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    Home»Freizeit & Reise»Internet & Technik»Likes statt Lizenz? Vorsicht vor selbst ernannten »Finfluencer•innen«
    Ein anonymer Hacker mit Kapuzenpulli über dem Kopf schaut auf sein Smartphone. (c) AdobeStock

    Likes statt Lizenz? Vorsicht vor selbst ernannten »Finfluencer•innen«

    30. Jan. 20254 Mins Lesezeit

    Für viele Verbraucherinnen und Verbraucher – längst nicht nur für das junge Publikum – sind sogenannte „Finfluencer“ [eine Wortkreation aus Finanz und Influenzer] eine wichtige Informationsquelle in Finanzangelegenheiten geworden. Durch ihren niederschwelligen Ansatz und die oftmals unterhaltsame Präsentation erreichen sie viele Menschen zu diesem wichtigen Thema. Die österreichische Finanzmarktaufsicht [FMA] rät Verbraucher•innen, ihren kritischen Blick zu behalten und sich über Qualifikation und potenzielle Interessenkonflikte von Finfluencern zu informieren.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Auf keinen Fall blind vertrauen
    Risiken auf einen Blick
    Mangelnde Fachkenntnisse
    Wecken von Bedürfnissen
    Intransparente Vergütungen
    Hohe Verluste
    Tipps für den Umgang mit Finfluencern
    Hinterfragen sie die Seriosität
    Finanzielle Interessen prüfen
    Followerzahlen kritisch betrachten
    Achtung vor Betrugsmaschen
    Vorsicht bei hohen Gewinnversprechen
    Workshops und Coachings sorgfältig prüfen
    Unabhängige Informationen einholen
    Hören sie auf den „gesunden Hausverstand“
    Service


    Auf keinen Fall blind vertrauen

    Bevor man Tipps von Finfluencern folgt, sollte man prüfen, wer genau hinter den Empfehlungen steht bzw. über welche einschlägigen Ausbildungen und Erfahrungen er oder sie verfügt. Denn grundsätzlich können Soziale Medien eine wertvolle Informationsquelle sein, der sie aber auf keinen Fall blind vertrauen sollten! Vor allem bei kostenpflichtigen Workshops oder Coachings sollte auf jeden Fall die Qualifikation hinterfragt werden. Wichtig ist auch die Frage, ob der Finfluencer ein finanzielles Interesse am Vertrieb der Produkte hat, die empfohlen werden, etwa durch Affiliate Marketing.

    Eine Influencerin beim drehen eines Videos, Stichwort Finfluencer.(c) AdobeStock
    Finfluencer produzieren zwar zumeist hochwertige Videos, allerdings sind die Inhalten unbedingt kritisch zu betrachten.

    Risiken auf einen Blick

    Mangelnde Fachkenntnisse

    Viele Finfluencer verfügen schlicht und ergreifend nicht über das nötige Fach-/ bzw. Finanzwissen, sondern suggerieren in durchwegs gut gemachten Videos und/ oder Blogbeiträgen selbiges.

    Wecken von Bedürfnissen

    Sehr oft laufen derartige Videos nach dem immer gleichen Schema ab: Ihnen wird vermittelt, dass sie bestimmte [Luxus-]Güter brauchen, um glücklich zu sein. Informationen und Emotionen werden dabei ganz gezielt vermischt, um ihnen letztlich das Geld aus der Tasche zu ziehen.

    Intransparente Vergütungen

    Häufig legen Finfluencer nicht offen, dass sie für ihre Empfehlungen bezahlt werden – was im Grunde einen Verstoß gegen die Kennzeichnungspflicht von bezahlter Werbung darstellt.

    Hohe Verluste

    Manche der beworbenen Finanzprodukte und Strategien wie CFDs, Kryptos oder Copytrading sind hochriskant und können zu Totalverlusten ihres eingesetzten Kapitals führen – und das zumeist ohne irgendwelchen Möglichkeiten, sein Geld im Sinne von Schadenersatzansprüchen zurück zu bekommen.

    Tipps für den Umgang mit Finfluencern

    Hinterfragen sie die Seriosität

    Bevor sie den oftmals „exklusiven“ und „todsicheren“ Tipps eines Finfluencers folgen, prüfen sie, wer genau hinter den Empfehlungen steht. Nennt die Person auf ihrer Website einschlägige Ausbildungen und Erfahrungen in Finanzangelegenheiten? Oder steht nur die Behauptung „ich bin ein Finanzexperte“ im Raum?

    Finanzielle Interessen prüfen

    Profitiert der Finfluencer selbst finanziell von seinen Empfehlungen, etwa durch Affiliate-Marketing? Solche Empfehlungen sind in der Regel nicht objektiv, da lediglich die finanziellen Eigeninteressen des Finfluencers im Mittelpunkt steht.

    Followerzahlen kritisch betrachten

    Viele Likes und eine hohe Zahl von Followern wirken auf den ersten Blick durchaus beeindruckend, können aber sehr leicht manipuliert bzw. gekauft werden. Schauen sie sich bewusst etwaige Kommentare zu einzelnen Posts an, um sich ein Bild über die Seriosität des Experten/ der Expertin zu machen.

    Achtung vor Betrugsmaschen

    Finfluencer, die sie zu privaten Messenger-Diensten oder persönlichen Nachrichten einladen, verfolgen sehr oft sehr fragwürdige Absichten. Besonders bei Investitionen in CFDs oder Kryptos ist daher unbedingt Vorsicht geboten.

    Vorsicht bei hohen Gewinnversprechen

    Empfehlungen, die zu raschem Reichtum führen sollen, sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unseriös und mit hohen Risiken verbunden.

    Workshops und Coachings sorgfältig prüfen

    Bevor sie an einem kostenpflichtigen Workshop oder Coaching teilnehmen, informieren sie sich über die Qualifikationen und Erfahrungen des Finfluencers. Viele dieser Angebote sind völlig wertlos, und oft werden sogar falsche Informationen verbreitet.

    Unabhängige Informationen einholen

    Verlassen sie sich niemals ausschließlich auf die Empfehlung eines einzigen Finfluencers. Ziehen sie verschiedene unabhängige Quellen heran, um ein vollständiges Bild zu erhalten, bevor sie eine Anlage-/ bzw. Investitionsentscheidung treffen.

    Ein junger Mann mit Bart schaut erstaunt in die Kamera, weil er Bündel von Geld hält.(c) AdobeStock
    Finfluencer versprechen oft hohe Gewinnen. Allerdings sind sie selbst dann oft die Einzigen, die diese Gewinne einstreifen.

    Hören sie auf den „gesunden Hausverstand“

    Wie bei grundsätzlich allen Investionsentscheidungen gilt auch hier: Seien sie kritisch, hören sie auf ihr Bauchgefühl und blenden sie ihren „gesunden Hausverstand“ nicht aus! Nur so können sie wertvolle Informationsquellen von unseriösen Angeboten und Akteuren unterscheiden.

    Service

    Die AK Wien hat zu diesem Thema eine Studie verfasst: „Praxischeck Finfluencer•innen: Welche Inhalte posten österreichische Influencer•innen, die sich mit Geld & Finanzen beschäftigen, im Web und in den Sozialen Medien?“ Diese können sie HIER kostenlos downloaden.

    (Bilder: AdobeStock)

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    Thomas Kumhofer
    • Website
    • LinkedIn

    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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