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    Der Kopf einer alten Frau, die telefoniert, von schräg hinten. (c) Pixabay.com

    Sicherheit zu Hause – Tipps gegen Unfälle in den eigenen 4 Wänden

    16. Dez. 20196 Mins Lesezeit

    Fragt man ältere Menschen nach ihre Wünschen, bekommt man von den meisten als Antwort: „So lange wie möglich gesund zu Hause in den eigenen vier Wänden alt werden.“ Damit aber das Leben in der eigenen Wohnung auch sicher ist, gilt es, vorzubeugen und Unfallrisiken zu vermeiden. Denn vor allem Stürze sind die Hauptursache für Unfälle älterer Menschen – und meist braucht es gar nicht viel, um Gefahrenquellen auszuschalten, Unfällen bzw. für den Fall des Un-Falls vorzubeugen und so die Lebensqualität enorm zu erhöhen.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Wenn der Alltag „Fallen“ stellt – oder: Unfälle vermeiden bzw. vorbeugen
    Vom Vorzimmer ins Wohnzimmer
    Die Küche – Aufenthaltsraum und Arbeitsplatz zugleich
    Badezimmer nicht vergessen
    Auch das Schlafzimmer kann man ’sicherer‘ machen

    Wenn der Alltag „Fallen“ stellt – oder: Unfälle vermeiden bzw. vorbeugen

    Wie heißt es schon so treffend in einem Sprichwort: „Der Teufel schläft nicht“ – selbst mit der richtigen Betreuung und mit bedürfnisgerechten Wohnungen kann der Alltag manchmal schon die eine oder andere „Falle stellen“. Die oft zitierte Teppichkante oder ein im Weg liegendes Stromkabel sind nur zwei Beispiele für Risikoquellen, die durch bewusstes und vorbeugendes Handeln rasch und einfach beseitigt werden können – und zwar BEVOR etwas passiert.

    Stichwort Vorbeugen: bevor wir zu den konkreten Tipps für mehr Sicherheit in den eigenen vier Wänden kommen, möchten wir den eben erwähnten nicht schlafenden Teufel aufgreifen. Denn auch wenn man noch so acht gibt und aufpasst, kann trotzdem mal was passieren. Und für diesen Fall des Falles sollte jederzeit ein Telefon – am besten in Griffnähe – vorhanden sein.

    Mittlerweile gibt es auch zahlreiche moderne Handys für SeniorInnen, die mit einer Notruftaste ausgestattet sind. Damit haben sie im Fall des Un-Falles eine schnelle Verbindung mit Personen, die sie vorher persönlich festgelegt haben und die ihnen rasch weiter helfen können. Wenn sie in der Nacht oder im Krankheitsfall Hilfe benötigen, leistet ev. zusätzlich ein Telefon neben dem Bett wertvolle Dienste.

    Die Hände einer alten Frau, die ein Seniorenhandy hält. (c) Pixabay.com
    Spezielle Seniorenhandys mit extra großen Tasten erleichtern ebenfalls die Handhabung – gerade und vor allem wenn man nicht mehr so gut sieht.

    Vom Vorzimmer ins Wohnzimmer

    Das Vorzimmer ist vermutlich der Raum, den sie Tag täglich am häufigsten betreten, da es zumeist der „Verbindungsraum“ zu allen anderen Zimmern und zur Eingangstür ist. Achten sie daher hier ganz besonders auf eine gute Beleuchtung – vielleicht sogar mit Bewegungsmeldern –, um etwaige Hindernisse und Stolperfallen leicht zu erkennen und ihnen ausweichen zu können. Praktisch sind auch eine Sitzgelegenheit zum An- und Ausziehen der Schuhe sowie Garderobenhaken in Augenhöhe, damit sie sich beim Jacke aufhängen nicht verrenken müssen.

    Idealer Weise haben alle Dinge, die sie beim Kommen und Gehen benötigen, ihren festen Platz: zum Beispiel ein langer Schuhlöffel, das Schlüsselbrett mit allen wichtigen Schlüssel, Schirm- und Stockständer oder eine Kommode für Hauben, Schals und Handschuhe. Empfehlenswert für zu Hause sind außerdem Hausschuhe mit rutschhemmenden Sohlen – denn gerade Stürze durch Ausrutschen gehören zu den häufigsten Unfällen im Wohnbereich.

    Das Wohnzimmer soll so richtig bequem und gemütlich sein. Fernsehen, lesen oder mit Verwandten, Bekannten und Freunden plaudern – im Wohnzimmer verbringt man oft einen Großteil des Tages. Achten sie daher darauf, dass ihre Sitzgelegenheiten nicht zu niedrig sind. Denn das erschwert das Aufstehen.

    Fassen sie auch lose Kabel zusammen und montieren sie diese entlang der Wände – dann sparen sie sich nämlich diverse Kabelkanäle und vermeiden trotzdem Stolperfallen durch frei liegende Kabel.

    Teppiche sind auch so eine Sache: Auf der einen Seite sind sie natürlich dekorativ und machen ein Zimmer gemütlich. Auf der anderen Seite sind sie – leider auch – klassische Stolperfallen. Legen sie daher unter ihre Teppiche rutschfeste Unterlagen oder kleben sie diese wenn möglich mit einem Doppelklebeband am Boden fest.

    Eine junge Katze, die sich mit einer Teppichkante spielt. Um Unfälle zu Hause zu vermeiden, sollten sie Teppiche ev. mit Doppelklebebändern am Boden fixieren. (c) Pixabay.com
    Des einen Freud, des anderen Leid – für junge Katzen beispielsweise sind Teppichkanten ein willkommenes Spielzeug. Für ältere Menschen kann so ein Teppich allerdings zu einer nicht ungefährlichen Stolperfalle werden.

    Die Küche – Aufenthaltsraum und Arbeitsplatz zugleich

    Auch in der Küche spielt sich ein großer Teil des Alltags ab. Die Küche ist aber nicht nur ein gemütlicher Aufenthaltsraum, sondern auch ein Arbeitsplatz mit vielen Geräten, mit denen man sich verletzen kann.

    Schneiden, schnippeln, kochen – alles geht bei gutem und blendfreiem Licht am leichtesten. Die Arbeitsflächen sollten also nicht nur genug Platz, sondern vor allem auch eine gute Beleuchtung bieten. Verwahren sie Gegenstände, die sie jeden Tag benötigen, an leicht erreichbaren Stellen.

    Ein einfacher, aber effiziente Tipp am Rande: Viele Tätigkeiten in der Küche lassen sich auch sehr gut im Sitzen ausführen. ;)

    Was sie auf keinen Fall selbst erledigen sollten, ist defekte Küchengeräte reparieren. Entweder sie lassen diese von Fachleuten anschauen oder sie tauschen sie gleich ganz aus. Auch gequetschte Kabel sind sehr gefährlich und sollten umgehend repariert werden. An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass Gasdurchlauferhitzer, wenn sie verschmutzt sind, giftiges Kohlenmonoxid erzeugen. Sie brauchen daher unbedingt eine ausreichende Belüftung sowie eine jährliche(!) Überprüfung durch Profis.

    Lassen sie nie heiße Öle und Fette unbeaufsichtigt auf dem Herd stehen! Sollte es dennoch zu einem Öl- oder Fettbrand kommen, löschen sie diesen niemals mit Wasser, sondern ersticken sie das Feuer mit einer Löschdecke oder einem Topfdeckel.

    Schließlich sollten sie gefährliche Flüssigkeiten wie Entkalker oder Bodenreiniger immer in den Originalflaschen aufbewahren. Denn nur so können sie sicher gehen, diese nicht mit Getränken zu verwechsen.

    Badezimmer nicht vergessen

    Im Badezimmer sollten sie in der Dusche und/ oder Badewanne auf jeden Fall eine rutschfeste Gummimatte mit Saugnäpfen verwenden. In der Dusche trägt darüber hinaus – wenn der nötige Platz vorhanden ist – ein fix montierter Sitz zur Sicherheit bei. Der ist nicht nur bequem, das Duschen im Sitzen reduziert auch die Rutschgefahr.

    In der Dusche, bei der Badewanne und beim WC sind Haltegriffe zum leichteren Aufstehen oder Ein- und Aussteigen sehr hilfreich. Ihr Einbau kostet nicht viel, erleichtert aber die tägliche Körperpflege deutlich.

    Eine Badewanne mit Haltegriff. (c) Pixabay.com
    Ein Haltegriff für eine Badewanne kostet nicht viel, ist rasch montiert und ist eine enorme Hilfe beim Rein- und Raussteigen.

    Auch das Schlafzimmer kann man ’sicherer‘ machen

    Ordnung ist das halbe Leben – heißt es – und schützt gerade rund ums Bett auch vor Unfällen. Vor allem wenn man in der Nacht aufsteht, „schläft“ der Kreislauf noch und man stolpert sehr leicht. Daher ist auch im Schlafzimmer richtige Beleuchtung sehr wichtig – idealer Weise in der Nacht und beim Aufstehen gedämpft und vom Bett aus ein- und ausschaltbar.

    Hohe Betten sind komfortabel und machen das [morgendliche] Aufstehen deutlich leichter. Empfehlenswert sind Betten mit einer Höhe von mindestens 45 Zentimetern.

    Richten sie sich im Bett langsam auf und warten sie ein wenig, bevor sie aufstehen und in den Tag starten. Der Kreislauf braucht oft ein wenig Zeit, um sich nach der Ruhephase in der Nacht wieder auf Aktivität einzustellen.

    Achtung bei Heizdecken: Vor allem ältere Heizdecken können zu heiß werden, wenn sie zu lange eingeschaltet sind. Es kann zu Verbrennungen und schlimmstenfalls zu Bränden kommen. Von Heizdecken ist daher eher abzuraten.

    (Bilder: Pixabay.com; Hinweis gemäß § 26 MedG.)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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