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    Home»Körper & Geist»Orientierung zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    Eine Ärztin, die einer Patientin den Blutdruck misst. (c) AdobeStock

    Orientierung zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

    27. Okt. 20215 Mins Lesezeit

    Mehr als ein Drittel aller Todesfälle in Österreich gingen laut Statistik Austria im Jahr 2020 auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück. Besondere Gefahr geht hier durch eine Verengung von Gefäßen aus, die letzten Endes zu Herzinfarkt und zu Herzmuskelschwäche führen kann. Dem könnte durch eine Reduktion der Risikofaktoren vorgebeugt werden. Welche dies sind, darüber informiert eine neue Patientenbroschüre. Eine Leitlinie gibt Orientierung für die Ärzte- und Apothekerschaft hinsichtlich der Erkrankung selbst, ihrer Diagnose sowie des Letztstands der Behandlungsoptionen.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Krankheitsprävention und Behandlung weiter verbessern
    Ernst zu nehmende Belastung für das Gesundheitssystem
    Regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung
    Für mögliche Nebenwirkungen fragen sie ihren Arzt oder Apotheker
    Über „Arznei und Vernunft“

    Krankheitsprävention und Behandlung weiter verbessern

    Aktuell haben medizinische Expertinnen und Experten der Initiative „Arznei & Vernunft“ [A&V] die Leitlinie „Koronare Herzkrankheit, Hypertonie und periphere Verschlusskrankheit“ komplett neu überarbeitet und um neue Therapien erweitert. Ebenso steht eine neue Informationsbroschüre für Betroffene und Interessierte zur Verfügung. Die Publikationen der Initiative „Arznei und Vernunft“ verfolgen das Ziel, die Krankheitsprävention als auch die Behandlung und Versorgung von Personen mit bestimmten Erkrankungen weiter zu verbessern.

    „Es ist erschreckend, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach wie vor so viele Todesfälle in Österreich und der Welt verursachen. Die konstant hohe Mortalität hat eine Aktualisierung der Leitlinie zu diesem Thema dringend notwendig gemacht“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Ernst Singer, Leiter der Expert•innengruppe Arznei & Vernunft. „Besonderes Augenmerk haben wir bei der Leitlinie darauf gelegt, dass sie im medizinischen Alltag schnell und anwendungsfreundlich eingesetzt werden kann. Das gilt auch für die Patientenbroschüre. Denn viele Betroffene ahnen oft nichts von ihrer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Sind sie in der Lage, erste Anzeichen rechtzeitig zu identifizieren, können sie schnellstmöglich behandelt und schwere Folgen dadurch verhindert werden.“

    Univ.-Prof. Dr. Ernst Singer, der den neuen Infofolder zum Thema Herz-Kreislauferkrankungen in die Höhe hält, Stichwort Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.(c) Pharmig/ APA-Fotoservice/ Jacqueline Godany
    Univ.-Prof. Dr. Ernst Singer bei der Präsentation der neuen Patientenbroschüre.

    Ernst zu nehmende Belastung für das Gesundheitssystem

    Die Auswirkungen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen auch zu ernst zu nehmenden Belastungen für das Gesundheitssystem. Dazu nimmt Peter Lehner, Co-Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger, Stellung: „Die Sozialversicherung gibt für Heilmittel im kardiovaskulären Bereich jährlich 389 Millionen Euro aus. Das sind 11 Prozent der insgesamt 3,476 Milliarden Euro Heilmittelausgaben. Damit spielen sie nicht nur für die Gesundheit des Einzelnen, sondern auch für das gesamte Gesundheitssystem eine fundamentale Rolle„, erklärt Lehner. „Die neue Leitlinie, die die jüngsten Erkenntnisse und Entwicklungen miteinbezieht, steht für einen effizienten Einsatz im Interesse der Patientinnen und Patienten und der Sozialversicherung“, sagt Lehner.

    Ein Großteil der Herz-Kreislauf-Erkrankungen wäre durch entsprechende Gesundheitsförderungs- und Präventionsmaßnahmen vermeidbar. Gerade im Rahmen der Prävention zeigt sich eine Fülle von Ansätzen, die einen positiven Einfluss auf Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems begünstigen. „Herz-Kreislauf-Erkrankungen können vermieden werden, indem jede und jeder einzelne eigenverantwortlich auf einen gesunden Lebensstil achtet„, sagt a.o. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres, Präsident der Österreichischen Ärztekammer.

    Ein wichtiger Schutzfaktor sei beispielsweise das Nichtrauchen, denn Rauchen erhöhe nachweislich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: „Das Rauchverbot in der Gastronomie hat insgesamt die Gesundheit vieler gefördert, doch jede und jeder einzelne hat es in der Hand, ob er zur Zigarette greift“, sagt Szekeres. Wie bei vielen Erkrankungen gelte auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen: eine gesunde Ernährung kann schon viel bewirken: „Wer sich gesund und ausgewogen ernährt, nicht zu viel Zucker zu sich nimmt und etwas mehr zu Obst und Gemüse statt Süßigkeiten greift, der hat schon viel getan“, sagt der ÖÄK-Präsident. Hinzu kommt, dass regelmäßige Bewegung beispielsweise Bluthochdruck vorbeugt.

    Regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung

    Prävention bedeutet aber auch, die Vorsorgeuntersuchungen tatsächlich in Anspruch zu nehmen: „Leider hat die Pandemie dazu geführt, dass viele Patientinnen und Patienten ihre Vorsorgeuntersuchungen nicht durchgeführt haben“, bedauert Szekeres. Doch gerade Hausärztinnen und Hausärzte als Vertrauenspersonen, die ihre Patientinnen und Patienten am besten kennen, können diese auch kompetent beraten und darauf achten, dass die Präventionsmaßnahmen umgesetzt werden: „Einerseits kann verhindert werden, dass Erkrankungen erst entstehen, andererseits helfen Vorsorgeuntersuchungen, Frühdiagnosen zu stellen, was für den Behandlungserfolg enorm wichtig ist“, betont Szekeres.

    Im Rahmen der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Arzneimittel unverzichtbarer Bestandteil der Therapie. Mag. Helga Tieben, MLS, MBA, Director Regulatory Affairs, Supply & Innovation von der Pharmig, dem Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs, erklärt: „Im Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellt die pharmazeutische Industrie eine Fülle an medikamentösen Therapien bereit und forscht kontinuierlich an neuen Arzneimitteln. Allein in den letzten 25 Jahren kamen 532 Produkte in diesem Bereich in Österreich auf den Markt. Oberstes Ziel dabei ist die Heilung.

    Allerdings ist der Krankheitsverlauf bei diesem Formenkreis, den die aktuelle Leitlinie abdeckt, von vielen Faktoren abhängig. Eine Heilung allein mit Medikamenten ist daher aktuell noch nicht möglich. So bleibt die Therapie in den meisten Fällen ein langfristiger Prozess, bei dem vor allem die Eigenverantwortung der Betroffenen im Vordergrund steht. Denn nur wenn Arzneimittel auch so eingenommen werden, wie auch im Rahmen der ärztlichen Verordnung vorgegeben, können sie auch ihre volle Wirkung entfalten und zu einer Erhöhung der Lebensqualität und Verringerung der Auswirkungen der Erkrankung beitragen.“

    Teilnehmer einer Pressekonferenz.(c) Pharmig/ APA-Fotoservice/ Jacqueline Godany
    Die hochkarätig besetzte Expert•innenrunde der Initiative „Arznei & Vernunft“.

    Für mögliche Nebenwirkungen fragen sie ihren Arzt oder Apotheker

    Da Herz-Kreislauf-Erkrankungen meistens ambulant behandelt werden, kommt den Apotheken in der täglichen Versorgung der Betroffenen eine wesentliche Bedeutung zu. Die Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr, betont daher: „In der Beratung von Kund•innen und Patient•innen durch Apothekerinnen und Apotheker zeigt sich, dass die genaue Einnahme von Herz-Kreislauf-Medikamenten oft nochmals erklärt werden muss. Das ist im Hinblick auf mögliche Neben- bzw. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln besonders wichtig.

    Dabei unterstützt uns die flächendeckende Einführung der e-Medikation, da wir dadurch alle vom Patienten verwendeten Arzneimittel überblicken können. Mit unserer täglichen Beratungsleistung und der neuen Patientenbroschüre, die in allen 1.400 Apotheken österreichweit aufliegt, leisten wir einen wesentlichen Beitrag zu einer Verbesserung des Therapieerfolges. Der niederschwellige Zugang ermöglicht Apothekerinnen und Apothekern, den Umgang mit Herz-Kreislauf-Medikamente zu thematisieren und alle für die Patienten notwendigen Schritte einzuleiten.“

    Die überarbeitete Leitlinie ist gemeinsam mit der neuen Patientenbroschüre online auf www.arzneiundvernunft.at abrufbar. Die Patientenbroschüre kann zusätzlich als gedrucktes Exemplar bestellt werden. Mehr Informationen dazu finden sie HIER.

    Über „Arznei und Vernunft“

    Die Initiative „Arznei & Vernunft“ ist ein gemeinsames Projekt von: Dachverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Österreichischer Ärztekammer, Österreichischer Apothekerkammer und PHARMIG. Ziel der Initiative ist ein vernünftiger Umgang mit Arzneimitteln. Alles über die Initiative unter www.arzneiundvernunft.at.

    (Bilder: AdobeStock, Pharmig/ APA-Fotoservice/ Jacqueline Godany)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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