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    Home»Körper & Geist»Hörgesundheit»Tinnitus – neue Hoffnung für über 1 Million betroffene ÖsterreicherInnen
    Eine Frau, die sich mit einer Hand ihr schmerzendes Ohr hält. (c) AdobeStock

    Tinnitus – neue Hoffnung für über 1 Million betroffene ÖsterreicherInnen

    27. Feb. 20234 Mins Lesezeit

    Rund eine Million Österreicherinnen und Österreicher leiden unter Tinnitus, einem ständigen Ohrgeräusch, das so manchen in den sprichwörtlichen Wahnsinn treibt. Die wissenschaftlich basierte digitale Gesundheitsanwendung Kalmeda® Tinnitus-App verspricht Abhilfe und konnte in Studien eine Wirkung nach bereits drei Monaten nachweisen. Dennoch wird sie – im Gegensatz zu Deutschland – nicht von der Sozialversicherung erstattet. Die Österreichische Gesellschaft vom Goldenen Kreuze [ÖGGK] hat deshalb eine Initiative gestartet und übernimmt für Betroffene die Kosten der ersten drei Monate.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Tinnitus – das „Klingeln der Ohren“
    Komplexe Erkrankung mit organischen und psychischen Ursachen
    Kognitive Verhaltenstherapie via App
    Digitale Gesundheitsanwendungen in Österreich noch in den Kinderschuhen
    Über die Österreichische Gesellschaft vom Goldenen Kreuze
    Über Sanova Pharma GesmbH


    Tinnitus – das „Klingeln der Ohren“

    Jeder sechste Mensch im deutschsprachigen Raum ist zumindest zeitweise von Tinnitus betroffen – dem Ohr- oder Kopfgeräusch, das von keiner äußeren Schallquelle verursacht wird. Das sind umgelegt auf Österreich rund eine Million Menschen. Und davon geben laut Österreichischer Tinnitus-Liga rund 100.000 Personen an, ganz massiv unter der Erkrankung zu leiden.

    Vor allem wenn das Symptom chronisch wird, ist es für die Betroffenen oft unerträglich. Es kann sich durch Piepen, Klopfen, Rauschen, Klicken, Pochen oder Brummen äußern und sowohl einseitig als auch auf beiden Ohren bemerkbar machen. Die Lautstärke wird von Mensch zu Mensch, zu verschiedenen Zeiten sehr unterschiedlich empfunden: vom leisen, fast angenehmen Säuseln bis hin zum Dröhnen von Düsenjets oder Pressluftbohrern.

    Die Hände einer Frau, die auf ihrem Smartphone die Tinnitus-App bedient.(c) blackzheep_stock.adobe.com
    Die ÖGGK übernimmt für Betroffene die Kosten der Tinnitus-App für die ersten drei Monate.

    Komplexe Erkrankung mit organischen und psychischen Ursachen

    Menschen, die an Tinnitus leiden, suchen oft vergeblich nach einer helfenden Therapie. „Tinnitus ist eine komplexe Erkrankung, die organische und psychische Ursachen hat“, erklärt HNO-Arzt Johan- nes Schobel, der im Tinnituszentrum St. Pölten in den letzten Jahren weit über 3.000 Patientinnen und Patienten betreut hat. Zwar lassen sich die Begleiterkrankung medikamentös therapieren, für den chronischen Tinnitus selbst stehen seiner Einschätzung nach aber keine zufriedenstellenden Therapien zur Verfügung.

    Kognitive Verhaltenstherapie via App

    Ein vielversprechender Ansatz, der vielen hilft, ist die kognitive Verhaltenstherapie. Diese ist jedoch, so Schobel, in Österreich kaum verfügbar. Um sie möglichst vielen einfach zugänglich zu machen, haben HNO-Ärztinnen und Ärzte in Zusammenarbeit mit Psychologinnen und Psychologen deshalb die Kalmeda® Tinnitus-App entwickelt.

    Es handelt sich dabei um keine simple Wellness- oder Gesundheits-App, sondern eine sogenannte digitale Gesundheitsanwendung [DIGA], die als Medizinprodukt hohe Anforderungen an Qualität und Datensicherheit erfüllen muss. Sie bietet eine wissenschaftlich basierte Therapie, ist zertifiziert und musste den Nutzen durch klinische Studien nachweisen. In Deutschland zählt sie seit Oktober 2020 zur Regelversorgung und wird als erste DIGA überhaupt von gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

    Digitale Gesundheitsanwendungen in Österreich noch in den Kinderschuhen

    Hierzulande ist eine Erstattung durch die Sozialversicherung noch nicht gegeben. „Daher haben wir uns entschieden, als gemeinnützige Organisation Betroffenen zu helfen und in einer Initiative die Kosten der Kalmeda®-App für 90 Tage zu übernehmen“, sagt Erika Sander, Generalsekretärin der Österreichischen Gesellschaft vom Goldenen Kreuze.

    Erste Rückmeldungen sind ermutigend. „Ohne diese Hilfe wäre meine Lebensqualität mit Sicherheit eine viel schlechtere“, berichtet etwa Nutzerin Maria L. aus Mödling. „An schlechten Tagen helfen mir die zur Verfügung gestellten Sounds sehr. Hilfreich und motivierend sind die „Primer“-Symbole, die mich an das Wesentliche erinnern und die Aufmerksamkeit zu mir selbst und weg vom Geräusch im Ohr lenken. Die App ist kein Wunderding, das den Tinnitus wegzaubert. Aber in meinem Fall habe ich durch die App erkannt, dass ich es selbst in der Hand habe, wie ich dauerhaft damit zurechtkommen werde. Mein gesamter Organismus wird seit der Anwendung durch die Kalmeda®-App entlastet.“

    In klinischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass es bereits nach dreimonatiger Anwendung der App zu einer signifikanten Reduzierung der Tinnitusbelastung kam. Mehr Informationen über die in Österreich von Sanova Pharma vertriebene DiGA finden sie unter https://sanova.at/diga/ sowie unter https://kalmeda.at.

    Startscreen der Tinnitus-App auf einem Smartphone(c) mynoise
    Die Tinnitus-App kann Betroffene dabei unterstützen, wieder mehr Lebensqualität zu erlangen.

    Über die Österreichische Gesellschaft vom Goldenen Kreuze

    Die Österreichische Gesellschaft vom Goldenen Kreuze [ÖGGK] ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit seiner Gründung im Jahr 1893 vorwiegend der Durchführung von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung widmet.

    Über Sanova Pharma GesmbH

    Sanova ist ein österreichisches Unternehmen mit Hauptsitz in Wien, einer Betriebsstätte in Gallspach/ OÖ und Tochtergesellschaften in Tschechien und der Schweiz. Darüber hinaus betreut Sanova vom österreichischen Standort aus mehrere Länder in Osteuropa und Asien. Im Bereich Brand Management sucht das Unternehmen weltweit nach wertvollen Gesundheitsprodukten und importiert diese dann in die von ihm betreuten Länder.

    (Bilder: AdobeStock, blackzheep_stock.adobe.com, mynoise)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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