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    Home»Körper & Geist»Corona | Covid 19»Post-Covid-Syndrom – mögliche Spätfolgen nach einer Infektion
    Ein Mann steht mit verschränkten Händen vor einem Corona-Virus. (c) Pixabay.com

    Post-Covid-Syndrom – mögliche Spätfolgen nach einer Infektion

    1. Apr. 20215 Mins Lesezeit

    Patientinnen und Patienten leiden nach einer Covid-19 Erkrankung häufig noch lange unter den Folgen, Stichwort Post-Covid-Syndrom: Kurzatmig, erschöpft, vergesslich, depressiv – oder anders formuliert: Nicht jede*r, die/ der das Corona-Virus besiegt, ist hinterher auch wirklich gesund. Das gilt auch für junge Menschen bzw. solchen mit leichten Krankheitsverläufen. Oft beginnt „danach“ in der Rehabilitation ein langer Weg zurück in ihr „normales“ Leben.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Post-Covid-Syndrom oder „Long Covid“
    15 Prozent der Infizierten mit Post-Covid-Syndrom
    Spätfolgen trotz milder Verläufe
    Plötzlicher Rückschlag nach Wochen


    Post-Covid-Syndrom oder „Long Covid“

    Seit mittlerweile mehr als einem Jahr beherrschen Corona-Zahlen und -Kurven die Welt. Tag-täglich schauen wir darauf und hoffen, darin endlich das viel zitierte „Licht am Ende des Tunnels“ erkennen zu können. Vor allem drei dieser Zahlen stehen dabei auch medial immer wieder im Vordergrund: die der infizierten Personen, die der Gestorbenen und die der Genesenen.

    Eine vierte nicht minder relevante Zahl bzw. Kurve bleibt bislang allerdings weitgehend unbeachtet, nämlich jene der Menschen, die eine Infektion zwar überwunden haben, aber dennoch mit den Folgen der Erkrankung ringen. Mediziner*innen nennen das „Post-Covid-Syndrom“ oder auch „Long Covid“. Doch wie viele Menschen sind von diesem langen Schatten des Corona-Virus betroffen? Und mit welchen Symptomen äußert es sich?

    Grafik: Fragezeichen mit Corona-Viren als Punkt.
(c) Pixabay.com
    Die Corona-Viren haben uns bisher vor unzählige Fragen gestellt. Eine davon betrifft das Post-Covid-Syndrom.

    15 Prozent der Infizierten mit Post-Covid-Syndrom

    „Die aktuelle Covid-19 Pandemie ist in sozialer, körperlicher und mentaler Hinsicht eine große Herausforderung für jede und jeden einzelnen. Besonders belastend ist sie für Patientinnen und Patienten, die die Erkrankung selbst durchgemacht haben,“ beschreibt Primaria Dr.in Larisa Dzirlo, Vorständin der III. Medizinischen Abteilung für Innere Medizin und Psychosomatik am Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien. 

    „Aus unserer bisherigen Praxis bzw. aus der internationalen Literatur ist bekannt, dass Patientinnen und Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind, eine hohe Rate an Angststörungen, Depressionen, Panikattacken oder einem posttraumatischen Stresssyndrom aufweisen,“ so Primaria Dzirlo. „Weitere Folgen der kritischen Erkrankung sind Todesangst oder Angst davor, ein Überträger zu sein und andere Menschen oder Familienmitglieder zu gefährden. Dazu kommt noch die Erfahrung einer sozialen Isolation, Einsamkeit und Frustration. Patientinnen und Patienten nach einer Covid Erkrankung leiden häufig unter körperlicher Symptomatik wie zum Bespiel, CFS [chronic fatigue syndrome], mit der Müdigkeit, Übelkeit und Lustlosigkeit einhergehen.“

    Und dass dieses Post-Covid-Syndrom nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist, zeigen die Zahlen. Denn laut Wissenschaftler*innen müssen rund 15 Prozent der Covid-Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden Nachwirkungen rechnen. Vor allem Atemnot und eine tiefe Erschöpfung, Fatigue genannt, machen den einstigen Sars-CoV-2-Infizierten zu schaffen – auch nach zuvor milden Verläufen der Infektion und auch junge Menschen. Betroffene benötigen oft Monate der Rehabilitation, wo einerseits Symptome die Lunge betreffend, aber auch was Muskulatur und Nerven anbelangt, langfristig behandelt werden müssen. Darüber hinaus können auch Herz-Kreislaufsystem und der Stoffwechsel langfristig geschädigt sein. Viele Patientinnen und Patienten brauchen auch Monate, bis ihr Geschmacks- und/ oder Geruchssinn wiederhergestellt sind.

    Spätfolgen trotz milder Verläufe

    In einer Studie des King’s College London vom Oktober 2020 [Anmerkung: noch nicht von Expert*innen begutachtet], wurden folgende Risikofaktoren für „Long Covid“ benannt:

    • Alter – insbesondere Menschen über 50 Jahre

    • Geschlecht – Frauen im mittleren Alter sind am meisten von Long Covid betroffen

    • Übergewicht

    • Asthma

    • Diabetes

    • Mehr als fünf Symptome in der ersten Woche der Covid-19-Infektion [zum Beispiel Husten, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Verlust des Geruchssinns]

    Bis zum Sommer vergangenen Jahres war es so, dass das Post-Covid-Syndrom hauptsächlich bei Menschen, die wegen eines schweren Krankheitsverlaufs in Spitalsbehandlung waren, aufgetreten ist. Aktuellen Studien zufolge haben sich bis zu 70 Prozent davon auch fünf Monate nach ihrer Entlassung noch nicht vollständig erholt. Allerdings hat sich das Bild seither zunehmend geändert. Denn mittlerweile sind auch zahlreiche Menschen vom Post-Covid-Syndrom betroffen, die nur leichte bis mäßige Krankheitsverläufe hinter sich haben und auch entsprechend jung sind.

    Wenn diese Patientinnen und Patienten denken, „Jetzt habe ich es überstanden“, geht es erst richtig los. Sie klagen über starke Muskelschmerzen, Müdigkeit, körperliche Trägheit, Schlafprobleme, Gelenks- und Gliederschmerzen, Atemlosigkeit, allgemeine Schmerzen, Leistungseinbußen, Zittern und Haarausfall. Aber vor allem leiden sie auch unter kognitiven Störungen wie einer Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses und einer verlangsamten Denkfähigkeit. Gerade letzteres bereitet große Sorgen, denn dabei geht es um junge Menschen mit demenzartigen Symptomen. Dazu kommen dann noch Ängste und Depressionen, weil nichts mehr so ist wie zuvor – und unklar, ob das jemals wieder der Fall sein wird.

    Corona-Viren, Stichwort Post-Covid-Syndrom.
(c) Pixabay.com
    Vor allem auch Spät- und Langzeitfolgen bereiten Expert*innen zur Zeit große Sorgen.

    Plötzlicher Rückschlag nach Wochen

    Wie zum Teil dramatisch ein Post-Covid-Syndrom verläuft, zeigen [leider] zahlreiche Beispiele. Junge Menschen um die 20, sportlich, am Anfang eines Studiums auf dem Sprung in die eigene Zukunft und plötzlich vom Corona-Virus ausgebremst. Obwohl nach einem „nur“ leichten Verlauf der Krankheit anfänglich wieder gut erholt, kommt es von einem Tag auf den anderen zu einem Rückschlag. Starke Schmerzen, irrsinnige Erschöpfung, Zeitungsartikel lesen ohne zu verstehen, was darin steht – und dazu kommt dann noch die bereits oben erwähnte Angst, ob man sich je wieder vollständig erholen wird, trotz wochenlanger Rehabilitation mit Physiotherapie, Ergotherapie, Atemtherapie und Atemmuskeltraining, Konditions- und Kognitionstraining, Geruchstraining oder psychologische Begleitung.

    Was sich in der Therapie gezeigt hat ist, dass es für betroffene Patientinnen und Patienten enorm wichtig ist, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, beispielsweise in Gesprächs- und Selbsthilfegruppen. Gerade die Erkenntnis, dass sie nicht alleine mit ihren Problemen dastehen, hilft ihnen in der Bewältigung dieser enormen Herausforderung. Die Erfahrung, dass es anderen ebenso ergeht und sie sich das alles nicht bloß einbilden, ist eine Entlastung. Denn auch davon berichten viele vom Post-Covid-Syndrom Betroffene, dass sie von viele gar nicht ernst genommen werden. Nach dem Motto: Wenn das Corona-Virus verschwunden ist, kann das doch gar nicht sein.

    Die Realität zeichnet jedoch ein anderes Bild. In diesem Sinn: #BleibenSieGesund!

    #GemeinsamSchaffenWirDas

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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