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    Home»Freizeit & Reise»Internet & Technik»MARTHA – FH Campus Wien entwickelt App für Schlaganfallpatienten
    Die Hand einer Ärztin, die mit einem Stift auf Röntgenbilder eines Gehirns zeigt. (c) AdobeStock

    MARTHA – FH Campus Wien entwickelt App für Schlaganfallpatienten

    14. Feb. 20224 Mins Lesezeit

    Um nach einem Schlaganfall schrittweise in den Alltag zurückfinden zu können, ist neben Therapie-Einheiten regelmäßiges Üben zu Hause zentral. Die App MARTHA unterstützt auf der einen Seite Patientinnen und Patienten und auf der anderen Seite Therapeutinnen und Therapeuten bei der Rehabilitation. Übungsvideos und ein individuell gestaltbares Programm zielen darauf ab, die Motorik der oberen Extremitäten und des Rumpfes nachhaltig zu fördern.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Die Zahlen sprechen für sich
    MARTHA – digitale Unterstützung für laufende Therapie
    Loslegen ohne Gebrauchsanweisung
    Klare Empfehlung und große Zufriedenheit bei Nutzerinnen und Nutzern
    Gemeinsame Entwicklung von Gesundheitswissenschaften und Technik
    FH Campus Wien – Hochschule für Zukunftsthemen


    Die Zahlen sprechen für sich

    Laut aktuellen Zahlen der Österreichischen Schlaganfall Gesellschaft erleiden jährlich zirka 25.000 Österreicherinnen und Österreicher einen Schlaganfall – das bedeutet statistisch gesehen alle 20 Minuten! Nach Herzkreislauferkrankungen und Krebserkrankungen ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache in Österreich. Bei Frauen gehen rund 1,9 Prozent der jährlichen Todesfälle auf einen Schlaganfall zurück, bei Männern sind es rund 1,4 Prozent.

    MARTHA – digitale Unterstützung für laufende Therapie

    Erleidet jemand einen Schlaganfall, ist es zumeist ein langer und steiniger Weg zurück zu einem einigermaßen „normalen“ Lebensalltag, Stichwort Rehabilitation und Therapie. Aktuell geben Therapeutinnen und Therapeuten Heimübungen im Rahmen der Ergo- und Physiotherapie meist mündlich oder schriftlich weiter. Die Herausforderung dabei ist, dies übersichtlich und leicht verständlich zu tun, damit das Üben in den eigenen vier Wänden bestmöglich unterstützt wird. Genau dafür schafft MARTHA Abhilfe. Die App gibt Patientinnen und Patienten eine gute Übersicht über das Trainingsprogramm, unterstützt bei der Reflexion und Kommunikation und gibt mehr Kontrolle über die tatsächliche Übungszeit.

    Ein Mann, der sich den Unterarm hält, Stichwort Martha, App für Schlaganfallpatienten.(c) AdobeStock
    Die häufigsten Symptome eines Schlaganfalls sind Sehstörungen, Sprach- und Sprachverständnisstörungen, Lähmungen und Taubheitsgefühle, Schwindel mit Gangunsicherheit sowie sehr starke Kopfschmerzen.

    Loslegen ohne Gebrauchsanweisung

    MARTHA steht für „Master Therapy Assistant“ und ist durch eine virtuelle Figur realisiert, die durch das Heimübungsprogramm leitet. Kernelement der App sind Übungsvideos, die speziell auf den Bedarf von Personen nach einem Schlaganfall zugeschnitten und zu einem individuellen Übungsprogramm zusammenstellbar sind. Die notwendigen Anforderungen für eine hohe Benutzer•innenfreundlichkeit und motivationsfördernde Gestaltung lieferte eine ausführliche Bedarfs- und Literaturanalyse vorab. „Bei einer App für Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten steht nochmal verstärkt im Fokus, dass diese einfach zu bedienen und zu nutzen sein muss“, betont Projektleiterin Lena Rettinger von der FH Campus Wien.

    Klare Empfehlung und große Zufriedenheit bei Nutzerinnen und Nutzern

    In einer abschließenden dreimonatigen Studie wurden Trainingseffekte sowie Akzeptanz, Usability und Zufriedenheit mit der App erhoben. Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer waren 18 Personen, die sich nach einem Schlaganfall in Therapie befanden, und 13 Therapeutinnen und Therapeuten, deren Daten mit Nutzungstagebüchern, Fokusgruppen, Fragebögen, Interviews und App-Nutzungsdaten evaluiert wurden.

    Die Forschungsergebnisse zeigen, dass ein Großteil der Therapeutinnen und Therapeuten ihren Kolleginnen und Kollegen sowie ihren Patientinnen und Patienten die App empfehlen würde und sie MARTHA gerne weiterverwenden möchten. Menschen, die nach einem Schlaganfall mit der App trainierten, würden diese auch zukünftig in ihr Training einbauen und stuften sie als gutes Werkzeug ein, um sie bei ihren Übungen zu unterstützen.

    Ein weiterer Einsatz von MARTHA ist aus Therapeut•innensicht in der Gynäkologie, Orthopädie, Neurologie oder im psychosozialen Bereich vorstellbar.

    Gemeinsame Entwicklung von Gesundheitswissenschaften und Technik

    Die App wurde in interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen den Studiengängen Health Assisting Engineering, Physiotherapie, Computer Science and Digital Communications sowie Software Design and Engineering entwickelt. Das Forschungsprojekt eTherapy wurde mit Unterstützung der Stadt Wien – MA 23 realisiert.  

    Gebäude der FH Campus Wien.(c) FH Campus Wien
    An der FH Campus Wien wurde die App MARTHA entwickelt und umgesetzt.

    FH Campus Wien – Hochschule für Zukunftsthemen

    Mit über 8.000 Studentinnen und Studenten an sechs Standorten und fünf Kooperationsstandorten ist die FH Campus Wien die größte Fachhochschule in Österreich. In den Departments Angewandte Pflegewissenschaft, Applied Life Sciences, Bauen und Gestalten, Gesundheitswissenschaften, Soziales, Technik sowie Verwaltung, Wirtschaft, Sicherheit, Politik steht ein Angebot von mehr als 60 Studien- und Lehrgängen entweder in berufsbegleitender oder in Vollzeit-Form zur Auswahl.

    Anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung wird in derzeit neun fachspezifischen Kompetenzzentren gebündelt. Fort- und Weiterbildung in Form von Seminaren, Modulen und Zertifikatsprogrammen deckt die Fachhochschule über die Campus Wien Academy ab. Die FH Campus Wien ist zudem auch Gründungsmitglied im Bündnis Nachhaltige Hochschulen.

    (Bilder: AdobeStock (2x), FH Campus Wien)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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