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    Home»Körper & Geist»Diabetes»Weltdiabetestag: Holen sie sich mehr Lebenszeit und Lebensqualität
    Die Hand einer Ärztin, die bei einer alten Frau den Blutzucker misst. (c) AdobeStock

    Weltdiabetestag: Holen sie sich mehr Lebenszeit und Lebensqualität

    14. Nov. 20228 Mins Lesezeit

    Am 14. November findet jährlich der Weltdiabetestag statt, um auf die großen Gefahren und weltweite Verbreitung dieser Erkrankung aufmerksam zu machen. Die Österreichische Diabetes Gesellschaft [ÖDG] informiert aus diesem Anlass über neueste Erkenntnisse, die beweisen, dass Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 selbst viel beitragen können, um sich zusätzliche qualitative Lebenszeit zu holen und präsentiert technische Errungenschaften, die das Leben mit Diabetes mellitus Typ 1 leichter und gesünder machen.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Diabetes betrifft die gesamte Gesellschaft
    Frühe Diagnose und Therapie
    HbA1c jetzt
    Wer sollte sein Diabetesrisiko bestimmen lassen?
    „Lebenszeit schenken“ versus „Sich selbst Lebenszeit holen“
    Keine schlaflosen Nächte mehr – dank innovativer Technik
    Lebensqualität und Lebensfreude von Kindern/ Jugendlichen mit Diabetes
    Über den Weltdiabetestag
    Über die Österreichische Diabetes Gesellschaft [ÖDG]



    Diabetes betrifft die gesamte Gesellschaft

    Schon jeder zehnte Erwachsene ist von Diabetes Mellitus Typ 2 betroffen und unter Kindern steigt die Zahl der Diabetes mellitus Typ 1 Fälle stetig an. „Der Weltdiabetestag ist eine gute Gelegenheit, kurz innezuhalten und sowohl die Probleme zu bedenken, die mit dieser Erkrankung einhergehen, als auch die medizinischen Erfolge zu feiern, die wir erreicht haben“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Martin Clodi, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin im Konventhospital Barmherzige Brüder Linz und Präsident der ÖDG, und führt aus: „Studien belegen klar, dass Screening, frühe Diagnose und zielgerichtete Therapie zum Erhalt der Lebensqualität und zur Reduktion der Sterblichkeit maßgeblich beitragen.“

    Frühe Diagnose und Therapie

    Am diesjährigen Europäischen Diabetes Kongress [EASD] wurde eine britische Studie präsentiert, die eine große Gruppe von Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 seit 44 Jahren laufend kontrolliert. Mit diesen Langzeitdaten konnte schlüssig bewiesen werden, dass eine frühe Diabetestherapie zu weniger Todesfällen und zu einer Verringerung der Schäden an den Organsystemen führt. Durch die Therapie werden die gefährlichen Hyperglykämien vermieden. Denn zu viel Zucker im Blut schädigt die Gefäße ab dem ersten Mal und jede weitere Hyperglykämie schädigt wieder und weiter.

    Clodi erläutert: „Daraus folgt, dass Früherkennung und eine gute Kontrolle des Blutzuckerwerts entscheidend sind, um Leben zu verlängern, sowie Gesundheit und Lebensqualität trotz chronischer Erkrankung zu erhalten.“ Weitere Studien der letzten Jahre zeigten zusätzlich, dass eine Umstellung des Lebensstils bei Prädiabetes, die Entstehung eines manifesten Diabetes verzögern oder sogar verhindern kann.

    Dr. Michael Resl, Dr.in Maria Fritsch, Dr. Martin Clodi und Thomas Führer anlässlich einer PK zum Weltdiabetestag.(c) Österreichische Diabetes Gesellschaft/ Fotodienst/ Christian Mikes
    Dr. Michael Resl, Dr.in Maria Fritsch, Dr. Martin Clodi und Thomas Führer.

    HbA1c jetzt

    Beide Erkenntnisse führen zu einem klaren Auftrag an alle Ärztinnen und Ärzte ihre Risiko-Patient•innen regelmäßig auf Diabetes und Prädiabetes zu screenen. Dies ist am einfachsten durch einen HbA1c Bluttest möglich und wird bei Risiko-Patient•innen auch erstattet. Die ÖDG ist gerade dabei, Ärzt•innen an dieses wichtige Thema anlässlich des Weltdiabetestages zu erinnern. Menschen, die sich fragen, ob sie ein Diabetes-Risiko haben, sind aufgerufen auch selbst proaktiv ihre Ärzt•innen um eine HbA1c-Untersuchung zu bitten.

    Wer sollte sein Diabetesrisiko bestimmen lassen?

    Ab dem 45. Lebensjahr empfiehlt die ÖDG allen Menschen ihr Diabetes-Risiko anhand des HbA1c-Werts oder eines oralen Glukosetoleranztests bestimmen zu lassen. Bereits vor dem 45. Lebensjahr sollte bei Vorliegen folgender Risikokonstellationen eine Untersuchung mittels HbA1c erfolgen:

    • wenn erstgradig Verwandte [Eltern, Geschwister] an Diabetes erkrankt sind
    • bei Übergewicht
    • körperliche Inaktivität
    • bei kardiovaskulärer Vorerkrankung
    • bei Vorliegen eines metabolischen Syndroms
    • bei Bluthochdruck
    • bei Fettstoffwechselstörungen, vor allem bei einem niedrigen HDL-Wert
    • wenn eine Fettlebererkrankung diagnostiziert wurde
    • qenn Frauen bereits einen Schwangerschaftsdiabetes hatten
    • bei Vorliegen eines polyzystischen Ovarialsyndroms
    • chronischer Tabakkonsum

    „Lebenszeit schenken“ versus „Sich selbst Lebenszeit holen“

    Bei allen Erkenntnissen, die ein erfreuliches Bild der Erfolge der Diabetologie zeichnen, darf eines aber nicht vergessen werden: Ein elementarer Bestandteil jeder Diabetestherapie ist immer auch die Umstellung des Lebensstils in Richtung mehr Bewegung und gesünderer Ernährung. „Der Beitrag der Patientinnen und Patienten zum Therapieerfolg ist entscheidend. Wir können nur Lebenszeit schenken, wenn sich die Patientinnen und Patienten selbst Lebenszeit holen!“, betont OA Dr. Michael Resl, ebenfalls aus dem Konventhospital Barmherzige Brüder Linz und Erster Sekretär der ÖDG.

    Resl weiter: „Mehr Muskelmasse und weniger Körperfett verhindern Hyperglykämien und tragen so zu einem gesünderen Leben bei – unabhängig davon, ob es sich um Prädiabetes oder Diabetes handelt. Darum lautet der Aufruf der ÖDG an alle Menschen mit Diabetesrisiko oder Diabetes: Holen sie sich zusätzliche Lebensjahre durch Bewegung und gesündere Ernährung!“

    Keine schlaflosen Nächte mehr – dank innovativer Technik

    Diabetes mellitus Typ 1 betrifft rund fünf Prozent der Menschen mit Diabetes, tritt meist in jüngeren Jahren auf und ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Insulin-produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse [Pankreas] zerstört werden. Da so absolut kein Insulin produziert wird, muss Insulin ein Leben lang regelmäßig und abhängig von der Nahrungsmittelaufnahme und der körperlichen Aktivität zugeführt werden. Das erfordert eine hohe Aufmerksamkeit und eine ständige Beschäftigung mit der Erkrankung. Gerade bei Kleinkindern mit Diabetes mellitus Typ1 ist dies aufgrund des sehr geringen Insulinbedarfs und des schwer vorhersagbaren Bewegungs- und Essverhaltens bisher eine große Herausforderung für die Eltern.

    Priv.-Doz.in Dr.in Maria Fritsch, Klinische Abteilung für Allgemeine Pädiatrie der Medizinischen Universität Graz und Vorstandsmitglied der ÖDG erklärt: „Heute besteht die Möglichkeit mit einer modernen Technologie, der künstlichen Bauchspeicheldrüse [auch „Closed-Loop System“] eine bessere Einstellung des Blutzuckerwertes zu erreichen und leichter im sogenannten Zielbereich zwischen langfristig schädlichem Über- und lebensbedrohlichem Unterzucker zu bleiben.“ Die dafür eingesetzten Insulinpumpen mit automatischer Insulin-Dosierung werden“ Hybrid-Closed-Loop Systeme“ genannt, da sie, wenn Nahrung zugeführt wird, trotzdem noch aktive Insulingaben durch die Patient•innen oder ihre Angehörigen erfordern.

    Im Rahmen des von der Universität Cambridge koordinierten, internationalen EU-Projekts KidsAP [Horizon2020 Programm], an dem neben weiteren europäischen Studienzentren auch die Medizinischen Universitäten in Innsbruck, Graz und Wien maßgeblich beteiligt waren, wurde Sicherheit und Wirksamkeit eines von der Universität Cambridge entwickelten „Hybrid-Closed-Loop-Systems“ bei Kindern im Alter von ein bis sieben Jahren untersucht. Fritsch bestätigt: „Nicht nur die Blutzuckereinstellung der kleinen Kinder konnte sicher und effektiv verbessert werden. Eltern berichteten über extreme Erleichterungen im Alltag bei weniger Arbeitsaufwand und deutlicher Verbesserung der Schlafqualität.“

    Dr.in Maria Fritsch.(c) Österreichische Diabetes Gesellschaft/ Fotodienst/ Christian Mikes
    Dr.in Maria Fritsch informiert über neueste Entwicklungen bei der Behandlung von Diabetes mellitus Typ 1.

    Lebensqualität und Lebensfreude von Kindern/ Jugendlichen mit Diabetes

    Thomas Führer, Vorstandsmitglied von „Wir sind Diabetes“ und Mitglied von „IDF Young Leaders in Diabetes“, hat selbst 2012 in der Unterstufe die Diagnose Diabetes mellitus Typ 1 erhalten. Seine persönliche Erfahrung beschreibt er so: „Für mein soziales Leben in der Schule und meine Lebensfreude war es entscheidend, dass meine Familie mich dabei unterstützt hat, Unwissenheit und Ängste vor der Erkrankung sowohl bei Lehrer•innen wie auch bei Mitschüler•innen abzubauen. Durch diese Aufklärung war es mir möglich, überall mitmachen zu können und für potenzielle medizinische Notfälle auch zugleich vorgesorgt zu haben.“

    Durch sein Engagement bei Diabetes-Selbsthilfe-Organisationen kennt er auch Schicksale anderer Kinder und Jugendlicher, die von sportlichen Aktivitäten, Wandertagen oder Schikursen ausgeschlossen wurden und dadurch auch Ausgrenzung in der Klassengemeinschaft erfahren mussten. Darum engagiert er sich in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Diabetes Gesellschaft bei den „Young Leaders in Diabetes“ einer Initiative der Internationalen Diabetes Föderation [IDF].

    Das in weiterer Folge von Thomas Führer und Karin Duderstadt entwickelte Projekt „Schüler für Schüler“ www.schuelerfuerschueler.at, das in kurzen Videos Mitschüler•innen und Lehrende über das Leben von Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen informiert, soll dabei das Bewusstsein aller in Österreich stärken. Denn Aufklärung sei das stärkste Mittel, um die noch immer präsenten Ängste und Unwissenheiten beseitigen zu können.

    Thomas Führer anlässlich einer PK zum Weltdiabetestag.(c) Österreichische Diabetes Gesellschaft/ Fotodienst/ Christian Mikes
    Thomas Führer setzt im Umgang mit Diabetes unter anderem auch sehr stark auf Aufklärung.

    Über den Weltdiabetestag

    Der Weltdiabetestag wird jedes Jahr am 14. November, dem Geburtstag des Insulin-Pioniers Frederick Banting, begangen. Banting konnte 1921 erstmals mit seinem Kollegen Charles Best Insulin aus der Bauchspeicheldrüse eines Hundes extrahieren und bei einem anderen Hund mit Diabetes dessen blutzuckersenkenden Effekt nachweisen. Er erhielt dafür noch im selben Jahr den Nobelpreis für Medizin. In Gedenken an seine Leistung wurde 1991 von der International Diabetes Federation [IDF] und der WHO der World Diabetes Day als Reaktion auf die wachsende weltweite Diabetesepidemie ins Leben gerufen.

    Seit 2007 ist der Weltdiabetestag als Folge der UN-Resolution 61/ 225 zu Diabetes offizieller United Nations Day. In den letzten Jahren hat sich der Weltdiabetestag zu einem jährlich wachsenden Event entwickelt, der weltweit Millionen Menschen in über 160 Ländern in ihrem Bemühen, Aufmerksamkeit und Bewusstsein für die Krankheit, ihre Prävention und Behandlung zu schaffen, vereint. Weitere Informationen zum Weltdiabetestag erhalten sie auf der Website der Internationalen Diabetes Föderation.

    Über die Österreichische Diabetes Gesellschaft [ÖDG]

    Die Österreichische Diabetes Gesellschaft [ÖDG] ist die ärztlich-wissenschaftliche Fachgesellschaft der österreichischen Diabetes-Experten•innen. Ordentliche Mitglieder der Gesellschaft sind Ärzt•innen und wissenschaftlich einschlägig orientierte Akademiker•innen. Assoziierte Mitglieder sind Diabetesberater•innen und Diätolog•innen. Die Österreichische Diabetes Gesellschaft sieht es als ihre Aufgabe, die Gesundheit und Lebensqualität von Menschen mit Diabetes mellitus zu verbessern. Sie setzt sich daher für die Anliegen der Betroffenen ein. Sie fordert und fördert die stetige Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Diabetes mellitus. Sie unterstützt die Forschung und verbreitet wissenschaftliche Erkenntnisse aller den Diabetes berührenden Fachgebiete sowohl zur Verbesserung der medizinischen Betreuung als auch zur bestmöglichen Vorbeugung von Neuerkrankungen.

    Informationen über die Aktivitäten der ÖDG finden sie unter www.oedg.at

    (Bilder: AdobeStock, Österreichische Diabetes Gesellschaft/ Fotodienst/ Christian Mikes (3x))

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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