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    Home»Körper & Geist»Corona | Covid 19»Aerosolausbreitung Visualisierung erhöht Akzeptanz für Maßnahmen
    Grafik: ein Corona-Virus, dahinter ein Netzwerk, das die Ausbreitung visualisiert. (c) Pixabay.com

    Aerosolausbreitung Visualisierung erhöht Akzeptanz für Maßnahmen

    10. März 20216 Mins Lesezeit

    Das Wichtigste gleich zu Beginn: transparente und klare Visualisierungen der Aerosolausbreitung erhöhen nachweislich das Verständnis und die Akzeptanz für Schutzmaßnahmen im Kampf gegen die Covid-19 Pandemie.

    Angesichts erneut steigender Infektionszahlen und einer sinkenden Bereitschaft in der Bevölkerung, die Schutzmaßnahmen weiterhin konsequent einzuhalten, könnte eine Innovation von PwC Österreich, Samariterbund und AIT – Austrian Institute of Technology effektiv zu einer sicheren Öffnung des Landes beitragen. Der Covid-19 Simulator zeigt nicht nur, ob gängige Schutzmaßnahmen in konkreten Situationen wirksam sind, sondern schließt aufgrund der einfachen und verständlichen Visualisierung der Aerosolausbreitung die Kommunikationslücke zu den Menschen, die von den Maßnahmen betroffenen sind. Außerdem verbindet er die Anwendbarkeit abstrakter bundesweiter oder regionaler Vorgaben mit der konkreten Lebensrealität der Bevölkerung.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Aerosolausbreitung – es kommt [auch] auf die Kommunikation an
    Auswirkungen der Aerosolausbreitung sichtbar machen
    Hohe Akzeptanz bei der Feldstudie
    Kein mathematisches Modell, sondern Simulation von konkreten Situationen
    Enormes Potenzial für Gesellschaft, Bildung und Wirtschaft


    Aerosolausbreitung – es kommt [auch] auf die Kommunikation an

    Das von der Stadt Wien im Rahmen der Initiative Innovate4Vienna geförderte Forschungsprojekt beschäftigte sich nicht nur mit der Frage nach der Wirksamkeit von Maßnahmen gegen die Aerosolausbreitung, etwa in Büros, Schulen, Restaurants und öffentlichen Verkehrsmitteln. Überprüft wurde auch, inwieweit sich eine verständliche Kommunikation [Visualisierungen] über den Einfluss der Maßnahmen und deren Auswirkungen auf das persönliche Ansteckungsrisiko konkret auf das Verhalten der Betroffenen auswirkt.

    Die abschließenden Ergebnisse zeigen, dass Maßnahmen dann akzeptiert und umgesetzt werden, wenn diese anschaulich erklärt wurden und nachvollziehbar sind. So erhöhte sich nach Interaktion mit dem Computermodell das Verständnis für Schutzmaßnahmen signifikant, so das Kernergebnis der Studie.

    Covid-19 Simulator – Simulation der Aerosolausbreitung im Unterrichtsraum.(c) PwC Österreich
    Covid-19 Simulator – Simulation der Aerosolausbreitung in einem Unterrichtsraum.

    Auswirkungen der Aerosolausbreitung sichtbar machen

    „Unser Simulationstool zur Aerosolausbreitung visualisiert die Annahmen und die Auswirkungen für jeden Menschen sichtbar. Die dargestellten Situationen bilden die erlebte Realität ab. Damit fördert unser Tool das Verständnis für die Schutzmaßnahmen – denn bekanntermaßen ist ‘Verstehen’ eine Grundvoraussetzung für nachhaltiges Befolgen von Vorgaben. Umgekehrt wird auch der geringere Nutzen einiger Maßnahmen in bestimmten Situationen augenscheinlich demonstriert. Damit ermöglichen die Visualisierungen eine transparente, emotionslose und datengestützte Diskussion über den besten Maßnahmenmix,“ erläutert Gerald Dipplinger, Projektleiter und Partner bei PwC Österreich.

    „Generell konnten wir bei den Teilnehmer*innen der Akzeptanz-Studie ein hohes Vertrauen in den Covid-19 Simulator feststellen. Das führt wiederum auch zu einer gesteigerten Bereitschaft, sich an die Covid-19 Schutzmaßnahmen zu halten. Durch den Simulator konnten die Zusammenhänge zwischen Covid-19 Maßnahmen und Auswirkungen leichter nachvollziehbar gemacht werden,“ erläutert Andreas Sackl, Scientist am Center for Technology Experience des AIT.

    Hohe Akzeptanz bei der Feldstudie

    Die Ergebnisse einer Feldstudie, die beim Samariterbund durchgeführt wurde, lassen aufhorchen: Bei allen Studienteilnehmer*innen war die Akzeptanz überdurchschnittlich hoch. Zudem war der Simulator der Aerosolausbreitung auch für technologisch weniger affine Personen verständlich und gut nutzbar. Und die Bereitschaft, mit Kolleg*innen über den Nutzen des Simulator zu reden ist, war sehr hoch.

    „Die hohe Akzeptanz unter den Befragten ist sehr erfreulich. Da viele Studienteilnehmer*innen unter 30 Jahre alt waren, sehe ich auch hier ein großes Potenzial. Denn derzeit hat gerade diese Altersgruppe ein sehr hohes Ansteckungsrisiko. Die Feldstudie zeigt auch, wie wichtig es ist, Entscheidungen transparent, nachvollziehbar und faktenbasiert zu treffen. Und diese auch für Mitarbeiter*innen darstellbar zu machen. Der Vorher-Nachher-Effekt ist in den erstellten Kurzvideos klar erkennbar. Daher ist die Akzeptanz in der Belegschaft, die Maßnahmen mitzutragen, enorm hoch,“ erklärt Andreas Balog von der Geschäftsleitung im Samariterbund.

    Der Samariterbund sieht beim Simulator der Aerosolausbreitung gerade im Bereich der Prävention ein sehr hohes Potenzial und teilt seine Expertise dazu in Form von kurzen Videos für Unternehmen:

    Kein mathematisches Modell, sondern Simulation von konkreten Situationen

    Der von PwC Österreich entwickelte Covid-19 Simulator zur Aerosolausbreitung basiert auf modernen agentenbasierten Simulationen: Nach der digitalen Nachbildung eines realen Raums wird das Modell mit „Personen“ [Agenten], möglichst realitätsnahen Rahmenbedingungen [Lüftungsanlagen etc.] und den zu testenden Maßnahmen „befüllt“. So werden unterschiedliche Ansätze zur Eindämmung der Pandemie in der virtuellen Realität getestet, um daraus datengestützte Empfehlungen für den bestmöglichen Maßnahmenmix abzuleiten. Ein entscheidender Unterschied zu statistischen, rein mathematischen Modellen ist dabei die Berücksichtigung von Bewegung, der Zufälligkeit menschlichen Verhaltens und der Wirkung verschiedener Innenraumgestaltungen.

    Weiters basieren andere statische Corona-Rechner auf vereinfachten Annahmen: So wird beispielsweise eine Lüftungsanlage immer als risikoreduzierend eingestuft, während vielmehr die Lage der Lüftung für das Infektionsgeschehen ausschlaggebend wäre. Es gibt sogar dokumentierte Fälle, bei denen Lüftungsanlagen schuld an Erkrankungen waren.

    „Wir stehen in engem Austausch mit Anbietern von Luftreinigungssystemen, um die Auswirkungen ihrer Anlagen für konkrete Räumlichkeiten zu analysieren,“ so Experte Dipplinger und fasst zusammen: „Der Ansatz unserer Simulationen zur Aerosolausbreitung unterscheidet sich von anderen Corona-Rechnern in drei wesentlichen Punkten: Erstens fließen konkrete Gegebenheiten in das Modell mit ein. Zweitens ist die Simulation nicht statisch, sondern berücksichtigt das oft unplanbare Verhalten von Menschen. Und drittens kann praktisch jeder, der das Ergebnis visualisiert bekommt, die Maßnahmen für sich beurteilen.

    Wenn man die Maßnahmen im wahrsten Sinne des Wortes ‘vor Augen geführt’ bekommt, wird die Notwendigkeit bestimmter Maßnahmen offensichtlich – etwa das Einhalten eines Abstands von zwei Metern, wenn zu wenig Platz ist oder das Tragen von Masken in bestimmten Situationen, um die Aerosolausbreitung einzudämmen.“

    Enormes Potenzial für Gesellschaft, Bildung und Wirtschaft

    In der heimischen Wirtschaft stößt der Covid-19 Simulator auf reges Interesse. Zahlreiche österreichische Unternehmen haben sich angemeldet, die Wirksamkeit der Covid-19 Maßnahmen an ihren Standorten analysieren zu lassen. Von der Validierung verschiedener Sicherheitskonzepte, infektionssicherem Bauen in der Zukunft bis hin zur Arbeitsplatzsicherheit bei produzierenden Unternehmen gibt es zahlreiche Anwendungsbeispiele für den Simulator.

    Darüber hinaus bietet das Modell die Möglichkeit, auch die Verbreitung von Mutationen oder anderer Viren zu berücksichtigen. Zukünftig soll das Modell deshalb auch für weitere Infektionskrankheiten, wie etwa die saisonale Grippe, kalibriert werden.

    „Im Endeffekt ist der Simulator ein Tool für Krisen – gerade in Zeiten hoher Unsicherheit können schnell verändernde Situationen rasch simuliert und daraus der passendste Mix an Maßnahmen abgeleitet werden, ohne Risiken eingehen zu müssen. Die Ergebnisse der Simulationen sind einfach und klar kommunizierbar, was ein nachhaltiges Vertrauen in die ergriffenen Maßnahmen erzeugt. Hätten wir den Simulator bereits im März 2020 in ganz Österreich im Einsatz gehabt, wären wohl einige Entscheidungen anders getroffen und kommuniziert worden,“ so Christoph Obermair, Partner für Risk Consulting und Teil des Projektteams bei PwC Österreich.

    Aber sehen sie in diesem Video selbst, was diverse Simulationen zeigen:

    Über PwC

    Vertrauen in der Gesellschaft aufbauen und wichtige Probleme lösen – das sieht PwC als seine Aufgabe. PwC ist ein Netzwerk von Mitgliedsunternehmen in 155 Ländern. Mehr als 285.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erbringen weltweit qualitativ hochwertige Leistungen im Bereich Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Rechtsberatung und Unternehmensberatung. „PwC“ bezeichnet das PwC-Netzwerk und/ oder eine oder mehrere seiner Mitgliedsfirmen. Jedes Mitglied dieses Netzwerks ist ein selbstständiges Rechtssubjekt.

    Über den Samariterbund

    Seit der Gründung vor fast 100 Jahren erfüllt der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs seine soziale Mission: Die haupt- und ehrenamtlichen Samariterinnen und Samariter der Non-Profit-Organisation leisten für ältere Menschen, Kranke, Verletzte und in Not geratene Personen wichtige Hilfe von Mensch zu Mensch. Dabei wird der Samariterbund von mehr als 316.000 Mitgliedern und Förderern in ganz Österreich unterstützt. Bei der Erfüllung der vielfältigen Aufgaben sind fast 10.000 Haupt- und Ehrenamtliche sowie rund 2.000 Zivildiener im Einsatz.

    Über das AIT Austrian Institute of Technology

    Das AIT Austrian Institute of Technology ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung. Mit seinen sieben Centern versteht sich das AIT als hochspezialisierter Forschungs- und Entwicklungspartner für die Industrie. Das Center for Technology Experience beschäftigt sich mit grundsätzlichen Fragen der Interaktion zwischen Mensch und Technologie. Dabei stehen immer die Anwender*innen im Mittelpunkt.

    (Bilder: Pixabay.com, PwC Österreich; Videos: Vimeo.com, Youtube.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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