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    Ein Mann, der sich vor Schmerzen mit beiden Händen den Bauch hält. (c) Pixabay.com

    Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit – was steckt dahinter?

    12. Juli 20194 Mins Lesezeit

    Zöliakie, oder [viel] besser bekannt unter Glutenunverträglichkeit, ist eine chronische Erkrankung, die bei entsprechender Veranlagung durch den Genuss glutenhältiger Speisen ausgelöst wird. Betroffen davon ist der Magen-Darm-Trakt, wobei unterschiedlichste Merkmale von einer Allergie bis hin zu einer Autoimmunerkrankung auftreten können. Wir haben uns auf „Spurensuche“ gemacht: was steckt dahinter, welche Symptome deuten darauf hin und was können Betroffene dagegen machen?

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Worum handelt es sich bei Gluten?
    Symptome bei Glutenunverträglichkeit
    Wie kommt es zur Diagnose „Zölikatie“ und was kann man dagegen machen?
    Wichtig: glutenfreie Ernährung!


    Worum handelt es sich bei Gluten?

    Gluten oder Klebereiweiß ist eigentlich ein Sammelbegriff für ein Stoffgemisch aus Proteinen, das im Samen einiger Getreidearten vorkommt, und zwar in : Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel und Hafer. Hingegen sind Getreidearten wie Hirse, Mais, Reis oder Buchweizen glutenfrei.

    Grundsätzlich kann Zöliakie in jedem Lebensalter auftreten. Bei Menschen mit entsprechender Veranlagung führt der Verzehr von glutenhältigen Lebensmitteln zu einer Schädigung der Schleimhaut des Dünndarms. Dadurch wird in weiterer Folge die Funktion des Dünndarms deutlich beeinträchtigt und die Aufnahme von Nährstoffen gestört. Als Folge davon leiden Betroffene je nach Schwere der Unverträglichkeit vor allem unter Mangelzuständen, Verdauungsstörungen und weiteren vielfältigen Symptomen.

    Getreide ist u.a. Ursache für Glutenunverträglichkeit. (c) Pixabay.com
    In sehr vielen Getreidearten ist Gluten enthalten. Und zu Mehl verarbeitet kommt es in sehr vielen Nahrungsmitteln vor.

    Symptome bei Glutenunverträglichkeit

    Zu den zahlreichen und vielfältigen Symptomen bei Glutenunverträglichkeit zählen vor allem

    • Krankheitsgefühl
    • ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit
    • Blähungen
    • Durchfall oder Verstopfung
    • Bauchbeschwerden
    • schlechter Schlaf
    • Eisenmangelanämie
    • Muskel- und Gelenksschmerzen
    • gelegentlich Erbrechen
    • ev. Gewichtsverlust
    • ev. juckende Bläschen auf der Haut
    • Atemwegsinfekte
    • Osteoporose
    • Defekte des Zahnschmelzes
    • Konzentrationsstörungen
    • Depressionen

    Die Krankheit manifestiert sich bei Kindern häufig Wochen bis Monate nach dem Übergang von Milch- auf Getreidebrei-Nahrung. Anzeichen dafür sind u.a. Geideihstörungen, schlechte Laune, abnorme Stühle und gelegentliches Erbrechen. Bei älteren Kindern können Kleinwuchs oder Verhaltensstörungen im Vordergrund stehen.

    Bei Erwachsenen sind die Krankheitszeichen oft sehr vielfältig: Krankheitsgefühl, Eisenmangelanämie und Verdauungsstörungen werden am häufigsten angegeben. Bei manchen Betroffenen zeigen sich dagegen gar keine Beschwerden.

    Die gute Nachricht an dieser Stelle: Unter strikter glutenfreier Ernährung erholt sich die erkrankte Dünndarmschleim­haut wieder, und der Allgemeinzustand der Betroffenen bessert sich schon meistens nach wenigen Tagen. Auch die Ergebnisse der Blutuntersuchungen werden im Laufe von Monaten normal, und schließlich ist auch die Schleimhaut des Dünndarms von normaler, gesunder Schleimhaut nicht mehr zu unterscheiden.

    Wie kommt es zur Diagnose „Zölikatie“ und was kann man dagegen machen?

    Hinweise auf das Vorliegen einer Zöliakie, zumindest indirekte, können durch Nachweis von spezifischen Antikörpern im Blut gewonnen werden. Die einzige allgemein als beweisend anerkannte Untersuchungsmethode ist aber eine Magenspiegelung mit Dünndarmbiopsie. Dabei werden kleine Gewebsproben schmerzlos aus dem obersten Dünndarmabschnitt entnommen und untersucht.

    Wird so eine Zöliakie nachgewiesen, gibt es nur eine einzige Form der wirksamen Therapie: eine strikte glutenfreie Ernährung – und das ein Leben lang.

    Achtung
    Beginnen sie niemals mit einer glutenfreien Diät ohne vorher eindeutig medizinisch abgesicherter Diagnose – sprich von einer Selbstdiagnose ist dringend abzuraten! Auch vermeintlich alternative Behandlungsmethoden wie beispielsweise Bioresonanz oder Ähnliches sind völlig ungeeignet.

    Erst nach dieser gesicherten Diagnose können sie – in Absprache mit ihrem Arzt/ Ärztin – mit der glutenfreien Ernährung beginnen. Je nach Schwere der Unverträglichkeit genügt ev. schon die Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung ohne weitere Einschränkungen. Zusätzliche Einschränkungen über die streng glutenfreie Ernährung hinaus hängen von der Art und Stärke der Beschwerden ab und sind individuell verschieden.

    Grafik: ein Mann mit schmerzend rotem Bauch. (c) Pixabay.com
    Eine Glutenunverträglichkeit äußert sich zumeist in Problemen mit der Verdauung.

    Wichtig: glutenfreie Ernährung!

    Die glutenfreie Diät führt à la longue zu einem Verschwinden der Symptome und die Schleimhaut des Dünndarms regeneriert sich wieder. Damit ist auch die Nährstoffaufnahme wieder gesichert. Das Trügersische dabei: schon bei kleinsten Glutenmengen setzt die Schädigung erneut ein, auch wenn wahrnehmbare Symptome wie zB Durchfall zunächst [noch] ausbleiben.

    In diesem Sinn ist zu beachten, dass bei einer „schlampig“ eingehaltenen Diät die Folgeschäden genau so groß sind als würde sie gar keine Diät machen. Daher ist wichtig, nur Lebensmittel zu kaufen, die auch wirklich glutenfrei sind.

    Solange sie sich strikt glutenfrei ernähren, leben von Zöliakie Betroffene beschwerdefrei und gesund. Aktuell ist keine andere Möglichkeit bekannt, um eine Glutenunverträglichkeit zu beseitigen.

    Achtung
    Auch wenn sie das Gefühl haben, trotz kleinerer Verstößen gegen die Diät keine Beschwerden zu haben, bedeutet das keineswegs, dass sie die glutenfreie Ernährung aufgegeben können. Oft treten merkbare Beschwerden erst [wieder] sehr spät, manchmal erst nach Jahren, auf. Spätfolgen nach Absetzen der Diät können zu schweren Krankheiten führen, die wesentlich schlechter heilbar sind.

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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