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    Home»Körper & Geist»SENaktiv – Sicher im Alter bewegen»Täglich über 800 Unfälle in Haushalten in Ö – Tipps zur Vermeidung
    Ein Fuß, der auf eine am Boden liegende Bananenschale steigt. (c) Pixabay.com

    Täglich über 800 Unfälle in Haushalten in Ö – Tipps zur Vermeidung

    4. Nov. 20194 Mins Lesezeit

    782.200 Menschen verletzten sich im Jahr 2018 bei Unfällen aller Art in Österreich – Haushaltsunfälle haben dabei mit rund 800 Verletzten täglich den höchsten Anteil. Im Rahmen einer Pressekonferenz diskutierten der Österreichische Versicherungsverband VVO, das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und das Rote Kreuz gemeinsam mit Physiker Werner Gruber die Gründe und Möglichkeiten der Unfallvermeidung.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Im Haushalt mehr Unfälle als im Straßenverkehr
    Das sind die Unfallrisiken der nächsten Monate
    Werner Gruber – Schlau sein: Unfälle sind keine Zufälle!
    IDB – Injury Database Austria
    Tipps zur Vermeidung von Haushaltsunfällen

    Im Haushalt mehr Unfälle als im Straßenverkehr

    Im Jahr 2018 verletzten sich in Österreich 782.200 Menschen bei Unfällen aller Art so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. 2.551 Österreicherinnen und Österreicher (2017: 2.504) sind sogar an den Folgen eines Unfalls gestorben. „Betrachtet man die Unfallzahlen in Österreich, so zeigt sich deutlich, dass der höchste Anteil von rund 308.300 Verletzten in die Kategorie der Haushaltsunfälle fällt. Das sind mehr als 800 Unfälle in Österreichs Haushalten täglich“, erklärt Prof. Elisabeth Stadler, Vorstandsvorsitzende der Vienna Insurance Group und Vizepräsidentin des Roten Kreuzes. „Bei Haushaltsunfällen verunglücken mehr Menschen als im Straßenverkehr“, so Stadler.

    Unfälle passieren sehr oft im Haushalt so wie hier aufgrund einer aufstehenden Teppichkante. (c) Pixabay.com
    Wer schon mal über eine Teppichkante gestolpert ist weiß: das ist keineswegs auf die leichte Schulter zu nehmen und kann durchaus im Krankenhaus enden, Stichwort Knochenbruch.

    Das sind die Unfallrisiken der nächsten Monate

    Detailanalysen des KFV vom Unfallgeschehen in Österreich zeigen, dass insgesamt 52 Prozent der Verletzten im Jahr 2018 männlich waren. Bei den Getöteten betrug der Männeranteil 56 Prozent. Während Männer vor allem bei der Arbeit (68 Prozent), in der Freizeit (58 Prozent) und im Straßenverkehr (56 Prozent) verunglücken, verunfallen Frauen eher im Haushalt (59 Prozent).

    „In den kommenden Monaten werden vor allem die eigenen Stolperfallen zu Hause zur Gefahr werden. Außerhalb der eigenen vier Wände wird Ausrutschen auf glatten Oberflächen wie zum Beispiel Herbstlaub, Eis und Schnee viele Menschen betreffen. Aber auch der Freizeit- und Sportbereich wird Präventionsmaßnahmen, hier vor allem beim Wintersport, besonders wichtig machen“, erläutert KFV-Direktor Dr. Othmar Thann.

    Allein in den nächsten sechs Monaten erwartet das KFV rund 100.000 Sportunfälle – also über 550 Sportunfälle pro Tag.

    Werner Gruber – Schlau sein: Unfälle sind keine Zufälle!

    Werner Gruber, Direktor des Planetariums der Stadt Wien und wohl bekanntester Physiker Österreichs weiß: „Unfälle sind keine Zufälle, sondern haben erklär- und damit auch vermeidbare Ursachen.“ Im Fall von Leitersturzunfällen ist es beispielsweise der falsch gesetzte Schwerpunkt, der zum Fall führt.

    Oder Herbstlaub ist aufgrund des geringen Reibungskoeffizienten tatsächlich rutschiger als normaler Boden: So lassen Blätter die Reibung unter einer Schuhsohle deutlich sinken. Das heißt, der Boden ist an dieser Stelle deutlich glatter. Damit erhöht sich die Rutschgefahr besonders. Vermeiden ließe sich dieser Unfall entweder durch einen ganz geringen Neigungswinkel des Beines beim Auftritt oder: „Ich empfehle der Gefahrenquelle auszuweichen„, schließt Gruber.

    Physiker Werner Gruber mit erhobenen Zeigefinger und einer Banane in der Hand. (c) Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs/ APA-Fotoservice/ Hautzinger
    Um beispielsweise das oft zitierte Ausrutschen auf einer Bananenschale zu vermeiden, empfiehlt Werner Gruber schlicht und ergreifend, „der Gefahrenquelle auszuweichen“.

    IDB – Injury Database Austria

    Seit dem Jahr 1996 erhebt das KFV mit Förderung des Sozialministeriums Verletzungen und Verletzungsmuster in der IDB – Injury Database Austria. Die IDB Austria basiert auf Interviews mit Unfallopfern in ausgewählten Krankenhäusern, in denen detaillierte Fakten über die betroffene Person, beteiligte Produkte, Unfallursachen und Unfallschwere erhoben werden. Zusammen mit der Unfallbeschreibung ergibt dies eine einzigartige Datengrundlage für die Unfallprävention.

    „Auf Basis dieser umfassenden statistischen Informationen ist es möglich, weitere neue Konzepte zur Verringerung der Unfallzahlen zu entwickeln, verschiedenste Prioritäten in der Unfallprävention zu setzen und Erfolge in der geleisteten Präventionsarbeit nachzuweisen“, so Thann.

    Wussten sie dass,

    • rund 782.200 Menschen im Jahr 2018 aufgrund einer Unfallverletzung im Krankenhaus behandelt wurden? 2.551 ÖsterreicherInnen starben an den Folgen eines Unfalls.

    • Kosten in der Höhe von 15 bis 20 Milliarden Euro pro Jahr durch Unfälle verursacht werden, die nicht während der Ausübung eines Berufes passieren?

    • sich 75 Prozent aller Unfälle im Haushalt (rund 40 Prozent) oder in der Freizeit bzw. bei der Ausübung eines Freizeitsports ereignen?

    Tipps zur Vermeidung von Haushaltsunfällen

    Um Unfälle im Haushalt bzw. in der Freizeit so gut wie möglich zu vermeiden, sollten sie sich folgende Ratschläge zu Herzen nehmen:

    • Der Mensch ist nur begrenzt multi-taskingfähig. Daher sollte eine Tätigkeit nach der anderen erledigt und Prioritäten gesetzt werden. Oder anders gesagt: nicht alles auf einmal erledigen.

    • Zur Sturzprophylaxe rechtzeitig Bewegungsangebote nutzen, die auf den Aufbau bzw. Erhalt von Balance, Kraft und Ausdauer abzielen.

    • Nicht hetzen lassen und zum Beispiel bei Heimwerkerarbeiten bereits vorab genügend Zeit für die Erledigung der geplanten Tätigkeiten einplanen!

    • Telefonate sollten während Haushaltstätigkeiten vermieden werden.

    • Wenn das Mobiltelefon klingelt oder jemand an der Wohnungstür läutet, nicht hetzen lassen. Bei den meisten Anrufen reicht es, wenn man einige Minuten später zurückruft.

    • Teppiche können ganz leicht und schnell mit Anti-Rutsch-Streifen rutschsicher gemacht werden.

    • Regale sollten unbedingt mit Kippschutz montiert werden, ganz besonders dann, wenn auch Enkel-/ Kinder im Haushalt sind.

    • In allen Haushalten mit Enkel-/ Kindern sollten Fenster und Balkontüren mit Fenstersperren versehen und Aufstiegsmöglichkeiten im Bereich von Balkonen und Fenstern entfernt werden.

    (Bilder: Pixabay.com (2x), Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs/ APA-Fotoservice/ Hautzinger)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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