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    Home»Freizeit & Reise»Internet & Technik»Top Secret: [geheime] Gewinnspiel-Strategien von Telefonbetrüger
    Silhouette einer telefonierenden Frau. (c) Pixabay.com

    Top Secret: [geheime] Gewinnspiel-Strategien von Telefonbetrüger

    14. Mai 20206 Mins Lesezeit

    Um an Adresse, IBAN und Co. zu kommen oder Verbrauchern schlichtweg Geld abzuknöpfen, berufen sich Telefonbetrüger häufig auf eine vermeintliche Gewinnspielteilnahme oder locken mit attraktiven Preisen. Dabei verfolgen sie ganz unterschiedliche Strategien – die häufigsten vier deckt Thomas Wrobel von Clever Dialer auf und beruft sich dabei auf viele Tausend Nutzerberichte. Der Experte für Anruferkennung und Spam-Schutz verrät außerdem, wie Verbraucher am besten auf die Strategien der Betrüger reagieren.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Unterschiedliche Gewinnspiel-Strategien mit einem Ziel: Betrug
    Anruferkennung und Spam-Schutz

    Unterschiedliche Gewinnspiel-Strategien mit einem Ziel: Betrug

    Die „Steuer-Strategie“

    Hurra, Höchstgewinn! Auto, iPhone, hohe Geldsummen – bei diesem Trick dürfen sich Verbraucher erst mal über einen vermeintlich lukrativen Preis freuen. Es gibt nur einen Haken dabei: Auf den Gewinn müssen Steuern erbracht werden. Doch die Betrüger liefern die „Lösung“ gleich mit: Um den Steuern zu entgehen, soll der glückliche Gewinner einfach ein Zeitungs-Abonnement abschließen – oft wird im Zuge dessen auch die Bankverbindung abgefragt. 

    Betroffene berichten
    „Der Typ am Telefon meinte, ich hätte bei einem Gewinnspiel von dm gewonnen und müsste daher ein Zeitschriften Abo abschließen, damit die meine Gewinnsteuer von € 16.000,- übernehmen, dafür aber benötige er meine Kontonummer [IBAN].“ 

    „Die behaupten, man habe einen € 750,- Gutschein gewonnen und man müsse ein Zeitschriftenabo abschließen, um auf den Gewinn keine Steuern zu zahlen – das hätte man so bereits in den AGB lesen sollen.“

    Das rät der Expterte
    Hinter Anrufen dieser Art steckt leider kein Gewinnspiel und schon gar nicht der versprochene Hauptpreis. Der einzige, der hier gewinnt, ist der Anrufer, der eine Provision für die Vermittlung des Abonnements bekommt. Wird das Zeitungsabonnement abgeschlossen, muss es meist gleich für ein Jahr bezahlt werden – den „Gewinn“ bekommen die Verbraucher aber nie zu Gesicht. Es gilt also: Lassen sie sich nicht von vermeintlich tollen Preisen blenden und stimmen sie derartigen Abo-Angeboten nicht zu.

    Ein älterer Mann, der telefoniert und sich mit der anderen Hand auf den Kopf greift. Im Hintergrund 500 Euro Scheine, Stichwort Gewinnspiele.(c) Pixabay.com
    Im ersten Moment tolle Gewinne entpuppen sich in weiterer Folge oft als reine Betrugsmasche.

    Der „Gewinner-Bluff“

    Auch bei dieser Strategie wird das Gespräch mit der Ankündigung eines satten Gewinns eingeleitet. Damit die glücklichen „Gewinner“ ihren Preis aber auch erhalten, müssen sie entweder zur Überweisung der angeblichen Gewinnsumme ihre Kontonummer angeben oder zum Datenabgleich sensible Daten wie den IBAN herausgeben. Die optimale Masche für Betrüger, um an wertvolle Verbraucherdaten zu kommen – Misstrauen ist hier Pflicht! 

    Ein Betroffener berichtet
    „Der Anrufer erzählte mir, dass ich angeblich bei einem Gewinnspiel gewonnen hätte, und sie bräuchten meinen IBAN für die Hauptverlosung, da sie sonst den Preis nicht rausschicken können.“ 

    Das rät der Experte
    Vertrauliche Informationen wie beispielsweise Kontodaten sollten am Telefon grundsätzlich NIE herausgegeben werden – seriöse Anbieter würden das auch niemals verlangen. Wer regelmäßig an Gewinnspielen teilnimmt, schöpft bei der Aussicht auf einen Gewinn natürlich Hoffnung. Sobald nach Kontodaten gefragt wird, kann aber davon ausgegangen werden, dass es sich um einen Betrugsversuch handelt. So attraktiv der vermeintliche Gewinn auch klingen mag – hier beenden Verbraucher das Gespräch am besten sofort und sperren die Nummer anschließend.

    Der „Kündigungs-Trick“

    Bei dieser Strategie wird den Verbrauchern mitgeteilt, dass sie bei einem kostenfreien Gewinnspiel-Abonnement die Kündigungsfrist verpasst haben. Da der kostenlose Probezeitraum abgelaufen sei, werde für das Abonnement nun ein monatlicher Beitrag fällig. Das ist noch nicht alles: Oftmals, wenn Verbraucher versuchen sich zu wehren, bieten die Betrüger freundlicherweise eine Verkürzung des „Abonnements“ an – aber wieder nur gegen Angabe des IBAN.   

    Betroffene berichten
    „Ich hätte an einem Gewinnspiel teilgenommen bei dem drei Monate kostenfrei wären und die folgenden zwölf Monate € 69,- im Monat kosten würden.“ 

    „Hätte kostenpflichtig ein Gewinnspiel gebucht für € 68,- monatlich. Sollte meinen IBAN angeben, damit ich von zwölf auf vier Monate reduzieren kann.“

    Das rät der Experte
    Sofern kein Nachweis über den fraglichen Gewinnspielvertrag existiert, ist diese Vorgehensweise illegal. Verbraucher können also davon ausgehen, dass keine Konsequenzen drohen. Das Angebot zur Verkürzung des Vertrags ist raffiniert, denn dies macht den Anschein, der Anrufer käme dem Verbraucher großzügig entgegen. In Wahrheit besteht aber in der Regel kein Vertrag und somit sind die Betrüger nur darauf aus, die Zahlung für die vier Monate zu erhalten. Vertrauliche Informationen und insbesondere Kontodaten sind für eine Vertragskündigung nicht notwendig, diese also auf keinen Fall herausgeben.

    Die „IBAN-Erpressung“

    Telefonbetrüger weisen gern auf Verträge oder Nutzungsbedingungen hin, um bei Verbrauchern für Panik zu sorgen. Diese Strategie treibt das auf die Spitze: Betrüger erzählen Verbrauchern am Telefon von einem angeblich abgeschlossenen Vertrag oder Abonnement und fordern sie dann dazu auf, Kontodaten preiszugeben – sozusagen als einzige Möglichkeit, dem „Vertrag“ zu entkommen. Raffiniert, denn besorgte Verbraucher, die hohe Abo-Zahlungen fürchten, sind eher bereit, vertrauliche Daten preiszugeben. 

    Ein Betroffener berichtet
    „Ich hätte vor einem Jahr bei einer Amazonbestellung an einem Gewinnspiel teilgenommen. Ein Jahr lang war das kostenlos, nun soll ich dafür bezahlen. Als ich das nicht wollte, meinte die Anruferin, sie würde die Daten löschen, sie bräuchte aber zum Abgleich noch meinen IBAN.“ 

    Das rät der Experte
    Wenn von Verträgen oder abgeschlossenen Abonnements die Rede ist, wirkt das natürlich erst mal besorgniserregend – besonders, wenn die Person am anderen Ende der Leitung bereits persönliche Daten wie etwa die Adresse kennt. Trotzdem gilt: Wer im Vorfeld keiner Vereinbarung zugestimmt hat, ist auf der sicheren Seite, denn dann ist der fragliche Vertrag oder das Abonnement sicher nicht rechtsgültig. Verbraucher können Anrufen dieser Art am besten ein Ende bereiten, indem sie Details zu der angeblichen Vereinbarung anfordern. Sollte dann tatsächlich ein bestehender Vertrag auftauchen, kann dieser in der Regel schriftlich widerrufen werden. Auch hier sollten Verbraucher aber auf keinen Fall Konto- oder andere vertrauliche Daten herausgeben.

    Close Up: ein Mann, der mit einem Smartphone telefoniert.(c) Pixabay.com
    Telefonbetrüger setzen meistens Psycho-Tricks ein, um Verbraucher unter Druck zu setzen.

    Anruferkennung und Spam-Schutz

    Hinter Anrufen dieser Art steckt zumeist kein Gewinnspiel und schon gar nicht der versprochene Hauptpreis. Es gilt also: Von tollen Preis-Versprechungen nicht blenden lassen und zweifelhaften Abo-Angeboten und Co. nicht zustimmen. Vertrauliche Informationen wie beispielsweise Kontodaten sollten am Telefon grundsätzlich nicht herausgegeben werden – seriöse Anbieter würden das auch nie verlangen.

    Gerade in diesen Tagen scheinen Telefonbetrüger wieder besonders aktiv zu sein. Wir raten dringend davon ab, sich auf derartige Gespräche per Telefon einzulassen. Außerdem bieten mittlerweile auch viele Apps wie zum Beispiel die von Clever Dialer einen eingebauten Spam-Schutz. Sobald eine dubiose Nummer anzurufen versucht, erkennt die Anwendung die Rufnummer und warnt Verbraucher so vor Telefon-Abzocken.

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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