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    Home»Pflege & Betreuung»Ergotherapie – damit das Leben in ihren eigenen Händen bleibt
    Ergotherapie: eine Therapeutin hält die Hand einer Patientin, die im Rollstuhl sitzt, am Rad, um sie beim Anschieben zu unterstützen. (c) Schultz & Schultz/ Ergotherapie Austria

    Ergotherapie – damit das Leben in ihren eigenen Händen bleibt

    25. Okt. 20194 Mins Lesezeit

    Ergotherapie leitet sich vom Griechischen „ergein“ [handeln, tätig sein] ab. Diese Therapieform geht davon aus, dass Aktiv- und Tätig Sein ein menschliches Grundbedürfnis ist. In diesem Sinn haben gezielt eingesetzte Tätigkeiten und Aktivitäten eine gesundheitsfördernde, heilende und therapeutische Wirkung. Oberstes Ziel jeder Ergotheapie: die Handlungsfähigkeit im Alltag entweder so weit wie möglich wieder herzustellen oder so gut es geht zu erhalten.

    Am 27. Oktober wird weltweit der Welttag der Ergotherapie gefeiert und damit eine Profession in den Mittelpunkt gestellt, die mit Menschen jeden Alters daran arbeitet, ihr Leben [wieder] selbst in die Hand zu nehmen. Als Expertinnen/ Experten für Betätigung unterstützten Ergotherapeutinnen und -therapeute auf dem Weg zu einem möglichst langen selbstbestimmten Leben. Denn Ergotherapie hilft, Menschen bei der Durchführung von für sie bedeutungsvollen Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit/ Erholung zu stärken.

    Das erlaubt den Klienten, ihre Handlungsfähigkeit im Alltag, ihre gesellschaftliche Teilhabe und ihre Lebensqualität und somit –zufriedenheit zu verbessern.

    Ergotherapie: eine Therapeutin hilft einer Patientin beim Schuhe Anziehen. (c) Schultz & Schultz/ Ergotherapie Austria
    Ergotherapeuten/ innen helfen unter anderem dabei, so – für gesunde Menschen – banale Dinge wie Schuhe anziehen wieder alleine und ohne fremder Hilfe zu schaffen.
    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Aktivitäten des täglichen Lebens als Grundlage
    Umfangreiches Betätigungsfeld
    Bedeutungsvolles Tun als Schlüssel zum Erfolg
    Ergotherapie – gemeinsam mehr erreichen

    Aktivitäten des täglichen Lebens als Grundlage

    Bedeutungsvolle Betätigung, Aktivität und gesellschaftliche Partizipation haben einen wichtigen Einfluss und positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Daher steht genau dieses „Tätig Sein“ im Zentrum jeder professionellen Ergotherapie.

    Mit ihren Patienten/ innen arbeiten Ergotherapeuten/ innen an gemeinsam definierten betätigungsorientierten Zielsetzungen. Diese können genauso vielfältig wie das Klientel der Ergotherapie sein: sich selbst anziehen, den eigenen Tag planen, den Beruf trotz Einschränkungen wieder ausüben oder gemeinsam mit anderen Kindern spielen können – um nur einige wenige zu nennen.

    Aus Sicht der Ergotherapie geht es also nicht nur darum, in gesundheitlichen Belangen versorgt zu sein. Es geht auch darum, Aktivitäten des täglichen Lebens zu ermöglichen und damit zur Gesundheit und in weiterer Folge zu mehr Lebensqualität beizutragen.

    Umfangreiches Betätigungsfeld

    Ergotherapeuten/ innen beraten, behandeln und fördern Patienten/ innen jeden Alters, die durch eine physische oder psychische Erkrankung, durch eine Behinderung oder durch eine Entwicklungsstörung in ihrer Selbstständigkeit und Handlungsfähigkeit beeinträchtigt bzw. von Einschränkungen bedroht sind. Sie gehen auf die jeweilige Situation der betroffenen Person ein, erarbeiten individuelle Behandlungspläne und führen Therapien sowie Maßnahmen der Prävention durch.

    Ergotherapeuten/ innen arbeiten in der Kuration und Rehabilitation in allen medizinischen Fachbereichen. Zu den wichtigsten gehören:

    • Verletzungen und Erkrankungen der Hand
      Verbesserung und/ oder Wiederherstellung der Motorik und Beweglichkeit

    • Geriatrie
      Krankheiten des alternden Menschen; gefördert bzw. stabilisiert werde vorhandene und verloren gegangene geistige, soziale und körperliche Fähigkeiten

    • Orthopädie 
      Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates; verbessert wird die Beweglichkeit, Kraft- und Belastungsaufbau, um eine größtmögliche Selbständigkeit im Alltag zu erlangen und das gesamte Bewegungsausmaßes aller Gelenke zu erweitern

    • Pädiatrie 
      Kinderheilkunde; verbessert werden unter anderem: Bewegungsabläufe, Koordination, Sinneswahrnehmung, Wahrnehmungsverarbeitung, Konzentration, Ausdauer, Motivation, Neugierde, Selbständigkeit im Alltag

    • Psychiatrie 
      Prävention, Diagnostik und Therapie psychischer Erkrankungen; gefördert werden psychische Funktionen wie Antrieb, Motivation, Belastbarkeit, Ausdauer, Flexibilität und Selbstständigkeit in der Tagesstrukturierung

    • Rheumatologie 
      Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises; verbessert werden die Beweglichkeit bzw. werden auch schmerzarme und kompensatorische Bewegungsabläufe eingeübt

    • Neurologie 
      Erkrankungen des Nervensystems beispielsweise nach einem Schlaganfall oder bei einer Parkinson Erkrankung

    • Gesundheitsförderung und Prävention
      Maßnahmen, die das Auftreten von Krankheit oder Einschränkungen im Alltag verhindern und zur Stärkung der Gesundheit beitragen; beispielsweise bei einer schlechten Körperhaltung, um gelenkschonend zu handeln, bei Gangunsicherheit zur Sturzvermeidung, etc.
    Ergotherapie: eine Patientin beim Auffädeln von kleinen Holzwürfeln mit einer Nadel. (c) Schultz & Schultz/ Ergotherapie Austria
    Auf den ersten Blick schaut es aus wie eine „Bastelstunde“. Aber gerade diese feinmotorischen Tätigkeiten sind ein wichtiger Bestandteil der Ergotherapie.

    Bedeutungsvolles Tun als Schlüssel zum Erfolg

    Besonderes Augenmerkt legt die Ergotherapie auf jene Betätigungen, die für den/ die jeweiligen Patienten/ in von besonderer Bedeutung sind. Präsidentin Marion Hackl erklärt diese individuelle Betrachtung anhand eines Beispiels aus ihrem therapeutischen Alltag: „Nehmen wir an, dass das Anziehen in der Früh so viel Kraft kostet, dass jene Betätigungen, die für die Patientin viel wichtiger und sinnstiftender sind, nicht mehr möglich sind. Dann werden wir uns in der Ergotherapie überlegen, wie wir Notwendiges gestalten bzw. organisiert können, sodass noch ausreichend Energie für andere für die Patientin wichtige Betätigungen vorhanden ist.“

    Bereits an diesem kleinen Beispiel ist die ganzheitliche Betrachtung der Ergotherapie zu erkennen. Sie zieht stets die Person mit ihren Möglichkeiten und Ressourcen – aber auch das Umfeld und die Umwelt – ins Kalkül, bevor mit konkreten Maßnahmen begonnen wird.

    Ergotherapie – gemeinsam mehr erreichen

    Gemeinsam möchten die Ergotherapie-Verbände der drei Länder Deutschland, Österreich und Schweiz aufzeigen, wie vielfältig und bereichernd die Ergotherapie im deutschsprachigen Raum ist.

    Jeder und jede ist aufgerufen, ihre Eindrücke zum Motto „Damit das Leben in Ihren Händen bleibt“ in Bildern festzuhalten und unter den Hastags #handson #welttagergotherapie #herausforderungangenommen zu posten.

    In diesem Sinn: machen sie mit und zeigen auch sie, was Ergotherapie für sie bedeutet. :)

    (Bilder: Schultz & Schultz/ Ergotherapie Austria)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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