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    Home»Körper & Geist»In Zeiten der Maskenpflicht: Lachen wir doch mit unseren Augen :)
    Close Up der Augen einer lachenden Frau. (c) Pixabay.com

    In Zeiten der Maskenpflicht: Lachen wir doch mit unseren Augen :)

    19. Mai 20205 Mins Lesezeit

    Auf der Seite des Gesundheitsministeriums heißt die Maskenpflicht in „klassischem Amtsdeutsch“: „Beim Betreten öffentlicher Orte in geschlossenen Räumen ist eine den Mund- und Nasenbereich abdeckende mechanische Schutzvorrichtung zu tragen. Ebenso ist in allen öffentlichen Verkehrsmitteln, sowie bei Fahrgemeinschaften mit Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, die Verwendung eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend.“

    Doch so sinnvoll, notwendig – und letztlich auch erfolgreich – das Tragen der Mund-Nasen-Schutzmasken auf der einen Seite auch ist, bedeutet es auf der anderen Seite auch, dass wir nicht [mehr] so wie gewohnt kommunizieren können. Ein kurzes Lächeln an der Kasse oder in der Straßenbahn – Mimik spielt für unsere Kommunikation oft eine große Rolle und ist gar nicht so leicht mit Maske.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Mund-Nasen-Schutzmaske oder die „neue Normalität der Kommunikation“
    Anonymität wird steigen
    Mehr mit den Händen „sprechen“
    Mit Worten mehr Nähe herstellen

    Mund-Nasen-Schutzmaske oder die „neue Normalität der Kommunikation“

    Bunte Blumen, Lieblingsverein oder schlicht und einfach – zumindest was das Design der Mund-Nasen-Schutzmasken betrifft gibt es praktisch nichts, was es nicht gibt. Beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln in halbbedeckte Gesichter zu schauen, ist für viele Menschen aber trotzdem [immer noch] ziemlich ungewohnt. Oder anders gesagt: die Maskenpflicht verändert die Kommunikation und fordert ein gewisses Umdenken.

    Mimik ist eine der wichtigsten non-verbalen Kanäle für unsere Kommunikation. Und dabei gilt der Mund als die bei weitem die größte Informationsquelle – nicht nur, weil mit mit unserem Mund sprechen ;). Durch das verpflichtende Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken fällt nun aber eine Menge an Information weg und es wird dadurch schwerer, das Gesagte in einen Kontext zu setzen. Nicht nur das, was wir sagen, sondern auch das, was wir nicht sagen, beeinflusst, wie Mitmenschen uns und das Gesprochene wahrnehmen. Auch wenn es uns nicht bewusst ist, sendet unser Körper unablässig Signale, auf die unser Gegenüber reagiert.

    Die Mimik hat dabei zwei grundlegende Funktionen: Sie spiegelt zunächst den emotionalen Gefühlszustand unseres Gegenübers. Und in der gesprochenen Kommunikation ist die Mimik wichtig, zum Beispiel für Unterstreichungen, Emphasen oder Korrekturen des Gesagten.

    Verschiedene bunte Mund-Nasen-Schutzmasken, Stichwort Maskenpflicht.(c) Pixabay.com
    Sie sind bunt, gemustert, einfärbig, etc. – und sie schützen davor, dass wir andere Menschen anstecken: Mund-Nasen-Schutzmasken.

    Anonymität wird steigen

    Experten gehen davon aus, dass die Kommunikation aufgrund der Masken zögerlicher werden wird, weil die Einordnung des Gesagten schwerer fällt. Lächelt die Person, mit der man gerade spricht, oder macht sie ein sarkastisches Grinsen – man weiß bzw. sieht es nicht. Viele Menschen fühlen sich wohler, wenn sie einem anderen Menschen ins Gesicht sehen können, weil es leichter fällt, diesen zu beurteilen und seine Absichten einzuschätzen.

    Oftmals verrät man sich durch den eigenen Gesichtsausdruck oder erweckt beim anderen zumindest Zweifel. Durch die Maskenpflicht herrscht generell eine größere Anonymität in der Öffentlichkeit. Das flüchtig ausgetauschte Lächeln löst was aus in uns. Das ist aber momentan nicht möglich und verursacht bei vielen Menschen eine angespannte Situation – vergleichbar mit Stress.

    Das Gesicht ist für die Kommunikation zwischen Menschen entscheidend. Wenn die Mimik sich nicht verändert, ist ein echter Dialog nicht mehr möglich. Und dieser Bruch in der Kommunikation zwischen Menschen löst Verunsicherung und Unbehagen aus. Das Tragen einer Maske hat dabei immer auch einen Einfluss auf den Träger selbst. Man verhält sich unter Umständen anders im Schutz und in der Anonymität der Maske. Weil wir nicht mehr erkennbar sind, können wir uns anders verhalten als sonst, wenn wir uns an die gesellschaftlichen Codes anpassen.

    Umgekehrt haben diejenigen, die „nur“ zuhören und eine Maske tragen, einen gewissen Vorteil, eben weil ihr Gegenüber in seinem Gesicht nicht lesen kann. Er muss sich nicht verstellen und lächeln, wenn er in Wirklichkeit ärgerlich ist. Diese Diskrepanz zwischen tatsächlichen Gefühlen und dem, was jemand zeigt, nennt sich emotionale Dissonanz.

    Mehr mit den Händen „sprechen“

    Eine gute „Strategie“ kann in dieser Zeit das vermehrte Verwenden von Gestiken als Zeichen der non-verbalen Kommunikation sein – also Bewegungen vor allem der Arme, Hände und des Kopfes, die die jeweiligen Mitteilungen unterstützen. Man könnte auch sagen, dass wir vermehrt auf andere Infokanäle ausweichen müssen. Jene, die zuhören, sollten versuchen, dem Gegenüber vermehrt „Zuhör-Signale“ wie zum Beispiel zustimmendes Nicken zu geben, also so wie wir es am Telefon machen.

    Grundsätzlich ist das“ nur“ eine Frage der Gewöhnung, sprich das erste Mal wird für viele Menschen, die das nicht kennen, eine ziemliche Umstellung sein.

    Interessant in diesem Zusammenhang ist die Beobachtung, dass viele denken, dass der/ die andere sie nicht hört, weil sie eine Maske tragen. Dadurch beginnen sie dann, lauter zu reden. Manche schreien dann förmlich. Doch eine laute Stimme klingt plötzlich ärgerlich, was schnell zu Missverständnissen führen kann.

    Der Kopf einer Frau mit Sonnenbrille und Mund-Nasen-Schutzmaske.(c) Pixabay.com
    Wenn das Gegenüber zusätzlich auch noch eine [dunkle] Sonnenbrille trägt, hat man das Gefühl, als würde man gegen eine Wand sprechen, da man gar keine Mimiken mehr sehen kann.

    Mit Worten mehr Nähe herstellen

    Das Tragen einer Mund-Nasen-Schutzmaske ist am Ende des Tages auch eine Botschaft: Ich nehme die Situation ernst! Wir tragen die Masken ja nicht, um uns selbst zu schützen, sondern aus Sorge um die anderen. Damit wird die Maske auch zu einem sozialen Statement.

    Auch wenn wir wissen, dass die physische Distanz, Stichwort Abstand halten, dem Schutz dient und kein Zeichen von Ablehnung ist, kommt die Botschaft unbewusst anders an. Unser Gehirn dekodiert aufgrund unserer Erfahrung: „Hey, der andere mag mich nicht.“ Dadurch besteht die Gefahr, dass wir uns alle einsamer fühlen. Darum umso wichtiger, [noch] mehr mit Worten zu kommunizieren, da sich [auch] so Nähe herstellen lässt.

    Mehr gesprochene Worte helfen aber nicht in allen Situationen. Für gehörlose und hörbehinderte Menschen wird die Kommunikation mit Menschen, die eine Mund-Nasen-Schutzmaske tragen, stark erschwert, da diese die Lippenbewegungen nicht mehr sehen können. Hörende, die eine Maske tragen, können im Umgang mit gehörlosen Menschen viel mit Gesten kommunizieren, auf Gegenstände zeigen oder Dinge einfach aufschreiben.

    So schwer und vielleicht auch umständlich wie uns das alles erscheinen mag: es ist wichtig, um die Corona-Pandemie zu stoppen. In diesem Sinn ein kurzer Tipp zum Schluss: Lächeln ist wichtig – lachen wir daher mit den Augen! :)

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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