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    Home»Körper & Geist»Influenza: Senioren sind Impfmuffel, „…weil das eh nichts bringt…“
    (c) Pixabay.com

    Influenza: Senioren sind Impfmuffel, „…weil das eh nichts bringt…“

    19. Dez. 20164 Mins Lesezeit

    Nur jeder fünfte Österreicher über 60 ist gegen Influenza geimpft. Das ist ein im internationalen Vergleich sehr niedriger Wert. Zwar ist die Standardimpfung gegen Influenza bei älteren Personen etwas weniger wirkungsvoll als bei jüngeren, sie ist aber nach wie vor der einzige wirksame Schutz gegen die Krankheit und ihre oft schwerwiegenden Folgeerscheinungen. 90 Prozent aller Grippe-Todesfälle betreffen Senioren.

     

    Der Kopf einer Frau, die sich die Nase putzt, Stichwort Influenza. (c) Pixabay.com
    Wenn Sie geimpft sind, kommt es meist „nur“ zu einer Erkältung und nicht zu einer „echten“ Grippe.
    Bessere Aufklärung bei Influenza notwendig

    Laut Österreichischer Gesundheitsbefragung 2014 (HIER im Pdf-Format zum Downloaden) haben nur 18 Prozent der österreichischen Bevölkerung über 60 Jahren einen aufrechten Impfschutz gegen Influenza – eine erschreckend niedrige Zahl. Ein Grund für die geringe Durchimpfungsrate in dieser Gruppe ist die weit verbreitete Ansicht, dass eine Impfung ohnehin nichts bringen würde.

    Aber genau hier liegt oft ein grundlegender Irrtum vor. Oft wird die Influenza mit einer gewöhnlichen Erkältung verwechselt, gegen die die Impfung natürlich nicht hilft. Wenn jemand trotz Impfung Erkältungssymptome hat, wird dies oft fälschlicherweise als Impfversagen gewertet. Dass es aber aufgrund der Impfung gar nicht zu einer „echten“ Grippe kommt, geht dabei unter.

    Häufigste Komplikation: Lungenentzündung

    Ältere Menschen stecken sich zwar im Vergleich zu Kindern nicht so häufig mit Influenza an, da sie meist weniger exponiert sind und weniger Kontakt zu erkrankten Personen haben. Im Fall einer Erkrankung ist die Wahrscheinlichkeit für schwerwiegende Konsequenzen aber besonders hoch. Die Influenza-Viren befallen die Atmungsorgane, schwächen das Immunsystem und breiten sich oft über Lunge, Gehirn und Herz aus. Es kommt dabei häufig zusätzlich noch zu einer Verschlechterung einer bestehenden Grunderkrankung. Für viele Patienten bedeutet diese langwierige Erkrankung oft das Ende ihrer Selbstständigkeit und sie werden dauerhaft pflegebedürftig.

    Gerade der Befall der Atemwege ist besonders problematisch, denn zu den Viren können Bakterien hinzukommen, die in der geschädigten Atemwegsschleimhaut einen idealen Nährboden finden. Daher sind zusätzliche bakterielle Infektionen möglich, die nicht selten schwerer verlaufen als die eigentliche Influenza. Das Risiko dafür kann nur durch rechtzeitige Behandlung beziehungsweise noch besser durch eine vorbeugende Influenza-Impfung gesenkt werden.

    Immunsystem verändert sich im Alter

    Bewiesen ist, dass die Immunkompetenz generell mit zunehmendem Alter schlechter wird. Ein Grund dafür ist, dass zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr die Produktion der T-Lymphozyten, die zum spezifischen Immunsystem gehören, endet. Aber auch das unspezifische Immunsystem und die Zusammensetzung der Immunabwehr insgesamt verändern sich. Dieses Phänomen wird Immunoseneszenz genannt. Die Folgen: Die Reaktion des Immunsystems auf Infektionserreger ist geschwächt, es kommt häufiger zu chronischen Krankheiten, Krebs und Autoimmunerkrankungen sowie zu infektionsbedingten Krankheiten wie der Influenza. Gleichzeitig spricht der Körper auf Impfungen schlechter an.

    (c) Pixabay.com
    Das Gesundheitsministerium empfiehlt eine Influenza-Impfung ab dem 50. Lebensjahr.
    Regelmäßige Impfung wichtig

    Die Effektivität der Influenza-Impfung sinkt dadurch auf etwa 50 bis 60 Prozent im Vergleich zu 70 bis 90 Prozent bei unter 65jährigen. Alternativen gibt es derzeit nicht. Trotz der leicht niedrigeren Ansprechraten ist die regelmäßige Impfung ganz besonders wichtig. Denn je höher der Antikörpertiter vor der Impfung ist, desto besser ist auch jener nach der Impfung. Wiederholte Impfungen geben dem Immunsystem also einen Boost.

    Studien zeigen, dass geimpfte ältere Personen, die nach einer Impfung keinen ausreichenden Impftiter haben, trotzdem einen milderen Krankheitsverlauf haben. Insgesamt konnte klar nachgewiesen werden, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Krankenhausaufenthalt durch eine Influenza-Impfung um etwa 50 Prozent gesenkt werden kann. Auch die Sterblichkeit wird durch eine Impfung stark reduziert. Bei geimpften älteren Menschen, die zuhause leben, sinkt die Wahrscheinlichkeit, überhaupt an Influenza zu erkranken, um mehr als die Hälfte.

    Unterschiedliche Forschungsansätze zur Effektivitätssteigerung

    Die Forschung beschäftigt sich aktuell mit verschiedenen Varianten, um den Impfschutz für ältere Personen zu verbessern. Diese reichen von einer höheren Impfdosis für Senioren über verschiedene Adjuvantien bis zu hin zu neuen Impftechniken. Bis es soweit ist, empfiehlt das Gesundheitsministerium in seinem Impfplan die jährliche Influenza-Impfung ab einem Alter von 50 Jahren.

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Gesundheit Grippe Grippeimpfung Influenza
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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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