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    Home»Pflege & Betreuung»Demenz»App zur Hilfe für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz
    Ein Smartphone mit einem Avatar der App Success am Screen. (c) AIT – Austrian Institute of Technology

    App zur Hilfe für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz

    19. Juni 20204 Mins Read

    Die Forscherinnen und Forscher des AIT – Austrian Institute of Technology haben eine interaktive App für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz entwickelt, um sie und die Betroffenen in ihrem Alltag zu unterstützen. Ziel des Forschungsprojektes ist es, professionelles Wissen, Training und rasche Hilfestellung in den oft sehr herausfordernden Situationen mittels Smartphone zu bieten.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Digitale Hilfe für Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz
    Ratschläge und gute Tipps – von der App
    Wissensvermittlung und emotionale Unterstützung
    SUCCESS-App soll bald einer größeren Anwenderinnen- und Anwendergruppe zur Verfügung stehen
    Service | weitere Informationen

    Digitale Hilfe für Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz

    Die Kommunikationsfähigkeiten und das veränderte Verhalten der von Demenz betroffenen Person kann die pflegenden Angehörigen sehr rasch überfordern. Ein besseres Verständnis für die Erkrankung sowie Strategien für die Kommunikation und die Gestaltung des Alltags können dabei helfen, negative Konsequenzen der Pflegeverantwortung zu reduzieren. Dabei ist es unter anderem auch wichtig, aller beschwerlichen Umstände zum Trotz die eigenen Bedürfnisse nicht aus dem Auge zu verlieren.

    Mit der nun im Rahmen des Projekts SUCCESS entwickelten Lösung erhalten pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz eine einfache App für ihr Smartphone, die sie bei der Bewältigung der alltäglichen Herausforderungen unterstützt. „Die Ergebnisse einer sechs-monatigen Feldstudie mit über 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben gezeigt, dass sowohl pflegende Angehörige als auch professionelle Pflegekräfte von SUCCESS profitieren können“, berichtet Projektleiter Markus Garschall vom AIT Center for Technology Experience.

    Projektmitarbeiterin Julia Himmelsbach erläutert weiter: „Ein maßgeschneidertes Informations- und Trainingsangebot kann dabei helfen, die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz besser zu verstehen, respektvoll auf veränderte Verhaltensweisen zu reagieren und so zu einem positiven Miteinander und letztlich auch mehr Lebensqualität beizutragen.“

    Der Kopf einer alten Frau, Stichwort Menschen mit Demenz.(c) Pixabay.com
    Menschen mit Demenz zu betreuen und zu pflegen ist für Angehörige alles andere als leicht – sowohl physisch als auch psychisch. Die App SUCCESS unterstützt pflegende Angehörige dabei.

    Ratschläge und gute Tipps – von der App

    So schlägt die App zum Beispiel Sätze vor, die von den pflegenden Angehörigen genutzt werden können, um die an Demenz erkrankten Personen in für sie stressigen Situationen – beispielsweise wenn sie die Orientierung verloren haben – besser zu beruhigen.

    Testpersonen berichten, dass sie die vorgeschlagenen Texte der SUCCESS-App teilweise sogar wortwörtlich genutzt haben und dies sehr gut von den Betroffenen angenommen wurde. So konnte der tägliche Umgang miteinander positiv beeinflusst und der Alltag besser gemeistert werden.

    Wissensvermittlung und emotionale Unterstützung

    Um unterschiedliche Lerntypen und Nutzungssituationen zu unterstützen, nutzt die SUCCESS-App auf der einen Seite Artikel und Videos, und auf der anderen Seite auch Avatar-basierte Rollenspiele und Trainingseinheiten. Gerade Rollenspiele ermöglichen es, in einem sicheren virtuellen Raum Handlungsstrategien sozusagen vorab zu erproben und geeignete Kommunikationsstrategien zu erlernen.

    In der Rolle des virtuellen Trainers unterstützt der Avatar pflegende Angehörige dabei, trotz der Verantwortung für eine andere Person nicht auf das eigene Wohlbefinden zu vergessen und dabei mit den eigenen Gefühlen richtig umzugehen. Empfehlungen für gemeinsame Aktivitäten liefern darüber hinaus Inspiration für die Gestaltung des Alltags mit einem Menschen mit Demenz.

    Smartphone mit Avatar der App Success am Screen.(c) AIT – Austrian Institute of Technology
    Ein Avatar übernimmt die Rolle des virtuellen Trainers und hilft pflegenden Angehörigen unter anderem dabei, trotz allem nicht auf das eigene Wohlbefinden zu vergessen.

    SUCCESS-App soll bald einer größeren Anwenderinnen- und Anwendergruppe zur Verfügung stehen

    Die interaktive App SUCCESS wurde unter der Leitung des AIT Austrian Institute of Technology gemeinsam mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Österreich, Zypern, Rumänien, Norwegen und Kanada entwickelt. Mit dem Abschluss der sechs-monatigen Feldstudie in Österreich und Rumänien konnte das Forschungsprojekt im Februar dieses Jahres erfolgreich abgeschlossen werden.

    „Gemeinsam mit Partnerorganisationen aus dem Bereich der Sozialdienstleisterinnen und Sozialdienstleister arbeiten wir nun daran, SUCCESS weiterzuentwickeln, um die App in Zukunft einer breiten Bevölkerungsgruppe zur Verfügung stellen zu können„, resümiert Markus Garschall.

    Ziel ist es, eine einfach zugängliche Erweiterung zu den bereits bestehenden zahlreichen Beratungs- und Selbsthilfeangeboten zu schaffen. Auf die Bedürfnisse der spezifischen Zielgruppe zugeschnittene Informations- und Trainingsangebote sollen so auch ein demenzfreundliches Umfeld für alle Betroffene ermöglichen.

    Service | weitere Informationen

    SUCCESS wurde im Rahmen des AAL-Programms durch Mittel der Europäischen Kommission und von nationalen Fördereinrichtungen unterstützt. Unter folgenden Links finden sie dazu weiterführende Informationen:

    • Projektwebseite

    • Center for Technology Experience

    • Center for Health & Bioresources

    • Über das AIT

    (Bilder: AIT – Austrian Institute of Technology, Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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