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    Home»Pflege & Betreuung»Demenz»Demenz: Es braucht [viel] mehr leistbare Unterstützungsangebote!
    Grafik: der Umriss eines Kopfes mit quadratischen Holzteilen, von denen einige nach hinten "wegfliegen". (c) AdobStock

    Demenz: Es braucht [viel] mehr leistbare Unterstützungsangebote!

    18. Sep. 20255 Mins Lesezeit

    Eine Demenzerkrankung stellt eine komplexe Herausforderung dar, von der weltweit Millionen Menschen betroffen sind. Zum internationalen Tag der Demenz erklärt Karmen Weeber, zertifizierte Validationslehrerin beim Samariterbund, wie wichtig einfühlsame Kommunikation im Umgang mit demenzkranken Menschen ist. Darüber hinaus fordern Demenz Selbsthilfe Austria, IG Pflegender Angehöriger und Volkshilfe gemeinsam einheitliche Unterstützungs- und Entlastungsangebote für Menschen mit Demenz und ihre sie pflegenden Angehörigen.

    Demenz ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen des Gehirns, die den Verlust kognitiver Fähigkeiten wie Gedächtnis, Orientierung, Sprache, Lernfähigkeit und Urteilsvermögen zur Folge haben. Dies führt dazu, dass Betroffene ihre Umwelt immer schwerer wahrnehmen und verstehen können. Diese tiefgreifenden Veränderungen beeinträchtigen das tägliche Leben erheblich. Eine empathische und verständnisvolle Kommunikation kann jedoch helfen, den Betroffenen ein würdevolles und erfülltes Leben zu ermöglichen.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Pflegende Angehörige in ganz Österreich brauchen spürbare Entlastung
    Menschen mit Demenz dürfen wir nicht alleine lassen
    Validation – Kommunikation auf Augenhöhe
    Mit Empathie im Alltag begleiten
    Service: Neue Podcast-Staffel zu Demenz


    Pflegende Angehörige in ganz Österreich brauchen spürbare Entlastung

    Aus der Forschung der Volkshilfe zum Thema wissen wir: Neun von zehn der befragten Angehörigen von Menschen mit Demenz fühlen sich durch die Pflege stark belastet [Befragung Volkshilfe 2024].

    Birgit Meinhard-Schiebel, Präsidentin der Interessengemeinschaft Pflegender Angehöriger, ergänzt dazu: „Pflegende Angehörige werden bei einer Demenzerkrankung besonders gefordert, da ihre pflegebedürftigen Angehörigen öfter ihre Bezugsperson allen anderen Unterstützungskräften vorziehen. Abhängig von der Form der Demenzerkrankung brauchen sie als pflegende Angehörige und Zugehörige Zugang zum Wissen um die Entwicklung der Erkrankung. Gemeinsam mit allen Unterstützer•innen wie der Volkshilfe und allen anderen wollen wir pflegende Angehörige dort abholen, wo sie dringend Hilfe brauchen. Deshalb ist der persönliche Kontakt eine ganz wichtige Voraussetzung, um ihnen die Unterstützung anbieten zu können, die ihrer Situation entspricht. Oft sind die persönlichen Gespräche der erste Schritt, um innerhalb des ,helfenden Netzes‘, das wir gemeinsam anbieten, die passende Unterstützung zu finden.“

    Asita Sepandj, Leiterin des Gerontopsychiatrischen Zentrums des Psychosozialen Dienstes Wien, betont in diesem Zusammenhang: „Pflegende Angehörige tragen die Hauptlast in der Betreuung von Menschen mit Demenz, die besonders aufwändig, zeitintensiv und für viele auch eine hohe psychische Belastung ist. Gerade bei Demenzerkrankungen ist die Hemmschwelle sich Unterstützung und Hilfe zu holen noch immer sehr hoch. Daher sind niederschwellige und leistbare Angebote für Betroffene und pflegende Angehörige unverzichtbar.“

    Eine junge Frau, die eine ältere in einem Rollstuhl sitzende Frau von hinten umarmt, Stichwort Demenz.(c) AdobeStock
    Menschen mit Demenzerkrankungen vertrauen zumeist nur den Personen in ihrem unmittelbaren Umfeld und ziehen diese allen anderen Unterstützungskräften vor.

    Menschen mit Demenz dürfen wir nicht alleine lassen

    Menschen mit Demenz fehlt oft leistbare, wohnortnahe Unterstützung. Dass es in Österreich je nach Bundesland Unterschiede gibt, ist untragbar: „Wer an Demenz erkrankt, hat Anspruch auf gleiche Hilfe – egal, ob in Wien, Tirol oder dem Burgenland. Doch die Realität sieht anders aus: Unterstützung hängt vom Bundesland ab. Das ist untragbar!”, betont Volkshilfe Pflegebrereichsleiterin Teresa Millner-Kurzbauer.

    „Es kann nicht sein, dass pflegebedürftige Menschen und ihre Familien im Förderdschungel verloren gehen, während im Nachbarbundesland bessere und günstigere Angebote existieren. Diese Ungleichheit macht Angehörige wütend und verzweifelt. Das Pflegesystem muss dringend reformiert werden – für mehr Gerechtigkeit und gleiche Chancen“, ergänzt Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich.

    Die Volkshilfe fordert die Weiterentwicklung der Betreuung für Menschen mit demenziellen Erkrankungen und treffsicherere, niederschwellige Unterstützung für pflegende Angehörigen in Form von Beratung, Coaching in Pflegekompetenz, finanzieller Entlastung und psychologischer Betreuung. „Neue, innovative und gezielte Unterstützungsmöglichkeiten sind dringend erforderlich“, so Ewald Sacher, Präsident der Volkshilfe Österreich.

    Validation – Kommunikation auf Augenhöhe

    „Der Samariterbund setzt in seinen Pflegekompetenzzentren auf die Methode der Validation – eine therapeutische Kommunikationsform, die speziell für den Umgang mit Menschen mit Demenz entwickelt wurde“, so Weeber. Validation basiert darauf, die Gefühle und Bedürfnisse der Betroffenen anzuerkennen und zu respektieren, ohne sie zu korrigieren oder auf eine „objektive“ Realität hinzuweisen. „Wir versuchen dabei, die Emotionen der Betroffenen zu verstehen und darauf einzugehen. Dies reduziert Stress und erleichtert den Alltag für Betroffene, Angehörige und Pflegekräfte gleichermaßen“, erklärt die Expertin.

    Mit Empathie im Alltag begleiten

    Die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz ist für Angehörige eine große Herausforderung. Veränderungen im Verhalten und der Persönlichkeit führen häufig zu Verunsicherung, Schuldgefühlen und Stress. Die Validationsmethode unterstützt dabei, diese Belastungen zu mindern und den Alltag für alle Beteiligten zu erleichtern. Grundprinzipien wie das Vermeiden von Widerspruch, das Einfühlen in die Welt der Betroffenen und die Nutzung klarer, wertschätzender Kommunikation helfen dabei, das Vertrauen zu stärken.

    „Wenn eine Person mit Demenz nach ‚Hause‘ möchte, obwohl sie bereits dort ist, ist es wichtig, die damit verbundenen Gefühle ernst zu nehmen und zu verstehen, was ‚Zuhause‘ für sie bedeutet, anstatt sie zu korrigieren. So verhindern wir weitere Verwirrung und fördern das Wohlbefinden.“

    Karmen Weeber, zertifizierte Validationslehrerin beim Samariterbund.

    Um Angehörige zu unterstützen, bietet der Samariterbund regelmäßig Informationsnachmittage an. Rund um den Welt-Alzheimertag wird das Thema heuer zusätzlich in den Mittelpunkt gerückt: Mit zusätzlichen Informationsangeboten, thematischen Aktivitätsrunden mit den Bewohner•innen und einem vertieften Austausch in den Teams möchte der Samariterbund das Verständnis für dieses wichtige Thema stärken und Betroffene wie Angehörige gleichermaßen begleiten.

    Die Hände einer alten Frau, die sich mit Holzspielzeug für Kleinkinder spielt.(c) AdobeStock
    Organisationen wie der Samariterbund bieten zahlreiche Angebote und Informationen zum Thema Demenz, die den betroffenen Menschen den Alltag erleichtern können.

    Service: Neue Podcast-Staffel zu Demenz

    Informationen zu Demenz und bestehenden Unterstützungsangeboten bietet der Podcast “TROTZ DEMENZ”. Nachzuhören auf www.demenz-hilfe.at/podcast.

    Der Podcast wird von der Volkshilfe produziert und vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz gefördert.

    (Bilder: AdobeStock)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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