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    Home»Freizeit & Reise»Internet & Technik»Quo vadis, Internet? Nutzer geben Prognosen für das Jahr 2069 ab
    Eine Weltkugel mit Zahlencodes darüber. (c) Pixabay.com

    Quo vadis, Internet? Nutzer geben Prognosen für das Jahr 2069 ab

    28. Nov. 20194 Mins Lesezeit

    Wie wird das Internet im Jahr 2069 beschaffen sein? Genau diese Frage wird derzeit im kostenlosen Onlinekurs „Die Technologie, die die Welt veränderte – 50 Jahre Internet“ des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) heiß diskutiert. Gut 5.000 Internet Nutzerinnen und Nutzer nehmen derzeit daran teil. Im offenen Diskussionsforum des Kurses sind bereits hunderte von interessanten Prognosen und Visionen darüber zu finden, welchen Entwicklungspfad das gerade ein halbes Jahrhundert alt gewordene Internet in den kommenden 50 Jahren nehmen könnte.

    Wir haben für sie die wichtigsten und interessantesten Ergebnisse zusammen gefasst. Wenn auch sie sich an der Diskussion beteiligen möchten, können sie sich jederzeit HIER online kostenlos anmelden.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Zahlreiche kontroverse Themen
    Quo vadis, Internet? Optimistische Voraussagen überwiegen
    Die ersten Diskutanten waren schon 1978 online
    Viele ‘ältere Semester‘ werfen den Blick in die Internet-Zukunft
    Prognosen gehen in Publikation ein

    Zahlreiche kontroverse Themen

    „Die außergewöhnlich hohe Diskutierfreudigkeit bei unserer Mitmach-Aktion hängt mit der Vielzahl an kontroversen und polarisierenden Themen zusammen“, stellt Kursleiter und Institutsdirektor Prof. Christoph Meinel fest. Oft werde über das so genannte Darknet debattiert, aber auch über Sicherheit und Datenschutz im Netz. „Besonders umstritten ist, welche sozialen Folgen das ständige Onlinesein für das menschliche Miteinander und Zusammensein hat, ob wir letztlich Treiber oder Getriebene der digitalen Transformation sind“, fasst Meinel zusammen.

    Eine Smartwatch am Handgelenk eines Mannes als Symbol dafür dass wir ständig online und im Internet sind. (c) Pixabay.com
    Nicht zuletzt auf Grund von Smartphone und Smartwatch sind viele von uns de facto immer online. Die große Frage dabei: sind wir Treiber oder Getriebene dieser Entwicklung?

    Quo vadis, Internet? Optimistische Voraussagen überwiegen

    Eine Analyse der Diskussionsbeiträge zeigt überwiegend optimistische Sichtweisen bzw. Prognosen, was die Zukunft des Internets betrifft. „Nicht wenige Kursteilnehmer geben aber auch durchaus ambivalente Stellungnahmen ab, also sowohl positive als auch kritische bis negative“, betont der HPI-Direktor.

    Hier die zukünftigen Entwicklungen, die nach seinen Angaben meist in positivem Zusammenhang gesehen werden:

    • Künstliche Intelligenz
    • Roboter allgemein
    • Befehlsausführung durch Gedankensteuerung
    • „Beamen“
    • Autonomes Fahren
    • Implantieren von Geräten, Stichwort „Cyborgs“
    • Augmented und Virtual Reality

    Überwiegend in kritischer bzw. negativer Form besprochen werden laut Meinel diese Trends im Internet:

    • Mangelnder Datenschutz
    • Ungenügender Schutz der Privatsphäre
    • Mögliche staatliche Überwachung
    • Spaltung des Internets in verschiedene Bereiche

    Die ersten Diskutanten waren schon 1978 online

    „Durchaus als Gefahr wird von vielen Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern eine mögliche Aufteilung des Internets in jeweils einen Bereich für die Wissenschaft und für kommerzielle Interessen gesehen. Aber auch die Spaltung in einen sichtbaren und einen unsichtbaren Teil [Stichwort Darknet] bereitet durchaus Unbehagen“, sagt Meinel.

    Übrigens hat keiner der Kursteilnehmer*innen angegeben, 1969 Zeitzeuge der Nachricht gewesen zu sein, dass in Kalifornien erstmals zwei Computer miteinander vernetzt wurden. „Viele unserer Diskutanten betonen, Ende der sechziger Jahre weder ein Telefon noch einen Fernseher besessen zu haben. Mit dem Internet sind sie meist erst in den achtziger und neunziger Jahren in Kontakt gekommen“, berichtet der Informatikprofessor. Ein einziger Nutzer habe mitgeteilt, bereits 1978 das erste Mal online gewesen zu sein.

    Viele ‘ältere Semester‘ werfen den Blick in die Internet-Zukunft

    Unter den Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern, die ihre Visionen zum Internet im Jahr 2069 zur Debatte stellen, seien viel mehr Ältere als sonst, sagt Meinel: „Normalerweise sind auf unserer Plattform openHPI im Durchschnitt nur rund 25 Prozent der Nutzer älter als 50 Jahre. Bei diesem Kurs zur Funktionsweise des Internets ist es aber die Hälfte„.

    Im Vergleich zu den Vorgängerkursen zum gleichen Thema aus den Jahren 2014 und 2016 melde sich ein doppelt so hoher Anteil der Teilnehmenden im Forum zu Wort und kommentiere das Geschehen – nämlich fast zehn Prozent. Und rund 58 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer haben den Diskussionsverlauf im Forum bislang zumindest passiv verfolgt, sprich gelesen.

    „Wir hoffen darauf, dass noch viele ihre Meinung dazu einbringen, wie das Internet aussehen wird, wenn es 100 Jahre alt und damit doppelt so alt wie jetzt sein wird“, sagt der HPI-Direktor. Er setzt in seinem Massive Open Online Course (MOOC) auf die Schwarm-Intelligenz Tausender. Einer, der sich schon per Video-Botschaft geäußert hat, ist HPI-Fellow Vint Cerf (76), einer der Miterfinder des Internets.

    Die Augen einer Frau mit dem Google-Logo als Pupille. (c) Pixabay.com
    Vielleicht werden wir ja in 50 Jahren gar keine Devices wie Smartphone, etc. brauchen, sondern können über Linsen, die direkt auf unseren Pupillen sind, ins Internet?

    Prognosen gehen in Publikation ein

    Zusammen mit anderen Wissenschaftler*innen seines Fachgebiets will Meinel den Verlauf und das Ergebnis der Diskussionen in einer Publikation dokumentieren: „Darauf dürfte die Welt in 50 Jahren dann wohl als historisches Dokument zurückblicken und erkennen, wie nahe wir in unserer Vorausschau der Realität im Jahr 2069 gekommen sind. Oder auch wie fern wie ihr geblieben sind“.

    Wir bleiben jedenfalls dran :)

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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