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    Home»Pflege & Betreuung»Demenz»Menschen mit Demenz im öffentlichen Verkehr – so kann man helfen
    Das Gesicht einer alten Frau teilweise überlagert von einer Weltkarte. (c) Pixabay.com

    Menschen mit Demenz im öffentlichen Verkehr – so kann man helfen

    13. Dez. 20183 Mins Lesezeit

    Aktuellen Schätzungen zu Folge leben allein in Österreich 130.000 Menschen mit einer Form von Demenz. Für Betroffene ist es enorm wichtig, so lange es geht die Möglichkeit der sozialen Teilhabe nicht zu verlieren. Vor allem Bewegung und Mobilität sind in diesem Zusammenhang immens wichtig. Stellt sich die Frage: Wie sollen wir mit Menschen mit Demenz umgehen, wenn diese zB in der Straßenbahn nicht mehr weiter wissen?

    Leben mit Demenz betrifft uns alle

    Egal, ob in der eigenen Familie, im Kreis von Freunden und Bekannten oder eben einfach nur eine Begegnung auf der Straße: Die meisten Menschen sind in irgendeiner Form schon in Berührung mit Personen mit Demenz gekommen. Und wahrscheinlich war jedes mal ein gewisses Gefühl der Unsicherheit dabei, weil man nicht weiß, wie man mit der Situation an sich und mit der betroffenen Person im speziellen umgehen soll. 

    Demenz kann auch die Sinneswahrnehmung beeinträchtigen
    Die Lichter in einem U-Bahn Schacht. (c) Pixabay.com
    Menschen mit Demenzerkrankungen nehmen die Umwelt anders wahr. Gerade im Bereich öffentlicher Verkehr kann das – je nach Fortschritt der Krankheit – zu Problemen führen.

    Medizinisch gesehen ist Demenz ein Syndrom infolge einer chronisch fortschreitenden Erkrankung des Gehirns. In deren Verlauf kommt es zu Beeinträchtigungen kognitiver Funktionen und Alltagsfertigkeiten sowie zu einer Veränderung der emotionalen Kontrolle und des Sozialverhaltens. Demenz kann aber auch – und das ist für das Unterwegssein in öffentlichen Verkehrsmitteln besonders wichtig – die Sinneswahrnehmung beeinträchtigen. Demenz-Patienten sehen, hören, riechen und fühlen „anders“, da die Informationen vom Gehirn nicht mehr richtig verarbeitet werden können. 

    Erkennen von Menschen mit Demenz

    Menschen mit Demenz sind normaler Weise nicht leicht erkennbar. Wenn sich aber ein älterer Mensch ungewöhnlich verhält, hilft es, daran zu denken, dass es sich um jemanden mit Demenz handeln könnte. Spricht man die Person höflich an, merkt man, dass die Reaktionen anders sind, als man sie möglicherweise erwarten würde.  

    Die Informationen kommen nicht an. Es wird der Eindruck erweckt, dass die Person nicht adäquat oder überhaupt nicht auf Ansprache reagiert.
    Menschen mit Demenz können Informationen nicht so gut verstehen oder behalten und haben Schwierigkeiten sich zu orientieren.

    Sicherheit geben
    Ein alter Mann hält sich mit einer Hand den Kopf, Stichwort Demenz. (c) Pixabay.com
    Demenz Patienten verstehen die Welt nicht mehr und kennen sich nicht mehr aus. Daher ist es wichtig, Ruhe zu vermitteln und ihnen Sicherheit zu geben. 

    Wenn sie merken, dass die Person Schwierigkeiten hat, mit ihnen zu reden bzw. sie zu verstehen, seien sie geduldig. Sprechen sie langsam und deutlich in kurzen Sätzen und halten sie Augenkontakt. Das vermittelt Ruhe. Überfordern sie die Person mit Demenz nicht mit vielen Informationen auf einmal. Helfen sie Schritt für Schritt und wiederholen sie bereits Gesagtes. 

    Menschen mit Demenz wollen ihre Vergesslichkeit und Orientierungsprobleme oft verbergen. Jeder von uns kann sie durch direkte Kontaktaufnahme und das Anbieten von Hilfe beim Unterwegssein in öffentlichen Verkehrsmitteln unterstützen.

    Zeit und Ruhe

    Menschen mit Demenz brauchen Zeit, um sich zu sammeln, wenn sie sich im Moment nicht orientieren können. Situationen, die überfordern, unsicher machen und Druck erzeugen, lösen Stress aus und können emotionale Reaktionen wie zB Nervosität, Unsicherheit, Ängstlichkeit, Aggression, Verweigerung noch zusätzlich verstärken.

    Wichtig ist, auf Menschen mit Demenz beruhigend zu wirken. Gerade die Hektik einer Stadt oder die „vielen“ Menschen in der Straßenbahn können auf Menschen mit Demenz beunruhigend und stressauslösend wirken. Aber wahrscheinlich der allerwichtigste Punkt: Das Zusammenleben mit an Demenz erkrankten Personen verlangt Toleranz für Lebensformen, die von „der Norm“ abweichen.

    #LebenMITDemenz, #WürdeTrotzDemenz

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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