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    Home»Freizeit & Reise»Internet & Technik»Deepfakes – so werden Foto-, Video- und Audioinhalte manipuliert
    Eine Vogelspinne mit dem Kopf einer Eule. (c) Pixabay.com

    Deepfakes – so werden Foto-, Video- und Audioinhalte manipuliert

    12. Nov. 20217 Mins Lesezeit

    Wer sich auf diversen Social Media Plattformen aufhält bzw. aus dem Internet Informationen bezieht, sollte sich unter anderem an diese Regel halten: Glauben sie nicht alles, was sie sehen und/ oder lesen. Geht es [im Internet] um Fake News und Desinformation, taucht auch immer wieder der Begriff „Deepfakes“ auf. Aber was ist das eigentlich genau und wie kann man sich davor schützen, dass man Deepfakes „auf den Leim geht“? Wir haben hier für sie die wichtigsten „real facts“ zusammengeschrieben.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Was sind Deepfakes genau und wie werden diese erstellt?
    Gefährliches Terrain: politische Einflussnahme durch Deepfakes
    So können sie Deepfakes erkennen
    Tipps für die Bewertung von Informationen im Internet
    Service


    Was sind Deepfakes genau und wie werden diese erstellt?

    Als Deepfakes werden Fotos, Videos und/ oder Audio-Dateien bezeichnet, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz [KI] absichtlich manipuliert und verändert werden. Der Begriff setzt sich aus „Deep Learning“ – eine Methode, durch die eine KI lernt – und dem Wort „Fake“ [englisch für Fälschung, Schwindel, Imitation] zusammen. In diesen Bildern, Videos und/ oder Sprachdateien sieht oder hört man Personen, die Dinge tun oder sagen, die sie in Wirklichkeit nie getan oder gesagt haben.

    Grundsätzlich handelt es sich bei derartigen Manipulationen von Medieninhalten um kein neues Phänomen und wurde bereits sehr früh vor allem im Zusammenhang mit politischer Propaganda eingesetzt. Im Unterschied zu früher wird jedoch heute auf KI und die Rechenleistung von Computern gesetzt, was die so entstandenen Manipulationen von „echten“ Inhalten de facto nicht unterscheiden lassen.

    Eines der ersten Videos, das sehr viel Aufmerksamkeit erregt hat, war ein Deepfake des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama. In diesem Video zeigt das Online-Medium BuzzFeed, wie Deepfakes funktionieren und wieso sie gefährlich sein können:

    Wer jetzt glaubt, für die Erstellung von Deepfakes müsste man zumindest Informatik studiert haben, der irrt gewaltig. Mittlerweile hat sich viel rund um Deepfakes getan und es wird immer einfacher, selbst mit wenigen Klicks Deepfakes zu erstellen. Durch verschiedenste Apps oder mittels integrierter Filter in diversen Sozialen Netzwerken kann man beispielsweise sein Gesicht in bekannte Filmszenen einsetzen, sich selbst oder andere altern lassen oder das Geschlecht wechseln.

    Ein bekanntes Beispiel dafür ist die #FaceAppChallenge aus dem Jahr 2019. Millionen von Internetnutzerinnen und -nutzer posteten unter diesem Hashtag ein Bild von sich, auf dem sie sich mit Hilfe einer App altern ließen. Solche Apps sind zwar eine lustige Spielerei, datenschutzrechtlich jedoch oft bedenklich. Auch bei der #FaceAppChallenge kam Kritik auf, dass die hochgeladenen Bilder von der App gespeichert und weiterverwendet wurden. Recherchieren sie daher immer vor der Nutzung derartiger Apps, was mit ihren Bildern passiert.

    Gefährliches Terrain: politische Einflussnahme durch Deepfakes

    Doch nicht nur hinsichtlich der Datenschutzrechte können Deepfakes problematisch sein. Vor allem manipulierte Videos werden auch gerne für Fake News eingesetzt – ein Begriff, den ein anderer ehemaliger US-Präsident geprägt hat. Das hat mit den Grund, dass sich Falschinformationen ohne Bilder oder Videos als vermeintlichen „Beweis“ nur halb so gut verbreiten lassen als mit. Oder anders gesagt, visuellen Medien wird generell mehr Glauben geschenkt. Expertinnen und Experten befürchten in diesem Zusammenhang, dass Deepfakes die öffentliche Meinung in Zukunft stark beeinflussen könnten. Denn auch wenn die meisten Deepfakes letztlich harmlos oder amüsant sind, können diese missbraucht werden, um gezielt Stimmung gegen politische Entscheidungen, gegen Bevölkerungsgruppen oder gegen einzelne Persönlichkeiten zu machen.

    Nicht zu vernachlässigen ist dabei auch der Missbrauch von Deepfakes im pornografischen Bereich. Die Sensity-Studie „“The State of Deepfakes“ aus dem Jahr 2020 zeigt, dass es sich bei 93 Prozent aller Deepfake Videos, die online zu finden sind, um pornografische Inhalte handelt. Betroffen von pornographischen Deepfakes sind fast zu 100 Prozent Frauen, wie die Studie zeigt.

    Damit ihr Foto nicht für solche Zwecke missbraucht werden kann, sollten sie daher ihr eigenes Medienverhalten ständig hinterfragen. Überlegen sie sich genau, welche Fotos oder Videos sie für wen wo online zur Verfügung stellen wollen.

    So können sie Deepfakes erkennen

    Derzeit sind – noch[!] – viele Deepfake-Videos und/ oder Bilder mit dem bloßen Auge erkennbar. Typische Merkmale sind vor allem:

    • Unnatürliche Gesichter
      Eine unnatürliche Mimik oder ein leerer Blick können ein offensichtlicher Hinweis darauf sein, dass es sich um ein Fake-Bild oder -Video handelt. Auch „falsche“ Schatten im Gesicht oder komisch aussehende Haare können entlarvend sein.

    • Unscharfe Übergänge
      Achten sie auf Übergänge wie jenem zwischen Gesicht und Haaren oder Gesicht und Hals. Diese Übergänge sind bei Deepfakes oftmals unscharf.

    • Fehlendes Blinzeln
      Menschen blinzeln. Ganz automatisch, ohne sich dessen bewusst zu sein. Und das alle paar Sekunden. Blinzeln Personen in einem Video nicht, ist das ein untrügliches Alarmsignal!

    • Unterschiedliche Qualität
      Hat das Gesicht eine andere Qualität als das restliche Video oder Bild, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein Deepfake.

    • Unlogischer Hintergrund
      Sehen sie sich auch den Hintergrund sowie den Übergang von Gesicht zum Hintergrund an. Oftmals zeigen sich [erst] bei genauerem Anschauen Fehler!

    • Tools verwenden
      Darüber hinaus arbeiten unterschiedliche Unternehmen und Universitäten bereits an Tools, um mittels KI Deepfakes zu erkennen, sprich diese quasi mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. So gibt es zum Beispiel den Deepware Scanner, den DeepFake-o-meter oder die Deepfake Detection.
    Eine Hand, die Scrabblesteine verschiebt von Fake auf Fact, Stichwort Deepfakes.(c) AdobeStock
    Das Erkennen von Fakten oder Fake-Informationen ist nicht immer einfach bzw. nicht immer auf den ersten Blick erkennbar.

    Tipps für die Bewertung von Informationen im Internet

    Doch wie bereits erwähnt: auf dem Deepfake-Sektor tut sich sehr viel und Deepfakes werden immer besser. Entsprechend wird es immer schwieriger, diese zu erkennen. Um in der Informationsflut zwischen wahr oder falsch unterscheiden zu können, benötigt es „Informationskompetenz„.

    Unsere Gesellschaft, und damit auch unsere Kommunikation, verlagert sich immer mehr ins Internet, daher wird die Fähigkeit, Informationen richtig einschätzen bzw. bewerten zu können zusehends wichtiger. Vor allem, wenn man sich hauptsächlich über Soziale Netzwerke informiert, wo sich etwaige Falschnachrichten besonders schnell und leicht verbreiten. Wie bei allen anderen Informationen aus dem Internet auch, sollten man daher auch immer den Kontext überprüfen:

    • Unseriöse Quellen/ Quellen bewerten
      Es ist nicht egal, wo sie Informationen finden. Schauen sie sich genau an, wo sie auf ein Video oder auf ein Bild gestoßen sind ? Ist die Quelle vertrauenswürdig oder eher dubios? Nicht hinter jedem Online-Artikel steht eine gute Recherche. Überlegen sie, wer hinter einem Beitrag steht und hinterfragen sie die Motivation und die Ziele der Autorin/ des Autors. Handelt es sich um eine•n bekannte•n Journalisten•in oder eine•n anonyme•n Verfasser•in?

    • Bilder überprüfen mit der umgekehrten Suche
      Auf speziellen Suchmaschinen wie TinEye.com oder berify.com können sie Videos sowie Bilder hochladen, um im Internet danach zu suchen und so ihre Echtheit zu überprüfen. Mit Hilfe dieser sogenannten „umgekehrten Bildersuche“ können sie nach ähnlichen Bildern und/ oder Videos suchen und herausfinden, ob diese ursprünglich aus anderen Zusammenhängen stammen.

    • Skeptisch sein, Hausverstand einsetzen
      Wenn die Aussagen oder das Verhalten der gezeigten Person sehr ungewöhnlich für die Person sind, seien sie ruhig skeptisch! Der erste Eindruck kann täuschen. Nutzen sie daher ihren Hausverstand und hinterfragen sie Inhalte im Internet kritisch. Reißerische Formulierungen und drastische Bilder können erste Hinweise auf Falschmeldungen sein.

    • Hoax-Datenbanken verwenden
      Onlinedienste wie www.mimikama.at oder www.hoaxmap.org decken Falschmeldungen und Gerüchte auf.

    • Mit Vorsicht teilen
      Jeder kann durch sein eigenes Verhalten etwas gegen Falschmeldungen und Gerüchte im Internet tun, schließlich leben diese davon, dass sie geteilt und weiter verbreitet werden. In diesem Sinn: nicht immer alles teilen und weiter verbreiten.

    • Gerüchte und Falschmeldungen benennen
      Wenn sie Zweifel ob der Richtigkeit von Meldungen haben, hinterfragen sie diese öffentlich und stellen sie auf sachliche Weise falsche Darstellungen richtig. Damit geben sie vor allem „stillen Mitlesenden“ eine Orientierung und bestärken diese darin, ebenfalls derartige Meldungen in Zukunft zu hinterfragen.

    • Meldefunktionen nutzen
      Manche Soziale Netzwerke bieten Funktionen, ungeeignete Inhalte oder Spam-Nachrichten an die Betreiber der Plattform zu melden. Wenn ihnen Falschmeldungen unter kommen, nutzen sie diese Funktionen, damit die Fake News gelöscht werden können.

    Service

    Auf der Plattform Saferinternet.at finden sie Zielgruppen gerecht wertvolle Informationen, wie sie sicher durch´s Internet surfen. Neben Vorträgen und Workshops finden sie auch zahlreiche Broschüren zum kostenlosen Download.

    (Bilder: Pixabay.com, AdobeStock, Video: Youtube.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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