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    Home»Körper & Geist»SENaktiv – Sicher im Alter bewegen»Kleiner Ausrutscher, verheerende Folgen – Sturzunfälle vermeiden
    Eine alte Frau liegt nach einem Sturz auf einem Teppich vor einer Couch. (c) AdobeStock

    Kleiner Ausrutscher, verheerende Folgen – Sturzunfälle vermeiden

    25. Juli 20225 Mins Lesezeit

    Treppen, Stolperfallen und vermeintliche Aufstiegshilfen: Tagtäglich begegnen uns zu Hause zahlreiche Sturzgefahren, die im letzten Jahr zu 214.000 Sturzunfällen österreichweit geführt haben. Doch welche Sturzgefahren bergen das größte Unfallpotenzial? Und wie kann man diesen vorbeugen? Wir haben dieses Thema einmal genauer unter die Lupe genommen, denn viele Stürze könnten durch einfache Maßnahmen verhindert werden.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Sturzunfälle auf dem unrühmlichen 1. Platz der häufigsten Unfallarten
    Häufige und folgenschwere Sturzgefahren: Treppen, Stolperfallen und Aufstiegshilfen
    Österreichweit: Die häufigsten Unfälle im Haushalt sind Stolperunfälle
    Risikofaktor Treppenhaus: 40.900 Treppenstürze jährlich
    Sicher und stabil nach oben – Sicherheitsleitern für den Haushalt
    Wichtigsten Präventionsmaßnahmen im Überblick
    Sturzunfälle gesamt im Haushalt nach Bundesland 2021


    Sturzunfälle auf dem unrühmlichen 1. Platz der häufigsten Unfallarten

    Laut der KFV-Unfalldatenbank Injury Database [IDB] Austria verletzten sich im Jahr 2021 in Österreich rund 214.000 Personen bei einem Sturz im Haushalt derart schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Damit belegen Stürze den unrühmlichen 1. Platz der häufigsten Unfallarten.

    Aus meist leidvoller eigener Erfahrung weiß man: Eine Sekunde Unachtsamkeit kann bereits einen Sturz verursachen, der im Idealfall zumindest keine gröberen Verletzungen nach sich zieht. Doch nicht immer geht ein solcher Unfall glimpflich aus: „Unsere Statistik zeigt, dass sich im letzten Jahr weit über 200.000 Personen in Österreich bei einem Sturz im Haushalt derart schwer verletzten, dass eine Behandlung im Krankenhaus notwendig war. Die Folgen eines oft banal wirkenden Sturzunfalles sind in vielen Fällen – insbesondere für ältere Menschen – verheerend,“ warnt Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV – Kuratorium für Verkehrssicherheit.

    Die Füße eines Mannes, der beim Runtergehen einer Treppe etwas liest und nicht sieht, dass er gleich auf Kinderspielzeug treten wird, Stichwort Sturzunfälle.
(c) AdobeStock
    Unachtsamkeit gehört zu den häufigsten Gründen für Stürze im Haushalt.

    Häufige und folgenschwere Sturzgefahren: Treppen, Stolperfallen und Aufstiegshilfen

    Grundsätzlich lauern auf unseren täglichen Wegen zahlreiche Sturzgefahren: Im Haushalt zählen insbesondere Stolperfallen und glatte Untergründe [62 Prozent], Aufstiegshilfen wie Leitern [20 Prozent] und Treppen [18 Prozent] zu den Spitzenreitern. Unachtsamkeit und Hektik sind häufig die Ursache für Sturzunfälle.

    Aufgrund der eingeschränkten Mobilität, verminderter Reaktionsfähigkeit und Sehbehinderungen sind insbesondere ältere Personen einem höheren Sturzrisiko ausgesetzt. Das zeigt auch die Unfallstatistik: 56 Prozent aller Verletzten, die nach einem Sturz im Krankenhaus behandelt werden müssen, sind 65 Jahre alt und älter.

    Am häufigsten ist nach einem Sturzunfall das Handgelenk [11 Prozent] verletzt, gefolgt vom Fußgelenk [10 Prozent], Oberschenkel [8 Prozent] und Unterarm [8 Prozent]. „Die Verletzungen reichen dabei von Knochenbrüchen [64Prozent] bis hin zu Prellungen [13 Prozent]. Es ist äußerst wichtig, sich diesen Haushaltsgefahren bewusst zu werden, um Verletzungen effektiv verhindern zu können,“ betont Trauner-Karner.

    Doch welche Gefahrenquellen bergen nun das größte Unfallpotenzial?

    Österreichweit: Die häufigsten Unfälle im Haushalt sind Stolperunfälle

    Österreichweit müssen jährlich rund 91.600 Personen aufgrund eines Sturzes durch Stolpern und 33.600 durch Ausrutschen im Krankenhaus behandelt werden. Dabei sind Nässe, glatte Fußböden, Teppiche und Bodenunebenheiten wie beispielsweise Türschwellen oder Kabeln die häufigsten Sturzquellen. „Zur Prävention dieser häuslichen Unfälle sollten etwaige Stolperfallen aus dem Weg geräumt werden. Kabel sollten möglichst nur entlang der Wände liegen und Teppiche bestenfalls mit Klebeband auf der Teppichrückseite am Boden fixiert werden. Mit dem Tragen eines rutschfesten Schuhwerkes wird der Rutschgefahr zusätzlich gezielt entgegengewirkt,“ rät Trauner-Karner. 

    Risikofaktor Treppenhaus: 40.900 Treppenstürze jährlich

    Etwa alle 13 Minuten stürzt in Österreich eine Person auf einer Treppe derart schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden muss. Pro Jahr betrifft dies absolut betrachtet rund 40.900 Personen. Eine Erhebung des KFV zeigte, dass viele Unfälle verhindert werden könnten, wenn Treppenhäuser sicher ausgestattet wären. Vermietende sollten daher dringend darauf achten, dass Stiegenhäuser gewissen Prüf-, Kontroll- und Sicherheitspflichten entsprechen.

    Zur eigenen Sicherheit können die Bewohnerinnen und Bewohner bestimmte Vorkehrungen treffen: Unterschiedliche Stufenhöhen bzw. Schwellen können beispielsweise mit Leuchtstreifen gekennzeichnet werden.

    Sicher und stabil nach oben – Sicherheitsleitern für den Haushalt

    Hocker, Tische und ähnliches werden nicht selten als Aufstiegshilfen für diverse Arbeiten im Haushalt und Umgebung genutzt. Aber auch bei Leitern, die nicht den Sicherheitsstandards entsprechen, ist unbedingt Vorsicht geboten: Jährlich verletzen sich in Österreich durchschnittlich 7.600 Personen im Zuge eines Leitersturzes im Haushalt derart schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. Die meisten Leiterstürze passieren bei Instandhaltungsarbeiten von Heim und Garten [48 Prozent], Tätigkeiten in der Küche bzw. Reinigungsarbeiten [25 Prozent] und Heimwerken [15 Prozent].

    Eine standfeste, rutschfeste und mit GS-Zeichen gekennzeichnete Leiter könnte einige dieser Unfälle verhindern. Bestenfalls haben diese einen zusätzlichen Handlauf und Arbeitserleichterungen wie Ablagekörbe oder Haken. Steighilfen wie Sessel, Kisten, Tische oder auch Leitern ohne GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit sind nicht zu empfehlen.

    Eine Frau auf einer Leiter, die eine Glühbirne wechselt.
(c) AdobeStock
    Bei Leitern sollte sie darauf achten, dass diese standfest, rutschfest und mit GS-Zeichen gekennzeichnet sind.

    Wichtigsten Präventionsmaßnahmen im Überblick

    • Vermeiden sie Stress und Hektik bei Tätigkeiten im Haushalt.

    • Unebene und nasse Böden erhöhen die Sturzgefahr maßgeblich – nutzen sie rutschfeste Teppiche oder Fußmatten. Auch ein ordentliches Schuhwerk kann vor Stürzen schützen.

    • Halten sie ihre Gehwege frei von etwaigen Stolperfallen.

    • Kennzeichnen sie Schwellen bzw. Stufen mit Leuchtstreifen.

    • Achten sie als Vermietender darauf, dass Stiegenhäuser gewisse Prüf-, Kontroll- und Sicherheitspflichten erfüllen.

    • Sorgen sie für ausreichend Beleuchtung! Nachts sind Lampen mit Bewegungsmeldern empfehlenswert.

    • Nutzen sie standfeste, rutschfeste und mit GS-Zeichen gekennzeichnete Leitern. Von „Steighilfen“ wie Sessel, Kisten oder Tische wird dringend abgeraten.

    • Fit bleiben: Regelmäßige Gleichgewichts-, Koordinations- und Kraftübungen können das Sturzrisiko verringern.

    Sturzunfälle gesamt im Haushalt nach Bundesland 2021

    Bundeslandverletzte Personen bei Sturzunfällen 2021
    Burgenland7.800
    Kärnten14.200
    Niederösterreich37.700
    Oberösterreich37.400
    Salzburg15.500
    Steiermark31.300
    Tirol17.500
    Vorarlberg7.000
    Wien45.600
    Österreich214.000

    Quelle

    KFV – Kuratorium für Verkehrssicherheit, IDB Austria 2021, Verletzte mit Hauptwohnsitz in Österreich, deren Verletzung in der Unfallambulanz nachversorgt wurde. Hochrechnung.

    (Bilder: AdobeStock)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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