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    Home»Körper & Geist»Corona | Covid 19»Ein paar Tipps, wie Familien die nächsten Wochen gut meistern
    Eine Familie mit Vater, Mutter und zwei Söhnen umrahmt von Händen. (c) Pixabay.com

    Ein paar Tipps, wie Familien die nächsten Wochen gut meistern

    16. März 20207 Mins Lesezeit

    Österreich wird so weit wie möglich herunter gefahren – und das ist gut so. Und vor allem auch sehr wichtig, damit unser Gesundheitssystem nicht zusammen bricht und vor allem ältere Menschen geschützt werden. Keiner von uns weiß, wie sich die nächsten Wochen gestalten werden. Was wir wissen: es wird nicht einfach, zumindest bis nach Ostern das Haus/ die Wohnung nur für das Notwendigste zu verlassen, Stichwort #SocialDistancing.

    Auch und gerade für Familien werden die nächsten Wochen belastend. Die von der Bundesregierung gesetzten Maßnahmen zur Eindämmung der raschen Verbreitung des Coronavirus stellen eine gravierende Veränderung des Familienlebens dar. Wir haben daher ein paar Tipps, damit Eltern und Kindern nicht die Decke auf den Kopf fällt.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Grenzsituation für alle
    Strategien zur Entlastung im Familienalltag#Zusammenhalt
    Ausnahmesituation gemeinsam meistern und in der Krise auch eine Chance sehen

    Grenzsituation für alle

    Nicht nur für die Kinder und Jugendlichen bedeutet das Schließen der Kindergärten und Schulen den Wegfall ihrer Routine und ihres geregelten Tagesablaufs. Sie sollten zu ihren Freunden, die in dem Lebensalter besonders wichtig sind, für mehrere Wochen keinen persönlichen Kontakt pflegen. Oder anders gesagt: Die aktuelle Lage stellt für uns alle eine Grenzsituation dar.

    Der Nutzung der Kommunikationskanäle über soziale Medien kommt in den kommenden Wochen eine wichtige Bedeutung zu. Sie ermöglichen den Schülerinnen und Schüler auch weiterhin untereinander und auch mit ihren Lehrerinnen und Lehrern in Verbindung zu bleiben, ebenso wie über Lernplattformen.

    Die Herausforderung für Eltern wird in diesem Zusammenhang in den nächsten Wochen eher darin bestehen, bei ihren Kindern auf eine ausgewogene und nicht übermäßige Nutzung von Handy, Tablet und Co zu achten. Hier wird den Eltern zusätzlich zu der zum Teil angespannten Arbeitssituation viel abverlangt werden. Es liegt nun in der Verantwortung der Eltern, auf die Lernfortschritte ihrer Kinder zu achten. Jugendliche empfinden das als Bevormundung. Zusätzlich zu dem Gefühl des Freiheitsentzugs kommt die ungewohnte räumliche Nähe zu den Eltern und Geschwistern. Spannungen sind vorprogrammiert.

    Eine Frau, die einem Mann mit Hut mit einem Boxhandschuh auf die Wange schlägt, Stichwort Konflikt in Familien. (c) Pixabay.com
    Damit es nicht zu Spannungen und Aggressionen kommt in den nächsten Wochen zu Hause, haben wir hier ein paar Tipps für sie zusammen gestellt.

    Strategien zur Entlastung im Familienalltag
    #Zusammenhalt

    Ruhe bewahren
    Angst ist ansteckend. Wenn sie selbst ruhig bleiben, gibt das ihrem Kind Sicherheit. Erklären sie in Ruhe, dass eine Zeit lang die Schule nicht zu besuchen dazu beiträgt, dass sich möglichst wenige Menschen mit dem Coronavirus anstecken.

    Altersentsprechende Information
    Durch Nichtwissen können Unsicherheit, beunruhigende Fantasien und Ängste zunehmen, die oft zu unüberlegten Handlungen bis hin zu Panikreaktionen führen. Seriöse(!!!) Informationsquellen können Aufklärung geben. Wichtig ist es, die Kinder ihrem Alter und Entwicklung entsprechend zu informieren – dabei können auch Illustrationen helfen.

    Es ist hilfreich, mit den Kindern zu thematisieren, warum die Quarantänemaßnahmen getroffen wurden. Aber gleichzeitig sollen sie ihnen auch vermitteln, dass sie zu Hause vorerst in Sicherheit sind und dass die Situation auch irgendwann wieder vorbei sein wird. Für viele Menschen ist das Nicht-vorhersehen- Können eine große Belastung. Diese Art der Unsicherheit ist psychologisch gesehen eine natürliche Reaktion auf eine begründete und berechtige Sorge. Gegen Angst helfen Informiertheit und sinnvolles Tun.

    Routinen und Struktur
    Vermitteln sie ihrem Kind, dass die schulfreie Zeit keine Ferien sind. Etwas länger schlafen als sonst ist kein Problem – ein strukturierter Tagesablauf ist jedoch sehr wichtig. Schaffen sie daher auch zu Hause Routinen im Tagesablauf und geben sie dem Tag damit Struktur – zum Beispiel Alltagskleidung statt Pyjama tragen, geregelte Mahlzeiten einhalten, Lernzeiten und Freizeiten inkl. Handy-/ bzw. Onlinezeiten planen – vor allem letztere sollten nicht ausufern, sondern für bestimmte Zeitfenster vorgesehen sein.

    Virtuell Kontakt halten
    Wir alle brauchen den Kontakt zur Außenwelt und gute Beziehungen miteinander. Soziale Bindungen können in Ausnahmesituationen auch über geografische Distanz gestärkt werden. Im 21. Jahrhundert gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich auch ohne persönliche Begegnung – zum Beispiel durch Telefon oder Internet – auszutauschen. Unterstützen sie ihr Kind dabei, soziale Kontakte digital aufrecht zu erhalten. Zum Beispiel Skypen mit der besten Freundin oder regelmäßig mit der Oma über WhatsApp telefonieren gibt ein beruhigendes Gefühl und kann schnell Entlastung bringen, wenn die Stimmung am Nullpunkt ist.

    Aufteilung der Haushaltspflichten
    Beziehen sie ihre Kinder in den Alltag mit ein. Je nach Alter können die Kinder Aufgaben im Haushalt übernehmen, mit denen sie dabei helfen, den Haushalt in dieser Ausnahmesituation „am Laufen“ zu halten oder ihnen beim Kochen helfen – denn fast nichts schmeckt so gut wie ein gemeinsam gebackener Kuchen. Und wer weiß, vielleicht werden in dieser Zeit ja sogar neue Fertigkeiten erworben und geübt wie zum Beispiel selbständig Wäsche waschen, etc.

    Bewegung in den Alltag integrieren | Rauszeit
    Für Kinder und Jugendliche ist Bewegung ein wichtiges Kriterium fürs Wohlfühlen. Die Familie kann gemeinsam überlegen, welche Arten von Bewegung und Sport sich anstelle des Schulturnens gut in den Alltag integrieren lassen. Das kann ein Yogakurs auf YouTube sein, genauso wie eine Springschnur- oder Plank-Challenge innerhalb der Familie. Und bei einem kleinen Spaziergang oder Fangenspielen im Wald oder am Feld können sie gemeinsam ein wenig den Kopf auslüften.

    Gemeinsame Aktivitäten
    Auch zu Hause kann gemeinsam etwas unternommen werden. Gesellschaftsspiele, selbst erfundene Spiele, eine Verkleide-Ecke mit alten Stücken aus dem eigenen Kleiderschrank, eine Schatzsuche in der Wohnung, der Film, den alle schon lange sehen wollten, malen, zeichnen, gemeinsam musizieren, Basteleien für Ostern – gemeinsame Aktivitäten sollen jedenfalls bewusst geplant und durchgeführt werden.
    Letztlich bietet sich die Zeit auch an, Vorhaben, die im Alltag immer aufgeschoben werden, in Angriff zu nehmen: Sortieren, Aufräumen, Ausmisten, etc.

    Privates Co-Working
    Wenn sie im Home Office arbeiten, können sie sich gemeinsam mit ihrem Kind Ziele stecken. Setzen sie sich zusammen an den Tisch und legen sie Aufgaben fest. Zum Beispiel 40 Minuten, um Mails zu beantworten, während ihr Kind eine Schulaufgabe löst. Danach gibt es eine gemeinsame Pause und dann folgt das nächste Ziel.

    Leerläufe und Langeweile
    Aber auch Leerläufe im Tagesablauf und Langeweile dürfen sein und gilt es, auszuhalten. Wir alle müssen uns daran gewöhnen, dass es in den nächsten Wochen weniger Ablenkung geben wird. In dieser Entschleunigung gibt es auch eine Chance, schon lang vergrabene oder neue Interessen zu entdecken und ihnen nachzugehen.

    Rückzug
    Bevor ihrer Familie die Decke auf den Kopf fällt, bauen sie eine Höhle daraus. Sessel, Polster und Leintücher bilden gemütliche Lager, in die sich ihr Kind zum Lesen oder Spielen zurückziehen kann.
    In einer beengenden Situation braucht es auch Auszeiten. Ein Rückzug in ein anderes Zimmer für eine halbe Stunde oder eine warme Dusche können schon helfen, dass sich eine aufgeladene Stimmung wieder beruhigen kann. Auch Kindern kann eine Auszeit nicht schaden. Ein bisschen alleine spielen, etwas zeichnen oder basteln oder im Bett liegen und ein Buch lesen, können die innere Stärke der Kinder fördern.

    Hilfe holen
    Wenn die Situation in der Familie zu eskalieren droht oder Spannungen gewalttätig werden ist es wichtig, sich auch professionelle Hilfe zu holen. Für Kinder und Eltern sind Beratungseinrichtungen wie 147 – Rat auf Draht oder die in der Beratung tätigen Mitgliedsorganisationen der Kinderliga auch telefonisch oder online erreichbar.

    Ausnahmesituation gemeinsam meistern und in der Krise auch eine Chance sehen

    Die derzeitige Ausnahmesituation muss für die Familien also nicht nur eine Herausforderung bedeuten, sondern kann auch ein Gewinn sein. Wichtig ist, innerhalb der Familie über die Situation offen zu kommunizieren und auch Konflikte anzusprechen. Denn Ängste, aber auch Langeweile durch die Reduktion der sozialen Kontakte können zu Überforderung aber auch Aggressionen führen.

    In Ausnahmesituationen geht es darum weder zu bagatellisieren noch zu katastrophisieren, sondern die Unsicherheit gemeinsam mit den Kindern auszuhalten und mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Auch Humor stellt eine gesunde Krisenbewältigungsstrategie dar, daher kann es zwischendurch auch helfen über einen Corona-Witz gemeinsam zu lachen.

    Jede Krise hat auch etwas Positives. Wir können diese unfreiwillige Entschleunigung als Möglichkeit sehen, wieder mehr Zeit für Dinge zu haben, die sonst im Alltag zu kurz kommen. Man kann die Zeit nutzen, positiv nach vorne zu schauen und sich darauf zu freuen, was man nach dieser Zeit wieder alles machen wird bzw. mit wem man Zeit verbringen wird.

    Es eine wichtige menschliche Erfahrung, dass alles was bewältigt, gemeistert und geschafft wird, das persönliche Selbstvertrauen stärkt, vor allem aber den Zusammenhalt in der Familien, dem Freundeskreis, der Gemeinde und letztendlich des ganzen Landes stärkt.

    #Zusammenhalt, #GemeinsamGEGENCorona, #FightCorona

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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