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    Home»Studien»Gesundheitsrisiko Klimawandel – Jede/r kann etwas dagegen machen
    (c) Pixabay.com

    Gesundheitsrisiko Klimawandel – Jede/r kann etwas dagegen machen

    14. Sep. 20184 Mins Read

    Nach dem heißesten Mai seit 1868 war auch der Sommer von Rekord-Temperaturen geprägt. Dass sich diese veränderten klimatischen Bedingungen auf unsere Gesundheit auswirken, bestätigt jetzt der vom Klima- und Energiefonds in Auftrag gegebene erste nationale Sachstandsbericht zum Thema Gesundheit, Demographie und Klimawandel. Mehr als 60 österreichische ForscherInnen aus den Fachbereichen Medizin, Klima und Demographie sind sich einig: Lösungswege können nur systemübergreifend gedacht und gefunden werden.

    Der Sommer 2018 geht in die Geschichte ein
    (c) Pixabay.com
    Wir sind die 1. Generation, die den Klimawandel spürt. Und die letzte, die etwas dagegen machen kann.

    In allen Landeshauptstädten gab es im heurigen Sommer deutlich mehr Hitzetage mit einem Höchstwert von mindestens 30 Grad als in einem durchschnittlichen Sommer. Wien und Bregenz verzeichneten mit 32 bzw. 16 Hitzewellentagen in Folge sogar einen neuen Rekord. In Wien gab es insgesamt 40 Tropennächte und damit mehr als in jedem anderen Sommer seit Messbeginn.

    Oder anders formuliert: Der Rekord-Sommer 2018 hat gezeigt, dass der Klimawandel real ist und seine Auswirkungen bereits deutlich spürbar sind.

    Hitze, Wetterextreme, Allergien und invasive Insektenarten – alles Folgen des Klimawandels

    Mit dieser Studie ist Österreich europaweit Vorreiter. Es ist der erste Sachstandsbericht, der systemübergreifende Fakten in dieser Qualität und Tiefe liefert. Er verdeutlicht, dass wir uns in den nächsten Jahren auf vier zentrale Bereiche konzentrieren müssen: Hitze, Allergien, Extremwetterereignisse und neue invasive Insektenarten.

    • Laut dem Special Report des Austrian Panel on Climate Change (APCC) wird sich die Zahl der Hitzetage während Hitzeepisoden bis Mitte des Jahrhunderts verdoppeln und trifft gleichzeitig auf eine ältere Gesellschaft, die einen um 10% höheren Anteil an Personen über 65 Jahren aufweist. Aufgrund der wachsenden Zahl an Tropennächten, in denen nicht ausreichend Abkühlung stattfindet, führen all diese Entwicklungen insbesondere in dicht verbauten Gebieten zu stark erhöhten gesundheitlichen Risiken.
    • Im Zuge des Klimawandels rechnen die ForscherInnen außerdem mit einer erhöhten Pollenbelastung, insbesondere durch Ragweed (Traubenkraut, Ambrosia). Bereits heute sind rund 1,75 Mio. und damit rund 20% der ÖsterreicherInnen von allergischen Erkrankungen betroffen. Folgt Österreich dem europäischen Trend, könnten das in den nächsten 10 Jahren 50% werden.
    • Auch werden extreme Niederschläge, länger andauernde Trockenheit oder heftigere Stürme im Zuge des Klimawandels erwartet. Das verursacht nicht nur hohe wirtschaftliche Kosten etwa durch Hochwasserschäden oder Ernteausfälle, sondern hat auch lokale Auswirkungen auf die heimische Wasserqualität und -verfügbarkeit.
    • Und nicht zuletzt finden künftig subtropische und tropische Stechmücken-Arten (zB Tigermücke und Buschmücke) hierzulande bessere Überlebensbedingungen vor und erfordern eine Überwachung der Ausbreitung sowie der Erkrankungen. .
    Jede/r kann gesünder leben und so das Klima schützen
    Überschwemmungen als Folge des Klimawandels. (c) Pixabay.com
    Extreme Wetterereignisse werden im Zuge des Klimawandels zunehmen. Jede/r kann etwas dagegen machen.

    Um die Transformation unseres Gesamtsystems im Hinblick auf den Klimawandel gezielt voranzutreiben und die größtmögliche Wirkung zu erzielen, ist es dem Forscherteam zufolge notwendig, Klima und Gesundheit nicht getrennt voneinander zu betrachten. Denn zuerst müssen die Auswirkungen des Klimawandels auf alle unsere Lebensbereiche erkannt werden. Nur dann kann es gelingen, passende Maßnahmen auf politischer, wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Ebene zu identifizieren. Und es kann deutlich gemacht werden, wie jeder und jede Einzelne von uns bei einem klimatauglichen Leben unterstützt werden kann.

    Bildungsangebote für eine gesunde Lebensweise

    Neben dem Abschwächen der Klimafolgen für die Gesundheit kann auch gezielt die Verletzlichkeit der Bevölkerung reduziert werden. Dafür muss die klimaspezifische Gesundheitskompetenz von Gesundheitspersonal und Bevölkerung gestärkt werden. Die Förderung von sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen, insbesondere das Angleichen der Unterschiede zwischen Stadt und Land, kann zudem dazu beitragen, das Anwachsen der gesundheitlichen Ungleichheit durch Klimafolgen zu verhindern. Ziel muss es sein, die nötigen Bildungsangebote bereit zu stellen, um es für alle Bevölkerungsschichten zu ermöglichen, sich über gesunde Lebensweisen zu informieren.

    Zu Fuß gehen – unserem Körper und unserer Erde zuliebe

    Verhaltensänderungen zB in den Bereichen Ernährung oder Mobilität wirken sich sowohl positiv auf das Klima als auch auf die Gesundheit aus. Eine gesündere Ernährung mit saisonalen und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln leistet auch einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz. Der Umstieg auf Elektromobilität ist ein notwendiger Baustein, zusätzlich bietet es sich gerade in Städten an, auf öffentliche Verkehrsmittel und aktive Mobilität zu setzen: Per Fahrrad oder zu Fuß unterwegs zu sein reduziert nicht nur Emissionen, sondern führt vor allem zu mehr gesundheitsförderlicher Bewegung im Alltag.

    Service

    Den Sachstandsbericht Klimawandel sowie die Studie zu Gesundheit, Demographie und Klimawandel können sie HIER als Pdf abrufen und downloaden.

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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