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    Home»Studien»Lebensqualität im Alter: Österreich bleibt im Ländervergleich zurück
    Eine ältere Frau mit Brille zeigt zufrieden lächelnd ein "alles ok"-Zeichen mit ihrer linken Hand. (c) AdobeStock

    Lebensqualität im Alter: Österreich bleibt im Ländervergleich zurück

    21. Jan. 20254 Mins Lesezeit

    In einer Studie der Medizinischen Universität Wien wurde die Entwicklung der Lebensqualität älterer Menschen in Österreich über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren in einer großen, repräsentativen Stichprobe von Erwachsenen ab 65 Jahren untersucht. Dabei wurden erstmals nicht nur die Variablen Geschlecht, Gesundheitszustand und Region, sondern auch Zusammenhänge mit sozioökonomischen Faktoren berücksichtigt. Das Ergebnis: Die subjektiv wahrgenommene Lebensqualität im Alter weist über die Jahre zwar leichte Verbesserungen auf, bleibt aber im Vergleich mit anderen Ländern weiterhin zurück. Insbesondere die Zahl der Lebensjahre bei guter Gesundheit liegt hierzulande unter dem europäischen Durchschnitt.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Lebensqualität in einigen Bereichen leicht verbessert
    Fundierte Grundlage für Maßnahmen
    Hintergrundinformation


    Lebensqualität in einigen Bereichen leicht verbessert

    Um die Veränderungen der Lebensqualität älterer Menschen in Österreich über einen Zeitraum von 13 Jahren zu untersuchen, wertete ein multidisziplinäres Forschungsteam um Richard Felsinger, Judit Simon und Gerald Haidinger vom Zentrum für Public Health der MedUni Wien Daten der österreichischen Gesundheitsbefragung der Statistik Austria aus 2006, 2014 und 2019 von 10.056 Personen ab einem Alter von 65 Jahren aus. Die Ergebnisse zeigen, dass die selbstberichtete Lebensqualität in einigen Bereichen leichte Verbesserungen erfahren hat. Dazu zählen etwa ein Rückgang von Bildungsungleichheiten, höhere Einkommen und Fortschritte im Zugang zu sozialen Unterstützungsangeboten, die sich insbesondere in einer besseren Bewertung psychischer und sozialer Lebensqualitätsaspekte widerspiegeln.

    Trotz dieser Entwicklungen bleiben jedoch deutliche Unterschiede bestehen: Jüngere Seniorinnen und Senioren, Personen mit höherem Einkommen oder Bildungsgrad sowie Bewohnerinnen und Bewohner westlicher Bundesländer berichten von einer signifikant höheren Lebensqualität. Demgegenüber sind Personen im hohen Alter, Menschen mit niedrigem Einkommen oder chronischen Erkrankungen und Bewohnerinnen und Bewohner in Wien und im übrigen Osten Österreichs besonders benachteiligt.

    Drei ältere Frauen und ein älterer Mann beim Schachspielen, Stichwort Lebensqualität.(c) AdobeStock
    Interessanter Weise berichten Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Westen Österreichs von einer signifikant höheren Lebensqualität als jene aus den östlichen Bundesländern.

    Fundierte Grundlage für Maßnahmen

    Im europäischen Vergleich, so berichten die Studienautorinnen und -autoren zudem, bleibt Österreich jedoch weiterhin zurück: Während in zahlreichen EU-Ländern in den letzten Jahrzehnten die gesunden Lebensjahre pro Person gesteigert werden konnten, stagnieren diese Werte in Österreich seit dem Jahr 2008. 2021 lag die durchschnittliche Zahl der Lebensjahre in guter Gesundheit hierzulande mit 61,3 Jahren bei Frauen und 61,5 Jahren bei Männern unter dem EU-weiten Durchschnitt von 64,2 Jahren bei Frauen bzw. 63,1 Jahren bei Männern. Besonders auffällig ist auch der regionale Unterschied in Österreich selbst: Bewohnerinnen und Bewohner westlicher Bundesländer wie Tirol oder Vorarlberg erleben demnach deutlich mehr gesunde Lebensjahre als jene im Osten.

    Was das Forschungsteam außerdem überraschte: Obwohl Frauen in vielen Bereichen der Lebensqualität schlechter abschneiden, heben sich diese Unterschiede nahezu vollständig auf, wenn Faktoren wie Einkommen und Bildung berücksichtigt werden. „Dies unterstreicht die zentrale Rolle sozioökonomischer Bedingungen als Hebel zur Verbesserung der Lebensqualität im Alter. Davon würden vermutlich vor allem Frauen profitieren, die in Österreich ja im Durchschnitt erheblich weniger Pension erhalten als Männer“, verdeutlicht Erstautor Richard Felsinger.

    Insgesamt zeigen die Studienergebnisse, wie stark sozioökonomische, geschlechterspezifische und regionale Ungleichheiten in Österreich die Lebensqualität im Alter prägen. Trotz der Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit durch die alternde Bevölkerung, Stichwort demographischer Wandel, und der bereits bekannten Diskrepanz zwischen Lebenserwartung und gesunden Lebensjahren in Österreich gab es bisher nur wenig Wissen über die Lebensqualität und das Wohlbefinden älterer Menschen. „Unsere Analyse kann eine fundierte Grundlage für maßgeschneiderte Maßnahmen durch die Politik darstellen, damit ältere Menschen nicht nur länger, sondern vor allem auch gesünder und erfüllter leben können“, so Felsinger.

    Ein älteres Paar lachend mit Radhelmen.(c) AdobeStock
    Ziel der künftigen Gesundheitspolitik muss sein, den Menschen ein längeres und vor allem auch gesünderes und erfüllteres Leben zu ermöglichen – egal woher man kommt.

    Hintergrundinformation

    Die Studienergebnisse wurden vor Kurzem im „Journal of Aging & Social Policy“ publiziert. Diese können sie HIER in Englischer Sprache nachlesen und/ oder als Pdf downloaden:

    „Aging Well? Exploring Self-Reported Quality of Life in the Older Austrian Population Based on Repeated Cross-Sectional Data“
    Richard Felsinger, Susanne Mayer, Gerald Haidinger, Judit Simon

    (Bilder: AdobeStock)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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