Neurodermitis ist weit mehr als eine sichtbare Entzündung der Haut. Sie ist eine enorme Belastung für die Psyche. Wer unter chronischem Juckreiz leidet, kämpft oft nicht nur gegen körperliche Symptome, sondern entwickelt auch häufig psychische Begleiterkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen. Eine ganzheitliche Behandlung, die sowohl die Haut als auch die mentale Gesundheit berücksichtigt, ist daher essenziell, um den Teufelskreis aus Stress und Schüben dauerhaft zu durchbrechen.
Neurodermitis juckt, brennt und entzündet sich. Doch während die Rötungen für Außenstehende offensichtlich sind, bleiben die emotionalen Narben meist verborgen. Die Auswertung verschiedener klinischer Studien zeigt ein deutliches Bild: Das Risiko für psychische Störungen ist bei Neurodermitis-Betroffenen bis zu doppelt so hoch wie bei Menschen ohne diese Hauterkrankung. Um diese oft unterschätzte Belastung stärker ins Bewusstsein zu rücken, engagieren sich Sanofi und Regeneron gezielt für das Thema „Neurodermitis und psychische Begleiterkrankungen“. Ziel ist es, Betroffene und ihr Umfeld umfassend zu informieren, zu sensibilisieren und konkrete Unterstützung anzubieten. Denn die Haut ist oft der Spiegel einer Seele, die unter der Last einer chronischen Erkrankung leidet.
Sichtbare Erkrankung, unsichtbare Narben
Wer unter chronischem Juckreiz leidet, steht unter permanentem Stress. Der Körper findet keine Ruhe, die Nächte sind kurz, und die Konzentrationsfähigkeit im Alltag sinkt. Es ist daher kaum verwunderlich, dass laut einer Umfrage über die Hälfte der Patientinnen und Patienten unter massiven Schlafproblemen leidet. Noch alarmierender: Drei von vier Betroffenen berichten von depressiven Symptomen oder leiden unter einer klinischen Depression. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Psyche bei der Behandlung von Anfang an mitgedacht werden muss.
Tipp: Lesen Sie HIER mehr über allgemeine Strategien zur Stressbewältigung.
Ein sensibles Wechselspiel: Wenn Stress unter die Haut geht
Haut und Geist beeinflussen sich gegenseitig in einer Art biologischen Rückkopplungsschleife. Psychischer Stress kann akute Neurodermitis-Schübe auslösen oder bestehende Ekzeme verschlimmern. Gleichzeitig wirken die sichtbaren Symptome und die soziale Stigmatisierung als emotionaler Stressor.
Die Bloggerin Anja, selbst Betroffene, beschreibt diesen Zustand eindrücklich: „Ich fragte mich ständig, warum gerade ich diejenige war, die dieses Päckchen zu tragen hatte. Warum konnten alle glücklich und unbeschwert ihr Leben genießen, während ich nächtelang überlegte, ob ich mit meiner schrecklichen Haut und meiner negativen Art überhaupt gut genug für mein eigenes Leben bin.“
Auch aus Expertensicht ist dieses Zusammenspiel ein zentraler Pfeiler der modernen Medizin. „Wir sprechen oft nur von den sichtbaren Begleiterkrankungen wie Allergien oder Asthma – doch die Neurodermitis geht auch mit einem erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen einher“, erklärt der Dermatologe Dr. Max Tischler. Diese Erkenntnis ist entscheidend, da viele Patientinnen und Patienten ihre mentalen Probleme nicht sofort mit ihrer Hauterkrankung in Verbindung bringen.

Den Teufelskreis durchbrechen: Die Rolle moderner Therapien
Eine frühzeitige und adäquate Behandlung ist nicht nur für die Regeneration der Hautbarriere wichtig, sondern auch für das seelische Gleichgewicht. Lange Zeit konzentrierte sich die Therapie lediglich auf die Unterdrückung lokaler Entzündungen. Heute wissen wir: Nur eine ganzheitliche Behandlung führt zu langfristigem Erfolg.
Studien belegen, dass moderne systemische Therapien die Symptome von psychischen Begleiterkrankungen signifikant lindern können. Durch die Kontrolle der Entzündungsprozesse im Körper sinkt das Stresslevel. Tatsächlich konnten bei einer konsequenten Behandlung die Symptome von Angst und Depression bei fast doppelt so vielen Betroffenen reduziert werden wie bei jenen, die keine moderne systemische Therapie erhielten. Je stabiler der Hautzustand ist, desto eher gewinnt der Patient seine Lebensfreude und soziale Souveränität zurück.
Ausführliche Informationen zu modernen Therapieansätzen finden Sie auf der Informationsplattform Leben mit Neurodermitis.
Strategien für den Alltag: Resilienz und Selbsthilfe
Wie lässt sich der Alltag mit Neurodermitis und der psychischen Belastung besser bewältigen? Neben der medikamentösen Therapie spielen Selbstmanagement und mentale Strategien eine große Rolle:
- Selbstwertgefühl stärken
Die Erkrankung ist ein Teil des Lebens, aber sie definiert nicht den Kern Ihrer Persönlichkeit. Trennen Sie Ihr Selbstbild von Ihrem Hautzustand. - Entspannungsmethoden nutzen
Techniken wie Meditation, progressive Muskelentspannung oder Achtsamkeitstraining helfen dabei, das Stresslevel zu senken. - Soziale Offenheit
Verstecken Sie sich nicht. Offenheit im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz schafft Verständnis und nimmt den Druck, „perfekt“ aussehen zu müssen. - Professionelle Hilfe
Wenn die seelische Last zu schwer wird, ist der Gang zum Psychotherapeuten ein wichtiger Schritt der Selbstfürsorge.
Bloggerin Anja hat ihren eigenen Weg gefunden: „Wenn meine Haut im Gesicht heute während eines Schubs wieder schlechter wird, sehe ich in den Spiegel und zieh‘ die Mundwinkel hoch. Ich schenke mir selbst ein Lächeln und genieße die Zeit mit meinen Freunden, anstatt mich zu verstecken.“
Neurodermitis langfristig behandeln
Ein stabiler Hautzustand ist die Basis für psychische Gesundheit. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Neurodermitis nicht ausreichend kontrolliert ist oder wenn Sie merken, dass Ihre Stimmung dauerhaft gedrückt ist, suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Dermatologin oder Ihrem Dermatologen.
Ob Ihre aktuelle Therapie ausreicht, können Sie beispielsweise mit dem wissenschaftlich fundierten Selbsttest HIER überprüfen.
Es stehen heute moderne Therapieoptionen zur Verfügung, die eine langfristige und ganzheitliche Behandlung ermöglichen. Ziel ist es, nicht nur die Symptome zu lindern, sondern eine dauerhafte Lebensqualität ohne den quälenden chronischen Juckreiz zu erreichen. Nehmen Sie Ihre Haut und Ihre Seele ernst – es gibt Wege aus dem Teufelskreis.

Referenzen und Quellen
- Cao L et al. J Paediatr Child Health 2024; 60: 640-647.
- Long Q et al. PLoS One 2022; 17:e0263334.
- Girolomoni G et al. Dermatol Ther (Heidelb) 2021; 11:117–130.
- Zhang N et al. Arch Dermatol Res 2025; 317: 668.
- Hartono SP, et al. Sci Rep 2024; 14: 8844.
- Blauvelt A et al. Lancet 2017; 389:2287–2303.
- Atopic Dermatitis Control Tool. Zugriff über: https://www.adcontroltool.com/; letzter Aufruf im Februar 2026
(Bilder: AdobeStock)












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