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    Eine reife Frau mit Brille genießt die Sonne, das in ihr Gesicht scheint. (c) AdobeStock

    Die eigenen Gefühle mit den »richtigen« Gedanken beeinflussen

    1. Apr. 20224 Mins Lesezeit

    Bei manchen Menschen scheint das Glas immer halb voll zu sein, während andere eher zur Fraktion „Glas halb leer“ zählen. Tag-täglich sind wir mit unzähligen Emotionen und Gefühlen konfrontiert, die einfach in uns hochkommen, wenn wir bestimmte Dinge erleben. Ob Freude, Liebe, Trauer oder Angst – was wir fühlen hängt letztlich immer auch von der jeweiligen Situation ab, in der wir uns gerade befinden. Aber können wir unsere Gefühle und Empfindungen eigentlich selbst steuern?

    „Wir sind unseren Gefühlen, vor allem den negativen, nicht einfach hilflos ausgeliefert„, weiß Dirk Tischer, Leiter der Zugspitzakademie München. Der erfahrene Persönlichkeits-Coach erklärt, was wirklich Auslöser für unsere Gefühle sind und wie man sie gezielt steuern bzw. beeinflussen kann.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Die „Henne-Ei-Frage“: Was war zuerst da – der Gedanke oder das Gefühl?
    „Nichts schlimmeres passiert“ vs. „Schimpftiraden“
    Wie kann man seine Gefühle also positiv beeinflussen?
    Übung macht den Meister/ die Meisterin


    Die „Henne-Ei-Frage“: Was war zuerst da – der Gedanke oder das Gefühl?

    Hierbei geht es vor allem um die Erkenntnis, dass es grundsätzlich eine Wechselwirkung zwischen Kognition, sprich dem Gehirn, und Emotion, also den Gefühlen gibt. Oder anders gesagt: zuerst hat man einen Gedanken, der wiederum löst das Gefühl aus. Um zu erfahren, wie wir nun unsere Gefühle beeinflussen können, müssen wir zuerst wissen, woher diese Gefühle eigentlich kommen – sowohl die positiven als auch die negativen.

    Bildserie einer Frau mit Brille, die unterschiedliche Emotionen und Gefühle zeigt.(c) AdobeStock
    Welche Gefühle in uns hochkommen hängt von unseren Gedanken in der jeweiligen Situation ab.

    „Nichts schlimmeres passiert“ vs. „Schimpftiraden“

    „Gefühle sind etwas sehr individuelles. Nicht jeder Mensch fühlt in derselben Situation das Gleiche. Abhängig davon, welcher Gedanke in dieser Situation in uns unbewusst aufkommt, entstehen entsprechend auch unterschiedliche Emotionen,“ erklärt der Coach.

    Ein typisches Beispiel ist ein Autounfall mit Blechschaden: Die eine Person steigt aus dem Auto und ist froh darüber, dass nichts Schlimmeres passiert ist, während die andere völlig verärgert und empört über den anderen Verkehrsteilnehmer zu schimpfen beginnt.

    „An diesem Beispiel erkennt man sehr gut: der Gedanke macht das Gefühl, was wiederum ein Hinweis auf ein Bedürfnis ist. Es sind nicht die äußeren Faktoren, die unsere Gefühl machen, sondern die Gedanken, die wir uns darüber machen,“ so Dirk Tischer.

    Wie kann man seine Gefühle also positiv beeinflussen?

    Zuerst müssen wir uns bewusst werden, dass wir in bestimmten Situation überhaupt etwas denken. Das klingt banal, ist aber häufig nicht selbstverständlich. Oftmals ärgern wir uns so schnell über das eine oder das anderes, dass wir unsere eigenen Gedanken gar nicht mitbekommen. Außerdem laufen Gedanken so schnell und zum Teil auch unbewusst ab, dass wir sie nicht einmal realisieren können.

    Sind wir uns aber erst einmal im Klaren über unsere Gedanken, müssen wir im zweiten Schritt verinnerlichen, dass unsere Gedanken nicht automatisch „der Wahrheit entsprechen“ müssen. Nur so können wir eingefahrene Gedankenmuster aufbrechen und unsere Gefühle mit neuen Gedanken beeinflussen.

    Ein weiterer Schritt ist die Frage an sich selbst, wie man sich in bestimmten Situationen fühlen möchte:

    • Wie will man sich beispielsweise fühlen, wenn die Post vom Finanzamt kommt?

    • Wie will man sich fühlen, wenn der Partner/ die Partnerin mal „die falschen Worte“ wählt?

    • Wie will man sich fühlen, wenn man eine Absage bekommt?

    Sobald man sich derartige Fragen selbst beantwortet hat, muss man sich ein Ziel stecken. Dieses Ziel soll beinhalten, wie man beim nächsten Mal in einer solchen Situation reagieren möchte.

    Ein Mann, der einen Zettel mit einem lachenden und einen mit einem traurigen Smiley in die Höhe hält.(c) AdobeStock
    Lachen oder weinen – wie wir uns fühlen, können wir steuern und beeinflussen.

    Übung macht den Meister/ die Meisterin

    „In der Praxis ist es aber nicht immer so einfach getan wie gesagt„, erklärt Tischer. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es im Alltag häufig sehr schwierig ist, alte Denkmuster selbst aufzubrechen und von negativ auf positiv zu lenken. Ein erfahrener Coach kann hier helfen zu reflektieren und die eigenen Gefühle wieder in die richtige Richtung zu lenken.“

    Im Vordergrund eines Coachings sollte daher die Analyse von Situationen und die Einbeziehung struktureller Veränderungen im Denken und Fühlen stehen. Mithilfe von Motivation und Feedback können die eigenen Gedanken und Gefühle besser wahrgenommen und beeinflusst werden. Durch mehrmalige Wiederholung, viel Training und Selbstreflexion kann man die Macht über seine eigenen Gedanken und in der Folge über seine Gefühle langfristig zurückerobern.

    (Bilder: )

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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