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    Home»Körper & Geist»Corona | Covid 19»Nicht ohne meine Maske – Maßnahmen-Verschärfung gegen Corona
    Der Kopf einer Frau, die über ihre Schulter zurück schaut und eine Mund-Nasen-Schutzmaske trägt. (c) Pixabay.com

    Nicht ohne meine Maske – Maßnahmen-Verschärfung gegen Corona

    6. Okt. 20206 Mins Lesezeit

    Nach einer Beruhigung der Lage im Sommer ist Österreich nun mit einem neuerlichen [starken] Anstieg der Corona-Infektionszahlen konfrontiert. Ob wir schon in einer „zweiten Welle“ angelangt sind oder diese noch bevorsteht, darüber herrscht Uneinigkeit. Jedoch wurden bereits diverse Vorsichtsmaßnahmen getroffen, Stichwort Masken-Pflicht, um einen weiteren Lockdown wie im Frühjahr zu verhindern.

    Und diese verschärften Regeln sowie das Vorgehen der Regierung polarisieren. Das verdeutlichen die Ergebnisse der aktuellen Corona-Tracking-Studie* des digitalen Markt- und Meinungsforschungsinstituts Marketagent. Nicht nur in Bezug auf den Umgang mit der aktuellen Situation sowie deren weitere Entwicklung herrscht Unklarheit, auch das Potenzial neuer Tools zur Eindämmung des Corona-Virus wie beispielsweise die Corona-Ampel ist umstritten. Von einer Sache sind die Österreicherinnen und Österreicher jedoch mittlerweile überzeugt: Nie ohne meinen Mund-Nasen-Schutz!

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Schwierige Zeit der Gratwanderung
    Eigenverantwortung vor Einschränkung
    Die Corona-Ampel: Wegweiser oder Sackgasse?
    Schule, Shopping, Freizeit: Der neue Alltag in Corona-Zeiten

    Schwierige Zeit der Gratwanderung

    Die aktuelle Zeit ist eine, die polarisiert und die Meinung der Österreicher spaltet. Keine leichte Aufgabe für die politischen Entscheidungsträger, befinden sich diese doch auf einer Gratwanderung zwischen sinnvollen Beschränkungen und unverhältnismäßigen Einschränkungen für die Bevölkerung. Diese gelingt der Regierung zum Teil, wie die Ergebnisse der aktuellen Marketagent-Studie zeigen.

    Die Hände einer Frau, die eine Mund-Nasen-Schutzmaske gegen das Licht hält.(c) Pixabay.com
    Verordnungen im Kampf gegen das Corona-Virus sind immer schwierig. Den einen gehen sie zu weit, den anderen zu wenig weit. Zumindest an das Tragen einer Maske haben wir uns zum Großteil schon gewöhnt.

    Eigenverantwortung vor Einschränkung

    Waren es im Juli noch 54,5 Prozent der Befragten, so zeigt sich zum aktuellen Zeitpunkt nur noch gut ein Drittel mit der Arbeit der heimischen Politik im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus zufrieden. Knapp 4 von 10 finden diese zumindest teilweise gelungen. Dem gegenüber steht knapp ein Viertel der ÖsterreicherInnen, die dem derzeitigen Vorgehen gar nichts abgewinnen können. Die Bewertung ist dabei auch eine Frage des Alters. Während die Jugendlichen und jungen Erwachsenen hier tendenziell unschlüssiger sind, steigt die Zufriedenheit ab der Generation 50+ deutlich an. Die größten Kritiker sind unter den 40- bis 49-Jährigen zu finden.

    Grundsätzlich wird die heimische Bevölkerung laut den Umfrageergebnissen dabei nicht unbedingt gerne von der Regierung bevormundet. „Stattdessen wünschen sich die ÖsterreicherInnen, dass im Umgang mit der Corona-Krise stärker auf die Eigenverantwortung der BürgerInnen gesetzt wird. Mehr als 6 von 10 sind dieser Ansicht, nur knapp 40 Prozent rufen nach klaren gesetzlichen Regelungen und Vorschriften. Dieses Bild verstärkt sich tendenziell mit dem Alter, speziell ab der Generation 40+“, erklärt Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl.

    Dementsprechend positioniert sich auch gut jede/ r Zweite klar gegen einen weiteren Lockdown wie im Frühjahr. Ein Drittel stünde dieser Entwicklung weitgehend neutral gegenüber. Doch sollten wir uns bereits auf erneute Schließungen von Geschäften, Lokalen, Schulen und Co. einstellen? Hier scheiden sich die Geister. Während die eine Hälfte der heimischen Bevölkerung eher damit rechnet, kann sich die andere Hälfte kaum vorstellen, dass die Regierung wiederholt zu derart drastischen Maßnahmen greifen würde.

    Die Corona-Ampel: Wegweiser oder Sackgasse?

    Ein neues Tool zur Eindämmung der Pandemie ist die Corona-Ampel. Sie wurde Anfang September von der Regierung eingeführt, um die Corona-Situation in Österreich besser einschätzen zu können. Die Farben Grün, Gelb, Orange und Rot zeigen das jeweilige Ansteckungs-Risiko in einer Region oder einem Bezirk an und werden mindestens einmal pro Woche von einer Kommission festgelegt. In Hinblick auf das tatsächliche Potenzial dieser Maßnahme sind die ÖsterreicherInnen jedoch skeptisch. Nur etwa 4 von 10 schätzen die Ampel als sinnvoll ein. Problematisch gesehen wird das Tool dabei vor allem in Puncto Verständlichkeit.

    Für mehr als 6 von 10 Befragten sind die Corona-Ampel sowie die mit den Farben einhergehenden Maßnahmen wenig bis gar nicht klar nachvollziehbar. So ist knapp jede/ r Zweite verunsichert, was die Farbe in ihrer/ seiner Region nun für sie/ ihn bedeutet. Speziell die Umsetzung der Ampelfarben im Alltag der Bevölkerung sorgt für Verwirrung: Weniger als 4 von 10 wissen dadurch, wie sie sich verhalten und welche Maßnahmen sie befolgen sollen. Bei der Festlegung der Farben für gewisse Regionen mangelt es aus Sicht der ÖsterreicherInnen zudem an Transparenz. Nur gut 4 von 10 Befragten verstehen, wann und warum die Farben Gelb, Orange und Rot vergeben werden und empfinden den Prozess als nachvollziehbar.

    Bringt die Einführung der Corona-Ampel nun insgesamt mehr Klarheit über die aktuelle Situation? Mehr als die Hälfte der heimischen Bevölkerung stimmt dem nicht zu. „Insgesamt ist die Corona-Ampel derzeit ein polarisierendes Tool, dem es in den Augen der ÖsterreicherInnen noch etwas an Transparenz und Nachvollziehbarkeit mangelt. Einen wichtigen Effekt bringt sie für 6 von 10 Befragten jedoch mit sich: Die jeweilige Farbe schärft die Aufmerksamkeit und das Bewusstsein der Bevölkerung für das Ansteckungsrisiko in ihrer jeweiligen Region“, resümiert Schwabl.

    Eine Corona-Ampel, daneben der Kopf einer Frau mit Mund-Nasen-Schutzmaske.(c) Pixabay.com
    Grundsätzlich ist ja die Idee der Corona-Ampel eine sehr gute. Leider scheitert[e] es bisher an einer klaren und stringenten Kommunikation, was für Verwirrung sorgt und eine tendenzielle Ablehnung zur Folge hat.

    Schule, Shopping, Freizeit: Der neue Alltag in Corona-Zeiten

    Durch die erneute Verschärfung der Maßnahmen wird das Corona-Virus auch im Alltag der Bevölkerung wieder verstärkt spürbar. Davon betroffen ist beispielsweise der Bildungsbereich. Obwohl der Schulstart wie üblich stattfinden konnte, gelten hier aufgrund des Ansteckungsrisikos ebenfalls Einschränkungen. Eine Alternative wäre die erneute Einführung von Distance Learning bzw. Homeschooling wie im Frühjahr. Für mehr als drei Viertel der Befragten stellt das in der Volksschule aber keine echte Option dar. Gut 7 von 10 sind der Meinung, dass auch in der Unterstufe die Präsenzlehre klar bevorzugt werden sollte. In der Oberstufe gilt die Fernlehre allerdings für mehr als jeden Zweiten als durchaus denkbar, an den Universitäten und FHs würden zwei Drittel die Wiedereinführung befürworten.

    Die Corona-Pandemie ließ auch den Konsumbereich nicht unberührt. Vor allem kleine und lokale Unternehmen litten unter dem Lockdown im Frühjahr. Weitgehend unbeeinflusst blieb dadurch allerdings das Einkaufsverhalten der ÖsterreicherInnen in Punkto Regionalität: Gut drei Viertel kaufen gleich oft bei lokalen Betrieben oder Händlern ein wie vor Corona.

    Doch egal ob in Bildungsstätten, Einkaufszentren oder an anderen öffentlichen Orten, eine Sache hat sich laut Lisa Patek, Marketingleiterin von Marketagent, durch die Pandemie maßgeblich verändert: „Der Mund-Nasen-Schutz hat sich zum alltäglichen Begleiter etabliert. Aus der anfänglichen Skepsis wurde mittlerweile Gewohnheit, wie die Ergebnisse zeigen: Die erneute Maskenpflicht an öffentlichen Orten stößt auf hohe Zustimmung. Drei Viertel der ÖsterreicherInnen unterstützen diese Entscheidung der Regierung im Kampf gegen das Corona-Virus.“

    *Über die Studie

    Im Rahmen der Studie wurden im Zeitraum 25. bis 30. September 2020 500 ÖsterreicherInnen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren mittels Online Access Panel befragt.

    Die Präsentation der Studienergebnisse können sie HIER als Pdf downloaden.

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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