert wurde ein Wert definiert, der sowohl für die KonsumentInnen als auch für die Getränkeproduzenten ein erreichbares Ziel darstellt. Im September 2019 gehen wir den nächsten Schritt und stecken das Ziel etwas höher.“

    Süßstoffe auch weiterhin kein guter Ersatz

    Das zweite Kriterium für Getränke bleibt unterdessen unverändert. Dieses lautet: keine Süßstoffe. Hoppichler führt aus: „Von Beginn an verfolgte SIPCAN, in Abstimmung mit dem Gesundheits- und Bildungsministerium, das Ziel, dass die gesündere Wahl zur leichteren wird. Bei süßstoffhaltigen Getränken ist bis heute nicht ersichtlich, wie süß diese tatsächlich sind. Somit gibt es keinerlei Orientierung für den Verbraucher und die Verbraucher gewöhnen sich langfristig immer mehr an zu süßen Geschmack.“

    Nahaufnahme: Wasser, das aus einer Flasche in ein Glas eingeschenkt wird, (c) Pixabay.com
    Wasser oder ungesüßte Tees sind – immer noch – die besten Durstlöscher: ohne Zucker und/ oder Süßstoffe.

    Kautzky-Willer ergänzt: „Gleichzeitig zeigen aktuelle Ergebnisse aus klinischen Studien, dass Süßstoffe keinen positiven Effekt auf den Body Mass Index haben. Dies wird durch Ergebnisse gestützt, wonach sogar mit einer Gewichtszunahme zu rechnen ist. Zusätzlich stehen Süßstoffe in Verbindung mit mehr Neuerkrankungen an Bluthochdruck, Diabetes Mellitus und am metabolischen Syndrom. Letzteres steht für ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Aktuelle Auswertungen großer Datensätze zeigen, dass der Konsum von zuckersüßen Getränken mit einem höheren Sterberisiko, v.a. durch kardiovaskuläre Erkrankungen bedingt, bei beiden Geschlechtern einhergeht. Darüber hinaus wurde speziell für Frauen aber auch ein Zusammenhang von mit Süßstoff gesüßten Getränken und einer kürzeren Lebenserwartung gezeigt, der ab vier Portionen pro Tag signifikant war“.

    Die Ergebnisse der Langzeitstudie von SIPCAN zeigen, dass im Jahr 2010 noch jedes sechste Getränk Süßstoffe enthielt (16,6 Prozent). 2019 trifft dies nur mehr auf jedes achte Produkt (11,8 Prozent) zu. Der Anteil an süßstoffhaltigen Getränken ist also ebenfalls stark gesunken.

    Hoppichler erklärt: „Jeder von uns muss eine ehrliche Chance bekommen, sich an weniger Süße gewöhnen zu können. Auf diese Weise wird es langfristig möglich, einen gesünderen Lebensstil zu erreichen.“

    Service

    Die Ergebnisse der aktuellen Studie können sie HIER als Pdf downloaden. Außerdem steht ihnen einen praktische App zur Verfügung, mit der sie jederzeit den Zuckergehalt der jeweiligen Getränke nachschauen können.

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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