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    Home»Pflege & Betreuung»Kommunale Pflegestrategie 2026: Warum die Pflege der Zukunft Nähe braucht
    Idyllischer österreichischer Ortskern als Symbol für Heimat und die zentrale Rolle der Gemeinde in der Pflegevorsorge. (c) AdobeStock

    Kommunale Pflegestrategie 2026: Warum die Pflege der Zukunft Nähe braucht

    23. Jan. 20264 Mins Lesezeit

    Der Wunsch der meisten Menschen in Österreich ist klar: Selbstbestimmt, sicher und eingebunden in der vertrauten Umgebung alt werden. Damit dies gelingt, ist eine fundierte kommunale Pflegestrategie unerlässlich. Eine aktuelle Umfrage des Österreichischen Gemeindebundes (Dezember 2025 – Jänner 2026) verdeutlicht heute mehr denn je: Die Lösung für ein gutes Leben im Alter liegt in der Regionalität. Gemeinden sind keine bloßen Verwalter, sondern die entscheidenden strategischen Partner, um Pflege und Betreuung direkt zu den Menschen zu bringen.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Ein realistisches Lagebild: Was die Praxis bewegt
    Die kritischen Stellschrauben: Wo das System Unterstützung braucht
    1. Die Lücke bei Übergängen und Kurzzeitpflege
    2. Alternative Wohnformen statt starrer Konzepte
    3. Mobilität als Zugangsschlüssel
    Wo jeder Euro die größte Wirkung erzielt
    Ausblick: Der Weg zur kommunalen Pflegestrategie 2026
    Fazit für »AlternNEUdenken«
    Zusammenfassung der Kerndaten

    Ein realistisches Lagebild: Was die Praxis bewegt

    Zwischen 16. Dezember 2025 und 16. Jänner 2026 beteiligten sich insgesamt 249 Gemeinden an einer Erhebung, die ein deutliches Stimmungsbild zeichnet. Gemeindebund-Präsident Hannes Pressl bringt es auf den Punkt: „Pflege ist kein Randthema, sondern eine Kernfrage der Lebensqualität und Heimatverbundenheit.“

    Die Umfrage zeigt, dass Gemeinden bereits heute das Rückgrat der Versorgung bilden. Zu den am stärksten etablierten Strukturen gehören:

    • Mobile Pflege- und Betreuungsdienste (88,7%)
    • Gemeinschafts- und Freizeitangebote (87,1%)
    • Alltagsunterstützung wie „Essen auf Rädern“ (84,7%)

    Trotz dieser starken Basis gibt es kritische Leerstellen, die besonders an den Schnittstellen des Systems entstehen.

    Ein älteres Paar macht zuhause ein Selfie mit dem Smartphone – Sinnbild für Lebensfreude und digitale Teilhabe im Alter.(c) AdobeStock
    Vernetzt und selbstbestimmt: Moderne Alltagsunterstützung und digitale Teilhabe helfen dabei, so lange wie möglich sicher in der vertrauten Umgebung zu leben.

    Die kritischen Stellschrauben: Wo das System Unterstützung braucht

    Wenn wir das Altern neu denken, müssen wir über die reine Existenzsicherung hinausgehen. Die Umfrageergebnisse identifizieren drei wesentliche Bereiche, in denen dringender Handlungsbedarf besteht:

    1. Die Lücke bei Übergängen und Kurzzeitpflege

    69,0% der befragten Gemeinden sehen einen massiven Mangel an Kurzzeit- und Übergangspflege. Diese Angebote fungieren als „Systempuffer“. Sie sind essenziell, um pflegende Angehörige kurzfristig zu entlasten oder die Zeit nach einem Krankenhausaufenthalt zu überbrücken, bevor eine Rückkehr nach Hause möglich ist. Ohne diese Puffer droht oft der verfrühte, permanente Umzug in ein Pflegeheim.

    2. Alternative Wohnformen statt starrer Konzepte

    56,9% der Teilnehmer kritisieren das Fehlen alternativer Wohnformen. Das klassische Modell „Zuhause oder Heim“ greift zu kurz. Gefragt sind Konzepte wie betreutes Wohnen, Wohngemeinschaften oder Generationenhäuser, die Autonomie mit Sicherheit verbinden. Diese Wohnformen wirken wie eine „Pflegeprävention“, da sie Vereinsamung verhindern und Barrieren abbauen.

    3. Mobilität als Zugangsschlüssel

    Ein Angebot nützt wenig, wenn es nicht erreichbar ist. In vielen Gemeinden fehlt es noch an flächendeckenden Mobilitätslösungen wie Seniorentaxis oder Rufbussen. Mobilität ist das Bindeglied, das soziale Teilhabe überhaupt erst ermöglicht.


    Wo jeder Euro die größte Wirkung erzielt

    Für eine nachhaltige kommunale Pflegestrategie ist die Effizienz der Mittelverwendung entscheidend. Die Rückmeldungen der Gemeinden lassen eine klare Priorisierung zu:

    • Prävention durch Barrierefreiheit
      Investitionen in barrierefreie Lebensräume und Tagesbetreuungsstätten verhindern den abrupten „Sturz in den Pflegebedarf“.
    • Entlastung der Angehörigen
      Tagespflege und Kurzzeitangebote stabilisieren das gesamte System der häuslichen Pflege.
    • Die „Pflege-Kaskade“ steuern
      Es braucht eine zentrale Ansprechstelle in der Gemeinde (zum Beispiel Community Nursing), die Betroffene durch den Dschungel an Informationen führt – von der ersten Beratung bis zur konkreten Leistung.

    „Wir müssen uns fit machen für das, was auf uns zukommt“, so Hannes Pressl. Ohne Planbarkeit in der Finanzierung lassen sich diese erfolgreichen Modelle jedoch nicht in die Fläche bringen.


    Ausblick: Der Weg zur kommunalen Pflegestrategie 2026

    Der Pflege-Dialog am 22. Jänner 2026 markierte einen wichtigen Meilenstein. In diesem hybriden Format trafen Wissenschaft und kommunale Praxis aufeinander, um Themen wie Nachbarschaftshilfe, Community Nursing und überregionale Kooperationen zu vertiefen.

    Die dort gewonnenen Erkenntnisse und die Daten der Umfrage sind das Fundament für ein umfassendes Positionspapier des Gemeindebundes. Ziel ist die Erstellung einer kommunalen Pflegestrategie, die im März 2026 dem Bundesvorstand vorgelegt wird.

    Fazit für »AlternNEUdenken«

    Ein gutes Leben im Alter ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Die Ergebnisse zeigen: Wenn die Rahmenbedingungen – insbesondere Finanzierung und Koordination – stimmen, sind die Gemeinden bereit, die Pflege der Zukunft zu gestalten. Es geht darum, Pflege nicht als Last, sondern als Teil einer lebendigen, sorgenden Gemeinschaft (Caring Communities) zu begreifen – so wie wir Alter »NEU« denken.

    Eine ältere Frau sitzt mit ihrem Rollator auf einer Friedhofsbank – Symbol für die Notwendigkeit barrierefreier Infrastruktur im öffentlichen Raum, Stichwort Kommunale Pflegestrategie.(c) AdobeStock
    Mobilität bedeutet Lebensqualität: Barrierefreie Wege und Erreichbarkeit ermöglichen es Seniorinnen, auch wichtige Orte des Gedenkens selbstbestimmt aufzusuchen.

    Zusammenfassung der Kerndaten

    • Quelle: Umfrage des Österreichischen Gemeindebundes (n=249 Gemeinden).
    • Zeitraum: 16.12.2025 – 16.01.2026.
    • Status Quo: Hohe Abdeckung bei mobilen Diensten (>88%) und Essen auf Rädern (>84%).
    • Größte Defizite: Kurzzeitpflege (69%) und alternative Wohnformen (56,9%).
    • Strategischer Fokus: Fokus auf Prävention, Mobilität und eine klare Koordination der Leistungskette (Pflege-Kaskade).
    • Nächster Schritt: Vorlage der kommunalen Pflegestrategie im März 2026.

    Die detaillierten Ergebnisse und dazugehörige Pressemeldungen finden sie im Archiv des OTS.

    (Bilder: AdobeStock)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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